Megatherion
Therion
Therion beim Wacken Open Air, 2007
Therion beim Wacken Open Air, 2007
Gründung 1988
Genre Death Metal, Symphonic Metal
Website http://www.megatherion.com/
Gründungsmitglieder
Gesang, E-Gitarre Christofer Johnsson
E-Gitarre Peter Hansson (bis 1993)
Schlagzeug Oskar Forss (bis 1993)
Aktuelle Besetzung
Gitarre Christofer Johnsson
Bass Nalle Påhlsson (seit 2008)
Schlagzeug Johan Kullberg (seit 2008)
Ehemalige Mitglieder
Gitarre Magnus Barthelsson (1993–1994)
Gitarre Jonas Mellberg (1995–1996)
Gitarre Kristian Niemann (1999-2008)
Bass Erik Gustafsson (1988–1992)
Bass Andreas Wahl (1993–1994)
Bass Fredrik Isaksson (1994)
Bass Lars Rosenberg (1994–1996)
Bass Johan Niemann (1999-2008)
Schlagzeug, Gesang Piotr Wawrzeniuk (1992–1996)
Schlagzeug Sami Karppinen (1998–2001)
Schlagzeug Richard Evensand (2001–2004)
Schlagzeug Petter Karlsson (2004-2008)
Session- und Tourmitglieder [1]
  • Gesang:
    • Thomas Vikström
    • Snowy Shaw
    • Lori Lewis
    • Katarina Lilja
    • Martina Astner
    • Sarah Jezebel Deva
  • Hintergrund-Gesang:
    • Suvi Virtanen
    • Johanna Marloy
    • Jario-Petri Heino
    • Risto Hamalainen

Therion (gr. für Tier) ist eine schwedische Death-/Symphonic-Metal-Band, die 1988 von Christofer Johnsson (Gitarre, früher Bass) aus seiner 1987er-Band Blitzkrieg heraus ursprünglich als Megatherion gegründet wurde. Der Name hat seinen Ursprung im Altgriechischen to mega therion, was etwa das große Tier heißt und der Bibel in der Offenbarung des Johannes entnommen ist (siehe auch Zahl des großen Tieres). Der Name wurde ziemlich bald allerdings zu Therion gekürzt. Während sie als Death-Metal-Band begannen, wandten sie sich später dem Symphonic Metal zu - das Erscheinen von "Theli" wird hier als Wendepunkt angesehen.

Bei oft wechselnder Besetzung entwickelte Therion vom Death Metal ausgehend eine Symbiose aus Klassik und Metal, in der Christofer Johnssons Bewunderung für Richard Wagner deutlich zu hören ist. Die Texte stammen größtenteils aus der Feder von Thomas Karlsson, dem Gründer des magischen Ordens Dragon Rouge, in dem Johnsson ebenfalls Mitglied ist.

Inhaltsverzeichnis

Bandgeschichte

Von Blitzkrieg und Megatherion

Therion wurde 1987 unter dem Namen Blitzkrieg in Upplands Väsby (Schweden) gegründet. Christofer Johnson war damals Sänger und Bassist, obwohl er erst seit wenigen Monaten Bass spielte. Mitbegründer waren Peter Hansson als Gitarrist und Oskar Forss als Schlagzeuger. Ihre Musik wurde von Metallica und Slayer beeinflusst, auch wenn das Ergebnis mehr in Richtung Venom und Motörhead ging. Im Frühjahr 1988 löste sich Blitzkrieg nach zwei Konzerten wieder auf. Da die Band nie Demos aufgenommen hatte, gibt es von damals nur mehr wenige Aufzeichnungen, die jedoch 2001 ihren Weg auf die Fanclub-CD "Bells of Doom" gefunden haben.

Johnsson gab die Idee einer Band nicht auf und wechselte von Bass auf Gitarre. Unter dem musikalischen Einfluss von Bands wie Celtic Frost und deren Album To Mega Therion starteten er und Peter Hansson noch im selben Jahr als Megatherion einen neuen Versuch, an dem wenig später auch Oskar Forss wieder teilnahm. Da Johnsson sich nur auf Gesang und Gitarre konzentrieren wollte, brauchte die Band noch einen Bassisten, den sie in Erik Gustafsson fand, der gerade die Death-Metal-Band Dismember verlassen hatte.

