Ar-Rahman-Moschee (Leipzig)
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Dieser Artikel skizziert die geschichtliche Entwicklung der Religionsgemeinschaften in der Stadt Leipzig.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte der christlichen Kirchen

Die Bevölkerung der Stadt Leipzig gehörte anfangs zum Bistum Merseburg. Die Stadt war bereits ab 968 Sitz des Archidiakonats des Domdechanten des Hochstifts Merseburg.

Im 13. Jahrhundert entstanden vier Klöster: St. Paul (Dominikaner), St. Thomas (Augustiner-Chorherren), Zum Heiligen Geist (Franziskaner) und St. Georg (Zisterzienserinnen bzw. Benediktinerinnen).

Erste lutherische Predigten wurden bereits 1522 abgehalten, doch wurde die Reformation zunächst noch stark unterdrückt, durch Herzog Heinrich von Sachsen jedoch im Jahre 1539 endgültig eingeführt. Dabei wurden die Klöster aufgelöst, ihre Buchbestände zum Teil in die neuerrichtete Bibliothek der Universität überführt. Danach war Leipzig über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Zunächst gab es nur Lutheraner. Seit 1702 wurden im kurfürstlichen Amtshause auch reformierte Gottesdienste gehalten. Die sich hieraus entwickelnde Gemeinde gehört heute zur Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer (Ostfriesland). Die Lutherischen Gemeinden der Stadt gehörten zur Superintendentur Leipzig, die wohl bald nach der Reformation errichtet worden war. Heute bezeichnet man diesen Verwaltungsbezirk als Kirchenbezirk. Später gab es 2 Kirchenbezirke, die 1997 fusionierten. Somit gehören heute alle Kirchengemeinden der Stadt zum Kirchenbezirk Leipzig, der zur Region Leipzig der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens gehört. Der Kirchenbezirk umfasst auch Gemeinden außerhalb der Stadt. Innerhalb der Landeskirche gibt es auch eine Landeskirchliche Gemeinschaft.

1954 und 1997 fand der Deutsche Evangelische Kirchentag in Leipzig statt. Am 26. Evangelischen Kirchentag vom 19. bis 22. Juni 1997, der unter der Losung Auf dem Weg der Gerechtigkeit ist Leben stand, nahmen 98.000 Dauergäste teil. Veranstaltungsorte waren – neben Kirchen und Messehäusern – vor allem das neue und das alte Messegelände. Beim Schlußgottesdienst im Zentralstadion predigte der Erfurter Propst Heino Falcke. Die beiden Leipziger Kirchentage waren die bisher einzigen in einer ostdeutschen Stadt.

Seit 1697 gab es in Leipzig wieder katholische Gottesdienste. Diese wurden jedoch nur privat in der Wohnung des italienischen Operndirektors Sartorius abgehalten. 1710 stellte Kurfürst August der Starke die ehemalige Hofstube der Pleißenburg für öffentliche Gottesdienste zur Verfügung. Doch war es nichtlutherischen Bewohnern sogar bis 1831 nicht gestattet, Bürger der Stadt oder gar Ratsmitglied zu werden. Aus diesen Anfängen gründeten sich später wieder eigenständige Pfarrgemeinden. Sie gehörten wie alle Katholiken im damaligen Königreich Sachsen zum Apostolischen Vikariat mit Sitz in Dresden, das seit 1743 zuständiger Verwaltungsbezirk in der Nachfolge der in der Reformationszeit aufgelösten Bistümer war. Aus diesem Verwaltungsbezirk entstand 1921 das Bistum Meißen, seit 1980 Bistum Dresden-Meißen, das heute zur Kirchenprovinz Berlin (Erzbistum Berlin) gehört. Leipzig wurde innerhalb des Bistums Meißen bereits 1921 Sitz eines Dekanats, zu dem heute auch Pfarrgemeinden außerhalb von Leipzig gehören. Katholische Hauptkirche der Stadt ist die Propsteikirche St. Trinitatis.

Neben den beiden in Leipzig großen Kirchen gibt es auch noch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten und Brüdergemeinde), die Evangelisch-Lutherische Freikirche (ELFK), eine Elim-Gemeinde, die zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden gehört, die Evangelisch-methodistische Kirche, Freie Evangelische Gemeinden (FeG), die Heilsarmee, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK), die Siebenten-Tags-Adventisten, eine Gemeinde der Calvary Chapel und eine Gemeinde der Apostolischen Pfingstgemeinde.

Die Neuapostolische Kirche hat fünf Gemeinden in der Stadt. Die Alt-Katholische Kirche und die Anglikanische Kirche sind mit je einer Gemeinde in Leipzig vertreten.

Als weitere Religionsgemeinschaft gibt es in Leipzig die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen).

Heute gehören 80% der Bevölkerung keiner Religion an.

Orthodoxe Christen

Die ersten orthodoxen Gottesdienste fanden um 1700 im Griechenhaus, (einem Handelshof griechischer Kaufleute) statt. Später verfügte die Gemeinde Hl. Georg über eigene Räume.

Griechenhaus, Tafel am Café Pinguin

Seit 1913 befindet sich in Leipzig auch eine großes russisch-orthodoxes Gotteshaus. Die Gedächtniskirche Sankt Alexej wurde anlässlich der 100-Jahr-Feier der Völkerschlacht mit Spenden aus Russland und Deutschland in der Nähe des Völkerschlachtdenkmals errichtet. Sie untersteht der Diözese der Orthodoxen Kirche Russlands in Deutschland. In der Gemeindeliste sind ca. 300 Mitglieder verschiedener Nationalitäten eingetragen.

