Arbeit (Betriebswirtschaftslehre)

Arbeit im Sinne der Betriebswirtschaftslehre weist monetäre und personalwirtschaftliche Aspekte auf. Hinzu kommt das Arbeitsstudium. Der Begriff Arbeit in der BWL entstand aus der Betrachtung der Kostengütermenge Arbeit.[1]

Inhaltsverzeichnis

Monetäre Dimension

In der Betriebswirtschaftslehre sind Arbeitsentgelte Kosten der Unternehmung und gehen entsprechend in ihre Bilanz ein. Weltanschaulich strittig ist, ob der Gewinn des Unternehmers – gleichgültig, worauf er wirtschaftlich zurückgeht – Unternehmerlohn sei, also ein Arbeitsentgelt. Kostentheoretisch fiele der Unternehmerlohn des Einzelunternehmers (auch z.B. des Komplementärs einer KG) in Gestalt kalkulatorischer Kosten immer an, auch bei einem Bilanzverlust, und er erlaubt mithin auch, Scheingewinne aufzudecken.

Personalwirtschaftliche Dimension

Das betriebliche Personalwesen hat zur Aufgabe, das Transformationsproblem der Arbeit zu lösen. Mittels einer Steigerung des Wohlbefindens der Mitarbeiter soll die Arbeitsproduktivität gefördert werden. Zu den Hauptfunktionen zählen Personalführung und Personalverwaltung.

Umfrage 'was ist "gute" Arbeit' im Büro?

Über 90 Prozent aller repräsentativ befragten Büroangestellten finden ihr zuverlässiges Gehalt am wichtigsten. Kaum weniger wünschen "Spaß" bei der Arbeit zu haben. Mehr als 80 Prozent der Befragten wollen vom Chef "als Mensch" behandelt sein - die Hälfte findet den Umgang nicht nur fachlich unterstützend. Über bzw. knapp unter 70 Prozent wollen die Arbeitsweise mit prägen bzw. eigene Fähigkeiten entwickeln können (tatsächlich hatten 62 Prozent im Jahr davor keine wegweisende Weiterbildung). 83 Prozent haben unterstützende Kollegen. Über 70 Prozent können sich mit ihrer Arbeit "identifizieren". (Fast siebeneinhalbtausend Befragte 12/2004, Veröffentlichung sukzessive; Internationales Institut für empirische Sozialökonomie (INIFES) et. al.).

In Deutschland wurde 2007 erstmals der DGB-Index Gute Arbeit erhoben.

Arbeit im Arbeitsstudium

Der REFA-Verband definiert Arbeit im Sinne des Arbeitsstudiums als

„Arbeit im Sinne des Arbeitsstudiums ist die Erfüllung der Aufgabe eines Arbeitssystems durch das Zusammenwirken von Mensch und Betriebsmittel mit dem Arbeitsgegenstand“

REFA[2]

Somit ist Arbeit in diesem Sinne eine sinnvolle, zielgerichtete Tätigkeit, die auf die Erstellung von Gütern oder Dienstleistungen abzielt.

Die Unterteilung in (vorwiegend) muskuläre und (vorwiegend) geistige Arbeit verliert im Zuge der Mechanisierung immer mehr an Bedeutung, obwohl es auch heute noch Arbeitsaufgaben gibt, die erhebliche Anforderungen an die Physis des Arbeitenden stellen. Nach den Arbeitsaufgaben gliedert Laurig[3]

Arbeitsform
nach Laurig[3]
Energetische Arbeit
(Erzeugen und Abgeben von Kräften)
Informatorische Arbeit
(Verarbeiten und Erzeugen von Informationen)
muskuläre Arbeit sensumotorische Arbeit reaktive Arbeit kombinatorische Arbeit schöpferische Arbeit
Wodurch wird die Arbeitsaufgabe charakterisiert? Hilfsfrage: Was wird vom Menschen verlangt? Abgeben von Muskelkräften, häufig als "Arbeit" im Sinne der Mechanik, d. h. Bewegung von Massen durch Muskelkraft Hand- und/oder Armbewegungen mit bestimmter Genauigkeit ausführen, Kräfte sind dabei nicht von Bedeutung Informationen aufnehmen und verarbeiten, gegebenenfalls reagieren Informationen aufnehmen, verarbeiten, in andere Informationen umsetzen und abgeben Informationen erzeugen und gegebenenfalls abgeben.
Wodurch ist die Wirkung charakterisiert? Hilfsfrage: Welche Organe werden überwiegend durch die Arbeitsaufgabe beansprucht? Muskeln, Sehnen, Kreislauf, Atmung, Skelett Muskeln, Sehnen, Sinnesorgane Sinnesorgane (Muskeln) Sinnesorgane, "geistige Fähigkeiten" "geistige Fähigkeiten"
Beispiele Tragen von Lasten, Sand schaufeln Montagearbeit, Stricken Kontrollieren, Überwachen Telefonieren, Programmieren Erfinden, Probleme lösen