Kurz darauf wurde der Bandname zu Therion abgekürzt.

Plattenvertrag und erste Alben

Die Band nahm 1989 die ersten zwei Demos Paroxysmal Holocaust und Beyond the Darkest Veils of Inner Wickedness auf Kassette auf. Der Sound ging im Gegensatz zu den früheren Blitzkrieg-Klängen stark in Richtung Death-Metal. 1990 nahmen sie als drittes Demo Time Shall Tell auf, das ein örtlicher Plattenladen auf Vinyl veröffentlichte. Eigentlich sollte es auf 1000 Stück limitiert sein, der Plattenladen presste es jedoch auch als Bootleg. Die Aufnahme erregte einiges an Aufmerksamkeit und führte zum ersten Plattenvertrag.

1991 veröffentlichten Therion bei Deaf Records ihr erstes Album Of Darkness…. Obwohl bereits neues Songmaterial vorhanden war, befanden sich auf diesem ersten Album nur alte Songs - eine Art "Best of" der frühen Jahre). Das Verhältnis zu Deaf Records war nie besonders gut, und da der Vertrag ohnehin auf ein Album beschränkt war, wechselten Therion nach der Veröffentlichung von Of Darkness… zu einem neuen Label - Active Records.

1992, kurz vor Beginn der Aufnahmen zum zweiten Album, verließ Erik Gustafsson die Band und zog zurück in sein Heimatland USA. Therion setzten ihre Arbeit als Trio fort, wobei sowohl Christofer Johnsson als auch Peter Hansson die Arbeit am Bass übernahmen. Erste Versuche mit Keyboards und Klargesang (Anna Granqvist und Fredrik Lundberg) brachten der Band einen Ruf als experimentale Death-Metal-Band ein. Die Veröffentlichung von Beyond Sanctorum wurde ein Erfolg, der der Band auch erste Angebote für Konzerte in Mitteleuropa (Benelux-Staaten) einbrachte.

Nach den Aufnahmen verließ Oskar Forss die Band, da seine Frau ihr zweites Kind erwartete, und die Verantwortung gegenüber seiner Familie sich nicht mit einem Leben als schlecht bezahlter und oft verreisender Musiker vertrug. Kurz darauf gab auch Peter Hansson seine Arbeit bei der Band aufgrund von Gesundheitsproblemen auf. Die Konzerte in den Niederlanden wurden bereits mit einem neuen Line-up gespielt. Piotr Wawrzeniuk, den Johnsson von der Band Carbonized kannte, füllte die Lücke am Schlagzeug, Andreas Wahl übernahm den Bass und Magnus Barthelsson, ein Schulfreund Johnssons, spielte Gitarre. Überlegungen zur Änderung des Bandnamens wurden wieder fallengelassen.

Mit dem neuen Line-up machte sich die Band an die Aufnahme von Ho Drakon Ho Megas, das 1993 bei Megarock Records, dem neuen Besitzer von Active Records, erschien. Dieses dritte Album ist noch immer die experimentellste aller Therion-Platten und enthält neben Death Metal auch Elemente des Jazz, Industrial Metal, Gothic Metal und 80er Heavy Metal sowie Choralgesänge, klassische Musik und Einflüsse aus dem arabischen Raum. Nach der Veröffentlichung gingen Therion gemeinsam mit Grave, Samael und Massacra auf Tour durch Deutschland.

Da die Einnahmen aus Plattenverkäufen noch gering waren, mussten 1994 Magnus Barthelsson und Andreas Wahl ihre Zusammenarbeit mit Therion aus finanziellen Gründen beenden. Fredrik Isaksson kam als neuer Bassist zur Band. Nach einem kurzen Ausflug von Johnsson zur Schweizer Band Messiah machte ihnen Nuclear Blast ein Angebot. Therion hatten ein gutes Verhältnis zu ihrem bisherigen Label und Megarock Records ließen die Band daher trotz eines bestehenden Vertrages freiwillig gehen.

