Apple DOS

Apple DOS ist ein Disketten-Betriebssystem von Apple, das auf den Apple-II-Computern eingesetzt wurde. Im Apple-Bereich meist einfach DOS genannt, ist es dennoch nicht zu verwechseln mit dem bekannteren MS-DOS.

Der Apple II wurde im Frühjahr 1977 auf den Markt gebracht. Zunächst diente die herkömmliche Compact Cassette als Speichermedium, indem ein handelsüblicher Kassettenrecorder über dessen Mikrophon- und Kopfhörerbuchsen an den Apple angeschlossen wurde; diese Speichermethode war wegen der nötigen Modulation in Tonsignale langsam, durch die händische Bedienung unbequem und systembedingt unzuverlässig und für mehrteilige Programme kaum praktikabel. So erkannten Steve Wozniak und Steve Jobs, dass ein Laufwerk für Disketten wichtig für die Entwicklung ihrer Computer werden würde. Zu jener Zeit waren die erst wenige Jahre vorher erfundenen Diskettenlaufwerke im Microcomputer-Bereich noch teurer Luxus und für viele Computermodelle überhaupt nicht verfügbar.

Um ein Diskettenlaufwerk, das spätere Disk II, ansteuern zu können, entwarf Wozniak das Design der Disk-II-Hardware und das notwendige Betriebssystem Apple DOS (Apple Disk Operating System). Die hardwarenahen Routinen des DOS für die Steuerung der Laufwerksmotoren sowie für die Umwandlung des GCR-Datenstroms in einzelne Datensektoren (und umgekehrt) schrieb er selbst, die Routinen für das Dateisystem wurden als Auftragsarbeit vergeben. Das Apple DOS wurde beim Systemstart mittels eines sehr einfachen Urladers, der sich im Festwertspeicher des Laufwerkskontrollers befand, von einer Diskette geladen. Es integrierte sich in das Apple Integer Basic, das im Festwertspeicher des Computers gespeichert war.

Apple - Handbücher

Die DOS-Versionen 0.x, 1.x, 2.x und 3.0 waren unveröffentlichte Testversionen; das erste öffentliche Apple-DOS war Version 3.1 vom Juli 1978. Etwa ein halbes Jahr später erschien DOS 3.2 (welches den neuen Apple II+ unterstützte und eine hohe Zahl von Programmfehlern beseitigte) und kurz darauf DOS 3.2.1 (eine weitere fehlerbereinigte Ausgabe). Die verbreitetste Apple-DOS-Version ist DOS 3.3 vom August 1980, welche den Speicherplatz je Diskette von 113 auf 140 KB erhöhte, indem es durch eine verbesserte GCR-Codierung 16 statt 13 Sektoren auf jeder Diskettenspur unterbrachte. Danach wandte sich Apple dem Apple III zu, sodass über zweieinhalb Jahre kein neues DOS für den Apple II mehr erschien, obwohl weiter eine Anzahl bekannter Programmfehler im DOS-Code existierte; insbesondere der Befehl APPEND funktionierte oft nicht richtig.

Während dieser Zeit erschienen jedoch einige stark beschleunigte Apple-DOS-Versionen von anderen Anbietern. Diese ersetzten die ineffektive GCR-Codierung/Decodierung der Originalversion, bei der die Daten mehrfach im Speicher umkopiert und dann erst auf die Diskette geschrieben wurden, durch eine optimierte Fassung, die schon während des Schreibens/Lesens einen Großteil der nötigen Arbeit erledigte. Bekannte DOS-Versionen dieser Periode sind u.a. ProntoDOS, DaviDOS und ES-DOS.

Nach dem desaströsen Misserfolg des Apple III am Markt wandte sich Apple wieder der weiterhin gut laufenden Apple II-Serie zu; es erschienen im Januar und August 1983 noch zwei fehlerkorrigierte und besser an den neuen Apple IIe angepasste, aber weiterhin langsame, Versionen von Apple DOS, beide trugen weiterhin die Versionsnummer 3.3, können aber an der Jahresangabe 1983 in der Startmeldung erkannt werden. Die Version von August 1983, die allerdings in der Startmeldung weiterhin „Januar 1983“ ausgab, war zugleich das letzte unter dem Namen Apple DOS vertriebene Betriebssystem, und das Einzige, in dem der APPEND-Befehl tatsächlich fehlerfrei funktionierte.

Apple DOS unterstützte in unveränderter Form keine Speichermedien außer 5,25-Zoll-Disketten, war ohne sehr weitgehende Veränderungen ungeeignet für Datenträger mit mehr als 400 KB Kapazität, und bot keine Unterverzeichnisse. Sein System weniger festgelegter Dateitypen war für viele Zwecke zu unflexibel. Zudem mangelte es an einer dokumentierten Programmierschnittstelle zum DOS für Maschinensprachen-Programme, da Apple DOS ganz auf BASIC-Programme hin ausgelegt war. Daher wurde die Weiterentwicklung eingestellt, als größere Datenträger wie Festplatten und 3,5-Zoll-Disketten erschwinglich wurden. Nachfolger wurde Ende 1983 das vielseitigere Apple ProDOS, welches in weiten Teilen nicht Apple DOS, sondern Apple SOS, dem Betriebssystem des gescheiterten Apple III, nachempfunden war.

Die Versionsnummern des Apple DOS sind unabhängig von denen des MS-DOS; Apple DOS 3.3 und MS-DOS 3.3 stehen somit in keiner Beziehung zueinander.

Literatur

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