Arabischer Tahr
Arabischer Tahr
Stuffed Arabian Tahr.jpg

Arabischer Tahr (Hemitragus jayakari)

Systematik
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Ziegenartige (Caprinae)
Gattung: Tahre (Hemitragus)
Art: Arabischer Tahr
Wissenschaftlicher Name
Hemitragus jayakari
Thomas, 1894

Der Arabische Tahr (Hemitragus jayakari oder Arabitragus jayakari) ist eine auf der Arabischen Halbinsel lebende ziegenartige Paarhuferart.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Wie alle Tahre hat der Arabische Tahr ein ziegenähnliches Aussehen, ist jedoch mit einem Gewicht von nur rund 23 Kilogramm die kleinste Tahrart. Er hat einen stämmigen Körperbau mit kräftigen Beinen und breiten, gut zum Klettern geeigneten Hufen. Das lange, etwas zottelige Fell dieser Tiere ist rötlichbraun gefärbt, entlang des Rückens erstreckt sich ein dunkler Streifen. Die Halsregion ist mit einer Mähne bedeckt, auch die Vorderbeine können mit längeren Haarbüscheln versehen sein. Männchen und Weibchen haben nach hinten gebogene Hörner, die der Männchen sind jedoch länger und dicker.

Verbreitung und Lebensraum

Arabische Tahre bewohnen ausschließlich das Hadschar-Gebirge im Sultanat Oman und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ihr Lebensraum sind trockene, felsige Gebirgsregionen bis in 1800 Meter Seehöhe.

Lebensweise

Arabische Tahre sind dämmerungs- oder nachtaktive Tiere. Sie ernähren sich von Pflanzen, darunter Blätter, Früchte und Gräser. Im Gegensatz zu vielen anderen Bewohnern trockener Regionen sind sie auf regelmäßiges Trinken angewiesen.

Im Gegensatz zu den anderen Tahren leben diese Tiere nicht in Herden, sondern einzelgängerisch oder in kleinen Familiengruppen, die aus einem Weibchen samt Nachwuchs oder einem Männchen, einem Weibchen und einem Jungtier bestehen können. Auffällig ist auch das sonst unter Hornträgern selten entwickelte Territorialverhalten: die Reviere werden mit Urin, Drüsensekreten oder Kratzspuren markiert.

Über die Fortpflanzung ist wenig bekannt. Die Geburten können vermutlich das ganze Jahr über erfolgen, die Tragzeit beträgt 140 bis 145 Tage.

Bedrohung

Die Hauptgründe für die Bedrohung der Arabischen Tahre stellen die Konkurrenz durch verwilderte Hausziegen, die Zerstörung ihres Lebensraums und die illegale Bejagung dar. Dadurch, dass diese Tiere auf regelmäßiges Trinken angewiesen sind, fällt es Wilderern leicht, ihnen bei den wenigen Wasserquellen der Region aufzulauern. 1975 wurde ein Teil des Verbreitungsgebietes im Oman unter Schutz gestellt, die Umsetzung des Schutzes ist jedoch mangelhaft und Wilderei stellt weiterhin ein Problem dar. Nachzuchtprogramme im Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten sollen den Fortbestand der Art sichern. Die Gesamtpopulation wird auf rund 2000 Tiere geschätzt, die IUCN listet die Art als stark gefährdet (endangered). Durch das 2009 eingerichtete Wadi-Wuraya-Schutzgebiet genießen die letzten Tahre der Vereinigten Arabischen Emirate neuerdings einen besseren Schutzstatus.

Systematik

Traditionell wird der Arabische Tahr als eine der drei Arten der Gattung der Tahre (Hemitragus) geführt, die daneben noch den Himalaya- und den Nilgiri-Tahr umfasst. Nach molekulargenetischen Untersuchungen von Ropiquet und Hassanin 2005 sind die Tahre jedoch nicht sehr nahe miteinander verwandt und eine gemeinsame Gattung daher nicht aufrechtzuerhalten. Diesen Untersuchungen zufolge ist der Arabische Tahr näher mit dem Mähnenspringer verwandt, daher schlagen die Autoren vor, die Art in eine eigene Gattung, Arabitragus, zu stellen. Das ist jedoch noch nicht allgemein anerkannt.

Literatur

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999 ISBN 0-8018-5789-9
  • A. Ropiquet, A. Hassanin: Molecular evidence for the polyphyly of the genus Hemitragus (Mammalia, Bovidae). In: Molecular Phylogenetics and Evolution 2005, Nr. 36 (1), S. 154-168.

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