2e REP
Abzeichen des 2e REP

Das 2e Régiment Étranger de Parachutistes (2e REP) (2. Fallschirmjägerregiment der Fremdenlegion) ist ein Luftlande-Verband und eine Spezialeinheit der Fremdenlegion. Sein Einsatzschwerpunkt ist die Kommandokriegführung. Das Hauptquartier des Regiments befindet sich im Camp Raffalli in Calvi auf Korsika.

Inhaltsverzeichnis

Auftrag

Im Regiment mit seinen 1500 Soldaten sind alle Kommandoeinheiten der Fremdenlegion konzentriert. Es ist so gegliedert, dass es überall auf der Welt hinter den feindlichen Linien Kommandoeinsätze durchführen kann. Darüber hinaus ist das Regiment in Terrorismusbekämpfung und Geiselbefreiung ausgebildet.

Organisation

In seiner Gliederung unterscheidet sich das Regiment grundlegend von den anderen Einheiten der Legion. Es verfügt über eine Stabskompanie, die so aufgebaut ist, dass Einsätze unter eigenem Kommando überall durchgeführt werden können. Des weiteren besteht das Regiment aus vier Kampfkompanien, von denen jede eine unterschiedliche Spezialisierung hat, sowie aus einer Aufklärungs- und Unterstützungskompanie und einer Wartungs- und Instandhaltungskompanie. Alle Soldaten des Regiments sind ausgebildete Fallschirmjäger. Die Einsatzkompanien bestehen aus einer Stabsgruppe, drei Einsatzzügen mit drei Gruppen zu jeweils 11 Mann sowie einem Unterstützungszug mit zwei Milan-Panzerabwehrraketen und zwei 81-mm-Granatwerfern. Die Sprung- und Infanterie-Ausbildung ist für alle Soldaten gleich, doch jede Kompanie hat ihren eigenen Einsatzschwerpunkt; dadurch ist das Regiment äußerst flexibel. Die Ausbildung in diesen Schwerpunkten finden in der Kompanie statt.

Kompanien

1. Kompanie

Zu den speziellen Aufgaben dieser Kompanie zählen der Orts- und Häuserkampf, Nachtkampf, die Bekämpfung von Scharf- und Heckenschützen sowie die Panzerabwehr. Seit 1996 verfügt diese Kompanie über einen Zug mit 17 Hunden, die für das Aufspüren und Sichern im Häuserkampf eingesetzt werden. Das Übungsgelände dieser Kompanie ist Fraselli auf Korsika, aber auch der Übungsplatz Hammelburg der Bundeswehr wird regelmäßig aufgesucht.

2. Kompanie

Die Spezialaufgabe dieser Kompanie ist das Durchführen von alpinen Kommandoeinsätzen. Die korsischen Berge dienen als ihr Übungsgelände. Im Winter wird der Bau von Iglus geübt und das Fortbewegen auf Schneeschuhen, auf denen die Soldaten sich ebenso sicher bewegen sollen wie auf Skiern. Im Sommer erfolgt dann die anstrengende Ausbildung als Alpinist. Diese Ausbildung wird durch weitere Ausbildungsabschnitte bei der 27.Gebirgsbrigade in Montgenèvre ergänzt.

3. Kompanie

Die Aufgabe der 3. Kompanie ist das Durchführen von amphibischen Kommandoaktionen. Dazu gehören Strandaufklärung und Anlandungen von See her, aber auch Flussüberquerungen. Zu den Spezialisten dieser Kompanie gehören die Kampfschwimmer, die an den Tauchlehrgängen der Marine teilgenommen haben, aber auch die Bootsführer, die mit ihren Schlauchbooten für die Verbringung der Kompanie zuständig sind.

4. Kompanie

Die Soldaten der 4. Kompanie sind auf den Umgang mit allen Arten von Sprengsätzen geschult, sei es das Verlegen oder Entschärfen von Minen oder der Einsatz von selbstgebastelten Sprengsätzen. In dieser Kompanie sind außerdem sämtliche Scharfschützen des Regiments zusammengefasst.

5. Kompanie

Sie wurde 1994 gegründet, um die Abhängigkeit vom Brigadestab auf dem Festland zu verringern. Ihre Aufgaben bestehen in der Wartung und Instandhaltung sowie in der logistischen Versorgung des Regiments. Diese Kompanie übernimmt außerdem die Versorgung mit Materialien für den Einsatz.

