Aran VD
Villette (Lavaux)
Wappen von Villette (Lavaux)
Basisdaten
Kanton: Waadt
Bezirk: Lavaux-Oron
BFS-Nr.: 5612Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Gemeinde
PLZ: 1096
Koordinaten: (544102 / 149405)46.4936156.710545397Koordinaten: 46° 29′ 37″ N, 6° 42′ 38″ O; CH1903: (544102 / 149405)
Höhe: 397 m ü. M.
Fläche: 1.36 km²
Einwohner: 602
(31. Dezember 2007)[1]
Website: www.villette.ch
Villette (2005)
Villette (2005)
Karte
Karte von Villette (Lavaux)

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Villette (Lavaux) ist eine politische Gemeinde im Distrikt Lavaux-Oron des Kantons Waadt in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Villette (Lavaux) liegt auf 397 m ü. M., 7 km ostsüdöstlich der Kantonshauptstadt Lausanne (Luftlinie). Das Winzerdorf erstreckt sich am Nordufer des Genfersees, am Fuss der Weinberge des Lavaux.

Die Fläche des 1.4 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Lavaux am Nordufer des Genfersees (rund 1100 m Seeuferlinie). Der Gemeindeboden erstreckt sich vom Seeufer als schmaler Streifen nordwärts die Rebhänge hinauf über die Terrasse von Jordillon bis auf das angrenzende Hochplateau südöstlich des Jorat im Quellgebiet des Baches Bouteiller. Hier, auf der Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten von Rhône und Rhein, wird mit 734 m ü. M. der höchste Punkt von Villette (Lavaux) erreicht. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 26 % auf Siedlungen, 2 % auf Wald und Gehölze, 70 % auf Landwirtschaft und etwas mehr als 2 % war unproduktives Land.

Zu Villette (Lavaux) gehören die Weiler Aran (467 m ü. M.), Châtagny (500 m ü. M.) und Montagny (470 m ü. M.), alle am Hang des Lavaux inmitten der Weinberge gelegen, sowie einige Einzelhöfe auf den Hochflächen. Nachbargemeinden von Villette (Lavaux) sind Lutry, Savigny, Forel (Lavaux) und Grandvaux.

Bevölkerung

Mit 602 Einwohnern (Ende 2007) gehört Villette (Lavaux) zu den kleinen Gemeinden des Kantons Waadt. Von den Bewohnern sind 88.5 % französischsprachig, 4.6 % deutschsprachig und 2.0 % englischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Villette (Lavaux) belief sich 1900 auf 340 Einwohner. Danach blieb sie bis 1960 (362 Einwohner) ziemlich stabil. Seither wurde eine deutliche Bevölkerungszunahme verzeichnet, besonders während der 1990er Jahre. Da der Rebhang von Villette geschützt ist, entstehen Neubauten überwiegend im oberen Gemeindeteil oberhalb der Autobahn.

Wirtschaft

Villette (Lavaux) war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute hat der Weinbau an den optimal besonnten Hängen des Lavaux (rund 45 ha) einen wichtigen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. In Villette (Lavaux) werden hauptsächlich Qualitätsweine der Appellation Villette erzeugt. Auf den Hochflächen herrschen Ackerbau und Viehzucht vor. Weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und vor allem im Dienstleistungssektor vorhanden. Das Gewerbe von Villette (Lavaux) ist neben den Gütern des täglichen Bedarfs auch auf den Tourismus ausgerichtet. Es gibt mehrere Weinhandlungen. Durch den Bau von zahlreichen Einfamilienhäusern in den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die vor allem in Lausanne und in der Region Vevey-Montreux arbeiten.

Verkehr

Die Gemeinde ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Sie liegt an der Hauptstrasse von Lausanne entlang des Seeufers nach Vevey. Die nächsten Autobahnanschlüsse an die 1974 eröffnete A9 (Lausanne-Sion), welche das Gemeindegebiet durchquert, befinden sich bei Belmont (im Westen, rund 5 km entfernt) und bei Chexbres (im Osten, rund 8 km entfernt). Am 2. April 1861 wurde der Abschnitt Lausanne-Villeneuve der Bahnlinie von Lausanne ins Wallis mit einem Bahnhof in Villette (Lavaux) in Betrieb genommen.

Geschichte

Der Weiler Aran

Seit dem 11. Jahrhundert unterstand Villette (Lavaux) dem Bischof von Lausanne. Seine bereits um 1134 erwähnte Kirche war Pfarrkirche des gesamten heutigen Cercle de Cully. Mit der Eroberung der Waadt durch Bern im Jahr 1536 gelangte Villette (Lavaux) unter die Verwaltung der Vogtei Lausanne. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime gehörte das Dorf von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. 1798 wurde es dem Bezirk Lavaux zugeteilt.

Villette (Lavaux) bildete bis 1824 eine Grossgemeinde. Danach wurden Grandvaux, Cully, Riex, Epesses und Forel (Lavaux) unabhängig, und Villette (Lavaux) erhielt seine heutigen Grenzen. Seit 1864 befindet sich die Gemeindeverwaltung von Villette im Weiler Aran. Ein Projekt zur Fusion der fünf Gemeinden Cully, Epesses, Riex, Grandvaux und Villette (Lavaux) scheiterte in einer Abstimmung am 27. Februar 2005 am Widerstand der Bevölkerung von Grandvaux. Das Projekt wird deswegen vorläufig nicht weiter verfolgt.

Sehenswürdigkeiten

Die reformierte Pfarrkirche Saint-Saturnin in Villette stammt in ihrer heutigen Gestalt aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Im Chor sind Wandmalereien aus dem 14. und 15. Jahrhundert erhalten. Am Dorfeingang steht das sogenannte Landvogthaus, ein spätgotisches Gebäude mit Krüppelwalmdach, das im 16. Jahrhundert erbaut wurde. Auch Aran hat das Ortsbild eines typischen Winzerdorfes bewahrt.

Einzelnachweise

  1. Statistik Schweiz – Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Kantonen, Bezirken und Gemeinden

Weblinks


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