Marienheide
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Marienheide
Marienheide
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Marienheide hervorgehoben
51.0836111111117.5311111111111360
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Oberbergischer Kreis
Höhe: 360 m ü. NN
Fläche: 54,99 km²
Einwohner:

13.758 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 250 Einwohner je km²
Postleitzahl: 51709
Vorwahlen: 0 22 64
Kfz-Kennzeichen: GM
Gemeindeschlüssel: 05 3 74 024
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 20
51709 Marienheide
Webpräsenz: www.marienheide.de
Bürgermeister: Uwe Töpfer (SPD)
Lage der Gemeinde Marienheide im Oberbergischen Kreis
Rhein-Sieg-Kreis Oberbergischer Kreis Rheinisch-Bergischer Kreis Nordrhein-Westfalen Remscheid Wuppertal Ennepe-Ruhr-Kreis Märkischer Kreis Kreis Olpe Kreis Siegen-Wittgenstein Rheinland-Pfalz Waldbröl Morsbach Nümbrecht Wiehl Reichshof Gummersbach Marienheide Bergneustadt Engelskirchen Lindlar Hückeswagen Wipperfürth RadevormwaldKarte
Über dieses Bild

Marienheide liegt im Bergischen Land, im Südosten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und ist eine kreisangehörige Gemeinde des Oberbergischen Kreises im Regierungsbezirk Köln.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Karte von Marienheide mit den wichtigsten Ortsteilen

Gemeindegebiet

B BerghofBörlinghausen
D DahlDäinghausenDannenbergDürhölzenDommermühle
E EbergEiringhausenErlinghagen
G GervershagenGimbornGogarten – Graben - GriemeringhausenGrunewald
H Heierlöh - HimmerkusenHöfelHolzwipperHütte
J Jedinghagen
K KalsbachKattwinkelKempershöheKönigsheideKotthausenKrommenohl – Kümmel
L LambachLehmkuhlLeibergLienkampLinge
M Müllenbach
N Niederwette
O OberboinghausenObernhagenObersiemeringhausen – Oberwette
R Rodt
S Scharde – SchemmenSchmitzwipperSchöneborn – Schulzenkamp – SiemerkusenSiepenSpäinghausenStraßeStülinghausen
U Unterboinghausen – Unterpentinghausen
W Weierhof – WernscheidWilbringhausenWinkel
Z Zimmerberg

Nachbargemeinden und -städte

Kierspe
(Märkischer Kreis)
Wipperfürth Compass card (de).svg Meinerzhagen
(Märkischer Kreis)
Lindlar Gummersbach Bergneustadt

Geschichte

1417 wird der Ort das erste Mal urkundlich erwähnt: „In einer Verkaufsurkunde wird genannt Heydenreich unserer lieben Frauen Knecht auf der Mergenheyde“.[2] Auf den Altarleuchten der alten Wallfahrtskirche ist ein gezeichnetes Wappen von 1601 zu sehen, welches die Bezeichnung „Mergenheyd“ trägt. In einer alten Broschüre des Katholischen Pfarramtes Marienheide kann man nachlesen: „Der Gnadenort Marienheide führt seinen Ursprung auf das Jahr 1420 und auf einen bestimmten Mann zurück.“ Dieser einfache Mann namens Heinrich habe als Klausner in einem gehauenen Felsenversteck „auf der Heyde“, also im „Bockelsburger Wald“ und damit nahe der heutigen Eisenbahnlinie, gelebt. Der Einsiedler soll sich von Ackerbau ernährt haben. Eine weitere, nicht näher bezeichnete Chronik wird hierzu als Quelle angeführt, und so heißt es weiter, dass „diesem eifrigen Heinrich die glorwürdigste Muttergottes in Gestalt eines kleinen Bildleins erschien und ihm gebot, sich nach Köln zu begeben, um ein ähnliches Bildlein für dreißig Silberlinge zu kaufen.“ Damit sei der Anfang für den Wallfahrtsort gemacht worden. Klausner Heinrich habe bei Graf Gerhard von der Mark, dem damaligen Landesherrn, Unterstützung gefunden, so dass sich sowohl Martin V. als auch der Predigerorden interessierten. So sei „in der Einöde“ die erste kleine Kirche und später ein Stück entfernt das Dominikaner-Kloster entstanden.

