Arakis
Dieser Artikel befasst sich mit dem Romanzyklus Dune (dt. Der Wüstenplanet). Für weitere Artikel zum Stichwort Dune, siehe Dune (Begriffsklärung).
Endlose Wüste - Dune

Dune (deutscher Titel Der Wüstenplanet) ist der Titel der ersten Folge einer Reihe von Science-Fiction-Romanen von Frank Herbert, und zugleich einer der Namen des Planeten Arrakis, auf dem der größte Teil der Handlung spielt. Dune gewann 1965 als erster Roman den Nebula Award und ein Jahr später den Hugo Award, jeweils in der Kategorie Bester Roman. Bis heute wurde das Buch über zwölf Millionen Mal verkauft.

Der ursprüngliche Wüstenplanet-Zyklus von Frank Herbert wurde nach dessen Tod um bislang zwei zeitlich früher angesiedelte Romanserien sowie einen nachfolgenden Zyklus erweitert: Die Frühen Chroniken, die einen direkten Vorspann bilden, sowie die ca. 10.000 Jahre vor den „Frühen Chroniken“ angesiedelten Legenden. Zeitlich nach dem letzten, noch von Herbert selbst geschriebenen Roman sind Die Jäger des Wüstenplaneten (Hunters of Dune) und Die Erlöser des Wüstenplaneten (Sandworms of Dune) angesiedelt, die die Geschichte nach unvollendeten Manuskripten des Autors fortführt. Autoren dieser neuen Serien sind Frank Herberts Sohn Brian Herbert und Kevin J. Anderson.

Inhaltsverzeichnis

Die Welt von Dune

Dune spielt in einer fernen Zukunft in der Milchstraße. Durch die Möglichkeit, mit Hilfe der Navigatoren große Entfernungen in kurzer Zeit zurückzulegen, ist die Handlung nicht auf den Wüstenplaneten beschränkt.

Die weiteren Planeten, die handelnden Figuren und die wichtigsten Begriffe sind in Sammelartikeln beschrieben:

Die Wüstenplanet-Chronologie

Die chronologische Reihenfolge der Romane ist

  1. Der Wüstenplanet – Die Legenden
    1. Legends of Dune: The Butlerian Jihad (dt. Der Wüstenplanet – Die Legenden 1: Butlers Djihad, 2002)
    2. Legends of Dune: The Machine Crusade (dt. Der Wüstenplanet – Die Legenden 2: Der Kreuzzug, 2003)
    3. Legends of Dune: The Battle of Corrin (dt. Der Wüstenplanet – Die Legenden 3: Die Schlacht von Corrin, 2004)
  2. Der Wüstenplanet – Die Frühen Chroniken
    1. Prelude to Dune: House Atreides (dt. Der Wüstenplanet – Die frühen Chroniken 1: Das Haus Atreides, 1999)
    2. Prelude to Dune: House Harkonnen (dt. Der Wüstenplanet – Die frühen Chroniken 2: Das Haus Harkonnen, 2000)
    3. Prelude to Dune: House Corrino (dt. Der Wüstenplanet – Die frühen Chroniken 3: Das Haus Corrino, 2001)
  3. Der Wüstenplanet (Original-Zyklus von Frank Herbert)
    1. Dune (dt. Der Wüstenplanet, 1965)
    2. Dune Messiah (dt. Der Herr des Wüstenplaneten, 1969)
    3. Children of Dune (dt. Die Kinder des Wüstenplaneten, 1976)
    4. God Emperor of Dune (dt. Der Gottkaiser des Wüstenplaneten, 1981)
    5. Heretics of Dune (dt. Die Ketzer des Wüstenplaneten, 1984)
    6. Chapterhouse Dune (dt. Die Ordensburg des Wüstenplaneten, 1985)
    7. Hunters of Dune (dt. Jäger des Wüstenplaneten, 2007) von Brian Herbert und Kevin J. Anderson
    8. Sandworms of Dune (dt. Die Erlöser des Wüstenplaneten, 2007) von Brian Herbert und Kevin J. Anderson

„Legenden des Wüstenplaneten“ und „Die frühen Chroniken“

Die Legenden von Brian Herbert und Kevin J. Anderson gehen zu den Anfängen des Dune-Universums zurück und versuchen, die Macht- und Gesellschaftsstrukturen zu begründen.

