Arbeitspsychologische Handlungstheorie

Die Handlungsregulationstheorie (HRT) oder arbeitspsychologische Handlungstheorie stellt ein Handlungsmodell bereit, das auf Zielen basiert, Pläne zur Realisierung der Ziele verwendet und in das während der Realisierung Rückmeldung aus der Umwelt einfließt, die zur Korrektur der Pläne und Handlungen führen kann. Handlungen sind dabei hierarchisch aufgebaut, d.h. sie bestehen aus Teilhandlungen, Bewegungen usw. Darüber hinaus wird zwischen mehr oder weniger unbewussten (automatisierten) und bewussten, durch das Denken gesteuerten Handlungen unterschieden. Sie wird umfassend in Hacker (2005) dargestellt.

Das von der Handlungsregulationstheorie bereitgestellte Handlungs-Modell erklärt einerseits den Zusammenhang von Denkprozessen und Handeln (besser als etwa das rein kognitive Modell das vermag), andererseits ist es aber auch in der Lage, so unterschiedliche Handlungen wie automatisierte Bewegungen und komplexes, planvolles Agieren zu erfassen. Die zu Grunde gelegten Konzepte (Tätigkeit, Handlung bzw. Teilhandlung, Operationen) basieren auf der hierarchisch-sequentiellen Tätigkeitsorganisation, die bereits in der allgemeinen Tätigkeitstheorie von Alexej Leontjew als Vertreter der kulturhistorischen Schule formuliert wird (siehe auch: Aktivitätstheorie).

Im Gegensatz zu kognitionspsychologischen Ansätzen erfasst die Handlungsregulationstheorie die Ebene des äußeren Handelns (etwa durch sensorische oder motorische Akte) und die Nutzung von Werkzeugen in Arbeitsprozessen. Aufbauend auf der Handlungsregulationstheorie wurden Instrumente zur Analyse von Arbeitstätigkeiten geschaffen, wie z. B. das Tätigkeitsbewertungssystem und VERA / RHIA[1].

Literatur

  1. Oesterreich, R.; Leitner, K.; Resch, M.: Analyse psychischer Anforderungen und Belastungen in der Produktionsarbeit : Das Verfahren RHIA/VERA-Produktion. Göttingen: Hogrefe, 2000.
  • Hacker, W.: Allgemeine Arbeitspsychologie : Psychische Regulation von Wissens-, Denk- und körperlicher Arbeit. 2. Aufl. Bern: Huber, 2005.

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