April 2004
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Tagesgeschehen

Donnerstag, 1. April

Freitag, 2. April

  • USA. Steve Ballmer, Chef des Softwarekonzerns Microsoft, und Scott McNealy, Mitgründer von Sun Microsystems beenden eine jahrelange Feindschaft zwischen den beiden Unternehmen. Der Hauptstreit drehte sich um die von Sun entwickelte Programmiersprache Java. Microsoft legt mit der Zahlung von 1,6 Milliarden US-Dollar alle Rechtsstreitigkeiten mit seinem Konkurrenten bei. Sun erhält 700 Millionen US-Dollar (569 Millionen Euro) zur Beilegung aller kartellrechtlichen Streitigkeiten sowie 900 Millionen Dollar für die Beilegung von Patentbeschwerden.
  • Jerusalem/Israel. Palästinensische Autonomiegebiete. Die israelische Polizei hat nach Steinwürfen auf Juden an der Klagemauer das Gelände der Al-Aksa-Moschee gestürmt.
  • Brasilien. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind 12 Menschen nach einer Attacke durch Fledermäuse an Tollwut gestorben. Die Tiere könnten aggressiver geworden sein, da ihr Lebensraum durch intensive Brandrodung bedroht ist.
  • USA heben Sanktionen gegen russische Waffenexporte auf. Die USA haben die vor mehreren Jahren gegen sechs russische Unternehmen und einen russischen Waffenexperten verhängten Sanktionen wegen Exports von Waffen und Technologie an Staaten wie Nordkorea, Irak oder Iran aufgehoben.
  • USA verschärfen die Einreisebedingungen. Künftig sollen von allen Personen, die in die USA einreisen, Fingerabdrücke genommen und Fotos gemacht werden. Auch Bundesbürger sind von dieser Maßnahme nicht ausgenommen.
  • Moskau/Russland. Am Freitag veröffentlichte das Moskauer Amt für Gesundheitswesen die Statistik der Kälteopfer dieses Winters. 300 Menschen starben zwischen Oktober und März an Erfrierungen und Unterkühlung, 900 mussten ins Krankenhaus. 6.000 Personen wurden Opfer des Glatteises.
  • Moskau/Russland. Bundeskanzler Gerhard Schröder trifft den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu Verhandlungen. Schröder befindet sich für einem kurzen Arbeitsbesuch in Moskau, der der Eröffnung des Jahres der deutschen Kultur in Russland gilt.
  • Colombo/Sri Lanka. In Sri Lanka werden Parlamentswahlen abgehalten. Die Partei der Präsidentin Chandrika Kumaratunga kann sie für sich entscheiden.

Samstag, 3. April

Sonntag, 4. April

Montag, 5. April

  • Bagdad/Irak. Der Schiiten-Aufstand im Irak eskaliert weiter. US-Kampfhubschrauber greifen das Bagdader Viertel asch-Schuala an, in dem sich der radikale Schiitenführer Muqtada as-Sadr aufhält. Am Sonntag hatten spanische Soldaten in der Pilgerstadt Nadschaf mindestens 20 Demonstranten getötet.
  • Madrid/Spanien. Unter den Toten der blutigen Razzia vom 3. April 2004, bei der fünf dringend Tatverdächtige getötet wurden, nachdem sie sich selber in die Luft gesprengt haben, befand sich auch der mutmaßliche Logistikchef der Madrider Zuganschläge, Jamal Ahmidan. Schon am Sonntag wurde der mutmaßliche Haupttäter Serhane Ben Abdelmajid unter den Toten identifiziert.
  • Stockholm/Schweden. Microsoftgründer Bill Gates soll laut dem schwedischen Wirtschaftsmagazin „Veckans Affärer“ nur noch der zweitreichste Mensch der Welt sein. Der Gründer von IKEA, Ingvar Kamprad, sei nun mit 43,5 Mrd. Euro der reichste. Sowohl Kamprad als auch IKEA dementierten diese Meldung jedoch. Außerdem gehört IKEA einer niederländischen Stiftung.
  • Indonesien. In Indonesien finden Parlamentswahlen statt. Die frühere Regierungspartei Suhartos, Golkar, erringt 128 der 550 Sitze, die PDI-P von Sukarnoputri 109.