Die frühen Chroniken bilden zusammen einen Handlungsbogen und erzählen die unmittelbare Vorgeschichte zum ersten Roman Der Wüstenplanet. Fans der Serie bemängeln oft schwankende Qualität dieser Bücher und diese seien bei weitem nicht mit den Originalen zu vergleichen. Dies könne einerseits der Intention selbst geschuldet sein, aber auch damit zusammenhängen, dass Anderson ein reiner Sci-Fi-Autor ist.

Original-Trilogien

Die ersten drei Bände hängen zeitlich und in den Hauptpersonen eng zusammen, siehe Dune – die erste Trilogie. Der vierte Band ist einige Tausend Jahre in die Zukunft gesetzt, und die beiden letzten Bände bilden wiederum ein eng aufeinander abgestimmtes Paar. Ein siebter Band sollte die mit Heretics und Chapterhouse begonnene zweite Trilogie abschließen, Herberts Tod verhinderte dies.

Vervollständigung des Dune-Zyklus (Dune 7 & 8)

Kevin J. Anderson und Herberts Sohn Brian Herbert haben inzwischen zwei neue Bücher (Hunters of Dune und Sandworms of Dune) veröffentlicht. Diese basieren auf Frank Herberts Notizen zum siebten Buch und schließen die Wüstenplaneten-Saga damit ab. Hunters of Dune erschien am 22. August 2006 in den USA. Die Erstveröffentlichung der deutschen Übersetzung (Die Jäger des Wüstenplaneten) ist im Juni 2007 erschienen. Sandworms of Dune erschien im September 2007, die deutsche Übersetzung dieses Titels (Die Erlöser des Wüstenplaneten) ist im Juni 2008 veröffentlicht worden.

„Heroes of Dune“

Brian Herbert und Kevin J. Anderson haben inzwischen eine weitere Reihe im Dune-Universum mit dem Titel Heroes of Dune bestätigt, die verschiedene Zeiträume zwischen den bereits erschienenen Büchern aufgreift. Der erste Band Paul of Dune schildert Ereignisse aus den jungen Jahre von Paul Atreides, während ein anderer sich mit den Jahren zwischen Der Wüstenplanet und Der Herr des Wüstenplaneten befassen wird und einen Einblick in die Entstehung von Irulans Geschichten liefert.

„Träume vom Wüstenplaneten“

Kevin J. Anderson und Brian Herbert haben aus dem Nachlass von Frank Herbert mehrere Geschichten zu dem Buch „Träume vom Wüstenplaneten“ (ISBN 978-3-453-52331-9) zusammengetragen. Es enthält unter anderem Kurzgeschichten rund um Dune, Anekdoten und auch eine sehr kurze frühe Fassung vom Band eins des Wüstenplanenten. Die Veröffentlichung in Deutschland ist für den Oktober 2009 geplant.

Inhalt

Lückenhaft In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Inhaltsübersicht der Legenden/frühen Chroniken

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Erster Zyklus

Siehe auch: Artikel zur ersten Trilogie

Die ersten drei Romane (erster Zyklus) der Originalreihe sind eine als Gesamtwerk konzipierte Einheit. Zeitlich ist die Handlung der Romane in einer unbestimmten fernen Zukunft angesiedelt. „Bezugszeitpunkt“ ist die offizielle Gründung der Raumfahrergilde, die Handlung beginnt im Jahr 10190 n. G. (= nach Gilde).

Die Menschheit lebt in einem feudalen Imperium unter einem Kaiser (Padishah-Imperator) und lokalen (d. h. planetarischen) Fürsten auf einer Vielzahl von Planeten. Die Navigatoren der Raumfahrergilde stellen die schnelle und einzige Verbindung zwischen den Welten des Imperiums sicher. Daneben bilden die Techniker vom Planeten Ix (sprich: i-x) und der ausschließlich von Frauen gebildete Orden der Bene Gesserit wichtige Machtgruppen. Denkende Maschinen (Computer und Cyborgs) wurden vor langer Zeit in einem Krieg vernichtet (Butlers Dschihad) und dürfen seitdem nicht mehr eingesetzt werden. An ihre Stelle treten Menschen, die zu mathematischen Höchstleistungen konditioniert werden, sogenannte Mentaten.