Kurz vor Veröffentlichung des nächsten Albums Lepaca Kliffoth erschien 1995 auch die erste Single The Beauty in Black, die ähnlich erfolgreich wie das Album wurde, was für die Single viel bedeutete, für das Album jedoch nicht. 15.000 Stück des wieder sehr experimentellen Albums wurden verkauft und Therion ließen damit ihre Death-Metal-Wurzeln hinter sich. Die Band ging gemeinsam mit Annihilator auf Tour durch Deutschland und spielte auch erste Konzerte in Südamerika (Argentinien und Chile). Da Fredrik Isaksson aus persönlichen Gründen an der Tour nicht teilnehmen konnte, wurde Lars Rosenberg von Entombed als Session-Player verpflichtet. Da jedoch Wawrzeniuk Probleme mit Isaksson hatte, wurde dieser schließlich gefeuert und Rosenberg übernahm seinen Platz.

Die Verkäufe waren nach wie vor nicht gut und das Budget daher entsprechend gering. Die Liste jener Songs, die Johnsson deshalb nicht realisieren konnte, war jedoch immer länger geworden. Da er so nicht weitermachen wollte, rief er Markus Staiger von Nuclear Blast an und erklärte die Situation.

“No more album based on my vocals and I need two choirs, a better recording studio, two producers and more time in the studio - if not I rather give up the band and stay happy with what I achieved so far.”

Christofer Johnsson

Neben zwei Chören, einem besseren Aufnahmestudio, zwei Produzenten und mehr Zeit im Studio verlangte er auch mehr Konzertauftritte, da diese den Bekanntheitsgrad der Band verbessern und dadurch Verkaufszahlen und Budget erhöhen würden. Staiger, ein Fan der Band, ging darauf ein. Jonas Mellberg kam als Gitarrist zu Therion hinzu und die Aufnahmen für das fünfte Album konnten beginnen.

Theli - Der Durchbruch

Theli wurde im Impuls Studio in Hamburg aufgenommen. Johnsson betrachtete dieses Album als sein Meisterwerk, obwohl er der Meinung war, dass es sein letztes Album sein würde, da er es für zu experimentell hielt um von vielen Metal-Fans akzeptiert zu werden. Wawrzeniuk war zuversichtlicher, begann allerdings vorsichtshalber ein Geschichtsstudium. Neben einem Rockchor und einem klassischen Chor, starker Verwendung von Keyboards und klassischer Musik und kleineren Gesangseinlagen von Johnsson im Stil des Vorgängeralbums wurde der Gesang hauptsächlich von Dan Swanö (Edge of Sanity, Nightingale, Katatonia) und Wawrzeniuk durchgeführt. Die Zeit zwischen der Aufnahme des Albums und seiner Veröffentlichung war problematisch. Sowohl Mellberg als auch Rosenberg hatten Alkoholprobleme, Mellberg verließ eines Tages einfach wortlos das Studio und kehrte nie mehr zurück.

Am 9. August 1996 wurde Theli veröffentlicht und wurde zum Überraschungserfolg. Die Kritiken waren positiv, die Verkaufszahlen mehr als doppelt so hoch wie bei Lepaca Kliffoth und schließlich kam auch das Angebot einer Tour mit den damals bereits erfolgreichen Amorphis. Dennoch waren die Probleme und Sorgen noch lange nicht beseitigt: die Lieder waren für eine Livedarbietung zu komplex. Chöre waren schon für die Aufnahmen teuer, eine Tour mit Chor wäre nicht finanzierbar gewesen. Die Aufnahmen hatten Nuclear Blast bereits um die 28.000 Euro gekostet und waren die bis dato teuersten in der Geschichte des Labels. Außerdem war Wawrzeniuk mit seinem Geschichtsstudium beschäftigt und konnte nicht mit auf Tour. Schließlich schaffte es Johnsson, einen Chor aus Amateurmusikern zusammenzustellen. Sein Freund Tommy Eriksson (Shadowseeds, Nocturnal Rites) übernahm für Wawrzeniuk die Rolle des Schlagzeugers, Tobias Sidegård (Necrophobic) spielte Gitarre und Kimberly Goss (Sinergy, Dimmu Borgir, Children of Bodom) wurde für Keyboard und Gesang eingestellt.