Dienstag, 6. April

Mittwoch, 7. April

Donnerstag, 8. April

  • Irak. Schiitische Milizen entführen drei Japaner, acht Südkoreaner und zwei israelische Araber.
  • Washington (D.C.)/USA. Die US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice sagt vor der Kommission zur Untersuchung der Anschläge des 11. September 2001 aus.
  • Algerien. In Algerien finden Präsidentschaftswahlen statt. Amtsinhaber Abdelaziz Bouteflika wird mit 85,0% bestätigt.

Freitag, 9. April

  • Sofia/Bulgarien. Bei einem Giftgasanschlag in Sofia sind mindestens 49 Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Ein 51-jähriger Mann sei im Zusammenhang mit dem Anschlag auf die Zentrale der Verkehrspolizei festgenommen worden. Der Mann habe nach eigenen Angaben einen mit einem Kampfstoff gefüllten Kugelschreiber bei sich gehabt. Dieser sei aus Versehen aus seiner Jackentasche gefallen und zerbrochen. Dabei handelt es sich laut Experten um den Kampfstoff Chlorpikrin.
  • Irak. Im Irak wurden weitere sechs Ausländer als Geiseln verschleppt. Es handelte sich um vier Italiener und zwei US-Amerikaner. Eine kurzzeitig andauernde Waffenruhe in Falludscha wurde wieder beendet, der Aufstand der Schiiten ging auch an diesem Tag weiter.

Samstag, 10. April

  • Irak. Im Irak werden nun auch zwei Deutsche vermisst. Die beiden sind Mitarbeiter der GSG 9 und waren bei der Bewachung der Deutschen Botschaft eingesetzt. Unbestätigten Nachrichten zufolge soll ein Augenzeuge gesehen haben, wie das Fahrzeug der beiden von einer Rakete getroffen wurde und explodiert ist. Von offizieller Regierungsseite liegt noch keine Stellungnahme vor.
  • Süd-Sibirien/Russland. Grubenunglück im Kohlebergwerk Taidschina durch eine heftige Methan-Gasexplosion. 40 Menschen verloren dabei ihr Leben. Nach weiteren 12 Vermissten wird noch gesucht. An der Rettungsaktion sind ca. 150 Helfer beteiligt.
  • Tschetschenien. Im Südosten Tschetscheniens sind neun Leichen mit Schusswunden gefunden worden. Wie die Nachrichtenagentur RIA-Nowosti unter Berufung auf einen Vertreter des tschetschenischen Innenministeriums meldete, wurden die Leichen in einem Kanalbett des Dorfes Serdschen-Jurt entdeckt.

Sonntag, 11. April

  • Falludscha/Irak. In Falludscha sind sieben Chinesen entführt worden; die 18 bis 49 Jahre alten Männer waren mit dem Auto aus Jordanien in den Irak eingereist. Drei amerikanische Soldaten wurden bei Kämpfen um Falludscha getötet.
  • Irak. Die beiden vermissten GSG 9-Mitarbeiter sind tot, behauptet ein britischer Reporter im „Sunday Telegraph“. Auch das Auswärtige Amt ist der Ansicht, dass die Personen „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ tot sind.
  • Las Vegas/USA. In der heutigen Nacht verlor Wladimir Klitschko den Boxkampf gegen seinen Kontrahenten Lamon Brewster durch technisches K.o. am Ende der fünften Runde.

Montag, 12. April

  • Bagdad/Irak. Zwölf der ausländischen Geiseln sollen angeblich wieder auf freiem Fuß sein.
  • Madrid/Spanien. Laut Spiegel Online fordern mehr als 70% der spanischen Bevölkerung ihren Premier-Minister Zapatero auf, die spanischen Truppen unverzüglich aus dem Irak abzuziehen.
  • Berlin/Deutschland. Das Auswärtige Amt fordert alle Deutschen auf, den Irak schnellstmöglich zu verlassen.

