Marschollek, Lautenschläger und Partner
MLP AG
MLP-Logo
Unternehmensform Aktiengesellschaft
ISIN DE0006569908
Gründung 1. Januar 1971
Unternehmenssitz Wiesloch, Baden-Württemberg, Deutschland
Unternehmensleitung
Mitarbeiter 2.077 Angestellte, 2.534 Vermittler (Selbständige Handelsvertreter) (2007)
Umsatz 637,1 Mio. EUR (2007)[1]
Branche Finanzdienstleister
Produkte

Allfinanz

Website

www.mlp.de

Die MLP AG (Marschollek, Lautenschläger und Partner AG) ist ein als Makler registriertes Finanzdienstleistungsunternehmen mit Sitz in Wiesloch.

Inhaltsverzeichnis

Unternehmen

Die MLP AG bietet Finanzdienstleistungen in den Bereichen Vorsorge-, Vermögens- und Risikomanagement an. Die rund 2.500 freiberuflichen Vermittler sind auf bestimmte Zielgruppen, vorrangig Akademiker, spezialisiert (insbesondere Mediziner, Juristen, Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure). Nach eigenen Angaben werden in 259 Geschäftsstellen mehr als 730.000 Kunden betreut.[2]

Personale Kompetenz

Entsprechend der Unternehmensphilosophie bekommen Kunden in der Regel einen MLP-Makler zugeteilt, der selbst Akademiker ist. Dies muss aber nicht unbedingt der Fall sein, da MLP auch bereits Finanzberater wie Finanzfachwirte, Versicherungskaufleute, Versicherungsfachwirte oder Bankkaufleute als Berater aufnimmt. Am Anfang ihrer Tätigkeit durchlaufen alle zukünftigen MLP-Makler eine interne Ausbildung, die innerhalb von zwei Jahren mit einem MLP-internen Abschluss endet. Integrativer Bestandteil der zweijährigen Grundausbildung ist die Prüfung zum/zur Versicherungsfachmann/fachfrau vor der IHK. Zusätzlich besteht die Möglichkeit berufsbegleitend ein MBA-Programm (Master of Business Administration) zu absolvieren.[3]

Geschichte

Die MLP AG wurde am 1. Januar 1971 von Eicke Marschollek und Manfred Lautenschläger gegründet. Die Geschäftsidee ist, ausgewählte akademische Zielgruppen, zunächst Juristen, bereits vor ihrem Hochschulabschluss als Kunden zu gewinnen und sie bezüglich ihrer finanziellen Situation zu beraten. MLP partizipiert damit am steigenden Beratungs-, Anlage- und Vorsorgebedarf dieser Klientel im Laufe ihrer Berufskarriere – und an deren steigendem Vermögen. Seit 1972 betreut das Unternehmen neben Juristen auch Mediziner und Zahnmediziner. 1974 wurde die Kommanditgesellschaft in eine GmbH umgewandelt und eröffnete in der Folge Geschäftsstellen in Düsseldorf, Wiesbaden, Stuttgart und Bonn. Mit der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft im Jahre 1984 wurden die Voraussetzungen für eine Börsennotierung geschaffen. Nachdem neue Zielgruppen wie Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure hinzukamen, wurde die Gesellschaft erstmals am 15. Juni 1988 am geregelten Markt der Stuttgarter Wertpapierbörse gehandelt.

Gleichzeitig übernahm Bernhard Termühlen die Leitung des operativen Geschäfts. Der promovierte Ingenieur Termühlen war seit 1985 – zunächst als Makler/ Vermittler – bei MLP tätig. Unternehmensgründer Manfred Lautenschläger förderte Termühlen, der das Unternehmen auf Kapitalmarktkurs brachte. Mit Umsatz- und Gewinnsteigerungsraten von jährlich 30 Prozent wurde MLP zum Interessenobjekt der Analysten und Investoren. 1999 wurde Termühlen Vorstandsvorsitzender, und Manfred Lautenschläger wechselte in den Aufsichtsrat. Zwischen dem 23. Juli 2001 und dem 22. September 2003 war die Gesellschaft im DAX 30 gelistet.