Die Dune-Saga entfaltet sich in dem Konflikt zweier Fürstenhäuser, Atreides (gesprochen: A-tre-i-des, nach dem legendären griechischen Ahnherrn Atreus) und Harkonnen, um die Herrschaft über den Wüstenplaneten (Arrakis, von den einheimischen Fremen Dune genannt). Dieser ist aufgrund der nur dort zu findenden Droge „Melange“ (zu deutsch Mischung), auch bezeichnet als Spice (deutsch Gewürz), von herausragender Bedeutung: nur die „Melange“ ermöglicht den Navigatoren der Raumschiffe, die Verbindung zwischen weit entfernten Welten herzustellen, indem sie durch ihre hellseherischen Fähigkeiten die überlichtschnellen Schiffe sicher durch den Hyperraum steuern. Dabei „krümmen“ die Navigatoren den Raum. Ohne „Melange“ käme somit die interstellare Raumfahrt zum Erliegen und das Imperium würde in einzelne unabhängige Sternensysteme auseinanderfallen. Daneben hat „Melange“ bewusstseinsverändernde und das Altern verlangsamende Eigenschaften und kann entsprechend der Dosierung zu leichten bis erheblichen Suchterscheinungen führen. Aus diesen Gründen ist die Herrschaft über den Wüstenplaneten von entscheidender Bedeutung. Der Romanzyklus beginnt mit der Übergabe des Wüstenplaneten als Lehen durch den Kaiser vom Haus Harkonnen an das Haus Atreides.

Gottkaiser

Siehe auch: Der Gottkaiser des Wüstenplaneten

Der vierte Roman der Serie spielt 3500 Jahre nach der Regierungsübernahme von Leto II., dem Sohn von Paul Atreides (Muad'Dib). Der Leser erfährt, dass Leto die Symbiose mit dem Sandwurm eingegangen ist, da nach seiner Vision die Menschheit sonst untergegangen wäre.

Ein wichtiges Motiv dieses Romans ist die Bedeutung der Religion. Leto erscheint gottgleich, allwissend, kennt Vergangenheit wie Zukunft und wird von einer fanatischen Kirche verehrt. Sein Körper ist grotesk ins Wurmähnliche verändert, nur sein Gesicht blieb das eines Menschen. Ohne, dass es den Beteiligten klar wird, plant Leto seinen eigenen Tod, um die von ihm in Fesseln gelegte Menschheit wieder freizusetzen. Dieses Motiv eines sich für die Menschheit opfernden Gottes, ist aus verschiedenen Religionen bekannt. Auch geht Herbert der Frage nach: Wir glauben an Gott - an was glaubt Gott?

Der Roman endet, als Menschen, die genetisch bedingt außerhalb der Vision Letos stehen (Siona Atreides und Duncan Idahos Nachkommen), in die unbesiedelten Weiten des Universums aufbrechen und die Menschheit in die „Unendlichkeit“ verstreuen. Die Diaspora beginnt. Letos Plan, die Menschheit zu bewahren, gelingt einfach dadurch, dass sich diese auf zu viele Planeten verteilt, um ausgerottet zu werden.

Zweiter Zyklus

Siehe auch: Dune – die zweite Trilogie

Der fünfte und sechste Roman der Originalreihe bilden wiederum eine Einheit. Den geplanten Abschlussband konnte Frank Herbert nicht mehr vollenden.

Die Romane sind weitere 1.500 Jahre in die Zukunft gesetzt. Die Menschheit hat technische, biologische und psychologische Fortschritte gemacht, doch die zentrale Frage der vorigen Romane, das Überleben der Menschheit und die Frage, was es ausmacht, Mensch zu sein, kehrt wieder.

Das Universum wird nicht mehr von einem Kaiser regiert; unabhängige Gruppen (Bene Gesserit, Bene Tleilax, Geehrte Matres) ringen um die Vormacht, als die Rückkehr anderer Machtgruppen aus der Verstreuung das Gleichgewicht stört. Die Übermacht dieser Gruppen droht das Ende der Menschheit, einschließlich der Rückkehrer, einzuleiten. Beide Romane verfolgen die Anstrengungen der Bene Gesserit, in deren Rängen viele Nachkommen der Atreides sind, den Untergang abzuwenden.