Dienstag, 13. April

  • Tel Aviv/Israel. Der israelische Geheimdienst hat nach Medienberichten einen palästinensischen Anschlag verhindert, bei dem Verletzte mit dem HI-Virus infiziert werden sollten.
  • Los Angeles/USA. Angeblich soll der Blutzuckerspiegel Wladimir Klitschkos zum Zeitpunkt seiner Niederlage gegen Lamon Brewster um bis das Vierfache erhöht gewesen sein. Klitschko reagiert empört auf Dopingverdachte; die vollständige Analyse des Blutes wird noch erwartet.

Mittwoch, 14. April

  • Bagdad/Irak. Der Fernsehsender Al Jazeera berichtet, dass eine italienische Geisel von ihren Entführern getötet worden ist.
  • Berlin/Deutschland. Eine Sprecherin der Organisatoren teilte mit, dass die Love Parade im Jahr 2004 zumindest in Berlin nicht stattfinden wird.
  • Moskau/Russland. Russland fliegt 553 russische Staatsbürger aus dem Irak aus. Auf Grund der Entführungswelle werden auch Angehörige aus den ehemaligen Sowjetrepubliken außer Landes gebracht.
  • Pretoria/Südafrika. In Südafrika waren 20 Millionen Menschen zur dritten demokratischen Wahl seit Ende der Apartheid aufgerufen. Man rechnete mit einem Sieg der Partei Afrikanischer Nationalkongress (ANC).
  • Skopje/Mazedonien. In Mazedonien begannen heute die vorgezogenen Präsidentschaftswahlen. Vier Kandidaten standen zur Auswahl, einen eindeutigen Favoriten gab es nicht.

Donnerstag, 15. April

  • Hamburg/Deutschland. Es wird berichtet, dass der Fernsehsender al-Arabija ein von Osama bin Laden besprochenes Tonband veröffentlicht haben soll. Inhalt ist eine Art Waffenstillstands-Angebot an die europäischen Staaten. Die Deutsche Bundesregierung hat Bin Ladens „Angebot“ abgelehnt. Man wolle nicht mit Terroristen Verhandlungen führen.
  • Seoul/Südkorea. In Südkorea werden Parlamentswahlen abgehalten. Wahlsieger ist die Yeollin Uri Party, die den amtierenden Präsidenten Roh Moo-hyun unterstützt, gegen den im März ein erfolgloses Amtsenthebungsverfahren eingeleitet worden war.
  • Rotterdam/Niederlande. Bundeskanzler Gerhard Schröder trifft zu einem Staatsbesuch in den Niederlanden ein.

Freitag, 16. April

  • Ernst Welteke, Chef der Bundesbank, tritt zurück.
  • München. Max Strauß bekennt sich in seinem Prozess wegen Schädigung von Aktionären in Millionenhöhe für schuldig. Er begründet das mit einer fortschreitenden Erkrankung seinerseits. Im Anschluss wurde er zu einer Geldstrafe von 300.000 Euro verurteilt.
  • Washington, D.C./USA. Das US-Außenministerium hat alle US-Bürger eindringlich aufgefordert, Saudi-Arabien umgehend zu verlassen. Man fürchtet in dem Land Entführungen und Terroranschläge.
  • Jakarta/Indonesien. In der indonesischen Hauptstadt Jakarta soll das mit 558 Metern höchste Gebäude der Welt entstehen. Der Jakarta Tower solle ein Symbol des Stolzes werden und umgerechnet 266 Millionen Euro kosten.
  • Frankfurt am Main. Die Frankfurt Lions werden zum ersten Mal Deutscher Eishockeymeister.

