Aquinum
Aquino
Aquino (Italien)
DMS
Aquino
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Frosinone (FR)
Koordinaten: 41° 30′ N, 13° 42′ O41.49277777777813.703611111111106Koordinaten: 41° 29′ 34″ N, 13° 42′ 13″ O
Höhe: 106 m s.l.m.
Fläche: 19 km²
Einwohner: 5.324 (31. August 2007)
Bevölkerungsdichte: 277 Einw./km²
Postleitzahl: 03031
Vorwahl: 0776
ISTAT-Nummer: 060007
Demonym: Aquinati
Schutzpatron: San Tommaso und San Costanzo
Website: Aquino

Aquino ist eine Stadt mit Bischofssitz in der italienischen Provinz Frosinone in der Region Latium. Sie liegt 118 km östlich von Rom und 43 km südöstlich von Frosinone.

Santa Maria della Libera

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Aquino liegt im fruchtbaren Tal des Liri zwischen dem Monte Cairo im Norden und den Monti Aurunci im Süden. Es liegt seit der Antike an der Via Latina, der heutigen Via Casilina (SS 6).

Die Nachbargemeinden sind Castrocielo, Piedimonte San Germano, Pignataro Interamna und Pontecorvo.

Verkehr

Aquino liegt direkt an der Autobahn A1 Autostrada del Sole (E 45), Ausfahrt Pontecorvo.

Mit dem Bahnhöfen Piedimonte-Villa San Lucia-Aquino und Aquino-Castrocielo-Pontecorvo liegt der Ort an der Bahnstrecke Rom - Neapel. Die Fahrzeit beträgt nach Frosinone etwa 40 Minuten und nach Rom knapp 2 Stunden.

Geschichte

Seit dem 4. Jahrhundert v.Chr. war Aquinum ein wichtiger Ort der Volsker. Mit der Kontrolle der Römer über die Via Latina wurde Aquinum zu einem Municipium und im 1. Jahrhundert v.Chr. zur Colonia. Aquinum wurde zu einer bedeutenden Stadt mit bis zu 40.000 Einwohnern. Erhalten blieben die Porta Capuana, die heutige Porta S. Lorenzo, ebenso wie Ruinen innerhalb der Stadt: zwei Tempel, eine Basilika und ein Amphitheater[1]. Die Ausgrabungen von Aquinum liegen westlich der heutigen Stadt zwischen der Autobahn und der Via Casilina.

590 wurde Aquinum von den Langobarden zerstört und die Einwohner in die nahen Berge vertrieben. Die neue Stadt wurde weiter östlich zwischen zwei (heute trockengelegten) Seen gegründet. Bereits im 8. Jahrhundert kontrollierten die Herren von Aquino ein Gebiet zwischen Fregellae und Cassino. Die Grafen von Aquino standen in Konkurrenz mit den Äbten von Montecassino. Aquino wurde abermals 1252 von Konrad IV. zerstört. Nur die Burg der Conti d'Aquino blieb erhalten, Im 16. Jahrhundert kam Aquino durch Heirat an die Avalos und kurz darauf an die Boncompagni. 1796 kaufte Ferdinand IV. von Bourbon Aquino für das Königreich Neapel.

1861 wurde Aquino Teil des Königreichs Italien. 1927 kam es von der Provinz Terra del Lavoro zur neu gegründeten Provinz Frosinone.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001
Einwohner 2.195 2.746 3.027 3.447 3.673 3.610 5.386 5.337

Quelle: ISTAT

Politik

Antonino Grincia (PD) wurde im Mai 2003 zum Bürgermeister gewählt und im April 2008 wiedergewählt. Seine linke Bürgerliste (Uniti per Aquino) stellt auch mit 11 von 16 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat[2].

Söhne und Töchter der Stadt

Der römische Dichter Juvenal stammte vermutlich aus Aquinum, ebenso wie der Gegenkaiser des 2. Jahrhunderts Pescennius Niger.