Die Tour wurde ein großer Erfolg, obwohl Johnsson vom Sound nicht begeistert wird. Zudem hatten Mitglieder des Chors Anpassungsprobleme mit dem Leben auf Tour; die Sopranistin begann Drogen zu nehmen und Rosenbergs Alkoholproblem verschlimmerte sich deutlich. Er konnte kaum noch spielen und kollabierte schließlich auf der Bühne. Johnsson zog daraus die Konsequenzen: Rosenberg wurde nach der Tour gefeuert und der Chor nie wieder verwendet. Glücklicherweise waren die Verkaufszahlen stark gestiegen und Therion nun eine für Promoter attraktive Band. Eine zweite Tour mit Andreas Wahl als Bassisten, zwei professionellen Sopranistinnen und Piotr Wawrzeniuk als Tenor wurde geplant und gemeinsam mit Sentenced und My Dying Bride Anfang 1997 durchgeführt. In diesem Jahr feierten Therion auch zehnjähriges Bestehen mit A’arab Zaraq - Lucid Dreaming - das Album enthielt einige nicht verwendete Songs von Theli, Coverversionen und einen Soundtrack, den Johnsson für den Film The Golden Embrace gemacht hatte. Und schließlich machten sie im selben Jahr noch eine dritte Tour, dieses Mal mit Crematory und Lake of Tears, wobei Therion außerhalb von Deutschland Headliner waren. Sarah Jezebel Deva war das erste Mal als Sängerin mit dabei.

Die Tour erhöhte wieder die Verkaufszahlen, Therion bekam einen Manager und Nuclear Blast stellte der Band in Anerkennung des Erfolgs ein größeres Budget zur Verfügung. Dennoch gab es noch immer ein großes Problem - die Band bestand im Grunde nur aus Johnsson und angemieteten Musikern. Für das nächste Album wurden professionelle Studiomusiker beschäftigt, Sarah Jezebel Deva und Martina Astner (Dreams of Sanity) sangen Sopran und das erste Mal war ein richtiges Orchester mit dabei. Tommy Eriksson half auf der Gitarre aus. Trotzdem war Vovin - obwohl unter dem Namen Therion veröffentlicht - im Wesentlichen ein Soloalbum von Johnsson.

Vovin, Deggial und Secret of the Runes

Vovin war melodischer, die Produktion sauberer, insgesamt war das Album für die Massen leichter zugänglich. Die Verkaufszahlen verdoppelten sich im Vergleich zu Theli und Therion waren plötzlich eine der meistgespielten Bands in der Metalszene Europas und die bestverkaufende Band bei Nuclear Blast. Eine ausgedehnte Tour gemeinsam mit Moonspell durch ganz Europa (von Schottland über Ungarn und Portugal nach Finnland) folgte und dem für die Tour angemieteten Schlagzeuger Sami Karppinen wurde ein fester Platz in der Band angeboten. Mit dem neuen Line-up wurde das Minialbum Crowning of Atlantis aufgenommen. Da allerdings Label und Management auf ein Album voller Länge bestanden, wurden noch Livetracks und Coverversionen hinzugefügt, bevor es 1999 veröffentlicht wurde.

Karppinen war in der schwedischen Metalszene ein bekannter Schlagzeuger und hatte gute Kontakte. Durch ihn kamen zuerst Kristian Niemann als Gitarrist zur Band und kurze Zeit darauf auch sein Bruder Johan Niemann als Bassist. Endlich hatte die Band wieder ein stabiles Line-up. Johnsson hatte bereits genug Material für das nächste Album zusammen, wodurch sich die Niemann-Brüder nicht mehr mit eigenen Songs beteiligten und auch Deggial eigentlich wieder ein Soloalbum wurde. Die Songs auf Deggial waren komplexer als noch auf Vovin und entsprechend erhielt das Album sehr unterschiedliche Kritiken. Es verkaufte sich besser als Theli, erreichte jedoch nie die Verkaufszahlen von Vovin. Um Werbung für ihr neues Album zu machen, gingen Therion wieder auf Tour, das erste Mal als Headliner. Begleitet wurden sie von Voivod und unterstützt von Flowing Tears.

2001 veröffentlichten Therion Secret of the Runes, ein Konzeptalbum basierend auf Elementen der nordischen Mythologie. Jeder Song präsentierte eine der neun Welten des Weltenbaums Yggdrasil, der Prolog beschrieb die Entstehung der Welt und der Epilog fasste das gesamte Konzept zusammen. Zwei Cover-Versionen (von ABBA und den Scorpions) wurden als Bonus hinzugefügt. Für die Aufnahme des Albums entschieden sich Therion zu einem drastischen Schritt. Sie nahmen ihr Budget und bauten sich ein eigenes Studio - genannt Modern Art -, um nicht mehr von den Zeitplänen fremder Aufnahmestudios und deren Miete abhängig zu sein. Sami Karppinen war nicht nur Architekt des Studios, sondern arbeitete auch beim Aufbau selbst mit. Außerdem übernahm er während der Aufnahme die Funktion des Toningenieurs.

