Ara auricollis
Goldnackenara
Goldnackenaras (Ara auricollis), Eltern mit Jungtier

Goldnackenaras (Ara auricollis), Eltern mit Jungtier

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
Tribus: Neuweltpapageien (Arini)
Gattung: Eigentliche Aras (Ara)
Art: Goldnackenara
Wissenschaftlicher Name
Ara auricollis
(Cassin, 1853)

Der Goldnackenara (Ara auricollis) ist eine Papageienart der Gattung Eigentliche Aras (Ara). Das Artepitheton auricollis kommt aus dem Lateinischen (auri von aurum = Gold; collis = Nacken).

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Der Goldnackenara ist für einen Ara ist mit einer Körperlänge von 38 Zentimetern relativ klein. Sein Körper ist langgestreckt. Der Schwanz ist lang und dünn, die Flügel sind sehr breit. Der Vogel hat einen Höcker an der Stirn und einen sehr kräftigen, stark nach unten gebogenen Schnabel. Der Nacken ist gelb, die Schwanzoberseite hat eine dunkle Farbe, die Unterseite desselben ist gelbgrau. Die Handschwingen, die Schirmfedern und der Daumenfittich sind ebenfalls blau, jedoch etwas heller. Die Stirn und die Kehle des Goldnackenaras sind schwarz. Das gesamte Gesicht ist unbefiedert, die Gesichtshaut ist weiß bis gelbweiß. Die Füße der Jungtiere sind dunkelgrau, die der Altvögel sind fleischfarben. Die Iris des Vogels ist rot.

Lebensraum und Verbreitung

Der Goldnackenara hat ein relativ kleines Verbreitungsgebiet im zentralen Südamerika, von Südbrasilien über Nord- und Ost-Bolivien und Nord-Paraguay bis nach Nordwest-Argentinien

Wie bei fast allen Papageienarten befindet sich auch der Bestand des Goldnackenaras im starken Rückgang, da sein Verbreitungsgebiet von Landwirtschaft und Industrie stark bedroht wird. Insgesamt wird der Goldnackenara von der IUCN als „ungefährdet“ (least concern) geführt.

Verbreitungsgebiet des Goldnackenara

Die Lebensräume des Goldnackenaras stellen tropische bis subtropische Wälder entlang der Flussläufe, und offene Halbsavannen dar. Insgesamt ist der Goldnackenara sehr anpassungsfähig und wurde bis in eine Höhe von 2000 Metern beobachtet.

Lebensweise und Ernährung

Es gibt nur sehr wenige Berichte in der Fachliteratur über die Lebensweise der Goldnackenaras. Es wurden Gruppen mit über 100 Vögel beobachtet. Sie brüten im Dezember in Baumhöhlen, diese werden auch als Schlafplatz gewählt; ein Gelege umfasst zwei bis vier Eier.

Die Ernährung ist vielfältig und beinhaltet verschiedene Früchte, Sämereien, Nüsse und Beeren. Außerdem sucht der Ara regelmäßig Lehmwände, die sogenannten Lehmlecken auf, die nach neueren Forschungen nicht der Mineralaufnahme, sondern der Neutralisierung von Pflanzengiften dienen.

Nachzucht und Fortpflanzung

Bis Anfang 1970 war der Goldnackenara in Europa ein seltener Papageienvogel. Zwischen 1973 und 1979 kamen größere Importe von Wildfängen nach Europa. Die Erstzucht gelang dem Vogelpark Walsrode in Deutschland im Jahr 1976 . Die Nachzucht ist relativ unproblematisch und inzwischen schon häufig gelungen. Die Brutzeit beträgt 26 Tage, die Nestlingszeit etwa 70 Tage. Der Brutbeginn kündigt sich durch erhöhte Aggressivität und vermehrte Brutkastenbesuche an. Während der Bebrütung leisten die Männchen den Weibchen zeitweise Gesellschaft. Nach dem Schlupf verlieren die Jungen mit etwa 7 Tagen den Erstlingsflaum, mit 9 Tagen verfärbt sich der hornfarbene Schnabel schwarz.

Systematik

In der Literatur finden sich neben der Einordnung in die Gattung Ara auch die Einordnung in Propyrrhura als Propyrrhura auricollis. Er wird manchmal auch als Primolius auricollis zusammen mit dem Blaukopfara (Primolius couloni) und dem Rotrückenara (Primolius maracana) in die Gattung Kleinaras (Primolius) gestellt. Die Einordnung in Primolius ist umstritten, da deutliche Ähnlichkeiten zum Ara severa vorhanden sind. Lepperhoff verwendet diese Einordnung in seinem 2004 erschienenen Fachbuch gar nicht.

Literatur

  • Lars Lepperhoff: Aras, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-3821-2
  • Dieter Hoppe: Aras, Eugen Ulmer Verlag Stuttgart 1983, ISBN 3-8001-7081-7
  • Werner Lantermann: Aras Horst Müller-Verlag, Walsrode 1983, ISBN 3-923269-11-0

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