Im Mittelalter ist Aquino – und hier vor allem die Burg Roccasecca, 8 Kilometer nördlich – als Geburtsort von Thomas von Aquin (* um 1225, † 1274) bekannt.

Der Ort war namengebend für eine hochadelige Familie langobardischer Herkunft, die die Grafschaft Acerra bei Neapel besaß. Zu den bekanntesten Mitgliedern der Familie d’Aquino gehört ein weiterer (und zeitgenössischer) Thomas von Aquin: Tommaso d’Aquino, † 15. März 1279, Graf von Acerra, der Margherita de Suevia (Margarete von Schwaben, † 1297/98) heiratete, eine uneheliche Tochter des Kaisers Friedrich II.

Literatur

  • E. Grossi, Aquinum (Rom, 1907)
  • Christof Henning, DuMont Kunst-Reiseführer Latium, 2006, 3. Auflage, ISBN 3-7701-6031-2

Quellen

  1. R. Delbrück in Röm. Mitteilungen, 1903, Seite 143
  2. Partito Democratico

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • AQUINUM — Latinorum oppid. ad fines Samnitum; quod Melpha fluv. alluit. Strabo. Vulgo Aquino. Sil. Ital. 1. 8. v. 404. Commovet, atque viris ingens exhaurit Aquinum. Dicit Auctor huius Dictionarii, Aquinum Thomae Doctoris Scholastici patriam fuisse, qui… …   Hofmann J. Lexicon universale

  • Aquīnum — (a. Geogr.) Stadt der Volscer in Latium; j. Aquino, Stadt im Terra di Lavoro (Neapel), gibt einer Grafschaft den Namen. Geburtsort des Dichters Juvenal, des Kaisers Pescenninus Niger u. des Thomas Aquinas; 800 Ew …   Pierer's Universal-Lexikon

  • АКВИНУМ —    • Aquinum,          н. Aquino, город вольсков в Лации, впоследствии римская муниципия, родина Ювенала; находился в плодородной местности и знамененит был своими красильнями (там приготовлялся особый вид пурпура, color Aquinas. Horat. ер. 1,… …   Реальный словарь классических древностей

  • Aquino (Latium) — Aquino …   Deutsch Wikipedia

  • Juvenal — For other people named Juvenal, see Juvenal (disambiguation). Juvenal (Iuvenalis) Frontispiece from John Dryden, The Satires of Decimus Junius Juvenalis: And of Aulus Persius Flaccus Born 1st century …   Wikipedia

  • Aquino — Infobox CityIT img coa = Aquino Stemma.png|img coa small=yes official name = Comune di Aquino region = Lazio province = Frosinone (FR) elevation m = 106 area total km2 = 19 population as of = December 31, 2004 population total =5301 population… …   Wikipedia

  • Aquino — Saltar a navegación, búsqueda Aquino Archivo:Aquino Stemma.png Escudo …   Wikipedia Español

  • Pescennius Niger — Denarius des Pescennius Niger Gaius Pescennius Niger (* vermutlich um 135/140, angeblich in Aquinum; † im April 194 in der Nähe von Antiocheia) war römischer Gegenkaiser von Mitte April 193 bis zu seiner entscheidenden Niederlage etwa Ende März… …   Deutsch Wikipedia

  • COLONIA Trajana — et Colonia Ulp. Trai. in nummo Ulpii Traiani Aug. ab Auctore suo dicta, alias quoque Ulpia castra. Hîc legio Tricesima Ulpia Victrix, Dioni et veter. inscriptionibus ac Ptolemaeo etiam nota hiemavit, sub Constantino M. quae antea in castris… …   Hofmann J. Lexicon universale

  • Satires of Juvenal — [ Frontispiece depicting Juvenal and Persius, from a volume translated by John Dryden in 1711.] The Satires are a collection of satirical poems by the Latin author Juvenal written in the late 1st and early 2nd centuries CE.Juvenal is credited… …   Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”