Arbeitskreis Oleftalbahn
Oleftalbahn
Strecke der Oleftalbahn
Kursbuchstrecke (DB): 432
Streckenlänge: 17,2 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Legende
Strecke – geradeaus
Eifelstrecke von Trier
Bahnhof, Station
0,0 Kall (Inselbahnhof)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Eifelstrecke nach Euskirchen
Haltepunkt, Haltestelle
2 Kall-Anstois-Mastert
Haltepunkt, Haltestelle
5 Gemünd-Mauel
Bahnhof, Station
5,9 Gemünd
Tunnel
Gemünder Tunnel (124m)
Haltepunkt, Haltestelle
8 Gemünd-Nierfeld
Haltepunkt, Haltestelle
9,0 Olef
Bahnübergang
Ortsdurchfahrt Olef
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
10,3 Schleiden-Höddelbusch (ehem. Panzerverladung)
Haltepunkt, Haltestelle
11,7 Schleiden-Rathaus (seit 2006, nicht nutzbar)
Bahnhof, Station
12,0 Schleiden (Eifel)
Haltepunkt, Haltestelle
13 Schleiden-Wiesgen (nicht genutzt)
Haltepunkt, Haltestelle
14 Oberhausen (Eifel) (seit 13. Dezember 2008)
15,6 Blumenthal (Eifel) (ab Mai 2009)
17,2 Hellenthal (ab September 2009)

Die Oleftalbahn (auch Flitsch genannt) zweigt in Kall nordwärts von der Eifelbahn ab und führt als eingleisige Nebenbahn über Schleiden nach Hellenthal. Die Bahnstrecke besitzt gegenwärtig vor allem Bedeutung für den Touristikbahnverkehr. Es gibt außerdem Bestrebungen, den 1981 eingestellten Schienenpersonennahverkehr (SPNV) zu reaktivieren.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bahnhof Hellenthal
Ortsdurchfahrt Olef der „Flitsch“

Die Strecke wurde am 8. März 1884 eröffnet. Grund für den Bau waren nicht nur lokale Bedürfnisse, sondern auch die strategische Bedeutung.

Personenverkehr

Am 30. Mai 1981 wurde trotz starker Proteste der Bevölkerung – die unter anderem versuchte, auf dem Dorfplatz von Olef den letzten Zug an der Weiterfahrt zu hindern – der regelmäßige Personenverkehr von der damaligen Deutschen Bundesbahn eingestellt.

Bemühungen zur Reaktivierung des SPNV

1995 gründete sich die örtliche Bahninitiative Bahn- und Businitiative Schleidener Tal e. V.(BuBI), die sich seit dieser Zeit um die Wiederaufnahme des Schienenpersonennahverkehrs im Schleidener Tal bemüht.

1998 wurde die Reaktivierung der Oleftalbahn in den ÖPNV-Bedarfsplan des Landes Nordrhein-Westfalen als Modellprojekt im ländlichen Raum mit höchster Priorität aufgenommen, 1999 beschloss der Kreistag ein Betriebs- und Finanzierungskonzept und 2000 meldete der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) das Streckenvorhaben beim Land an, sodass es in die erste Stufe des Ausbauplans aufgenommen wurde.

Die Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE, Sitz in Bonn) betreibt seit 1999 Teile der Trasse zwischen Schleiden-Höddelbusch und Schleiden Bf.

Nachdem aber der Landtag 2001 eine grundsätzliche Neubewertung aller Schienenprojekte im Rahmen der sogenannten Integrierten Gesamtverkehrsplanung IGVP beschlossen hatte, lag die Reaktivierung auf Eis. Angeregt durch den neuen Verkehrsminister Oliver Wittke wurde die Strecke gegen alle vorgetragenen Einwände 2006 aus dem ÖPNV-Bedarfsplan des Landes herausgenommen.

Im Jahr 2006 wurde ein Teil des Streckenabschnitts zwischen Schleiden-Höddelbusch und Schleiden Bahnhof im Rahmen eines Straßenbauprojektes auf der Bundesstraße 265 (vorübergehend bis Ende 2007) asphaltiert und in eine Behelfsstraße umgewandelt. Die Straße ist mittlerweile zurückgebaut, die Wiederinbetriebnahme der Signalanlagen wird im November 2008 durchgeführt.

Seit 1. November 2008 ist die RSE das Eisenbahninfrastrukturunternehmen für die Strecke zwischen Kall und Schleiden-Oberhausen (km 0,449–km 15,005). Der Eisenbahnbetrieb ist zurzeit bis Oberhausen möglich. Das Gleis zwischen Schleiden und Oberhausen wurde am 22. Oktober 2008 wiedereröffnet. Die restlichen 2,2 km zwischen Oberhausen und Hellenthal sind seit 1997 stillgelegt. Die RSE will die gesamte Trasse bis Hellenthal im nächsten Jahr übernehmen.[1]. Seit dem 11. Dezember 2008 hat die RSE auch die verbleibende Trasse zwischen Schleiden-Oberhausen und Hellenthal übernommen. Die ersten Züge werden im Sommer 2009 wieder die Trasse befahren.[2][3]

Ausflugsverkehr

Wegen des 2004 neu eingerichteten Nationalparks Eifel unterstützte das Land den Tourismus zunächst durch ein Zweijahresprogramm für den Personenverkehr in der Ausflugssaison an Sonn- und Feiertagen. Endeten die Fahrten 2004 im Ortsteil Gemünd, so wurden sie 2005 bis Schleiden Bf weitergeführt. Der SPNV wurde vom VRS organisiert und von der Rurtalbahn GmbH durchgeführt. Am 16. Oktober 2005 wurde allerdings der Ausflugs-Regelverkehr beendet.