Die Gemeinde gerät am 27. Februar 1998 in die Schlagzeilen, als zwei Lehrerinnen der Gesamtschule mit einer selbst gebastelten Sprengladung ermordet werden und noch im selben Jahr der ehemalige Gatte eines der Opfer zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt wird.[3]

Wappen

Die obere Hälfte zeigt zwei gekreuzte, silberne Rodehacken mit goldenen Stielen auf rotem Grund, darüber eine fünfblättrige, silberne Rose mit grünen Kelchblättern und gelbem Blütenstand. Auf der unteren Hälfte befindet sich auf silbernem Grund ein abgewandelter bergischer Löwe, blaubewehrt, doppelgeschwänzt, rot und mit erhobener rechter Pranke. Er schreitet ohne Krone und unterscheidet sich dadurch vom Wappen derer von Berg.

Gebietsreform

Marienheide war eigenständige Bürgermeisterei bis 1931. Im Zuge der kommunalen Neugliederung wurden zum 1. Januar 1975 größere Gebietsteile der Stadt Kierspe und der damaligen Gemeinden Gimborn und Klüppelberg und kleinere Gebietsteile der Stadt Gummersbach und der Gemeinde Lindlar nach Marienheide eingegliedert (§ 16 Köln-Gesetz); kleinere Gebietsteile wurden – wie schon zum 1. Juli 1969 (§ 1 Nr. 2 Oberberg-Gesetz) – im Gegenzug an Gummersbach (§ 15 Abs. 2 Nr. 2 Köln-Gesetz) abgegeben.[4]

Gemeindepartnerschaft

Die polnische Stadt Biała ist seit 1993 Partnerstadt von Marienheide. Biała ist überwiegend ländlich strukturiert und hat etwa 2.600 Einwohner.

Sehenswürdigkeiten

Marienheide vom Aussichtsturm auf dem Eberg
  • Brucher Talsperre
  • Lingesetalsperre
  • Im Ortsteil Müllenbach steht eine der sogenannten Bunten Kerken, eine mit mittelalterlichen Deckenmalereien – siehe Kirche Müllenbach.
  • Historisches Bauernhaus Dahl, Außenstelle des Museums des Oberbergischen Kreises.
  • Im Ortsteil Börlinghausen liegt das Quellgebiet der Wipper.
  • In der Ortsmitte befindet sich die Wallfahrtskirche St. Mariä Heimsuchung. Es ist Ziel von Wallfahrten jeweils Anfang Juli. Die Gläubigen suchen ein Heiligenbild auf, das im Mittelalter Wunder bewirkt haben soll.
  • Nahe der Ortsmitte liegt der ehemalige Kurpark mit dem „Heilteich“. Der Kurpark wurde angelegt, als Marienheide anerkannter Luftkurort war und sich noch nicht für den wirtschaftlichen Schwerpunkt „Gewerbe und Industrie“ entschieden hatte. Für die Menschen aus dem Ruhrgebiet galt Marienheide damals als „Sommerfrische“. Der „Heilteich“ ist sehr alt, und sein Name rührt daher, dass man ihn zu einer Zeit, als es noch kein öffentliches Trinkwassernetz gab, von Verunreinigungen frei hielt und vor allem dort nicht die Wäsche wusch. Man hielt ihn „heil“ oder „heilig“.
  • Schloss Gimborn
  • Haus der Geschichten im Ortsteil Müllenbach
  • Aussichtsturm auf dem Eberg in Marienheide, 30 m hoch (2009 abgerissen)
  • Aussichtsturm auf dem Unnenberg nahe der gleichnamigen Ortschaft, 45 m hoch, höchste Erhebung im Oberbergischen Kreis. Bei guter Fernsicht reicht der Blick bis zum Siebengebirge.