Das Arbeitsstudium gliedert den Begriff Arbeit in drei Kategorien:[4]

  • Das Arbeitsverfahren beschreibt die technischen Mittel, die zur Erfüllung der Arbeitsaufgabe eingesetzt werden.
  • die Arbeitsmethode beschreibt den Soll-Ablauf, der zur Erfüllung der Aufgabe erfüllt werden muss.
  • Die Arbeitsweise wiederum ist die individuelle Ausführung der Arbeitsaufgabe durch die jeweilige Arbeitsperson.

Diese Dreiteilung ist ein Bestandteil einer Zeitstudie und somit ein zentraler Bestandteil für die Arbeitsbewertung.

Das Ende der Arbeit

Nach Auffassung des US-Ökonomen Jeremy Rifkin in seinem Buch Das Ende der Arbeit wird durch die digitale Revolution langfristig die Arbeit verschwinden. Daraus stellt sich die Frage, womit ein Mensch seinen Lebensunterhalt bestreiten soll.[5][6] Rifkin nannte hierzu einen Ausbau des Nonprofitsektors, eine Steuerumschichtung mit einer stärkeren Besteuerung von natürlichen Ressourcen und Zeitdollar-Initiativen als geeignete Ansätze.[7]

Richard Buckminster Fuller stellte in seinem Buch Critical Path (1981) fest: Arbeitslosigkeit beruhe unmittelbar auf der technischen Möglichkeit einer Ephemerisierung. Ähnlich äußert sich Norbert Wiener, ein Mitbegründer der Kybernetik, der 1947 darauf hinwies, dass der Fortschritt in der Computertechnik Massenarbeitslosigkeit auslösen werde.

Der französische Sozialphilosoph André Gorz meint ebenfalls, dass seit Jahrhunderten immer mehr Arbeiten durch Maschinen übernommen werden. Der dadurch bewirkte Anstieg der Produktivität führe dazu, dass selbst bei zunehmender Produktion weniger menschliche Arbeitskraft benötigt wird. Die Vorstellung von Vollbeschäftigung werde zur Illusion. Deshalb befürwortet Gorz ein Grundeinkommen, welches ermöglicht, zu leben, ohne zu arbeiten. Jeder Mensch erhalte eine monetäre Grundlage, sich selbst zu verwirklichen. [8]

Vater George Jetson musste in einer amerikanischen SF-Zeichentrickfilmserie der siebziger Jahre nur neun Stunden pro Woche arbeiten. Was sich heute als eine eher anekdotische Anmerkung darstellt, ist ein Beispiel für die damalige von vielen auch ernsthafteren Zukunftsfiktionen geweckte Hoffnung auf ein Fortschrittsversprechen: Der Mensch werde sich mit seinen Hilfsmitteln von Arbeit befreien und dabei an Lebensqualität gewinnen. Was damals Hoffnung war, scheint heute eher als Bedrohung gesehen zu werden.

Siehe auch: Arbeitslosigkeit#Technischer Fortschritt und Arbeitsgesellschaft#Arbeit und Fortschritt der Technik

Weblinks

Belege

  1. Gabler Wirtschaftslexikon, 14 Aufl., S. 176
  2. REFA (1971) Methodenlehre des Arbeitsstudiums, Teil 1 Grundlagen; Carl Hanser, München (ISBN 3-446-14234-7), S. 12 ff.
  3. a b Wolfgang Laurig (1982) Grundzüge der Ergonomie, Einführung, 2. Auflage, Beuth Verlag GmbH, Berlin; zitiert in REFA (1984) Methodenlehre des Arbeitsstudiums: Teil 1, Grundlagen, Carl Hanser Verlag, München ISBN 3-446-14234-7; S. 132
  4. REFA (1984) Methodenlehre des Arbeitsstudiums – Teil 1: Grundlagen, Carl-Hanser-Verlag, München, ISBN 3-446-14234-7; Seite 107
  5. Stuttgarter Zeitung, 29. April 2005: Interview über das Ende der Arbeit mit Jeremy Rifkin.
  6. Jeremy Rifkin, Das Ende der Arbeit, ISBN 3-596-16971-2, S. 205-208.
  7. Stuttgarter Zeitung, 29. April 2005: Interview über das Ende der Arbeit mit Jeremy Rifkin, S. 4
  8. http://www.attac.de/frankfurt/x_docs/Gorz-Referat.doc.

Literatur

  • Sebastian Budde: Arbeitslosigkeit und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft. Grin Verlag, München, 2009. ISBN 9783640253210

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