Meckatz

Meckatz
Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Heimenkirch
Heimenkirch
Deutschlandkarte, Position von Heimenkirch hervorgehoben
47.6166666666679.9166666666667668Koordinaten: 47° 37′ N, 9° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Lindau (Bodensee)
Höhe: 668 m ü. NN
Fläche: 21,23 km²
Einwohner: 3668 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 173 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88178
Vorwahlen: 08381; teilweise auch 07566
Kfz-Kennzeichen: LI
Gemeindeschlüssel: 09 7 76 114
Adresse der Marktverwaltung: Lindauer Str.
88178 Heimenkirch
Webpräsenz:
Bürgermeister: Markus Reichart (Freie Wähler)
Lage von Heimenkirch im Landkreis Lindau (Bodensee)
Karte

Heimenkirch ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Lindau (Bodensee).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Heimenkirch liegt im Westallgäu.

Auf dem Gemeindegebiet gibt es folgende Gemarkungen: Aspach, Berg, Biesenberg, Dreiheiligen, Engenberg, Geigersthal, Hofs, Kappen, Mapprechts, Meckatz, Menzen, Mothen, Oberhäuser, Ober- und Unterried, Riedhirsch, Syrgenstein, Wolfertshofen, Zwiesele.

Geschichte

Heimenkirch soll seinen Namen einem Germanenfürsten namens Heimo verdanken.

Der Markt Heimenkirch gehörte zunächst zu Österreich als ein Teil der Herrschaft Bregenz-Hohenegg. Seit den Friedensverträgen von Brünn und Preßburg 1805 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1970 2.845
1987 3.093
2000 3.586

Politik

Bürgermeister ist Markus Reichart (FW). Seine Stellvertreter sind Albert Lau und Angela Fessler.

Sitzverteilung im 16köpfigen Marktgemeinderat:

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 3.345.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 1.761.000 €.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche St. Margareta, Heimenkirch
Pfarrkirche St. Margareta
Katholische Pfarrkirche St. Margareta

mit vollständig erhaltener historistischer Ausstattung [1]

Paul-Bäck-Haus

Das denkmalgeschützte Paul-Bäck-Haus war Weinwirtschaft und Bäckerei, Nagelschmiede sowie Gesinde- und Handwerkerunterkunft. Das Baudenkmal gehört zu den ältesten Gebäuden des Ortes und prägt mit seiner charakteristischen Gestalt das Erscheinungsbild von in Heimenkirch.

Gebäude: Ein kleines fast quadratisches, mit Holzschindeln verkleidetes Haus in Ortsmitte an einer platzartigen Erweiterung mit einem Brunnen (siehe Ortsplan47.62895123819.9031662947) bestehend aus zwei Etagen, 5-achsig gegliedert, mit Dachgeschoss im schindelgedeckten, geschweiften Walmdach. Zwei Ziegelsteinschornsteine, die mit Aufsätzen aus kleinen Ziegelsteinhäuschen verziert sind. Der innere Grundriss ist praktisch unverändert. Auch die Wand- und Deckenverkleidungen, der Dielenbelag und der Steinboden im Hausgang des Erdgeschosses zeigen zum größten Teil noch den ursprünglichen Zustand.

Paul-Bäck-Haus

Geschichte: Das heute sichtbare Gebäude stammt aus dem 15ten Jahrhundert und wurde 1633 zum ersten Mal in einer Heiratsurkunde erwähnt. Das mittelalterliche Lehen der Adelsfamilie der Humpis von Waltrams ging Ende des 17ten Jahrhunderts auf die Familie Milz über, die es über 100 Jahre bewirtschaftete. Nach kurzem Zwischenbesitz gelangte das Anwesen durch verganten [2] an die als Bauern, Weinwirte und Bäcker tätige Familie Zwisler. Der nachfolgende Bäcker Schweinsberger übergab das Gut in einem Tauschgeschäft an den nebenan tätigen Brauereibesitzer Salomon Karg. Dieser verpachtete 1890 die Landwirtschaft mit Bäckerei und Weinstube an Colestin Paul, der darin 26 Jahre wirtschaftete und dessen Name in der heutigen Bezeichnung Paul-Bäck-Haus weiterlebt. Anschließend diente das Gebäude den Stallschweizern, Knechten und Mägden, die auf dem Gutshof der Familie Salomon Karg arbeiteten, als Wohnung. [3] Im Dachgeschoss befand sich lange Zeit eine sogenannte Störstube. Hier wohnten Handwerker, die ihre Arbeit direkt beim Kunden verrichteten und − wenn im Ort keine Arbeit mehr vorhanden war − in den nächsten weiterzogen. [4]

Planungen: Die Marktgemeinde erwarb das als Kleinod bezeichnete ortsbildprägendes Gebäude im Winter 2005/06 und bemühte sich seitdem erfolgreich um Zuschusszusagen weiterer Körperschaften (Regierung von Schwaben, Städtebauförderung und Landesdenkmalamt). [5] [6]

Nach den Entwürfen des Ravensburger Architekturbüros Elwert&Stottele aus dem Jahr 2006 könnte aus der ehemaligen Störstube im Dachgeschoss ein balkendurchzogener, historischer Raum entstehen, der für kleinere Veranstaltungen, etwa Vorträge, Konzerte, Trauungen, Ausstellungen oder die Volkshochschule, ein schönes Ambiente bietet. Das niedrige Erdgeschoss eignet sich für wechselnde Märkte, etwa Oster- oder Weihnachtsmärkte. Den ersten Stock sollen Heimatstube und Musikraum füllen. Für Treppe und Aufzug entsprechend neuzeitlicher Anforderungen ist ein Glasanbau zum historischen Gebäude vorgesehen, um den gesamten Innenraum des Paul-Bäck-Hauses gleichzeitig original erhalten und optimal nutzen zu können. [7] Der neue Gemeinderat wird nach der Wahl 2008 über die Nutzung entscheiden [8] [9] .