Im Jahr 2006 wurde dieser Verkehr von einigen Eisenbahnfreunden des Arbeitskreises Oleftalbahn wieder aufgenommen. Die Hochwaldbahn stellte dazu einen Schienenbus zur Verfügung.

Seit 2008 fährt der Verein BuBI die Ausflugsverkehre in Zusammenarbeit mit der RSE.

Das Rheinische Amt für Denkmalpflege sieht die Unterschutzstellung der Oleftalbahn wegen der herausragenden historischen Bedeutung vor.

Güterverkehr

Bis zum 28. Mai 1994 gab es regelmäßigen Güterverkehr bis Hellenthal, danach nur noch Militärverkehr bis Schleiden-Höddelbusch (Panzerverladerampe), der Ende 2005 eingestellt wurde, da der Truppenübungsplatz Vogelsang zum 1. Januar 2006 in eine zivile Nutzung überführt wurde. Die RSE prüft, ob in Zukunft der Güterverkehr (vor allem für Holztransporte) wieder aufgenommen werden kann.

Daten

Eine Dampflokomotive fährt mit einem Sonderzug auf der Oleftalbahn in den Bahnhof Schleiden ein
Haltepunkt Schleiden Rathaus, ersetzte 2006–07 den Bahnhof Schleiden
  • 8. März 1884: Eröffnung
  • 18. Mai 1981: Einstellung des regelmäßigen Personennahverkehrs (SPNV)
  • 5. Dezember 1997: Stilllegung der Trasse von Schleiden-Höddelbusch bis Hellenthal (Ende)
  • Sommerferien 1998 und 1999 DB-Bahntours-Dampflokprogramm an Wochenenden bis Schleiden Bahnhof
  • 27. Juli 1999: Wiederaufnahme des Trassenbetriebs von Schleiden-Höddelbusch bis Bahnhof Schleiden durch RSE
  • 30. Mai 2004: Reaktivierung Personenverkehr Kall–Gemünd, Touristenverkehr sonn- und feiertags im Stundentakt (RTB)
  • 1. Mai 2005 bis 16. Oktober 2005 (Saisonende): Kall–Schleiden, Touristenverkehr sonn- und feiertags im Zweistundentakt (RTB)
  • 25. Mai 2006 bis 27. August 2006 (Saisonende): Kall–Schleiden, Touristenverkehr sonn- und feiertags (HWB)
  • ab 28. Mai 2007 bis Saisonende: Kall–Schleiden, Touristenverkehr sonn- und feiertags im Zweistundentakt (HWB)
  • ab 25. Mai 2008 bis 26. Oktober 2008: Kall–Schleiden, Touristenverkehr sonn- und feiertags im Zweistundentakt (RSE)
  • ab 1. November 2008 hat die RSE Strecke Kall–Schleiden-Oberhausen von DB Netz gepachtet und hat für 50 Jahre die Betriebgenehmigung[1]
  • ab dem 11. Dezember 2008 wurde der RSE eine fünfzigjährige Betriebsgenehmigung für den weiteren Streckenverlauf zwischen Schleiden-Oberhausen und Hellenthal erteilt.[2]

Arbeitskreis Oleftalbahn

Der Arbeitskreis Oleftalbahn (AK OTB) gründete sich am 7. April 2006 auf einer Veranstaltung in Kall zunächst unter dem Dach der Bahn- und Businitiative Schleidener Tal e. V. (BuBI). Sein Zweck war die Fortführung der touristischen Verkehre auf der Oleftalbahn, welche das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) nur in einem Zweijahres-Pilotbetrieb bis zum 16. Oktober 2005 gefördert hatte. Zudem drohte sogar die Stilllegung des Trassenbetriebs, nachdem das Königreich Belgien Güterverkehr zum 31. Dezember 2005 abbestellt hatte.

Am 24. November 2006 beschlossen die BuBI und der AK OTB gemeinsam die Neugründung eines Eisenbahnvereins, der sein Operationsgebiet auch auf andere Nebenbahnen der Eifel ausdehnte. Die BuBI sollte dagegen auf das Schleidener Tal beschränkt bleiben. Sie widmet sich neben den Eisenbahnaufgaben auch allgemeinen Aufgaben des ÖPNV. Da die Vereine aber im Wesentlichen gemeinsame Zielsetzungen verfolgen, wurde eine weitestgehende Kooperation vereinbart.

Am 10. Februar 2007 gründete sich der neue gemeinnützige Verein Arbeitsgemeinschaft Eifel-Nebenbahnen, der die beiden Arbeitskreise AK Oleftalbahn und IG Westeifelbahn umfasst.

Einzelnachweise

  1. a b Vgl. Gudrun Klinkhammer, RSE übernimmt die Trasse, euskirchen-online.de, 29. Oktober 2008.
  2. a b Rhein-Sieg-Eisenbahn – Ein Zug nach Hellenthal, KSTA.de, Kölner Stadtanzeiger, 13. Dezember 2008.
  3. http://www.euskirchen-online.ksta.de/html/artikel/1231945334849.shtml Im Sommer rollt der Zug wieder

Weblinks


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