Auch dieses Mal folgte dem Album eine Tour, Evergrey und My Insanity kamen als Support mit. Nach der Tour entschied sich Karppinen, die Band zu verlassen, um Vollzeit im Modern Art Studio zu arbeiten. Er organisierte allerdings noch seinen Ersatz, Richard Evensand.

2001 entstand auch mit Bells of Doom eine CD, die auf 1000 Stück limitiert und dem offiziellen Fanclub vorbehalten war. Sie enthielt neben unveröffentlichtem Material auch Stücke aus jener Zeit als Therion noch Blitzkrieg hießen. Da der Fanclub in der damaligen Form mittlerweile nicht mehr existiert und durch die Therion Society ersetzt wurde, kann die CD nun auch von Nichtmitgliedern erworben werden.

2002 feierten Therion ihr 15-Jahre-Jubiläum und veröffentlichten zu diesem Anlass ein Live-Doppelalbum mit Namen Live in Midgård.

Lemuria / Sirius B

Autogrammstunde im Oktober 2005

Nach einer weiteren Tour arbeiteten Therion an Christofer Johnssons Ideen aus der Zeit vor Secret of the Runes weiter. Seit damals waren viele neue Songs entstanden, ergänzt durch die Beiträge von Johan und Kristian Nieman. Nach Sortierung des gesamten Materials entdeckte die Band, dass sie 55 neue Songs auf Lager hatten. Manche waren noch nicht ganz komplett, dennoch war genug Material für drei Alben vorhanden. Sie entschieden, zwei der drei Alben gleichzeitig aufzunehmen um wieder einigermaßen auf den neuesten Stand ihrer Kreativität zu kommen. 171 Musiker waren an der neun Monate dauernden Aufnahme der Alben beteiligt, unter anderem ein 32-köpfiger Chor, der in einem Prager Studio aufgenommen wurde. Das Ergebnis waren Lemuria und Sirius B, die zunächst 2004 in limitierter Auflage als Doppelalbum erschienen, später aber als zwei Einzelalben vermarktet wurden. Die Alben sind wieder gitarrenlastiger und etwas härter als die letzten Vorgänger. Piotr Wawrzeniuk stellte für die Aufnahmen seine Stimme zur Verfügung und fungierte gemeinsam mit Mats Levén als Sänger.

Die Beziehung zu Schlagzeuger Richard Evensand wurde während der Aufnahmen zu einem Problem. Er spielte noch in mehreren anderen Projekten, unter anderem bei Soilwork. Obwohl er zusagte, Therion den Vorzug zu geben, kam es immer öfter zu Terminkollisionen. Schließlich entstand die Situation, daß sowohl Therion als auch Soilwork zur gleichen Zeit eine Tour planten. Obwohl die Tour von Therion nie zustande kam, zeigte es doch, dass die Arbeit für zwei bekannte Bands gleichzeitig nicht funktionierte, und so wurde Evensand vor die Wahl gestellt. Er entschied sich für Soilwork, woraufhin 2004 Petter Karlsson der neue Schlagzeuger wurde. Gemeinsam mit ihm, Mats Levén und Sopranistin Karin Fjellander ging die Band auf die "Sirius B und Lemuria"-Tour, die sich über zwei Jahre dahinzog, 106 Konzerte beinhaltete und Therion neben Europa auch nach Russland, Südamerika und in die USA führte.

Am 18. Juli 2005 wurde Atlantis Lucid Dreaming veröffentlicht. Wie der Name bereits andeutet, ist das Album eine Zusammenstellung aus Songs von den Alben A'arab Zaraq - Lucid Dreaming von 1997 und Crowning of Atlantis von 1999.

Im März 2006 kündigte Christofer Johnsson an, dass er künftig nicht mehr für Therion singen würde, und dass der Auftritt beim European ProgPower Festival 2006 in Cheltenham sein letzter Auftritt als Sänger sein würde. In Zukunft wolle er sich auf seine Arbeit als Songwriter und Gitarrist beschränken.