Samstag, 17. April

Sonntag, 18. April

Montag, 19. April

Dienstag, 20. April

Mittwoch, 21. April

  • Frankreich. Die Republik Frankreich hat einen Imam ausgewiesen, der den Koran als Rechtfertigung für Gewalt gegen Frauen nannte.
  • Riad/Saudi-Arabien. Bei einem Bombenanschlag auf das Hauptquartier der Sicherheitskräfte in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad sind mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Eine Autobombe explodierte vor dem siebenstöckigen Gebäude im Stadtteil El Waschm.
  • Dominikanische Republik. Nach Spanien und Honduras hat auch die Dominikanische Republik den umgehenden Rückzug ihrer Truppen aus dem Irak angekündigt. 302 dominikanischen Soldaten würden in der nächsten oder übernächsten Woche wieder zurückkehren.
  • Warschau/Polen. Auch Polen denkt über den Rückzug seiner Truppen aus dem Irak nach, wie Ministerpräsident Leszek Miller am Abend sagte.
  • Eiderstedt/Schleswig-Holstein/Deutschland. Bei dem Absturz zweier Kampfjets des Typs „Tornado“ nach einem Zusammenstoß kamen zwei Piloten der Bundeswehr ums Leben, zwei weitere wurden verletzt.
  • Basra/Irak. Bei mehreren Bombenanschlägen sind in der südirakischen Stadt mindestens 55 Menschen getötet und 200 verletzt worden. Unter den Opfern sollen sich auch mehrere Schulkinder befinden.
  • Tel Aviv/Israel. Nach 18 Jahren wird der wegen Geheimnisverrats inhaftierte israelische Nukleartechniker Mordechai Vanunu freigelassen.

Donnerstag, 22. April

  • Ryongchŏn/Nordkorea. Zwei mit Treibstoff beladene Züge sind nach ersten Angaben im Bahnhof von Ryongchon 50 km südlich der Grenze zur Volksrepublik China zusammengestoßen. Die Zahl der Toten beträgt der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge 161, die der Verletzten rund 1.300. Siehe Zugunglück von Ryongchŏn.

Freitag, 23. April

  • Yaren/Nauru. Beim internationalen Flughafen kommt es zu heftigen Protesten gegen die Regierungspolitik in Bezug auf die afghanische Asylanten im australischen Internierungslager und die Einreise der Flotilla of Hope sowie gegen den „Deadlock“ des Parlaments. Den Parlamentariern David Adeang, Baron Waqa, Kieren Keke und Fabian Ribauw drohen wegen der Teilnahme bis zu 14 Jahren Haft.
  • Darfur/Sudan. In dem bürgerkriegsgeplagten Land verdichten sich nun Hinweise, dass ein Genozid, ähnlich dem von Ruanda vor 10 Jahren, droht. Der deutsche Innenminister a. D. Gerhart Baum spricht von der weltweit größten humanitären Katastrophe derzeit. Eine Million Menschen sind auf der Flucht.
  • Stuttgart/Bundesrepublik Deutschland. Der Aufsichtsrat des Automobilkonzerns DaimlerChrysler hat beschlossen, dass sich das Unternehmen nicht an der geplanten Kapitalerhöhung bei Mitsubishi Motors beteiligen will. Der Finanzvorstand Manfred Gentz hat auf einer Telefonkonferenz mitgeteilt, dass im Moment noch kein Käufer für das Aktienpaket gesucht wird.
  • Ryongchŏn/Nordkorea. Einen Tag nach dem schweren Zugunglück in Ryongchŏn hat Nordkorea das Rote Kreuz um Hilfe gebeten und Berichte über die Katastrophe damit erstmals bestätigt. Medienberichten zufolge wurden bereits 150 Tote geborgen.
  • Karlsruhe/Bundesrepublik Deutschland. Der Pforzheimer Amokläufer, der im September 2003 mit einem Samuraischwert eine Frau getötet und drei weitere verletzt hatte, ist zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Karlsruhe bescheinigte dem 24-jährigen zudem eine besondere Schwere der Schuld. Damit ist eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen.
  • Berlin/Bundesrepublik Deutschland. Gegen 9.40 Uhr explodiert im Stadtteil Spandau ein Gaslager, das sechs Millionen Kubikmeter Erdgas enthielt - den Jahresbedarf der Stadt. Eine 30 Meter hohe Stichflamme schoss in den Himmel. Bis zum Nachmittag strömte immer noch Gas aus. Die Polizei hatte das Gebiet um das Lager sowie den Luftraum darüber aufgrund der Explosionsgefahr weiträumig abgesperrt. Der Tank wurde in 800 m Tiefe angelegt um im Kalten Krieg Berlin unabhängig von russischen Gaslieferungen zu machen. Wegen des Sauerstoffmangels in der Tiefe kann der Tank nicht explodieren, sondern nur die oberirdischen Anschlüsse.