Aufklärungs- und Unterstützungskompanie

Die größte Kompanie des gesamten Regiments verfügt über einen Panzerabwehrzug mit Milan-Panzerabwehrraketen, Mörserzug mit 120- und 81-mm-Granatwerfern, Luftabwehrzug mit 20-mm-Flak sowie einen Aufklärungszug.

Die Aufklärungsgruppe CRAP des 2°REP gliederte sich administrativ bis 2000 auch in die Kompanie ein, wurde hingegen 2001 in die Groupement des Commandos Parachutistes (GCP) umgewandelt, die sich verstärkt auf Terrorismusbekämpfung spezialisiert.

Rekrutierung und Ausbildung

Zuerst wird ein medizinischer Tauglichkeitstest durchgeführt. Sobald dieser Test bestanden ist, beginnt der vierwöchige Grundkurs. Er ist zeitlich ausgefüllt mit Märschen, Schießausbildungen, Seilklettern, Ausdauertests und dem Erlernen der Grundlagen des Fallschirmsprungs. Am Ende der zweiten Ausbildungswoche beginnt die Sprungausbildung. Nach sechs Sprüngen erhalten die Bewerber das begehrte Springerabzeichen. Anschließend finden zweimal im Monat Sprungübungen statt, zuerst auf Gruppen-, dann Zug- und schließlich Kompanieebene. Die weitere Ausbildung im besonderen Kompetenzbereich findet in der Kompanie statt. Andere Ausbildungsabschnitte werden auch in Dschibuti und in Französisch-Guyana durchgeführt.

Ausrüstung

  • Pistolen
    • MAB PA 15 (9 mm x 19)
  • Maschinenpistolen & PDW's
    • HK MP5, verschiedene Versionen (9 mm x 19) (SD als auch A3-A4)
    • IMI Uzi, 9 mm Parabellum (Mini/Normal Uzi mit Schalldämpfer)
  • Sturmgewehre
    • GIAT FAMAS F1(5,56 mm x 45)
    • GIAT Famas G2 (5,56 mm x 45)
  • Nachtsichtgeräte
    • Thales Lucie
    • Thales Moni
  • Maschinengewehre
    • FN Minimi (5,56 mm x 45)
    • Modell 1952 lMG (7,5 mm x 54)
  • Schrotflinten
    • diverse Typen von Mossberg und Remington
  • Scharfschützenwaffen
    • FR F2 (7,62 mm x 51)
    • Accuracy International AW .338 Lapua Magnum (8,6 mm x 69)
    • Barett M82A1 .50 BMG (12,7 mm x 99)
  • Panzerabwehrwaffen
    • LRAC F1 (89 mm)
    • RAC "Apilas" (112 mm)
    • Euromissle Milan
    • HOT
  • Unterstützungswaffen
    • Browning M2 HB .50 BMG (12,7 mm x 99)
    • Machinenkannone M621 (20 mm x 102)
    • 81 mm Mörser
    • 120 mm Brandt-Zugrohrmörser
    • Mistral FlaRak

Geschichte

Aufstellung und Einsatz in Indochina

Die ersten Fallschirmjäger der Fremdenlegion wurden im Jahre 1948 in einer eigenständigen Kompanie des 3°REI aus Freiwilligen für Indochina zusammengefasst. Einen Monat später wurde aus dieser Kompanie in Algerien ein Fallschirmjäger-Bataillon, das 1°BEP, aufgestellt. Wieder einen Monat später folgte das 2°BEP. Beide Einheiten wurden im Indochinakrieg eingesetzt. Wegen der hohen Verluste wurde 1949 ein drittes Bataillon, das 3°BEP als Reserveeinheit aufgestellt.

