Arbeitswertlehre

Die Arbeitswerttheorie (Kurzform AWT, auch Arbeitswertlehre) ist eine historische Preisbildungstheorie, zu der insbesondere William Petty, Adam Smith und David Ricardo beigetragen haben. Von Karl Marx wurde sie in erweiterter Form zur theoretischen Grundlegung seiner politischen Ökonomie, insbesondere der Mehrwerttheorie eingesetzt. Der Wert einer Ware wird dieser Theorie zufolge durch die zur Produktion notwendige Arbeitszeit bestimmt, wobei der Gebrauchswert Bedingung dafür ist, dass eine Ware Wert hat.

Inhaltsverzeichnis

Ökonomische Begründung und Kritik

Vollauslastung des knappen Produktionsfaktors

Geht man von der Vollauslastung des Produktionsfaktors Arbeit aus, ergeben sich „Arbeitswerte“ beinahe tautologisch. Zieht man Arbeit von der Produktion eines Gutes ab, um mit dieser Arbeit mehr von einem anderen Gut zu produzieren, dann „tauschen“ sich diese beiden Gütermengen gemäß der zu ihrer Produktion nötigen Arbeitszeit. Unterstellt man, dass Märkte zu einer Vollauslastung des Produktionsfaktors Arbeit führen, dann spiegeln die Tauschverhältnisse der Märkte eben diese „Arbeitswerte“, wie sie durch eine Transformationskurve dargestellt werden, wider.

Andere Produktionsfaktoren

Allerdings können neben Arbeit auch andere Produktionsfaktoren den knappen Faktor bilden, z. B. der Produktionsfaktor Boden. Dann würden sich gemäß einer Transformationskurve „Bodenwerte“ ergeben. Wieder anders ist es, wenn mehrere Produktionsfaktoren in der Produktion zusammen wirken und der eine Faktor durch einen anderen substituiert werden kann, wenn z. B. weniger Arbeit, dafür mehr Maschinen eingesetzt werden.

Marginalprinzip

Wird beispielsweise die Produktion von Gut 1 von 100 auf 99 Produkte vermindert, dann werden so (beispielhafte Annahme) vom Produktionsfaktor Arbeit 10 Arbeitsminuten weniger und vom Produktionsfaktor Boden 8 Dezimeter weniger benötigt. Diese freigesetzten Kapazitäten können jetzt dazu dienen mehr von Gut 2 zu produzieren, also beispielsweise statt bisher 140 Produkte jetzt 147 Produkte von Gut 2.

Es werden also ein Produkt von Gut 1 gegen 7 Produkte von Gut 2 „getauscht“. Sowohl für ein Produkt von Gut 1 als auch für 7 Produkten von Gut 2 werden 10 Arbeitsminuten und 8 Dezimeter Boden benötigt. Es gelten sozusagen zwei Wertgesetze gleichzeitig. Die Güter tauschen sich sowohl gemäß der für die Produktion benötigten Arbeitszeit als auch gemäß dem zur Produktion benötigten Boden. Dem Produktionsfaktor Arbeit kommt keine besondere Vorrangstellung zu, was ein Einwand gegen die Arbeitswertlehre ist.

Diese benötigten Einsatzmengen werden in der Regel auch als abhängig von der Produktionsmenge angenommen. Wird beispielsweise die Produktion von Gut 1 von 50 auf 49 Produkte vermindert, dann werden jetzt z. B. 6 Minuten Arbeitszeit und 5 Dezimeter Boden frei, womit dann die Produktion von Gut 2 vielleicht von 90 auf 100 erhöht werden kann. Eine „Arbeits-„ oder „Bodenwertlehre“ gilt strenggenommen nur marginal, für die jeweils zuletzt gerade noch produzierten Produkte (siehe Grenzproduktivität).

Nutzenfunktion bzw. subjektive Wertlehre

In der Mikroökonomie ist die verfügbare Arbeitsmenge nicht einfach gegeben, sondern selbst das Ergebnis eines subjektiven Entscheidungsprozesses der Haushalte. Die Haushalte teilen die ihnen zur Verfügung stehende Gesamtzeit (24 Stunden am Tag) auf Freizeit und auf Arbeitszeit auf. Die Freizeit schafft unmittelbar Nutzen, die Arbeitszeit schafft indirekt Nutzen, weil durch sie Geld verdient wird, mit dem zu gegebenen Preisen Konsumgüter gekauft werden können, die dann das Nutzenniveau des Haushalts erhöhen.

