Apollonius Dyskolus

Apollonios Dyskolos lebte im 2. Jahrhundert n. Chr. in Alexandria und wird als einer der größten griechischen Grammatiker angesehen. Er verfasste als erster ein Werk über Syntax, das die Techne grammatike des Dionysios Thrax ergänzte. Sein Name wird häufig in der latinisierten Form Apollonius Dyscolus zitiert.

Er war der Sohn von Mnesitheus und verbrachte sein gesamtes Leben in Alexandria; mehr ist über sein Leben nicht bekannt. Er trug den Beinamen dyskolos, das heißt „kaum zufriedenzustellen“, aufgrund seiner jähzornigen und stark analytischen Persönlichkeit, und schrieb ausgiebig über das Reden. Von zwanzig Büchern, die in der Suda erwähnt sind, blieben vier erhalten: die über Syntax, Adverbien, Konjunktionen und Pronomen. Er hatte großen Einfluss auf nachfolgende Generationen von Grammatikern, seinen Sohn Aelius Herodianus eingeschlossen.

Er behandelt in seinem Werk die Redeteile und ihre Zusammenfügung im Satz, d. h. die syntaktische Verbindung. U. a. werden der Infinitiv und die Personalpronomina darin untersucht. Bei Arens (1974:28 f.) kann ein Teil übersetzt nachgelesen werden:

„...Das eigentümliche Wesen des Verbums besteht vielmehr nur in der besonderen Ausprägung der verschiedenen Zeitformen und in dem aktiven, passiven und medialen Verhalten; und gerade an diesen allen nimmt die generellste Verbalform, d. h. der Infinitiv, teil. Denn wenn er seiner Natur nach wirklich wäre, was der Ausdruck 'Infinitiv' besagt, nämlich ganz und gar unbestimmt, wie ist es dann denkbar, dass er alles dies noch unterscheiden kann? (Dies ist aber sehr wohl möglich). ...“

Literatur

  • Hans Arens: Sprachwissenschaft. Der Gang ihrer Entwicklung von der Antike bis zur Gegenwart. 2 Bde. 2. Aufl. (=Fischer Athenäum Taschenbücher, 2077f). Athenäum Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 1974, ISBN 3-8072-2077-1

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