Arawaken
Arawak-Frau von John Gabriel Stedman
Arawak-Frau (ca.1830)

Die Arawak, Aruak oder Arawaken (aus dem Lokono aru, "Cassava-Blüte") sind ein indigenes Volk an der Nordküste Südamerikas, dessen Sprache (SIL-Code [arw]) noch von 700 Menschen in Suriname und 1.500 in Guyana gesprochen wird. Im erweiterten Sinne schließt der Name alle indigenen Völker Südamerikas ein, die eine der Arawak-Sprachen sprechen.

Der Begriff wurde zunächst von den Spaniern als Bezeichnung verwendet für die Taíno auf den Großen Antillen und Bahamas (Lucayan), die Nepoya und Suppoyo auf Trinidad und die Igneri auf den Kleinen Antillen sowie sprachverwandte Gruppen (einschließlich der Lokono) entlang der Nordostküste Südamerikas (auch Brasiliens). Alle diese Völker sprachen eine Arawak-Sprache.

Während die Kariben von den Spaniern als kriegerisch charakterisiert wurden, galten die Arawak als friedliebend.

Die Taíno waren bereits nach hundert Jahren spanischer Conquista ausgerottet. Heutzutage existieren Arawak-Ethnien nur noch auf dem amerikanischen Festland.

An der Atlantikküste von Honduras, Guatemala und Belize sprechen etwa 130.000 Garífuna, welche entstanden sind aus der Vermischung von Inselkariben, den von diesen einst unterworfenen Igneri-Arawak und entlaufenen afroamerikanischen Sklaven, eine weiter entwickelte Form der Igneri-Sprache.

Die heute größte Arawak-Ethnie sind die Wayúu (Guajiro) in Kolumbien und Venezuela mit rund 300.000 Menschen. Im peruanischen Amazonasgebiet leben ungefähr 65.000 Asháninka (Campa) sowie 10.000 vor allem durch Ölbohrungen stark gefährdete Machiguenga und Yine-Arawak.

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