Am 5. Mai 2006 veröffentlichten Therion ihre erste DVD. Celebrators of Becoming ist ein Set aus vier DVDs und zwei CDs. Die erste DVD enthält ein Konzert der Lemuria/Sirius B-Tour in voller Länge, das Bildmaterial ist aus den zwei Konzerten in Mexiko-Stadt (den ersten zwei Konzerten der Tour) zusammengeschnitten. Die zweite DVD enthält Live- und Backstage-Material von der gesamten Tour, unter anderem eine Live-Version der Russischen Nationalhymne vom Konzert in Moskau. Die dritte DVD enthält unter anderem diverse Videoclips sowie einen von Christofer Johnsson vertonten Kurzfilm, und die vierte DVD schließlich illustriert die Bandgeschichte von der allerersten Videoaufnahme als Teenager-Band bis zur Secret of the Runes-Tour. Die beiden CDs enthalten die Audiospur der ersten DVD.

Gothic Kabbalah

Am 12. Januar 2007 erschien Gothic Kabbalah, an dem neben Mats Levén (ehemals u. a. Yngwie Malmsteen) auch Snowy Shaw (ehemals u. a. Dream Evil, Mercyful Fate) als Sänger mitwirkten. Gothic Kabbalah ist ein Konzeptalbum, das sich thematisch der Person Johannes Bureus widmet und auf dem Buch "Adulrunan och den götiska kabbalan" (dt. Adulruna und die gotische Kabbala) von Thomas Karlsson basiert, der auch die Albumtexte schrieb[2]. Der Name Gothic Kabbalah sorgte beim Erscheinen des Albums zunächst für etwas Aufregung, da viele das Gothic im Namen als Bezug zur Musikrichtung Gothic verstanden. Laut Band ist jedoch nur der 'gothische Kabbalah' im Sinne von Gotik als Stil-, nicht jedoch Musikepoche gemeint.

Anfang Mai 2007 wurde bekannt gegeben, dass Mats Levén die Band verlassen würde, da er mit der für Gothic Kabbalah neu gestalteten Rollenverteilung der Sänger nicht wirklich zufrieden war. Als Ersatz für ihn kam Thomas Vikström, der außerhalb von Schweden hauptsächlich für seine Arbeit bei Candlemass bekannt ist.[3]

Diskografie

Demoaufnahmen

  • Paroxysmal Holocaust (1989)
  • Beyond The Darkest Veils Of Inner Wickedness (1989)
  • Time Shall Tell (1991)

Singles und EPs

  • Beauty in Black (1995)
  • Siren of the Woods (1996)
  • Eye of Shiva (1998)
  • Crowning of Atlantis (1999 - EP)

Alben

  • Of Darkness… (1991)
  • Beyond Sanctorum (1992)
  • Symphony Masses - Ho Drakon Ho Megas (1993)
  • Lepaca Kliffoth (1995)
  • Theli (1996)
  • A'arab Zaraq - Lucid Dreaming (1997)
  • Vovin (1998)
  • Crowning of Atlantis (1999)
  • Deggial (2000)
  • Secret of the Runes (2001)
  • Live in Midgård (2002 - Live-Album)
  • Lemuria (2004)
  • Sirius B (2004)
  • Gothic Kabbalah (2007)
  • Live Gothic (2008)

Kompilationen und Raritäten

  • A'arab Zaraq - Lucid Dreaming (1997 - Best-of/Compilation)
  • The Early Chapters of Revelation (2000 - Boxed Set)
  • Bells of Doom (2001 - Fanclub CD)
  • Atlantis Lucid Dreaming (2005 - Best-of/Compilation)

DVDs

  • Celebrators of Becoming (2006; Live-Mitschnitt der Konzerte in Mexiko-Stadt 2004; Tourbericht 2004-2005; Live in Wacken 2001; Videoclips; Historisches; aufgeteilt auf 4 DVDs und 2 Audio-CDs)

Quellen

  1. Liste der Session- und Tourmitglieder
  2. Adulruna und die gotische Kabbala
  3. E-Mails von Kliffoth, 2007-05-11: Line-up change
  4. a b c d e f g h musicline.de Longplay-Ergebnisse für Therion
  5. austriancharts.at
  6. hitparade.ch
  7. swedishcharts.com

Weblinks


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