Status: Am Tag des offenen Denkmals (14. September 2008) gab Wolf Stottele detaillierte Erläuterungen aus architektonischer Sicht. In der langen Geschichte des Hauses wurden etwa fünf größere Umbauten bzw. Erweiterungen vorgenommen: vom ursprünglichen kleineren hölzernen Blockhaus zum Steinhaus, dem westlichen Anbau, dem Einbau der beiden Kamine, der teilweisen Rokoko-Ausmalung und der großen Fundamentsanierung in den 50er Jahren einschließlich der erst damals angebrachten Schindelverkleidung. Es ist beschlossen, das Gebäude auf dem letzten Entwicklungsstand zu sanieren [10]. Die Grundrisse der unteren beiden statisch gesicherten Geschosse bleiben unverändert. Für die Nutzung dieser Räume wird eine Heimenkirchner Arbeitsgruppe Vorschläge ausarbeiten. Da kein Museum sondern eine lebendige von den Einheimischen genutzte Einrichtung entstehen soll, die nach einem größeren Versammlungsraum verlangt, soll dieser in der ehemaligen Störstube im Dachgeschoss geschaffen werden nachdem ohnehin der Dachstuhl völlig erneuert werden muss.

Schloss Syrgenstein
Schloss Syrgenstein

Nördlich von Heimenkirch befindet sich das einzige erhaltene Schloss des Landkreises Lindau. Es kann leider nicht besichtigt werden, ist jedoch auch zur äußeren Betrachtung durchaus einen Besuch wert. In einer angrenzenden Waldung liegen ca. 15 Gehminuten vom Schloss entfernt die „Englischen Gräber“. Hier wurden ehemalige Bewohner des Schlosses bestattet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sieben, im produzierenden Gewerbe 1.456 und im Bereich Handel und Verkehr 31 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 131 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1.328. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei und im Bauhauptgewerbe acht Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 80 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1.428 ha, davon waren 29 ha Ackerfläche und 1.399 ha Dauergrünfläche.

Ansässige Unternehmen

  • Käserei Hochland AG
  • Brauerei Meckatzer Löwenbräu im Ortsteil Meckatz
  • Holdenried Reisen, bundesweit tätiger Reiseveranstalter und -vermittler insbesondere für Kreuzfahrtreisen

Verkehr

Heimenkirch besitzt nur noch ein ehemaliges Bahnhofsgebäude, bemüht sich aber, mit einem Haltepunkt Anschluss an den Bahnreiseverkehr der Allgäubahn (Bayern) von München über Kempten und Immenstadt nach Lindau (Bodensee) zu erhalten.

Persönlichkeiten

  • Cunrat Segenschmid (* in Heimenkirch; † 1489), humanistischer Schriftsteller und Seelsorger in Heimenkirch; verfasste 1464 die Handschrift „Geschichte von Jason und Troja“.
  • Günter Bentele (* 1948 in Heimenkirch), Kommunikations- und Medienwissenschaftler

Weblinks

Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. siehe umfangreiche Bildersammlung auf Commons
  2. Vergantung bezeichnete nach dem Deutschen Wörterbuch von Jakob und Wilhelm Grimm in der alten Sprache eine öffentliche Versteigerung
  3. Informationen aus einem Zeitungsartikel im Westallgäuer Seit 370 Jahren prägender Teil des Ortes
  4. Die Stör bezeichnete nach dem Deutschen Wörterbuch von Jakob und Wilhelm Grimm die Arbeit eines Handwerkers (außerhalb seiner eigentlichen Werkstätte) im Kundenhaus. Der Ausdruck ist abgeleitet von 'Störung der Zunft', denn ein Handwerker, der solche Arbeit übernahm, verging sich gegen die Handwerksordnung, er störte sie, deshalb schon mhd. stœrære [1]
  5. siehe Artikel Aus Bäckerei wird Bürgerhaus im Westallgäuer vom 10.09.2008
  6. siehe Pressemitteilung des Bayerischen Wissenschaftsministeriums vom 3. Januar 2008
  7. siehe Artikel Schönes Ambiente für Konzerte im Westallgäuer 11.10.2006
  8. siehe Artikel Zufriedene Heimenkircher im Westallgäuer 03.12.2007
  9. Laut Heimenkircher Bote vom September 2008 waren die beteiligten Organe mit den Ende Juli 2008 vorgestellten überarbeiteten Sanierungsentwürfen einverstanden. Die Arbeiten sollen im Herbst beginnen. Eine Arbeitsgruppe soll die zum Teil noch unterschiedlichen Auffassungen der Bevölkerung in einem gemeinsamen Nutzungskonzept zusammenfassen und den Baufortschritt begleiten.
  10. So bleibt zum Beispiel die heute die Außenansicht bestimmende Allgäuer Schindelverkleidung erhalten, obwohl sie im Vergleich zum Gesamtalter des Bauwerks recht jung ist

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