Verknüpfungen

Stil

Über weite Strecken sind die Romane von mystischen und philosophischen Reflexionen in Form von Dialogen oder inneren Monologen der Hauptfiguren geprägt. Auch sollte man diese Reihe eher als Philosophiestudien in eine gut durchdachte Sci-Fi-Story verpackt betrachten. Auffallend im ersten Zyklus ist der häufige Gebrauch von Worten aus dem arabischen Sprachraum und Beschreibungen von religiösen Tendenzen, die eher dem Islam als dem Christentum zuzuordnen sind.[1] Beim Gottkaiser des Wüstenplaneten gibt es starke Parallelen zum Christentum und im zweiten Zyklus gibt es große Teile, die auf das Judentum hindeuten.

Ob Frank Herbert bei der Namensfindung des Muad'Dib von den Schriftrollen von Qumran beeinflusst wurde, bleibt dahingestellt. Die bekannten Schriftrollen vom Toten Meer, die u.a. liturgische Schriften und Inventarlisten, davon den größten Teil der bekannten Biblischen Schriften des Alten Testaments beinhalten, und aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. datieren, wurden 1947 von einem Beduinenhirten namens „Muhammad adh-Dhib“ gefunden. Quelle: „Verschlusssache Jesus – Die Wahrheit über das Christentum“ von Michael Baigent und Richard Leigh

Bezüge zum übrigen Werk Frank Herberts

Motive der Dune-Romane finden sich in einigen im gleichen Zeitraum entstandenen kürzeren Romanen und Erzählungen Frank Herberts. Hier sind insbesondere Der Drache in der See (The Dragon in the Sea), Die Augen Heisenbergs (The Eyes of Heisenberg), Die Leute von Santaroga (The Santaroga Barrier) und Die Riten der Götter (The Godmakers) zu nennen.

Wiederkehrende Themen sind bewusstseinsverändernde Drogen (Die Leute von Santaroga) oder Fähigkeiten (Die Riten der Götter), die Frage nach einer stabilen Regierungsform (Die Augen Heisenbergs), genetische Manipulation oder die Züchtung von Übermenschen (Die Riten der Götter, Die Augen Heisenbergs) sowie eine von Frauen geleitete Geheimgesellschaft, die die Regierungsübernahme anstrebt (Die Riten der Götter). Jene Romane lassen sich als literarische Versuche deuten, in denen Frank Herbert seine Ideen entwickelte, bevor sie in sein Hauptwerk einflossen.

Rezeption

Dune gilt seit seinem Erscheinen als einer der besten SF-Romane aller Zeiten und genießt seitdem einen Kultstatus. Das hat mehrere Gründe. Herbert durchbrach das damals übliche Schema des Genres, das sich auf aktionsreiche Abenteuer, gespickt mit mehr oder weniger fantasievollen Schilderungen naturwissenschaftlich begründeter Phänomene, stützte. Stattdessen beschrieb er ein ganzes zivilisatorisches Universum bis in kleinste Details des täglichen Lebens, indem er globale Ereignisse und Entwicklungen seiner Zeit in eine ferne Zukunft extrapolierte. Vor dem Hintergrund des Widerspruchs zwischen Ökonomie und Ökologie als Leitmotiv entwarf er das Modell einer posttechnologischen Feudalgesellschaft mit stark mystifizierenden Elementen.

