Apostelamt Jesu Christi

Apostelamt Jesu Christi ist der Namensbestandteil dreier christlicher Religionsgemeinschaften. Sie besitzen eine gemeinsame Wurzel und suchen nach Jahrzehnten der Trennung den Zusammenschluss auf einer gemeinsamen Basis. Sie werden der Konfessionsgruppe der apostolischen Gemeinschaften zugeordnet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Apostolischen in Deutschland - eine vereinfachte Übersicht

Die Vorgeschichte dieser Religionsgemeinschaft und ihre Ursprünge gehen zurück bis in das Jahr 1832. Um 1900/01 glaubte der neuapostolische Bezirksälteste Julius Fischer, Christus sei schon „im Fleisch“ der neu berufenen Apostel wiedergekommen. Nach Auseinandersetzungen mit dem Stammapostel Friedrich Krebs wurde er 1901 aus der Apostolischen Gemeinde ausgeschlossen. Er sammelte eine kleine Gruppe Gläubiger um sich und gründete am 2. Mai 1902 das Apostelamt Juda. Nachfolgestreitigkeiten nach dem Tod Fischers in den zwanziger Jahren führten zu verschiedenen Spaltungen und Zersplitterungen. Aus einer dieser Abspaltungen, welche zunächst Apostelamt Simeon in Juda und dann Apostelamt Simeon in Jacobs Geschlecht hieß und in der Zeit des Nationalsozialismus unter dem Vorwurf „marxistischer Umtriebe“ ab November 1934 verboten war, entwickelte sich das Apostelamt Jesu Christi, das in seinem heutigen Selbstverständnis seit 1947 besteht. Erster leitender Apostel war der frühere Ziegeleiarbeiter Hermann Krüger (1869–1933) als Apostel Simeon. Sein Nachfolger wurde Albert Trubach (1901–1980) als Apostel Naphthali ab 20.Februar 1933 ( ab 20. Februar 1947 als Apostel Jesu Christi). Während eines Gottesdienstes am 20. Februar 1947 wurde Apostel Albert Trubach prophetisch zum „Stammapostel Jesu Christi“ berufen. Zwei Monate vor seinem Tod legte Apostel Trubach Anfang Juli 1980 sein Amt nieder und berief den Apostel Hans-Joachim Preuß (1920–1981) aus Cottbus zu seinem Nachfolger als Stammapostel. Nach dessen Tod am 6. August 1981 wurde das Amt des Stammapostels nicht mehr erneuert. Das Apostelamt Jesu Christi K.d.ö.R verzichtete in der Folgezeit auf das Amt des Stammapostels und kehrte zum katholisch-apostolischen Prinzip der Gleichheit aller Apostel zurück. Durch den Mauerbau ergaben sich in West- und Ostdeutschland unterschiedliche Entwicklungen, die bis zur Trennung des West- und Ost-AJC führten.

Aus dem von Julius Fischer initiierten Apostelamt Juda entwickelten sich im Laufe der Jahrzehnte folgende sogenannte apostolische Gemeinschaften:

  • Apostelamt Jesu Christi, Körperschaft des öffentlichen Rechts (AJC K. d. ö. R.) mit Sitz des Kirchenhauptamts in Cottbus,
  • Apostelamt Jesu Christi Kirche, als Körperschaft des privaten Rechts e. V. (AJC e. V.) mit Sitz in Berlin mit 24 Gemeinden,
  • Gemeinschaft der Apostel Jesu Christi, eingetragener Verein, eine Abspaltung des AJC e. V. aus dem folgende 1986 mit aktuell acht Gemeinden.

Bestrebungen zur Wiedervereinigung

Das AJC e. V. und die GdAJC e. V. arbeiten seit längerem intensiv zusammen und streben eine Vereinigung an.

Im Mai 2005 war die angestrebte Vereinigung aller drei Gemeinschaften zunächst gescheitert. Das AJC K. d. ö. R. hatte einen neuen leitenden Apostel berufen. Dieser strebte, zusammen mit zwei weiteren Aposteln seiner Gemeinschaft, eine "Verschmelzung" mit der OAC (Old Apostolic Church) an. Dies scheiterte jedoch daran, dass viele Mitglieder und Ämter des AJC K. d. ö. R. dieser Änderung nicht folgten.

Seit 2006 wird der Gedanke „des Zusammenwachsens“ aller drei Rechtsformen des AJC, wie AJC K. d. ö. R, GdAJC e. V., AJC e. V. umgesetzt. Es wurden bereits viele Anpassungen und neue Ziele gesetzt „zu einem gemeinsamen AJC (Apostelamt Jesu Christi)“. Zur Zeit findet ein gegenseitiger Austausch statt, gemeinsame Glaubensaussagen werden bearbeitet und eine gemeinsame Gottesdienstliturgie wird bereits praktiziert.

Das oberste Gremium aller drei AJC-Bereiche ist die „Erweiterte Apostelkonferenz“, in denen entscheidende Beschlüsse zur Vereinigung getroffen werden.

Lehre

Das Glaubensverständnis aller hier aufgeführten Gemeinschaften orientiert sich am Apostolischen Glaubensbekenntnis (Apostolicum). Die frühere Lehre einer „unpersönlichen Wiederkunft Jesu Christi in den Aposteln“ wird nicht mehr vertreten. Das Sakrament der Versiegelung nimmt wie in vielen anderen apostolischen Gemeinschaften auch im Apostelamt Jesu Christi eine zentrale Rolle ein. Weitere Sakramente sind Wassertaufe und das heilige Abendmahl. In Lehre und Praxis stützt sich das Apostelamt Jesu Christi ansonsten auf die Bibel. Verwendet findet die Lutherbibel in der Fassung von 1912.

Ökumene

Durch die intensivere kirchliche Zusammenarbeit der Kirchen in der DDR wurde das Apostelamt Jesu Christi K. d. ö. R. (Ost) Gastmitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der DDR. Diese ging nach der Wiedervereinigung in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen auf. So wurde das Apostelamt Jesu Christi (Ost) die bisher einzige apostolische Gemeinschaft, die auf Bundesebene als Gastmitglied in der ACK mitarbeitet.

Das Apostelamt Jesu Christi (e. V. und K. d. ö. R.) ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Kirchen und Religionsgesellschaften in Berlin (ARK), worüber den Gemeinschaften auch Radiosendungen wie das Wort zum Tage auf DeutschlandRadio Berlin ermöglicht werden.

Weblinks

 Commons: Apostelamt Jesu Christi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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