Kirchen

Wallfahrtskirche
St. Maria Heimsuchung
  • Römisch-katholische Kloster- und Wallfahrtskirche St. Mariä Heimsuchung
  • Römisch-katholische Kirche St. Ludwig Maria Grignion von Montfort
  • Römisch-katholische Kirche St. Johann-Baptist (ehem. Schlosskirche zu Gimborn)
  • Evangelische Kirche Marienheide
  • Evangelische Kirche Müllenbach
  • Evangelische Kirche Kotthausen
  • Neuapostolische Kirche Marienheide
  • Baptisten-Brüdergemeinde Marienheide
  • Evangelisch Freikirchliche Missionsgemeinde

Wander- und Radwege

Zu den Wanderwegen im Oberbergischen Land gehören auch die Wanderwege Marienheides, welche fast ausnahmslos vom Sauerländischen Gebirgsverein e. V. (SGV) eingerichtet wurden. Durch Marienheide hindurch führen zwei überregionale Wanderwege: Die Straße der Arbeit und der Wupperweg, dazu die beiden Pilgerwege der Heidenstraße (Leipzig – Köln) und des Jakobsweges. Marienheide ist der Start- und Endpunkt der Themen-Radroute Wasserquintett.

Verkehr

Schienen- und Busverkehr

Der Haltepunkt (ehem. Bahnhof) Marienheide liegt an der eingleisigen Volmetalbahn, auf deren Abschnitt nach Dieringhausen und der anschließenden Aggertalbahn (KBS 459) im Schienenpersonennahverkehr stündlich die Oberbergische Bahn nach Köln verkehrt.

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) von DB Regio NRW.

Die Gleise Richtung Meinerzhagen/Brügge liegen noch und sollen bis 2013 für den Personenverkehr reaktiviert werden.[5]

Zwei weitere Strecken, die Leppetalbahn nach Engelskirchen und die Wippertalbahn nach Remscheid-Lennep, sind seit langem stillgelegt und abgebaut.

Im Straßenpersonennahverkehr verkehren vom Bahnhof Marienheide die Buslinien

  • 308 Marienheide Bf. – Hütte – Frielingsdorf – Engelskirchen Bf. (OVAG, Mo-Fr, kein Abend- und Nachtverkehr, bedingter Samstagsverkehr)
  • 320 Marienheide Bf. – Meinerzhagen (OVAG, nur Werktagsverkehr, außer den Schulfahrten 5 Fahrten täglich)
  • 336 Gummersbach – Marienheide – Wipperfürth – Remscheid-Lennep (OVAG, Mo-So Stundentakt, Nachtbusverbindungen)
  • 399 Marienheide Bf. – Kempershöhe – Gimborn – Dohrgaul – Holzwipper (OVAG, nur an Schultagen, vormittags und mittags im Stundentakt)

Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Straßen

Marienheide ist über die Bundesautobahnen 4 (E 40) und 45 (E 41) sowie die Bundesstraße 256 an das Fernstraßennetz angebunden.

Kultur und Bildung

  • Gemeinschaftsgrundschule Marienheide
  • Katholische Grundschule Marienheide
  • Gemeinschaftsgrundschule Müllenbach
  • Gesamtschule Marienheide mit Sekundarstufe I und II
  • Kreisvolkshochschule Abt. Marienheide
  • Informations- und Bildungszentrum der Polizei (IBZ) Gimborn
  • Freizeitzentrum des Bibellesebundes Holzwipper
  • Rüstzeitheim der ev. Militärseelsorge
  • Gemeindebücherei Marienheide mit Nebenstelle Müllenbach
  • Katholische Pfarrbücherei

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

  • Hermann de Buhr / Martin Wittenberg / Volkmar Wittmütz: Chronik Marienheide, Gummersbach 1986
  • Werner Knabe / Friedhelm König / Werner Kühr: Marienheide – ein Blick in die Vergangenheit, Gummersbach 1984
  • K. Pampus; Oberbergische Abteilung 1924 e.V. d. Bergischen Geschichtsvereins (Hrsg.): Urkundliche Erstnennungen oberbergischer Orte. Gronenberg, Gummersbach 1997, ISBN 978-3-88265-206-2.

Einzelnachweise

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
  2. Pampus 1997
  3. Marienheide • Geschichte vom 9. Oktober 2010
  4. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  5. „Oben an der Volme. Ausbau und Reaktivierung der Volmetalbahn.“, S. 2 von 6. PDF-Dokument 2,59 MB

Weblinks

 Commons: Marienheide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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