1,1,2,2-Tetrachlorethan
Strukturformel
Strukturformel von Tetrachlorethan
Allgemeines
Name 1,1,2,2-Tetrachlorethan
Andere Namen
  • Tetrachlorethan
  • Acetylentetrachlorid,
  • R130
Summenformel C2H2Cl4
CAS-Nummer 79-34-5
PubChem 6591
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit phenolartigem Geruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse 167,85 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,60 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

−42,5 °C[1]

Siedepunkt

146 °C[1]

Dampfdruck

6,4 hPa (20 °C)[1]

Löslichkeit

schlecht in Wasser (2,9 g·l−1 bei 20 °C)[1]

Brechungsindex

1,494 (20 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
06 – Giftig oder sehr giftig 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 330-310-411
EUH: keine EUH-Sätze
P: 260-​273-​280-​284-​302+350-​310Vorlage:P-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung aus RL 67/548/EWG, Anh. I [3]
Sehr giftig Umweltgefährlich
Sehr giftig Umwelt-
gefährlich
(T+) (N)
R- und S-Sätze R: 26/27-51/53
S: (1/2)-38-45-61
MAK

1 ppm; 7 mg·m−3[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

1,1,2,2-Tetrachlorethan ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der leichtflüchtigen Chlorkohlenwasserstoffe (LCKW). Sie ist isomer zu 1,1,1,2-Tetrachlorethan.

Inhaltsverzeichnis

Gewinnung und Darstellung

Tetrachlorethan kann durch zweistufige Additionsreaktion von Ethin mit Chlor (über Dichlorethen) gewonnen werden.

\mathrm{ C_2H_2 + Cl_2 \rightarrow C_2H_2Cl_2 }
\mathrm{ C_2H_2Cl_2 + Cl_2 \rightarrow C_2H_2Cl_4 }

Verwendung

1,1,2,2-Tetrachlorethan wurde früher unter der Bezeichnung R130 als Kältemittel und häufig als Lösungsmittel eingesetzt, heute jedoch nur noch als Ausgangsstoff zur Produktion von chlorierten Kohlenwasserstoffen, wie z. B. Vinylchlorid, Trichlorethylen und Perchlorethylen in geschlossenen Produktionssystemen.[4]

Sicherheitshinweise

1,1,2,2-Tetrachlorethan ist sehr giftig und wird auch über die Haut (Kontaktgift) aufgenommen. Akut reizt die Verbindung Haut und Schleimhäute und führt zu ZNS-Störungen.[5] Die chronische Einwirkung führt zu Leberschädigungen sowie zu Störungen des Magen-Darm-Trakts und des Nervensystems.[5] Weiterhin wird dem Stoff auch eine Genotoxizität nachgesagt.[6]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h Eintrag zu 1,1,2,2-Tetrachlorethan in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 18.10.2007 (JavaScript erforderlich)
  2. a b Datenblatt 1,1,2,2-Tetrachlorethan bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 5. März 2011.
  3. Eintrag zu CAS-Nr. 79-34-5 im European chemical Substances Information System ESIS
  4. http://www.inchem.org/documents/sids/sids/79345.pdf
  5. a b L. Roth, G. Rupp, M. Wißfeld: Chlorierte Kohlenwasserstoffe - Eigenschaften, Umweltrelevanz, Toxizität, Therapie, Vorschriften, Umgang, Lagerung, Entsorgung. ecomed Sicherheit 2007, ISBN 6096513002 (formal falsche ISBN).
  6. http://www.lanuv.nrw.de/veroeffentlichungen/gewgue01/gewgue01_250.pdf Bericht des LUA zur Gewässergüte der Emscher]

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