Marktregulierung

Marktregulierung bezeichnet direkte staatliche Eingriffe in die Wirtschaftsprozesse, um politische Ziele durchzusetzen oder um Marktversagen zu beheben. Diese Regulierung wird durch Verordnungen und gesetzliche Vorschriften umgesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Begriffsabgrenzung

Im Gegensatz zur Gestaltung ordnungspolitischer Rahmenbedingungen sind Marktregulierungen staatliche Eingriffe in die Wirtschaftsprozesse. Marktregulierung ist also die prozesspolitische Beeinflussung von Marktergebnissen.

Arten der Regulierung

Mengenregulierung

Ziel der Mengenregulierung ist, die Anzahl der Marktteilnehmer oder die Höhe der Produktions- bzw. gehandelten Menge zu steuern. Dies wird über Lizenzen, Konzessionen und Quoten erreicht, die den Markteintritt oder den Handelsumfang steuern. Beispiele für Quotenregulierungen sind Import- und Exportquoten

Weiterhin sind Bedienungspflichten und Aktivitätsverbote möglich, die den Umfang des Marktes festlegen und somit seine Attraktivität steuern.

Preisregulierung

Preisregulierung zielt darauf ab, einen gewünschten Preis zu erreichen, der vom Marktpreis abweicht. Dies kann über Fest-, Mindest- oder Höchstpreise (price caps) erreicht werden, die absolute Grenzen setzen. Ein prominentes Beispiel für eine Mindestpreisregulierung ist der Mindestlohn.
Möglich sind auch Kostentarife, die Berechnungsverfahren für Preise festlegen, und Einzelpreisgenehmigungen, bei denen jede Preisänderung einer Zustimmung der zuständigen Regulierungsbehörde bedarf.

Eine weitere Möglichkeit, die Preise zu beeinflussen, ist eine (in der Höhe geeignete) Besteuerung von Transaktionen (siehe auch Pigou-Steuer).

Eine weitere Form der Regulierung

Probleme

Unabhängig davon sollten Regulierungen von Zeit zu Zeit einer kritischen Überprüfung unterzogen werden, da sie dazu tendieren, eine Eigendynamik zu entwickeln und bestehen zu bleiben, wenn die Gründe, die für ihre Einführung sprachen, längst weggefallen sind. Regulierungen über längere Zeiträume führen oft zu einem als Capture bezeichneten Zustand, der sich dadurch auszeichnet, dass der Regulierer durch die oft intensive Zusammenarbeit mit dem regulierten Unternehmen dessen Sichtweise annimmt und keine effektive Regulation mehr erfolgt.

Regulierung als ökonomisches Gut

Der Ökonom der Chicagoer Schule Stigler führte in die Theorie die nobelpreisgewürdigte Erkenntnis ein, dass auch die Regulierung selbst ein Gut ist, nach dem eine Nachfrage existiert. Teilweise ist es für ein Unternehmen einfacher, in einem regulierten Markt tätig zu sein, da hier oft der Wettbewerb stark begrenzt ist.

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