Die gesellschaftlich relevanten Themen seiner Zeit spiegeln sich direkt oder als Metaphern im Roman wieder: den wachsenden Einsatz der EDV (Große Revolte), die Abhängigkeit vom Erdöl und Erfahrungen mit bewusstseinsverändernden Drogen (beides in Gestalt des „Gewürzes“), die feministische Bewegung (Bene Gesserit), Fragen der Ökologie (Leben unter Wüstenbedingungen, Option der Begrünung von Arrakis), die Bedrohung durch Atomwaffen u.a. Die schnelle wissenschaftlich-technische Entwicklung, besonders der elektronischen Rechentechnik, rief irrationale Ängste vor der Machtübernahme durch Maschinen und Computer hervor. Damit einher gingen die umfassende Verschiebung und das Wegbrechen traditioneller Werte und religiöser Grundlagen. Vor dem Hintergrund der permanenten Drohung einer globalen Vernichtung durch die Atomwaffen des Kalten Krieges suchte die Jugendkultur Alternativen in östlichen Philosophien und Heilslehren, begleitet vom Konsum psychogener Drogen. Man begann, die ökologischen Auswirkungen der raschen und extensiven Industrialisierung zu hinterfragen. Feminismus, Gleichberechtigung und die neu zu definierende Rolle der Frau wurden zu heftig diskutierten Themen. Nicht zuletzt finden die tiefgreifenden philosophischen Grundsatzfragen, die der Quantentheorie innewohnen, ihren Widerhall. Allerdings weisen die Romane in der Konsequenz nicht über sich selbst hinaus.

Es ist leicht nachvollziehbar, dass ein mit solchen Zutaten gespickter Zukunftsroman schnell zum Kultbuch der revoltierenden Jugend in den späten Sechzigern avancierte.

Frank Herbert war vor dem Verfassen der ersten drei Dune-Bücher an Fragen der Wüstenbildung und Ökologie interessiert, und versuchte gleichzeitig, die Abhängigkeit der Menschheit vom Erdöl literarisch (in Form von Melange) zu fassen.

Die Vermischung ökonomischer und religiöser Faktoren auf dem Wüstenplaneten hat viele Parallelen mit der Situation im Nahen Osten.

Verarbeitungen

Verfilmungen

Die Romane wurden bereits mehrfach fürs Kino und Fernsehen adaptiert. Mehrere Regisseure versuchten sich mit mäßigem Erfolg an der filmischen Umsetzung des Stoffes, aber bisher scheiterten alle an dessen komplexen und vielfältigen Handlungssträngen. Allgemein wird David Lynchs Erstverfilmung immer noch als beste, aber dem Anspruch des Romans auch nicht gerecht werdende Version angesehen, zumal aus kommerziellen Erwägungen der Produzenten große Teile des ursprünglichen Materials dem Schnitt zum Opfer fielen. Die DVD der 180 Min. Fernsehversion beinhaltet noch das meiste des ursprünglichen Materials, ist aber nicht von Lynch gutgeheißen worden.

Schon in den frühen 1970er Jahren verhandelte der Produzent Arthur P. Jacobs („Planet der Affen“) mit Frank Herbert über die Verfilmungsrechte. Beflügelt von seinem Erfolg mit dem ersten „Planet der Affen“- Filme suchte er nach weiteren lohnenden Science-Fiction-Motiven. Als Regisseure waren David Lean („Lawrence von Arabien“) und Franklin J. Schaffner („Planet der Affen“/„Papillon“) im Gespräch. Am Drehbuch arbeiteten unter anderem Robert Bolt („Papillon“). Mit dem Tod von Arthur P. Jacobs im Jahre 1973 wurde das Projekt gestoppt und die Option auf die Verfilmungsrechte verfiel.

Der französische Autor/Verleger/Produzent Michel Seydoux erwarb daraufhin die Verfilmungsrechte und erarbeitete mit dem Kult-Regisseur und Autor Alejandro Jodorowsky („El Topo“/„Montana Sacra“) ein detailliertes Storyboard/Drehbuch, welches er vielen Produktionsfirmen in Hollywood anbot. Doch diese scheuten die Investition in die sehr experimentelle Adaption, trotz der illustren Darsteller-Riege, die schon vorab von Seydoux/Jodorowsky für das psychedelische Film-Projekt begeistert worden waren: David Carradine als Herzog Leto, Charlotte Rampling als Lady Jessica, Orson Welles als Baron Harkonnen, Gloria Swanson als Gaius Helen Mohiam und Salvador Dali als Padishah-Imperator.

Für Jodorowsky, der seit Mitte der 1970er-Jahre vergeblich an einer Verfilmung arbeitete, schuf der Schweizer Künstler H. R. Giger im Februar 1976 einige Gestaltungsstudien, die dann aber nicht übernommen wurden. Veröffentlicht wurden diese in seinem Buch „Necronomicon“ (ISBN 3-85591-019-7). Jodorowsky plante sogar, Salvador Dali für eine 100.000 Dollar Stundengage in seinem Dune-Projekt auftreten zu lassen. Giger beschäftigte sich in den wenigen fertiggestellten Zeichnungen mit dem Planeten der „Harkonen“.