Im Jahr 2002 hat das Magazin Börse-Online dem Unternehmen Bilanzfälschung vorgeworfen. Der Aktienkurs des Unternehmens brach teilweise um 90 Prozent ein, MLP ist seitdem im MDAX gelistet.[4] Die Staatsanwaltschaft Mannheim nahm Ermittlungen gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Termühlen und zwei weitere Mitarbeiter des Unternehmens auf, die im Dezember 2004 in die Anklageerhebung mündeten. Ein Verfahren wurde nicht eröffnet. Den Angeklagten wird vorgeworfen, die Abschlüsse für 2001 gefälscht zu haben. Mit Factoring- und Rückversicherungsverträgen seien Gewinne vorgetäuscht worden, die noch gar nicht erzielt worden seien. MLP legte Gutachten von Wissenschaftlern vor, die den Vorwurf zurückwiesen. Das Ermittlungsverfahren gegen Termühlen und zwei weitere Manager wurde 2007 gegen die Zahlung einer Geldstrafe eingestellt.[5] Im Januar 2003 übernahm Uwe Schroeder-Wildberg zunächst das Amt des Finanzvorstands, das bis dahin von Termühlen in Personalunion ausgeübt worden war. Ende Oktober 2003 trat Termühlen als Vorstandsvorsitzender der MLP AG zurück. Am 17. Dezember wurde Schroeder-Wildberg mit Wirkung zum 1. Januar 2004 offiziell vom Aufsichtsrat als Vorstandsvorsitzender ernannt.

Zum 30. Juni 2005 wurden die Töchter MLP Lebensversicherungen AG an die HBOS-Tochter Clerical Medical und die MLP Versicherung AG an den Gothaer Versicherungskonzern verkauft. Ziel war die Stärkung der Maklerposition.

Die MLP Versicherung AG wurde umbenannt und firmiert nun als Janitos Versicherung AG. Die Janitos Versicherung AG führt das Geschäft als Maklerversicherer im Bereich der Sachversicherungen weiter. Die MLP Lebensversicherung AG trägt nunmehr den Namen Heidelberger Lebensversicherung AG.

2006 übernahm MLP den Vermögensverwalter Feri Finance AG zu 56,6 %.[6] Im Jahr darauf wurde die MLP Finanzdienstleistungen AG auf die MLP Bank AG verschmolzen. Damit operiert MLP als Finanzvermittler mit einer Vollbanklizenz.

Anteilseigner

Die beiden größten Aktionäre der MLP AG sind Firmengründer Manfred Lautenschläger und der Versicherungskonzern Swiss Life.[7]

Die Swiss Life hat ihren MLP-Anteil bereits auf 15,9 Prozent reduziert. Demgegenüber will Deutschlands drittgrößter Versicherungskonzern Talanx einen Anteil von 9,9 Prozent an der MLP AG übernehmen. [8]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. MLP: MLP schließt 2007 mit deutlichem Wachstum ab, Pressemitteilung der MLP vom 20. Februar 2008
  2. MLP: Konzernzwischenbericht 1. HJ 2008
  3. MLP: Ausbildung bei MLP aus Unternehmenssicht
  4. MLP: Bilanzhaken,Interview Börse Online und MLP Kommunikation
  5. Ex-Chef Termühlen bleibt straffrei, Manager Magazin vom 30. Mai 2007.
  6. MLP stärkt Vermögensverwaltung - Steigt mit 56,6 Prozent bei Feri ein dpa-AFX: 18. September 2006
  7. MLP: Aktionärsstruktur auf Webseiten der MLP AG, abgerufen am 28. November 2008.
  8. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/talanx-steigt-bei-swiss-life-und-mlp-ein;2212753

Weblinks


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