Apostel der Franken

Remigius von Reims (* um 436; † 13. Januar 533 in Reims) war ein fränkischer Bischof. Er wurde bekannt durch die Taufe des Merowingerkönigs Chlodwig I. und wird als einer der großen Heiligen des fränkischen Volkes verehrt.

Taufe Chlodwigs durch Remigius in der Kathedrale vom Reims (Statue vor der Kathedrale in Reims)
Taufe Chlodwigs, Phantasiedarstellung aus dem 15. Jahrhundert

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Remigius stammte aus einer wohlhabenden Familie und wurde bereits im Alter von 22 Jahren zum Bischof berufen. Er machte es sich zur Aufgabe, die Franken für die römische Kirche zu christianisieren und sie zur Abkehr vom Arianismus zu bewegen. Er wird deshalb auch als Apostel der Franken bezeichnet. Zudem gilt er als Gründer mehrerer Bistümer in Frankreich.

Zusammen mit Königin Chlothilde, der Frau Chlodwigs, wird Remigius als Wegbereiter des Christentums in Europa gesehen. Am Weihnachtsfest 497, 498 oder 499 soll er Chlodwig und 3.000 andere Franken getauft haben.

Der König hatte vorher durch seine christliche Frau sowie durch Gespräche mit dem Bischof die christliche Religion schon einigermaßen kennengelernt. Er verachtete sie aber als eine Religion der Schwäche und trat als überzeugter Bewahrer des alten germanischen Glaubens auf. Als er jedoch 496 in der Schlacht von Zülpich gegen die Alamannen in Gefahr war, besiegt zu werden, gelobte er, sich zum Glauben seiner Gattin zu bekennen, wenn er die Schlacht gewinne. Er siegte und bat später Bischof Remigius um die Taufe. Während der Bischof diese Handlung vornahm, sprach er zum König:

„Beuge nun, stolzer Sicamber (eine archaisierende Bezeichnung für die Franken), dein Haupt und unterwirf es dem sanften Joche Christi! Bete an, was du bisher verbrannt hast, und verbrenne, was du bisher angebetet hast!“

In den letzten Jahren haben sich vermehrt Historiker der These angeschlossen, dass Chlodwig sich erst vor der Schlacht gegen die arianischen Westgoten im Jahr 507 taufen ließ. Entsprechende Hinweise auf eine solche Taufe aus politischen Gründen finden sich in der Vita des Bischofs Solemnis von Chartres.

Remigius wurde von der katholischen Kirche heiliggesprochen. In der Folgezeit, insbesondere zwischen dem 6. und 11. Jahrhundert, wurden ihm eine Vielzahl von Kirchen geweiht, die bis heute den Namen St. Remigius tragen.

Gedenktag

Sein katholischer und orthodoxer Gedenktag ist der 13. Januar. Der anglikanische fällt auf den 1. Oktober.

Bauernregel

Die dem Namenstag entsprechende Bauernregel lautet: „Regen an Sankt Remigius bringt den ganzen Monat Verdruss.“

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