Die Optimierungsaufgabe für die Haushalte besteht darin, gemäß ihrer Nutzenfunktion ihre Gesamtzeit so auf Freizeit und Arbeitszeit aufzuteilen, dass das Nutzenniveau durch die so gewählten Mengen an Freizeit und Konsumgütern maximiert wird.

Die Zielfunktion, die es zu maximieren gilt, sind die subjektiven Nutzenfunktionen der Haushalte oder eine gemeinsame Nutzenfunktion des Gemeinwesens (demokratisch oder diktatorisch festgelegt). Auch in diesem Falle ergeben sich aber bei effizientem Einsatz des Produktionsfaktors Arbeit „Tausch“-Verhältnisse gemäß den benötigten Arbeitszeiten (genau genommen den benötigten marginalen Arbeitszeiten) oder „Arbeitswerte“. Maßgebliche Zielfunktion ist aber der Nutzen.

Zwischenergebnis

Würde man beobachten, dass sich auf den Märkten Waren im Verhältnis zur zu ihrer Herstellung notwendigen Arbeitszeit tauschten, widerspräche dies nicht der orthodoxen Lehrmeinung mit folgenden Einschränkungen:

1) Nach dem Marginalprinzip ist nicht die durchschnittliche Arbeitszeit, sondern die Grenz- oder marginale Arbeitszeit zugrundezulegen, das heißt, die Arbeitszeit, die notwendig ist, um gerade noch das letzte Stück produzieren zu können. Dabei wird angenommen, dass ceteris paribus ab einer bestimmten Produktionsmenge diese Arbeitszeit immer länger wird.

2) Im mikroökonomischen totalen Gleichgewicht, im Paretooptimum, gilt dies nicht nur für den Produktionsfaktor Arbeit, sondern simultan für alle Produktionsfaktoren. Arbeit ist also nicht besonders hervorgehoben.

3) Zudem wird bei Nutzenmaximierung so getauscht, dass der entgangene Nutzen, indem ein Gut weggegeben wird, gerade dem Nutzenzuwachs des so eingetauschten Gutes entspricht.

Besonderheiten bei Marx

Zunächst geht Marx von der Arbeitswertlehre aus zur Bestimmung der Werte der Waren. Gegenüber seinen klassischen Vorläufern glaubt er, den „Wert der Arbeit“ begrifflich genauer bestimmen zu können.[1] Er betont, dass die Arbeiter das einzige, was sie haben, ihre Arbeitskraft, wie eine Ware an die Kapitalisten verkaufen und dafür als Gegenwert genau den Wert der Arbeitskraft erhalten. Der Wert der Arbeitskraft bestimmt sich wie der Wert aller Waren. Er wird bestimmt durch die zu ihrer Herstellung benötigte Arbeitszeit. Das ist die Arbeitszeit, die zur Herstellung derjenigen Waren benötigt wird, welche der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung (zu seiner „Reproduktion“) braucht.

Durch Kauf der Arbeitskraft erhalten die Kapitalisten das Recht, den Gebrauchswert der Arbeitskraft für sich zu gebrauchen. Die Arbeiter arbeiten für die Kapitalisten. Die Arbeiter arbeiten jetzt nicht einfach solange, dass der Wert ihrer eigenen Arbeitskraft gerade wieder hergestellt wird – das würde sich für die Kapitalisten nicht rentieren – sondern sie arbeiten länger. In dieser Mehrarbeitszeit entsteht der Mehrwert. Je länger die Arbeiter arbeiten müssen, desto größer ist der Mehrwert für die Kapitalisten.

Die klassischen Ökonomen vor Marx, insbesondere David Ricardo, erklärten dies ähnlich. Marx beansprucht für sich die Entdeckung, dass im Kapitalismus Arbeit wie eine Ware - „Arbeitskraft“ - gekauft und verkauft wird, und dass sich dabei ihr Wert, wie der Wert aller anderen Waren, gemäß der Arbeitswertlehre bestimmt. Ricardo sah den Lohn als Einkommen eines Produktionsfaktors - Arbeit -, nicht als Wert einer Ware - „Arbeitskraft“.

Kapitalistisches Handeln sei auf Gewinnung dieses Mehrwerts ausgerichtet. Der Mehrwert steht im Mittelpunkt, nicht Nutzenfunktionen. Insbesondere sei die Aufteilung der Zeit auf Arbeitszeit und Freizeit nicht das Ergebnis einer freien Entscheidung der Arbeiter selbst, die so ihre Nutzenfunktion maximieren (subjektive Wertlehre), sondern das Ergebnis eines Klassenkampfes zwischen Kapitalisten, die an einer möglichst langen Arbeitszeit interessiert sind, und Arbeitern, die die zu leistende Arbeitszeit zugunsten von Freizeit möglichst gering halten wollen.

