Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval

Die Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval e. V. (AKK) ist die Dachorganisation für 42 Karnevals- und Möhnengesellschaften der Stadt Koblenz mit insgesamt über 10.000 Mitgliedern. Zweck der AKK ist die Förderung des heimatlichen Brauchtums, der moselfränkischen Mundart und des volkstümlichen Karnevals. Das Dach über allen ihr angeschlossenen Karnevalsgesellschaften der Stadt.

Die meisten Koblenzer Karnevalsgesellschaften haben sich verbrüdert, sind in der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval zusammengeschlossen. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Karnevalisten bei den ersten, denen es gelang, durch die französische Besatzungsverwaltung die Wiederzulassung von öffentlichen Veranstaltungen zu erlangen. Schon waren sich die Experten der Rhein-Mosel-Stadt einig: Falls ein neuer Start mit dem Brauchtum, dann nur, wenn die Angelegenheit durch eine Dachorganisation gelenkt wird. Die Koblenzer sind nämlich mit Recht der Meinung, dass nur durch die Zusammenarbeit aller Vereine die Interessen des einzelnen gefördert werden können, der Mitglied in diesem Ausschuss, der späteren Gemeinschaft ist.

In den damaligen Statuten hieß es: Nur so kann das alte heimatliche Volksfest gestaltet werden. Unter dem Dach des Arbeitsausschuss Koblenzer Karneval begann das närrische Treiben ab 1949. Daraus entwickelte sich 1955 die Interessengemeinschaft Koblenzer Karneval, die dann schließlich 1962 in Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval e. V., kurz AKK, umbenannt wurde.

Geburtshelfer dieses ersten Arbeitsausschusses waren prominente Karnevalisten:

  • Jupp Thunert, Präsident der Funken Rot-Weiß,
  • Jupp Dommermuth, Vizepräsident der Großen Koblenzer Karnevalsgesellschaft
  • Peter Seelig, Kommandant der Prinzengarde Blau-Weiß im Verband der Großen,
  • Willi Lindner, Präsident der Großen,
  • Jupp Becker, Präsident der Karnevalsgesellschaft Gelb-Rot,
  • Willy Lescrinier, Kommodore des Alt-Herren-Corps, und
  • Toni Molitor, Präsident der Gesellschaft Grün-Weiß.

Die AKK bestand aus drei Organen, dem Vorstand, der Delegiertenversammlung und dem Ehrenausschuss. Der Vorstand hatte zum damaligigen Zeitpunkt einen Präsidenten, einen Vorsitzenden, einen Stellvertreter, den Geschäftsführer, den Schatzmeister, den Protokollführer und den künstlerischen Beirat, der wiederum drei Beisitzer hatte. Der Ehrenausschuss setzte sich aus verdienten Koblenzer Bürgern zusammen, die bereit waren, dem Karneval zum Ansehen zu verhelfen und an der Gestaltung des heimatlichen Brauchtums mitzuwirken. Die Mitglieder dieses Ehrenausschusses wurden von dem Präsidenten höchstpersönlich berufen.

Mit der Satzung vom Mai 1990 entfiel der Ehrenausschuss, sodass nur noch die Deligiertenversammlung und der Vorstand Organe der AKK sind. Der Vorstand besteht aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten, dem Schatzmeister, dem Protokollchef, dem Künstlerische Beirat und bis zu 6 Beisitzer für verschiedene Funktionen.

Jeder angeschlossene Verein entsendet zur Arbeitsgemeinschaft Delegierte. Diese sind bei den Zusammenkünften für ihren Verein stimmberechtigt. Die Zusammenkünfte heißen laut Satzung Delegiertenversammlungen.

Selbstverständlich verleiht die Arbeitsgemeinschaft eigene Orden. Der Große AKK-Verdienstorden zählt zu den wertvollsten Auszeichnungen im Koblenzer Karneval. Er wird in jedem Jahr gem. AKK-Vorstandsbeschluss höchstens dreimal verliehen. In der Regel werden auf Antrag der Vereine während der Session die AKK-Halsorden verliehen.

Die AKK richtet u. a. die spektakulären Veranstaltungen während der Session aus. Dazu gehören:

  • die Wahl des Prinzen und der Confluentia,
  • die Sessionseröffnung am 11.11. um 11.11 Uhr auf dem Jesuitenplatz,
  • die Vorstellung der närrischen Repräsentant der Stadt Koblenz,
  • vor der örtlichen Presse und damit vor der Öffentlichkeit,
  • die feierliche Inthronisation des Prinzen und der Confluentia mit großem Rahmenprogramm in der Rhein-Mosel-Halle,
  • die Sitzungen für Menschen mit Behinderungen für die Stadt Koblenz in der Rhein-Mosel-Halle
  • das Schängelschiff (früher den Schängelexpress),
  • die Vereidigung der närrischen Garden, die mit dem Prinzen in die großen Schlachten ziehen,
  • der Erstürmung der Bundeswehr,
  • der Sturm auf das Rathaus mit Übergabe des Stadtschlüssels durch den OB
  • der Rosenmontagszug.

Die AKK erfüllt noch eine andere angenehme und auch schwere Aufgabe. Wenn alles vorüber ist, setzt sich eine Jury, der auch der Koblenzer OB, die Presse und Vertreter von drei AKK-Vereinen angehören, an den runden Tisch und beurteilen die schönsten, größten und vor allem die witzigsten und originellsten Wagen, Fußgruppen und sogar Einzelpersonen, die im Rosenmontagszug gesehen worden sind. Danach werden die Preise verteilt. In der Regel vier. Es gibt Pokale und Geldpreise für die Besten. Damit es in den Sommermonaten nicht langweilig wird, wird der traditionelle AKK-Frühschoppen in Juni im Weindorf ausgerichtet, bei dem dann auch die Preisverleihung für die Gewinner des Rosenmontagszuges erfolgt.

Im Frühjahr 2001 wurde das Rheinsche Fastnachtsmuseum durch den Förderverein Rheinsches Fastnachtsmuseum e. V. feierlich eröffnet . Hier wird den Besuchern der rheinische Karneval von Basel bis Köln in einer Ausstellung auf zwei Etagen näher gebracht. Seit 2004 steht das Museum unter der Verwaltung der AKK.

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