Schlacht von Điện Biên Phủ

Hauptartikel Schlacht von Điện Biên Phủ 1954

Sämtliche Fallschirmjäger der Fremdenlegion wurden bei der Schlacht von Điện Biên Phủ im Indochinakrieg eingesetzt. Nach dem Plan des französischen Oberbefehlshabers in Indochina, General Henri Navarre, sollte die französische Kolonie mit einem Netz von Stützpunkten unter Kontrolle gebracht werden. Wieso ausgerechnet Điện Biên Phủ für einen dieser Stützpunkte ausgewählt wurde, ist unbekannt. Nach Angaben des Oberbefehlshabers wurde das Tal von Điện Biên Phủ ausgewählt, um die Nachschubwege der Việt Minh zu unterbrechen. In der Gegend von Điện Biên Phủ gab es jedoch noch Hunderte andere mögliche Wege, durch welche die Việt Minh ihren Nachschub hätten schaffen können. Die französischen Fallschirmjäger sprangen dann im Morgengrauen über dem Tal ab, darunter auch die Einheiten der Fremdenlegion. Die Pioniere begannen anschließend sofort mit dem Bau einer Start- und Landebahn. Mit Hilfe dieser Landebahn wurden weitere Truppen und weiteres Material angeschafft. Der Stützpunkt wurde ausgebaut. Die behelfsmäßigen Bunker, die von den Legionären gebaut wurden, waren jedoch nur aus Erde und Holz und nicht gegen den Beschuss durch schwere Artillerie geschützt.

Die französischen Strategen dachten, dass es wegen des schwierigen Geländes unmöglich wäre, schwere Artillerie die umliegenden Berge hinauf zu schaffen und gegen den Stützpunkt einzusetzen. Doch den Việt Minh war es gelungen, in tagelanger Arbeit 75- und 105-mm-Geschütze, Granatwerfer und Munition in beherrschender Stellung über dem Stützpunkt in Stellung zu bringen und diesen unter Beschuss zu nehmen. Hinzu kamen massive Bodenangriffe. Die Legionäre wurden aufgerieben und der Stützpunkt ging verloren.

Algerien

Nach dem verlorenen Indochinakrieg wurde das 3°BEP aufgelöst und die anderen beiden Bataillone wurden zu Regimentern, dem 1°REP und dem 2°REP, erweitert, anschließend wurden die Einheiten zurück nach Algerien verlegt. Dort kämpften sie kurz darauf im Algerienkrieg von 1955 bis 1962. Als die französische Regierung unter Charles de Gaulle 1961 bekannt gab, sich aus Algerien zurückziehen zu wollen, kam es zu einer Meuterei, an der auch das 1°REP beteiligt war. Diese Meuterei scheiterte und das 1°REP wurde als Konsequenz aufgelöst. Das 2°REP wurde nach Korsika verlegt und 1967 der 11° Division Parachutiste unterstellt.

1960er Jahre bis heute

Seit Ende des Algerienkrieges war das 2°REP an jeder Intervention der französischen Streitkräfte beteiligt. Heute untersteht das Regiment der 11° Brigade Parachutiste. Das Hauptquartier des Regiments befindet sich heute in Calvi auf Korsika. Auf Korsika findet auch die Ausbildung statt.

Liste der Einsätze des 2°REP von den 1960er Jahren bis heute

  • 1969: Erster Einsatz im Tschad
  • 1976: Zusammen mit der GIGN Geiselbefreiung in Dschibuti
  • 1978: Zweiter Einsatz im Tschad
  • 19. Mai 1978: Die Legionäre befreien im damaligen Zaire mehr als 2000 europäische Geiseln aus der Hand von Rebellen - Schlacht um Kolwezi
  • 1982: Einsatz in Beirut
  • 1984: Dritter Einsatz im Tschad
  • 1987: Vierter Einsatz im Tschad
  • 1990: Einsatz in Ruanda
  • 1991: Teilnahme an der Operation Daguet im zweiten Golfkrieg
  • 1993: Einsatz in Somalia und Bosnien
  • 1995: Zweiter Einsatz in Bosnien
  • 1996: Fünfter Einsatz im Tschad
  • 1997: Teilnahme an der Operation Pelikan, einer Geiselbefreiung im Kongo

Bilder der Schlacht um Kolwezi, 1978

Verweise

Literatur

  • Der Cafard-Als Fallschirmjäger bei der Fremdenlegion, Motorbuch-Verlag, ISBN 3-613-01795-4
  • Die Enzyklopädie der Spezialeinheiten, Moewig-Verlag ISBN 3-8118-1895-3

Weblinks


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