Appointé

Gefreiter ist ein Dienstgrad eines Soldaten in der Laufbahngruppe der Mannschaften.

Inhaltsverzeichnis

Bundeswehr

Dienstgrad Gefreiter

Dienstgrad

Der Dienstgrad Gefreiter (Abkürzung Gefr) wird einem Soldaten der Bundeswehr allgemein nach dreimonatiger Dienstzeit bei der Bundeswehr übertragen (§ 9.1 Soldatenlaufbahnverordnung, SLV) wenn er mit dem Dienstgrad Soldat eingestellt wurde. Früher standen dem Gefreiten gewisse Privilegien gegenüber niedrigeren Dienstgraden (einfacher Soldat) zu, wie z.B. die Befreiung von Wachdiensten. Heute werden in der Bundeswehr zu einem Großteil Soldaten aus der Dienstgradgruppe der Mannschaften (Gefreiter, Obergefreiter, Hauptgefreiter, etc.) zu Wachdiensten eingesetzt.

  • Bei weiblichen Soldaten wird umgangssprachlich die Bezeichnung Gefreite in der Bundeswehr verwendet, nicht jedoch offiziell. Die offizielle Anrede lautet Frau Gefreiter. Der Dienstgradzusatz (w) der oftmals im Schriftverkehr verwendet wird, hat sich langsam eingeschlichen, hat aber keinerlei Vorschriftengrundlage. Daher sind im Schriftverkehr oder bei Stubenbeschriftungen Formulierungen wie "Frau Gefreiter Schneider" oder "Gefreiter Schneider, Manuela" zu verwenden. Die möglichen Dienstgradzusätze sind in der ZDv 20/7 niedergeschrieben.
  • Der Dienstgrad Gefreiter kann nur durch die Einstellung mit einem höheren Dienstgrad übersprungen werden. Auch Unteroffizieranwärter und Offizieranwärter müssen diesen Dienstgrad durchlaufen.
  • Die Beförderung zum Gefreiten ist obligatorisch und wird in der Regel nur bei groben Disziplinarverstößen verweigert. Eine Beförderung zum Gefreiten und/oder Obergefreiten ist jedoch ausgeschlossen, wenn der Soldat einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung gestellt hat und/oder das Gelöbnis verweigert und/oder eine disziplinare Ermittlung anhängig ist.
  • Die Unteroffizieranwärter/Maatanwärter tragen den Dienstgradzusatz UA/MA (z.B. „Gefreiter UA“), die Feldwebelanwärter/Bootsmannanwärter FA/BA und die Offizieranwärter OA. Der nächsthöhere Dienstgrad ist Obergefreiter.

Allerdings sind die Bezeichnungen "Maatanwärter (MA)" und "Bootsmannanwärter (BA)" keine offiziellen Bezeichnungen. Gemäß der ZDv 64/10 (Abkürzung in der Bundeswehr) und der ZDv 20/7 (Bestimmungen für die Beförderung und für die Einstellung, Übernahme und Zulassung von Soldatinnen und Soldaten) wird auch der angehende Maat als "UA" und der angehende Bootsmann als "FA" bezeichnet. Allerdings haben sich beide Bezeichnungen langsam eingeschlichen und werden nicht nur bei der Marine, sondern auch innerhalb der Bundeswehr allgemein anerkannt.

Abkürzungen

Dienstgrad Gefreiter (Marine)

(Bezeichnungen mit Anwärterzusatz nur im Schriftverkehr)

  • Gefreiter (Gefr, G)
  • Gefreiter − Unteroffizieranwärter (Gefr UA, G UA)
  • Gefreiter - Maatanwärter (Gefr MA, G MA)
  • Gefreiter − Feldwebelanwärter (Gefr FA, G FA)
  • Gefreiter - Bootsmannanwärter (Gefr BA, G BA)
  • Gefreiter − Offizieranwärter (Gefr OA, G OA)
  • Gefreiter − Sanitätsoffizieranwärter (Gefr SanOA, G SanOA)