Samstag, 24. April

  • Estée Lauder, die Gründerin von der gleichnamigen Parfümfirma, ist an Herz-Lungen-Versagen in New York gestorben.
  • Nikosia/Zypern. Die Wiedervereinigung der geteilten Mittelmeerinsel ist nach getrennten Volksabstimmungen im griechischen und im türkischen Teil gescheitert. Knapp 76 Prozent der griechischen Bevölkerung lehnten den Friedensplan der Vereinten Nationen (UN) ab. Die türkische Bevölkerung stimmte hingegen mit 65 Prozent der Stimmen für den UN-Plan. Dies bedeutet, dass nur der griechische Teil Zyperns am 1. Mai in die Europäische Union (EU) aufgenommen wird, weil ein wiedervereinigtes Zypern nur bei Zustimmung auf beiden Seiten der Demarkationslinie entstanden wäre. Das Ergebnis der Abstimmung wurde besonders bei Vertretern der EU scharf kritisiert und bedauert.
  • Ryongchŏn/Nordkorea - Nach offiziellen Angaben der nordkoreanischen Behörden, die heute veröffentlicht wurden, kamen bei dem Zugunglück am 22. April 154 Menschen ums Leben. Etwa 1.300 wurden verletzt, viele von ihnen schwer.
  • Bagdad/Irak. Bei Anschlägen in Iskandarija und Bagdad starben mindestens 22 Menschen, fast ausschließlich Iraker.
  • Los Angeles/USA. Vitali Klitschko besiegt in einem harten Boxkampf um die Weltmeisterschaft der WBC (World Boxing Council) den Südafrikaner Corrie Sanders. Der Titel war nach dem Rücktritt des Weltmeisters Lennox Lewis im Sommer 2003 vakant.

Sonntag, 25. April

Heinz Fischer

Montag, 26. April

  • Berlin/Deutschland. Das Berliner Hilton-Hotel am Gendarmenmarkt ist am frühen Abend wegen einer Bombendrohung geräumt worden. Vorsorglich wurden alle Hotelgäste evakuiert. Nach einer Durchsuchung des Hotels mit Sprengstoffhunden stellte sich die Drohung als Falschalarm heraus. Bei dem Vorfall musste auch die U-Bahn-Linie U2 vorsorglich für zwei Stunden unterbrochen werden, die direkt unter dem Gendarmenmarkt verläuft.
  • Paris/Frankreich. Nach einem verbesserten Angebot und massiver Intervention der französischen Regierung hat der deutsche Pharmakonzern Aventis die Übernahme durch den kleineren französischen Rivalen Sanofi-Synthelabo angenommen.

