Appetenz-Konflikt

Als Appetenzverhalten (lat. appetens - "trachtend", "begierig") gilt im Rahmen der Instinkttheorie der klassischen vergleichenden Verhaltensforschung ein als Such- und Orientierungsverhalten gedeuteter Bestandteil des Instinktverhaltens. Diese gleichsam zweckgerichtete Hinwendung tritt – der Theorie zufolge – dann auf, wenn eine Instinktbewegung längere Zeit nicht ausgelöst wurde, wohl aber die aktionsspezifische Erregung kontinuierlich anwuchs, oder anders formuliert: wenn die Handlungsbereitschaft für die betreffende Instinktbewegung vorhanden ist.

Unterschieden werden

ungerichtetes Appetenzverhalten
die aktive Suche nach einem bestimmten Schlüsselreiz; wird er wahrgenommen, löst er das gerichtete Appetenzverhalten aus.
gerichtetes Appetenzverhalten (Taxis)
die Ausrichtung auf einen Schlüsselreiz hin.

Beispiele

  • Ein Wolf verspürt Hunger, die Handlungsbereitschaft für die Jagd ist aktiviert. Er begibt sich auf die Suche nach Beute (ungerichtete Appetenz). Dies bedeutet zugleich, dass dem Wolf ein allgemeines, mentales Konzept für alle seine möglichen Beutetiere zugeschrieben werden muss. Trifft er auf ein Beutetier, schleicht er sich gezielt an und hetzt dieses Beutetier (gerichtete Appetenz) bis zur aktionsspezifischen Endhandlung (dem Tötungsbiss).
    Ein weiteres Beispiel für ein gerichtetes Appetenzverhalten (zu einer bestimmten Region) ist der Vogelzug oder andere Tierwanderungen.

Appetenz-Konflikt

In der Motivationspsychologie spricht man von einem Appetenz-Konflikt (auch Appetenz-Appetenz-Konflikt), wenn zwei subjektiv etwa gleich positive Optionen zum selben Zeitpunkt vorhanden sind, zwischen denen sich ein Lebewesen entscheiden muss. Als Gegensatz hierzu wird von einem Aversions-Konflikt gesprochen, wenn die Entscheidung zwischen zwei negativen Stimuli ohne Ausweichmöglichkeit zu treffen ist. Ferner gibt es bei einem ambivalenten Objekt den Appetenz-Aversions-Konflikt.

Beispiel: Die Entscheidung zwischen Angriff und Flucht.

Siehe auch


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