Dienstgradabzeichen

Das Dienstgradabzeichen ist ein diagonal verlaufender Balken, vom Träger aus gesehen wie ein entgegengesetzter Schneepflug. Wegen der Ähnlichkeit des Rahmens und der damit geometrischen Form, wird dieser scherzhaft auch als „Pommes“ bezeichnet. UA/MA (Maatanwärter) tragen einen waagerechten Balken am inneren (dem Hals zugewandten) Ende. FA tragen am äußeren Ende eine altgoldfarbene Kordel, BA (Bootsmannanwärter) einen doppelten waagerechten Balken. OA tragen am äußeren Ende eine silberfarbene Kordel, bzw. bei der Marine bereits den goldenen Stern der Offiziere.


Österreichisches Bundesheer

Dienstgrad-
abzeichen eines österreichischen Gefreiten

Im Österreichischen Bundesheer zählt der Gefreite zu den Chargendienstgraden (Verwendungsgruppe M ZCh). Es besteht die Möglichkeit noch während der Grundwehrdienstzeit zum Gefreiten befördert zu werden. Grundwehrdiener, die sich als besonders engagiert erwiesen haben, können diesen Dienstgrad erhalten (meist nach dem fünften Monat, vor der Wehrdienstverkürzung war es nach dem 7 Monat). Es ist jedoch von der Kaserne abhängig, ob diese Beförderung während des Grundwehrdienstes wirklich durchgeführt wird. Generell gilt die Regel, dass eine Beförderung zum Gefreiten nur nach strengem Maßstab vorzunehmen ist, um „eine breitflächige Verbreitung [dieses] Dienstgrades hintan zu halten“.
Das Abzeichen ist ein weißes Edelweiß.

In der k.u.k. Armee war die Titulation des Gefreiten nach Truppengattungen unterschiedlich: Bei den Jägern und in der Kavallerie rangierte mit ihm der Patrouillenführer, in der Artillerie entsprach ihm der Vormeister.

Siehe auch: Dienstgrade in Österreichs Bundesheer

Schweizer Armee

In der Schweizer Armee ist der Gefreite ein Mannschaftsdienstgrad, der zur Gruppenführer-Stellvertretung befähigt. Im Gegensatz zu anderen Armeen wird ein Mannschaftsdienstgrad Soldat nicht automatisch nach einigen Monaten Dienstzeit zum Gefreiten. Den Grad erhalten Soldaten, die z. B. hohe Kompetenz im Umgang mit den anvertrauten technischen Mitteln beweisen oder andere Fähigkeiten aufweisen, die den Grad rechtfertigen. So kann es durchaus sein, dass ein Soldat bereits nach dem ersten WK (Wiederholungskurs) zum Gefreiten befördert wird. Der Gefreite erhält einen höheren Sold (6.- anstatt 5.- sFr pro Tag), das Dienstgradabzeichen zeigt zwei Schrägbalken.

In Auslandseinsätzen wird er als Private bzw. Private E-2 bezeichnet (Pte). NATO-Code: OR-2. Vor einigen Jahren wurde noch die aus der britischen Tradition stammende Bezeichnung Lance Corporal (LCpl) verwendet. Eine Verwechslung mit dem Obergefreiten der deutschen Bundeswehr ist möglich.

