Aramäisches Alphabet

Die aramäische Schrift wurde von den Aramäern entwickelt, die etwa seit 1500 v. Chr. aus der Wüste der Arabischen Halbinsel kam und weiter nach Syrien und Mesopotamien zog.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Schrift entstand aus der phönizischen Schrift und legte den Grundstock für die meisten anderen semitischen Schriften. Die aramäische Schrift hat unter den nordwestsemitischen Schriften die weiteste Verbreitung gefunden. Seit 1000 v. Chr. wurde sie im Zuge der Verwendung der aramäischen Sprache als Lingua Franca in Babylonien, Assyrien (Akkadisch), Syrien und Palästina gebraucht. Sie hat sich in verschiedene Zweige gespalten, von denen viele bis zum heutigen Tage erhalten geblieben sind. Darunter die arabische Schrift genauso wie die hebräische. In der Spätantike war das Aramäische wichtige Sprache der östlichen Christenheit und wurde als Verkehrssprache bis nach China getragen. Die altindische Kharoshthi-Schrift stammt ebenfalls von der aramäischen Schrift ab. Die Ursprünge der Brahmi-Schrift, von der die heutigen indischen Schriften abstammen, sind ungeklärt, es ist aber wahrscheinlich, dass sie entweder direkt von der aramäischen Schrift abstammt oder nach deren Vorbild geschaffen wurde.

Zweisprachige Inschrift Ashokas in Griechisch und Aramäisch aus dem 3. Jh. v. Chr.

Die aramäische Schrift behält bis um die Wende des 3. und 2. Jh. v. Chr. im größten Teil Vorderasiens eine sehr einheitliche Form. Von da an spaltet sie sich, begünstigt durch die politische Zersplitterung, die zur Bildung verschiedener politischer und kultureller Sondergemeinschaften führte, in mehrere Zweige, die ihre völlig eigene, z. T. sehr bedeutsame Entwicklung nahm. Dieses sind die hebräische, indische, syrische und nabatäische Schrift bzw. die arabische Schrift.

Erst seit dem 7. Jh. n. Chr. wich die aramäische Sprache und Schrift langsam vor dem Arabischen zurück. In Inseln hatte sie sich lediglich im Libanon und in Anatolien erhalten (siehe: Syrische Sprache).

Schriftzeugnisse

Die ältesten Funde des Aramäischen reichen bis ins 8. Jh. v. Chr. zurück. Hierbei handelt es sich um eine Schrift König Salmanassar III. (858-824). Auch in den später entstandenen Schriften des 7. Jh. v. Chr. sind kaum Änderungen zu den bisherigen phönizischen Schriftzeichen zu bemerken.

Dieses ändert sich erst im 5. Jh. als sich die Schrift zu verändern beginnt. Die ersten entsprechenden Zeugnisse der Umgestaltung der alten Zeichen zu den typisch aramäischen Formen werden in Ägypten in der Zeit der 5.-3. Jh. v. Chr. verwendet. Besonders in Oberägypten findet im 5. Jh. v. Chr. die aramäische Schrift immer stärkere Verwendung, wo sie auf zahlreichen Steintafeln und Papyrusrollen zu finden ist.

Siehe auch

Weblinks


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