Arado Ar 196
Arado Ar 196
Arado Ar 196
Typ: Aufklärungsflugzeug und
U-Bootjäger
Entwurfsland: Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Hersteller: Arado
Erstflug: Mai 1937
Indienststellung: November 1938
Produktionszeit: 1938 bis 1944
Stückzahl: 541

Die Arado Ar 196 war das Standard-Bordflugzeug der deutschen Marine im Zweiten Weltkrieg. Ausgelegt als einmotoriger Tiefdecker mit zwei Schwimmern, wurde es meist per Flugzeugkatapult zu seinen Einsätzen als Aufklärungsflugzeug und U-Boot-Jäger gestartet; von Küstenbasen aus diente es als Küstenüberwachungsflugzeug.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Entwickelt wurde das Flugzeug seit 1937 als Nachfolgemodell der Heinkel He 60 und in Konkurrenz zur Focke-Wulf Fw 62.

Die unterschiedlichen Modelle der A-1- bis A-5-Reihe zeigten unterschiedliche Bewaffnung, verbesserte Funkausrüstungen und Verstärkungen der Flugzelle.

1938 wurden vier Prototypen gebaut, von denen zwei mit zwei Schwimmern und zwei mit Zentralschwimmern ausgestattet waren (W-Nr. 2589-2592). Als Nullserie waren sechs Flugzeuge bestellt, die bis Oktober 1939 ausgeliefert wurden. Ob es sich dabei nur um A-0 oder auch um B-0 handelte, ist nicht bekannt. Von der B-0 sind die W.-Nr. 2519 und 2521 bekannt, die A-01 hatte die W.-Nr. 2522. Die V5 (W.-Nr. 90) erhielt wieder einen Zentralschwimmer. Ein weiteres Versuchsmuster war die V6 (W.-Nr. 191).

Die Serienproduktion erfolgte von Juli 1939 bis März 1944 bei Arado Warnemünde (ArW), SNCASO in Saint-Nazaire (Juli 1942 bis März 1943) und Fokker in den Niederlanden (August 1943 bis August 1944). Im Oktober wurden noch drei Lieferungen gemeldet, wobei es sich aber um zerstörte oder im Bau verschrottete Flugzeuge, die trotzdem bezahlt wurden, gehandelt haben kann.[1]

Bauzahlen der Ar 196 bis 31. Oktober 1944:

Version ArW SNCASO Fokker SUMME Bauzeit
Prototypen 4     4 1938
Nullserie 6     6 ? bis Oktober 1939
A-1 20     20 Juli bis Oktober 1939
A-2 100     100 Oktober 1939 bis September 1940
A-3 80     80 Oktober 1940 bis September 1941
A-4 15     15 Oktober/November 1940
A-5 228 21 66 315 Oktober 1941 bis August 1944
SUMME 443 21 66 540

Durch zwei Einsätze wurde das Muster bekannt: einmal als Bordflugzeug des Panzerschiffs Admiral Graf Spee und einmal als das Flugzeug, das das britische U-Boot HMS Seal aufbrachte.

Erhaltene Flugzeuge

Im bulgarischen Luftfahrtmuseum in der Nähe des Flughafens Plowdiw ist eine erhalten gebliebene Ar 196A-3, W.Nr.0219, ausgestellt, die während des Zweiten Weltkriegs von der bulgarischen Marine eingesetzt wurde.

1994 wurde eine Ar 196, die vermutlich beim Untergang des schweren Kreuzers Blücher 1940 an Deck stand, aus dem Oslofjord geborgen. Die Maschine wurde in das Luftfahrtmuseum von Stavanger gebracht.

Eine weitere Ar 196 mit der Werknr. 1006, die von der SNCASO in St. Nazaire 1942 gebaut wurde, liegt seit dem 19. August 1947 vor der schwedischen Stadt Karlskrona im Meer.[2][3]

Einsatzländer

Arado Ar 196 wird verladen, Norwegen 1942
zerstörtes Bordflugzeug auf der Admiral Graf Spee
Katapult-Test der USA auf der Prinz Eugen nach dem Krieg
Produktionsstraße der Ar 196

BulgarienBulgarien Bulgarien

  • Luftwaffe (Военновъздушни сили)

Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich

NorwegenNorwegen Norwegen

FinnlandFinnland Finnland

  • Luftwaffe (Suomen ilmavoimat)

RumänienRumänien Rumänien

  • Luftwaffe (Forţele Aeriene Române)

Technische Daten

Kenngröße Daten (Arado Ar 196 A-3)
Besatzung 1 Pilot und 1 Beobachter / Navigator / Bordschütze
Länge 11,00 m
Spannweite 12,47 m
Höhe 4,42 m
Flügelfläche 28,40 m²
Flügelstreckung 5,5
Steigleistung 5 m/s
Leermasse 2.990 kg
max. Startmasse 3.730 kg
Flügel Flächenbelastung 105 kg/m²
Marschgeschwindigkeit 253 km/h
Höchstgeschwindigkeit 310 km/h bei 4.000 m Höhe
Dienstgipfelhöhe 7.020 m
Reichweite 1.072 km
max. Flugdauer 4 h 20 min
Triebwerk 1 × BMW-132K-Sternmotor mit 960 PS (706 kW)
Bewaffnung 2 × 20-mm-MG FF in den Tragflächen
1 × 7,92-mm-MG 17 in der Nase
1 × bewegliches 7,92-mm-MG 15 im Beobachterstand
2 × 50-kg-Bomben unter den Tragflächen

Andere Modelle und Änderungen

  • V3 bis V5: Prototypen mit einem Zentralschwimmer und zwei kleineren Stützschwimmern
  • A-2: neuer Propeller; zwei 50-kg-Bomben, keine Rohrwaffen
  • A-4: Verbesserung der Tauglichkeit bei rauher See
  • A-5: zwei MG 81 (Zwillingslafette) im Beobachterstand

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Bilder der Ar 196 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bundesarchiv/Militärarchiv Freiburg, Produktionsprogramme RL 3
  2. Jan Forsgren: Eine etwas andere Arado Ar 196. In: Flugzeug Classic. Nr. 11, 2009, ISSN 1617-0725, S. 24–27.
  3. Jan Forsgren: Eine etwas andere Arado Ar 196. flugzeugclassic.de, abgerufen am 21. Oktober 2009: „In den sieben Jahren nach Abnahme durch die Luftwaffe 1942 ging eine Ar 196 durch die Hände von nicht weniger als drei Luftwaffen, vier Firmen und sogar eines Geheimagenten des britischen MI6. Sie liegt seit Jahrzehnten im Meer und könnte vielleicht bald gehoben werden“

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