Ar-Radi

ar-Rādī bi-'llāh, arabischالراضي بالله , أحمد (محمد) بن المقتدر ‎, DMG Ar-Rāḍī bi-ʾllāh, Aḥmad (Muḥammad) b. al-Muqtadir (* 907; † 940), war der zwanzigste Kalif der Abbasiden (934–940).

Abu l-Abbas Ahmad ibn al-Muktadir ar-Radi trat als Sohn von al-Muktadir die Nachfolger des Kalifen al-Qahir (932–934) an. Er gilt als letzter Kalif, der zunächst noch einigen Einfluss auf die Regierung ausübte. Dennoch dauerten die Machtkämpfe um Ämter und Pfründen am Kalifenhof in Bagdad weiter an. Die unsichere Situation wurde von vielen Statthaltern dazu genutzt, die Tribute an den Kalifen zu verweigern und ihre Unabhängigkeit zu erringen.

Die zunehmende Schwäche des Kalifats wurde auch deutlich, als eine Unterwerfung der Hamdaniden von Mossul 935 scheiterte. Im gleichen Jahr musste auch Muhammad ibn Tughdsch als Statthalter von Ägypten anerkannt werden (siehe: Ishididen).

Nachdem 936 die Unruhen unter der Bevölkerung von Bagdad sowie Truppenmeutereien zunahmen, übertrug ar-Radi dem General Ibn Raik die höchste zivile und militärische Gewalt. Zwar gelang jenem zunächst die Befriedung des Landes, doch hatte ar-Radi damit die letzten Machtmittel der Abbasiden aus der Hand gegeben. Auch konnten Kämpfe um die Kalifenwürde nicht unterbunden werden, da Ibn Raik bald von anderen Konkurrenten gestürzt wurde.

Am Ende der Regierungszeit ar-Radis wurde von den Abbasiden nur noch Bagdad und die nähere Umgebung kontrolliert. Wie bedeutungslos das Kalifenamt geworden war, wird daran erkennbar, dass erst fünf Tage nach dem Tod ar-Radis (940) mit dessen Bruder al-Muttaqi (940–944) ein neuer Kalif eingesetzt wurde und der herrschende Regent dazu nur einen Stellvertreter entsandte.


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