Für Jodorowsky schuf 1975 auch der US-amerikanische Künstler Chris Foss einige Gestaltungsentwürfe, die im Buch 21st Century Foss (ISBN 90-6332-571-1) mit einem Vorwort von Jodorowsky veröffentlicht wurden. Foss zeichnete überwiegend Raumschiffentwürfe für das Projekt.

Nachdem sich die Geldgeber aus der Dune-Verfilmung von Jodorowsky zurückzogen, arbeitete ein Teil des Teams anschließend an Alien: Dan O'Bannon (sollte bei Dune die Spezialeffekte leiten), Moebius (arbeitete an Figurenentwürfen und Storyboards), H.R. Giger und auch Chris Foss.

Filmische Verarbeitungen des Themas werden in folgenden Artikeln beschrieben:

Im März 2008 hat das Filmstudio Paramount Pictures für 2010 eine weitere Adaption des Stoffes angekündigt. [2]
Die Regie für die geplante Neuverfilmung wird voraussichtlich Peter Berg übernehmen. Als Drehbuchautor wurde Jungautor Joshua Zetumer verpflichtet.

Hörspiel

Ein deutsches Hörspiel ist nicht bekannt, jedoch gibt es das Buch in einer Kurzfassung als Hörbuch. 2008 ist eine ungekürzte Hörbuchfassung bei Lübbe Audio erschienen. Mit dabei: Jürgen Prochnow, Marianne Rosenberg, Simon Jäger.

Im Englischen wurde nicht nur der komplette Original-Zyklus von Frank Herbert verarbeitet sondern auch die später erschienen Werke.

Parodie: Der wüste Planet

Das englische Original, National Lampoon’s Doon, wurde 1984 veröffentlicht. Franz und Herbert – Der wüste Planet – Die Parodie von Ellis Weiner erschien 1985 in Deutschland.

Musik

Die britische Heavy-Metal-Band Iron Maiden verarbeitete den Dune-Stoff in dem Song To Tame A Land, erschienen 1983 auf dem Album Piece of Mind. Der Song sollte ursprünglich auch Dune heißen – als Bassist und Bandleader Steve Harris jedoch diesbezüglich Frank Herbert um Erlaubnis ersuchte und darum bat, ein gesprochenes Zitat als Intro verwenden zu dürfen, wies dessen Agent ihn schroff zurück: „Nein. Weil Frank Herbert keine Rockbands mag, schon gar keine Heavyrockbands, und erst recht keine Rockbands wie Iron Maiden.“ Dieser Erklärung wurde noch durch eine Strafandrohung Nachdruck verliehen, woraufhin Iron Maiden den Song umbenannten.

Die US-amerikanische Metalcore-Band Shai Hulud ist nach den gleichnamigen Sandwürmern des Wüstenplaneten benannt.

Die deutsche Death Metal Band Golem veröffentlichte 1999 ihr Konzeptalbum „The 2nd Moon“, welches sich textlich mit der Dune-Thematik beschäftigte und verarbeitete beim Song „God Emperor“ das musikalische Thema der Toto-Titelmelodie.

Auch die deutsche Heavy-Metal-Band Blind Guardian veröffentlichte 1991 auf ihrem Album Tales From The Twilight World einen Track, der die Dune-Thematik verwendet, Traveller In Time.

Der deutsche Hip-Hop-Künstler Thomas D. verarbeitete das Dune-Thema im mit seiner Band Die Fantastischen Vier aufgenommenen Stück „Der Krieger“. In diesem Lied sind einige Teile des Tonmaterials des Filmes „Dune - Der Wüstenplanet“ gesampelt und auch die Thematik des „Erwachenden“ eingeflochten. Außerdem findet sich im Song „Millionen Legionen“ die Wendung „Surfer des Sandwurms“.

