Araucaria angustifolia
Brasilianische Araukarie
Brasilianische Araukarien (Araucaria angustifolia)

Brasilianische Araukarien (Araucaria angustifolia)

Systematik
Abteilung: Pinophyta
Klasse: Pinopsida
Ordnung: Kiefernartige (Pinales)
Familie: Araukariengewächse (Araucariaceae)
Gattung: Araukarien (Araucaria)
Art: Brasilianische Araukarie
Wissenschaftlicher Name
Araucaria angustifolia
(Bertol.) O.Kuntze

Die Brasilianische Araukarie (Araucaria angustifolia) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Araukarien (Araucaria) in der Familie der Araukariengewächse (Araucariaceae).

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung

Die Brasilianische Araukarie ist in Gebirgsregion im südlichen Brasilien, im nördlichen Argentinien und in Paraguay heimisch.

In Brasilien befinden sich ihre Vorkommen in Höhenlagen zwischen 500 und 1800 Meter in subtropischen Wäldern, hauptsächlichen in den Staaten: Paraná, Santa Catarina, Rio Grande do Sul, und vereinzelt in São Paulo, Minas Gerais und Rio de Janeiro. Im nördlichen Argentinien und in Paraguay besiedelt sie Höhenlagen zwischen 500 und 2300 Meter.

In subtropischen Gebieten wird sie praktisch weltweit gern als Zierbaum in Gärten und Parks gepflanzt. Die Brasilianische Araukarie verträgt nur leichte Fröste; sie ist bis etwa −5 bis −8 °C winterhart.

Beschreibung

Die Brasilianische Araukarie ist ein immergrüner Baum, der eine Wuchshöhe von etwa 40 Metern und Stammdurchmesser bis 1 m erreichen kann. Am geraden Stamm stehen horizontal verlaufende Äste; die Baumkrone ist oben abgeflacht. Die Borke des Stammes ist feinschuppig, horizontal gebändert und harzig. Die Zweige stehen in Wirteln zu 4 bis 8. Die schlank schuppenförmigen Blätter sind etwa 3 bis 6 Zentimeter lang, hart und dick (an der Basis 5 bis 10 mm). Sie sind dreieckig mit sichtbarer Mittelrippe und an den Rändern sowie an der Spitze sehr scharf. Die Blätter stehen etwa 10 bis 15 Jahre am Baum.

Die Brasilianische Araukarie ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die männlichen Zapfen sind 10 bis 18 Zentimeter lang und 1,2 bis 2,5 Zentimeter breit mit überlappenden Schuppen. Die weiblichen Zapfen sind 18 bis 25 Zentimeter groß und etwa 13 Zentimeter breit. Die kugeligen Zapfen sind kastanienbraun und (im frischen Zustand) etwa 1 Kilogramm schwer; sie benötigen 2 bis 3 Jahre Reifezeit. Ein Zapfen enthält 100 bis 150 Samen. Die geflügelten, hellbraunen Samen sind etwa 5 Zentimeter lang und 0,8 bis 2,0 Zentimeter breit. Die Samen sind (ähnlich Pinienkernen) essbar. Für die natürliche Verbreitung der Samen sorgt die Vogelart Azurblaurabe (Cyanocorax caeruleus). Die Keimung erfolgt hypogäisch; die Keimlinge besitzen zwei Keimblätter (Kotyledonen).

Der Baum kann ein Alter von rund 500 Jahren erreichen.

Systematik

Der italienische Botaniker Antonio Bertoloni beschrieb die Art 1819 unter dem Taxon Columbea angustifolia.[1] Der deutsche Botaniker Carl Ernst Otto Kuntze stellte die Art 1898 in seinem Werk Revisio generum plantarum unter der aktuell gültigen Bezeichnung Araucaria angustifolia in die Gattung der Araukarien.[2]

Ein Synonym für die Art ist Araucaria brasiliana A. Rich..

Innerhalb der Gattung der Araukarien (Araucaria) wird die Art zusammen mit der – in Mitteleuropa weitaus bekannteren – Chilenischen Araukarie (Araucaria araucana) in die Sektion Araucaria eingeordnet.

Nutzung und Raubbau

Einheimische Indianer sammelten die Zapfen und ernteten die Samen als Nahrung. Um die Zapfen von hohen Bäumen zu holen, wurden diese mit stumpfen Pfeilen beschossen. Die Samen wurden zum Essen geröstet.

Von den nach Brasilien kommenden Europäern wurde schnell der Wert des Nutzholzes der Brasilianischen Araukarie erkannt. Waldgebiete wurden ab 1511 und im 18. Jahrhundert freigegeben. Daraufhin wurden die Araukarien-Urwälder schnell gerodet; das Holz wurde vor allem im Schiffbau und als Bauholz verwendet. Ein noch radikalerer Urwaldverlust setzte mit der Einführung der Eisenbahn und später der großen Lastwagen ein. Dadurch kam es zu einer schnellen Vernichtung der Urwälder von den 1870er bis zu den 1940er Jahren. Danach wurden für die Holzproduktion hauptsächlich Forstkulturen angepflanzt, und dies nicht nur in Brasilien, sondern in subtropischen Gebieten weltweit.

Von wohl 75.000 Quadratkilometern ursprünglicher Urwaldvorkommen der Brasilianischen Araukarie sind etwa 4.000 Quadratkilometer erhalten geblieben. Die größten geschützten Restgebiete befinden sich in der Umgebung von General Carneiro und Bituruna. Touristisch erschlossene Vorkommen gibt es im brasilianischen Iguaçu-Nationalpark.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Bertoloni: Opusc. Sci. 3:411. 1819. Siehe Eintrag bei GRIN.
  2. Kuntze: Revisio generum plantarum 3(3):375. 1898. Siehe Eintrag bei GRIN.

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