Geschichte der Jüdischen Gemeinde

Hauptartikel: Die alte Leipziger Synagoge

Eine erste jüdische Gemeinde existierte in Leipzig bereits im Mittelalter, bis 1441. In den folgenden Jahrhunderten war das jüdische Leben vor allem von den Messjuden geprägt, die als Kaufleute die Leipziger Messe besuchten. Seit 1710 durften sich auch Schutzjuden, die direkt dem Kurfürsten unterstanden und für diesen vor allem Geldgeschäfte abwickelten, in Leipzig niederlassen. Am Leipziger Brühl richteten jüdische Pelzhändler nach dem Siebenjährigen Krieg einen orthodoxen Gebetsraum ein. 1820 wurde eine Reformsynagoge errichtet, die allerdings nur während der Leipziger Messe in Betrieb war. 1846 wurde die heutige Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig gegründet. Am 10. September 1855 wurde die Leipziger Synagoge eingeweiht, die nach Plänen von Otto Simson gebaut worden war [1]. Die Israelitische Religionsgemeinschaft zählte mit 12.594 Angehörigen im Jahr 1925 zu der sechstgrößten Deutschlands. Mit der Gründung der Höheren Israelitischen Schule durch den Rabbiner Ephraim Carlebach erhielt Leipzig 1912 die erste jüdische Schule in Sachsen. In Leipzig waren 1929 von 794 Rauchwarenhändlern am Brühl mehr als die Hälfte jüdischer Herkunft – der Leipziger Schriftsteller und gelernte Kürschner Edgar Hilsenrath entstammt einer solchen Familie. Durch die Naziherrschaft und dessen Folgen reduzierte sich die Zahl der jüdischen Leipziger bis nach den Krieg auf etwa 200 Mitglieder. Während der DDR-Zeit schrumpfte die Zahl der Gemeindemitglieder auf 35 Menschen zusammen und wuchs erst durch den Zuzug russischer Juden nach der Wiedervereinigung auf heute wieder 1230 Menschen an. Heute gibt es in Leipzig nur noch eine von ehemals 17 Synagogen. Der Bau eines Gemeindezentrums und eines jüdischen Kindergartens ist in Planung.

Islam

In Leipzig gibt es etwa 5.000 Muslime. Die wichtigste Moschee, die Ar-Rahman-Moschee (e.V.), ist in einem umfunktionierten Wohnhaus, das auch als Kindergarten diente, untergebracht. Sie befindet sich in der Roscherstraße, ca. 500 m vom Hauptbahnhof entfernt. Imam ist der Deutsch-Syrer Hassan Dabbagh, der seit 1995 auch Leiter des Moscheevereins ist. Die islamische Gemeinde in Leipzig ist durch Konvertiten, ausländische Studenten, in dritter Generation in Deutschland lebende türkische Familien und Asylbewerber geprägt. Des Weiteren gibt es eine türkische und eine schiitische Moschee in Leipzig, die aber eine eher geringe Rolle spielen.

Vortragszyklus 1903

Buddhistische Initiativen

Schon am Ausgang des 19. Jahrhunderts gilt Leipzig als ein Zentrum von Indologie und Buddhismus. Karl Eugen Neumann hatte seine höhere Schulbildung hier erhalten und schließlich in den 1890er Jahren die bahnbrechende Übersetzung der Mittleren Sammlung hier veröffentlicht. Später war es der Indologe Karl Seidenstücker, der am 15. August 1903 in Leipzig die erste buddhistische Organisation im Deutschen Kaiserreich, den „Buddhistischen Missionsverein für Deutschland“ gegründet hat. Mit einem Vortragszyklus zwischen dem 17. Oktober 1903 und dem 26. März 1904 schrieb Seidenstücker in seiner Universitätsstadt ein neues Kapitel in der Geschichte des deutschen Buddhismus. Sein hier gegründeter Buddhistischer Missionsverlag und dessen Publikationen waren für viele Buddhismusinteressierte eine erste Informationsquelle. Ab 1933 tritt der Buddhismus in Leipzig für mehr als ein halbes Jahrhundert kaum mehr in Erscheinung. Erst seit den 1990er Jahren gibt es wieder ein stärkeres Interesse an Buddhismus. Das Zentrum des Diamantweg Buddhismus am Rabensteinplatz und das Zen-Dôjô Leipzig sind dafür ein lebender Beweis. Seit 2003 gibt es eine vietnamesisch-buddhistische Initiative in Taucha, die einen Tempel errichten will.

Literatur

  • Horst Riedel: Chronik der Stadt Leipzig. 2500 Ereignisse in Wort und Bild. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2001, ISBN 3-8313-1111-0
  • re.form Leipzig e.V. (Hrsg.): Religionen in Leipzig. Leipziger Campusverlag, Leipzig 2003, ISBN 3-937218-00-9
  • Hannelore Künzl: Islamische Stilelemente im Synagogenbau des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Verlag Peter Lang, Frankfurt am Main u.a. 1984, ISBN 3-8204-8034-X (Judentum und Umwelt, 9).
    Zur Leipzige Synagoge S. 188 .

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Hannelore Künzl: Islamische Stilelemente im Synagogenbau des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Verlag Peter Lang, Frankfurt am Main u.a. 1984, ISBN 3-8204-8034-X (Judentum und Umwelt, 9).
    Zur Leipzige Synagoge S. 188

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