Das israelische Goa-Projekt Astral Projection hat einige Samples des Tonmaterials aus dem Film „Dune - Der Wüstenplanet“ in seinem Stück „Dancing Galaxy“ verarbeitet. Von dem Song gibt es auch eine Ambient-Version mit dem Titel „Ambient Galaxy“ auf dem Album „Dancing Galaxy“

Der niederländische Musiker Arjen Lucassen griff das Thema mit seinem Projekt Star One in dem Stück „Sandrider“ auf.

Die österreichische Prog Power Metal Band Serenity ließ sich von Dune zu dem Song „Canopus“ inspirieren.

Der deutsche Produzent Oliver Froning gründete zusammen mit den Produzenten Jens Oettrich und Bernd Burhoff das Dance Projekt Dune. Auf dem 1995 veröffentlichtem Album Dune befindet sich der Titel „The Spice“, welcher sich mit der auf Arrakis vorkommenden Droge Spice beschäftigt. Das Album „Expedition“ nimmt sowohl vom Artwork als auch in Einleitung und Samples Bezug auf den Wüstenplaneten.

Der britische Musiker Norman Cook (alias Fatboy Slim) verwendet in seinem Lied „Weapon of Choice“ ein Dune-Zitat („If You Walk Without Rhythm, You Won't Attract the Worm“).

Klaus Schulze produzierte ein Werk namens 'Dune' zu Ehren von Frank Herbert, außerdem ist dem Autor ein Stück auf dem Werk 'X' gewidmet.

Am 16. Februar 2007 veröffentlicht die Industrial-Black-Metal-Band Red Harvest das Album "A Greater Darkness". Der achte Titel "Warthemes" verarbeitet den "Main title" aus der Verfilmung von 1984.

Comic

1984 erschien beim amerikanischen Marvel-Verlag der Sonderband „Marvel Super Special 36“ in dem David Lynchs Film als Comic adaptiert wurde. Im darauffolgenden Jahr erschien der Comic nochmal als 3-teilige Mini-Serie. Geschrieben wurde er von Ralph Macchio, die Zeichnungen entstammen der Feder von Bill Sienkiewicz.

Spiele

Computerspiele

Es sind mehrere Dune-Computerspiele erschienen:

Dune Generations, eine Verbindung aus Massive Multiplayer Online Roleplaying Game und Echtzeit-Strategiespiel wurde nicht fertiggestellt, da die Firma Cryo Interactive Entertainment geschlossen wurde.

Brettspiele

Es gab zwei strategische Brettspiele zu Dune. Das Brettspiel von Parker basiert auf dem Film von David Lynch.

Kartenspiel

Es erschien ein englisches Sammelkartenspiel zu Dune.

Rollenspiele

Mit Dune: Chronicles of the Imperium (2000) erschien ein englischsprachiges Rollenspiel zu Dune von Last Unicorn Games/Wizards of the Coast.

Browserspiele

Seit Oktober 2005 gibt es mehrere Browserspiele, welche sich teilweise sehr genau an den Büchern von Frank Herbert und dem Westwood-Klassiker „Dune II“ orientieren.

Enzyklopädien

Es gibt eine zweibändige Enzyklopädie „Der Wüstenplanet (Autorisierter Führer) Die Dune-Enzyklopädie“ von Frank Herbert und Willis E. McNelly. Die letzte Auflage vom Oktober 1999 und die Bücher sind lange vergriffen.

Frank Herbert schreibt im Vorwort, das er sich selber für seine Folgebände nicht an diese Enzyklopädie gehalten hätte, welche ursprünglich in Englisch passend zu Band 2 erschienen ist. Somit gibt es teilweise erhebliche inhaltliche Differenzen. Andererseits wurden die Inhalte der Enzyklopädie auch später von Brian Herbert und Kevin J. Anderson für die weiteren Bücher verwendet.

Siehe auch

Wikipedia:WikiProjekt Dune

Weblinks

Einzelnachweise

  1. siehe http://baheyeldin.com/literature/arabic-and-islamic-themes-in-frank-herberts-dune.html. Dazu Herbert selbst: „If you want to give the reader the solid impression that he is not here and now, but that something of here and now has been carried to that faraway place and time, what better way to say to our culture that this is so than to give him the language of that place. … That oral tool--it has its own inertial forces; it's mind-shaping as well as used by mind.“ (http://tim.oreilly.com/herbert/ch03.html)
  2. fictionBOX (Paramount adaptiert erneut)

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