Dienstag, 27. April

  • Brüssel/Belgien. Die europäische Kommission hat das deutsche Postgesetz, das der deutschen Post ein Monopol bis 2007 garantiert, als Verstoß gegen EU-Wettbewerbsrecht bewertet. Es geht hier speziell um das Verbot, die Briefe (Massensendungen) vorsortiert bei der Post anzuliefern, um dadurch Porto zu sparen. Dies gestattet die Post nur bestimmten Großkunden.
  • Damaskus/Syrien. In der syrischen Hauptstadt Damaskus haben sich am Dienstagabend mehrere Explosionen ereignet. Die meisten lagen offenbar in der Nähe diplomatischer Einrichtungen. Andere Meldungen berichten von Gefechten zwischen Terroristen und Sicherheitskräften.
  • Brüssel/Belgien. Der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi besucht zum ersten Mal seit 15 Jahren Europa. Er erklärte, sein Land sei entschlossen, eine führende Rolle im Einsatz für den Frieden in der Welt einzunehmen.
  • Falludscha/Irak. Am Abend haben US-Kampfflugzeuge und Artillerie die revoltierenden Iraker in der Stadt unter Beschuss genommen. Der Angriff war der erste nach dem Ablauf einer Waffenruhe-Frist, die seit dem 22. April gegolten hatte.
  • Pretoria/Südafrika. Der am 14. April wiedergewählte Thabo Mbeki wird für eine weitere Amtszeit als Staatspräsident Südafrikas vereidigt.

Mittwoch, 28. April

  • Süd-Thailand. Thailändische Sicherheitskräfte haben einen koordinierten Angriff muslimischer Separatisten auf Polizeiwachen und Posten der Zivilverteidigung im Süden des Landes zurückgeschlagen und ein Blutbad unter den Angreifern angerichtet. Mindestens 112 Menschen, darunter 107 Aufständische, wurden nach Militärangaben getötet. Bei den meisten Opfern handelt es sich um muslimische Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren.
    Bild des in Abu Ghuraib gefolterten Häftlings Satar Jabar
  • Berlin/Deutschland. Die britische Billig-Fluggesellschaft easyJet versucht mit Verbindungen von und zum Flughafen Schönefeld auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen. Beobachter rechnen mit einem harten Verdrängungswettbewerb zwischen easyJet und den bereits länger aktiven Konkurrenten wie z.B. Ryanair, Germanwings und Hapag-Lloyd Express.
  • Bukarest/Rumänien. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft verlor ein Testspiel zur Europameisterschaft 2004 in Portugal gegen Rumänien mit 1:5. Torschütze für die Auswahl von DFB-Teamchef Rudi Völler war Philipp Lahm vom VfB Stuttgart.
  • Irak. Der US-Fernsehsender CBS berichtet in seiner Sendung 60 Minutes, dass im westlich von Bagdad gelegenen Abu-Ghuraib-Gefängnis US-Soldaten irakische Gefangene gefoltert haben. Die Bilder der entsprechenden Vorfälle, auf denen zu sehen ist, wie Gefangene entwürdigenden Sexualpraktiken ausgesetzt, mit Kot beschmiert oder mit Elektroschocks bedroht wurden, während daneben lachende US-Soldaten und Soldatinnen zu sehen sind, sorgen weltweit für Entrüstung. Die US-Regierung verurteilt die Handlungen und verspricht, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden, gegen sechs Soldaten wird Anklage erhoben.

Donnerstag, 29. April

  • Berlin/Deutschland. Der Deutsche Bundestag hat das Gesetz zur Rentensteuer verabschiedet. Die Regierungskoalition von SPD und Grünen stimmte für die Gesetzesvorlage, CDU und FDP dagegen. Das Gesetz geht auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes von März 2002 zurück. Es sieht eine schrittweise Besteuerung der Renten ab 2005 bis 2040 vor. Im Gegenzug werden die Beiträge zur Altersvorsorge bis 2025 schrittweise von der Steuer befreit.
  • Falludscha/Irak. Die USA beabsichtigt ihre Truppen durch irakische Sicherheitskräfte zu ersetzen. Die Gefechte um die besetzte Stadt gehen unterdessen allerdings unverändert weiter.
  • Luxemburg: Die EU- Innenminister erreichten mit der Einigung auf eine gemeinsame Drittstaatenregelung einen Durchbruch bei der Schaffung einer einheitlichen Asylpolitik. Dies ist Voraussetzung für den im Vertrag von Amsterdam vereinbarten Übergang zu Mehrheitsentscheidungen bei Asylverfahren.
  • Mazedonien: Branko Crvenkovski gewinnt die Stichwahlen zum Amt des mazedonischen Präsidenten.

Freitag, 30. April


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