Aquino (Latium)
Aquino
Wappen
Aquino (Italien)
Aquino
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Frosinone (FR)
Koordinaten: 41° 30′ N, 13° 42′ O41.49277777777813.703611111111106Koordinaten: 41° 29′ 34″ N, 13° 42′ 13″ O
Höhe: 106 m s.l.m.
Fläche: 19 km²
Einwohner: 5.247 (31. Dez. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 276 Einw./km²
Postleitzahl: 03031
Vorwahl: 0776
ISTAT-Nummer: 060007
Demonym: Aquinati
Schutzpatron: San Tommaso und San Costanzo
Website: Aquino

Aquino ist eine Stadt mit Bischofssitz in der italienischen Provinz Frosinone in der Region Latium mit 5247 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2010). Sie liegt 118 km östlich von Rom und 43 km südöstlich von Frosinone.

Santa Maria della Libera

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Aquino liegt im fruchtbaren Tal des Liri zwischen dem Monte Cairo im Norden und den Monti Aurunci im Süden. Es liegt seit der Antike an der Via Latina, der heutigen Via Casilina (SS 6).

Die Nachbargemeinden sind Castrocielo, Piedimonte San Germano, Pignataro Interamna und Pontecorvo.

Verkehr

Aquino liegt direkt an der Autobahn A1 Autostrada del Sole (E 45), Ausfahrt Pontecorvo.

Mit dem Bahnhöfen Piedimonte-Villa San Lucia-Aquino und Aquino-Castrocielo-Pontecorvo liegt der Ort an der Bahnstrecke Rom - Neapel. Die Fahrzeit beträgt nach Frosinone etwa 40 Minuten und nach Rom knapp 2 Stunden.

Geschichte

Seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. war Aquinum ein wichtiger Ort der Volsker. Mit der Kontrolle der Römer über die Via Latina wurde Aquinum zu einem Municipium und im 1. Jahrhundert v. Chr. zur Colonia. Aquinum wurde zu einer bedeutenden Stadt mit bis zu 40.000 Einwohnern. Erhalten blieben die Porta Capuana, die heutige Porta S. Lorenzo, ebenso wie Ruinen innerhalb der Stadt: zwei Tempel, eine Basilika und ein Amphitheater[2]. Die Ausgrabungen von Aquinum liegen westlich der heutigen Stadt zwischen der Autobahn und der Via Casilina.

590 wurde Aquinum von den Langobarden zerstört und die Einwohner in die nahen Berge vertrieben. Die neue Stadt wurde weiter östlich zwischen zwei (heute trockengelegten) Seen gegründet. Bereits im 8. Jahrhundert kontrollierten die Herren von Aquino ein Gebiet zwischen Fregellae und Cassino. Die Grafen von Aquino standen in Konkurrenz mit den Äbten von Montecassino. Aquino wurde abermals 1252 von Konrad IV. zerstört. Nur die Burg der Conti d'Aquino blieb erhalten, Im 16. Jahrhundert kam Aquino durch Heirat an die Avalos und kurz darauf an die Boncompagni. 1796 kaufte Ferdinand IV. von Bourbon Aquino für das Königreich Neapel.

1861 wurde Aquino Teil des Königreichs Italien. 1927 kam es von der Provinz Terra del Lavoro zur neu gegründeten Provinz Frosinone.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001
Einwohner 2.195 2.746 3.027 3.447 3.673 3.610 5.386 5.337

Quelle: ISTAT

Politik

Antonino Grincia (PD) wurde im Mai 2003 zum Bürgermeister gewählt und im April 2008 wiedergewählt. Seine linke Bürgerliste (Uniti per Aquino) stellt auch mit 11 von 16 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat[3].

Söhne und Töchter der Stadt

Der römische Dichter Juvenal stammte vermutlich aus Aquinum, ebenso wie der Gegenkaiser des 2. Jahrhunderts Pescennius Niger.

Im Mittelalter ist Aquino – und hier vor allem die Burg Roccasecca, 8 Kilometer nördlich – als Geburtsort von Thomas von Aquin (* um 1225, † 1274) bekannt.

Der Ort war namengebend für eine hochadelige Familie langobardischer Herkunft, die die Grafschaft Acerra bei Neapel besaß. Zu den bekanntesten Mitgliedern der Familie d’Aquino gehört ein weiterer (und zeitgenössischer) Thomas von Aquin: Tommaso d’Aquino, † 15. März 1279, Graf von Acerra, der Margherita de Suevia (Margarete von Schwaben, † 1297/98) heiratete, eine uneheliche Tochter des Kaisers Friedrich II.

Literatur

  • Eliseo Grossi: Aquinum. Ricerche di topografia e di storia (= Biblioteca di geografia storica 3, ZDB-ID 1003695-7). Loescher, Rom 1907.
  • Christof Henning: Latium. Das Land um Rom. Mit Spaziergängen in der Ewigen Stadt (= Dumont-Kunst-Reiseführer). 3. aktualisierte Auflage. DuMont, Köln 2006, ISBN 3-7701-6031-2.

Quellen

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica vom 31. Dezember 2010.
  2. R. Delbrück in Röm. Mitteilungen, 1903, Seite 143
  3. Partito Democratico

Weblinks


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