Historisches

In den Landsknechtsheeren des 16. Jahrhunderts wurden besonders zuverlässige und erfahrene Soldaten zu gefreyten Knechten ernannt. Sie führten die Wache auf und wurden im Gefecht an besonders kritischen Punkten eingesetzt, waren allerdings von bestimmten Diensten befreit.

preußischer Sergeantenknopf

Im 18. Jahrhundert stellten die Gefreiten das erste Glied einer Kompanie, jeder Gefreite war Führer einer Rotte (das heißt der ein bis zwei Soldaten, die in den Gliedern direkt hinter ihm standen). In der Preußischen Armee wurde der Dienstgrad ab 1807 auch für die Kavallerie eingeführt und blieb mit der Ausnahme des Obergefreiten der Fußartillerie (seit 1859) der einzige Mannschaftsdienstgrad im preußischen bzw. kaiserlichen Heer bis 1918. Äußeres Abzeichen der Gefreiten war eine verkleinerte Version des Sergeantenknopfs, der Obergefreite trug Sergeantenknopf und die Unteroffizierstroddel (in Landesfarben) an der Seitenwaffe (Reitersäbel, Bajonett). Im Soldatenjargon entstand so die Bezeichnung Knopfsoldat.

In der Kaiserlichen Marine war der Dienstgrad Gefreiter unbekannt, mit ihm rangierte indes der Obermatrose (Obersignalgast, Obersanitätsgast etc.); Abzeichen war ein gelber Winkel auf dem linken Oberärmel der dunkelblauen Oberbekleidung bzw. ein blauer Armwinkel auf der weißen Oberbekleidung (Jacke, Kielerhemd).

Mit dem Aufbau der Reichswehr ab 1919 kam es, bedingt durch längere Dienstzeiten und höhere Spezialisierung, zur Einrichtung weiterer Mannschaftsdienstgrade. Damit entstand eine informelle "Gefreitenlaufbahn": Neben dem neuen Heeresdienstgrad Obersoldat (1920, nun dem Obermatrosen gleichrangig) wurden Obergefreiter (1919, Matrosenobergefreiter) und Stabsgefreiter (1927, Matrosenstabsgefreiter) allgemein eingeführt und auch von der Wehrmacht beibehalten. (In der Marine wurden die Laufbahnbezeichnungen wie Matrosen-, Funk- und Maschinen- jeweils vorangesetzt.) Die Ernennung zum Gefreiten bzw. Matrosengefreiten war nicht zwingend vorgeschrieben. Bei Eignung erfolgte sie frühestens nach einem Jahr, die zum Obersoldaten (Oberschütze, Oberkanonier, Obersanitäter etc.) nach sechs Monaten.

Der Dienstgrad Hauptgefreiter wurde erstmals von 1935 bis 1944 in der Luftwaffe der deutschen Wehrmacht verwendet. Von 1938 bis Kriegsende 1945 er ebenfalls in der Kriegsmarine eingeführt. Im deutschen Heer kam er 1955 mit Aufstellung der Bundeswehr erneut auf.

Der Dienstgrad Stabsgefreiter, in der NVA seit 1956 (wieder) verwendet (in der Volksmarine: Stabsmatrose), wurde 1990 nach der Deutschen Wiedervereinigung auch in der Bundeswehr eingeführt.

1996 folgte die (Wieder-)Einführung des Dienstgrades Oberstabsgefreiter, der zuvor ausschließlich in der Kriegsmarine der Wehrmacht ab 1940 an der Spitze der Mannschaftshierarchie gestanden hatte.

Bis 1996, als der Grundwehrdienst auf 10 Monate verkürzt und die Beförderungszeiten im Rahmen des sog. Attraktivitätssteigerungsprogramms vorgezogen wurden, fand in der Bundeswehr die Beförderung zum Gefreiten erst nach einem halben Jahr statt. Gerade in Kampfkompanien schieden die Soldaten auch als Gefreiter d.R. aus, die Beförderung zum Ober- oder Hauptgefreiten war nicht obligatorisch. Inzwischen erfolgt i.d.R. nach drei Monaten die Beförderung zum Gefreiten und nach sechs Monaten die Beförderung zum Obergefreiten. In der Konsequenz ist die historisch herausragende Bedeutung des Gefreiten als ein mit besonderen Aufgaben betrauter Manschaftdienstgrad in der Bundeswehr auf den Hauptgefreiten und aufwärts übergegangen.


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