Der Mehrwert wird noch zwischen den Kapitalisten umverteilt, so dass das, was der einzelne Kapitalist erhält, nicht mit dem Mehrwert übereinstimmen muss, der in seiner Fabrik entsteht. Dies ist der Unterschied zwischen Mehrwert und Profit.

Dies liegt daran, dass der Mehrwert als solcher dem Kapitalisten wenig nützt, wenn dafür ein riesiger Kapitalaufwand notwendig ist, zum Kauf von Arbeitskraft (variables Kapital) und Produktionsmitteln (konstantes Kapital). Es kommt als auf das Verhältnis an zwischen Gewinn zu Kapitaleinsatz, auf die Profitrate.

Die Konkurrenz führe zu einem Angleichen der Profitrate zwischen den verschiedenen Branchen, da Kapital aus den Branchen mit niedrigen Profitraten abgezogen wird, was dort das Angebot vermindert, was nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage die Preise erhöht.[2] Umgekehrt ströme das Kapital in die Branchen mit hoher Profitrate, was dort das Angebot erhöht, was nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage die Preise vermindert. Tendenziell führe dies zu einem Ausgleich der Profitraten zwischen den Branchen. Die Preise in den verschiedenen Branchen, die zu einem Ausgleich der Profitraten führen, werden von Marx als Produktionspreise bezeichnet.

Es wäre nun Zufall, wenn die Preise der Waren, wie sie durch die Arbeitszeiten bestimmt werden (Arbeitswertlehre), gleich den Produktionspreisen wären. Marx nimmt daher an, dass unmittelbar die Arbeitswertlehre nicht gilt. Vielmehr kommt es zu einer Umverteilung der Arbeitswerte, einige Waren haben Preise, die größer als die Arbeitswerte sind, bei anderen ist es umgekehrt. In den einzelnen Branchen gelten die Produktionspreise, gesamtwirtschaftlich gilt die Arbeitswertlehre in dem Sinn, dass sich das Verhältnis zwischen den gesamtwirtschaftlichen Aggregaten, insbesondere Lohnsumme und Gewinnsumme, durch die dahinterliegenden Arbeitszeiten bestimme.

Marx beansprucht für sich die theoretische Erklärung, wie die Arbeitswertlehre nicht unmittelbar die Preise der verschiedenen Waren erklärt, sondern dass wegen der tendenziellen Angleichung der Profitraten zwischen den Branchen die Preise, die sog. Produktionspreise, in bestimmter Weise von den Arbeitswerten abweichen.[3] Tatsächlich finden sich aber schon bei David Ricardo ähnliche Überlegungen.
Benjamin Franklin, ein früher Vertreter der Arbeitswerttheorie

Neoricardianische Schule

Piero Sraffa [4] geht von den Produktionskoeffizienten aus: Wieviel Räder beispielsweise müssen vom Wirtschaftszweig „Räderproduktion“ an den Wirtschaftszweig „Autoproduktion“ geliefert werden, um eine bestimmte Menge an Autos zu produzieren? Die gesamte Produktion einer Volkswirtschaft ist so durch diese Produktionskoeffizienten bestimmt. Mathematisch lässt sich berechnen, in welchem Verhältnis die verschiedenen Wirtschaftszweige zueinander stehen müssen, damit alle gleichmäßig wachsen können. Dabei ergibt sich: je mehr Güter für die Löhne „verloren“ gehen, desto niedriger sind die Profite, mit denen die Produktionserweiterung finanziert wird, desto geringer ist das Wirtschaftswachstum. Es besteht also ein Zielkonflikt zwischen möglichst hohem Wirtschaftswachstum (gegebenenfalls möglichst raschem Abbau von Arbeitslosigkeit) und möglichst hohen Löhnen.

Dass die Profitrate sinke, wenn die Löhne steigen, vertrat schon Ricardo, weshalb die Sraffa-Schule auch als "Neoricardianische Schule" bezeichnet wird.

Das Sraffa-Modell kann mit Hilfe von Matrizenrechnung genauer untersucht werden. Insbesondere lassen sich die Arbeitswerte berechnen, also nicht nur die Arbeit, die unmittelbar im Produktionsprozess in die Güter eingeht, sondern auch die Arbeit, die mittelbar über die Produktionsmaterialien in die Endprodukte eingeht. Dies machte die Sraffaschule attraktiv für die marxistische Ökonomie. Allerdings kann dies mit jedem anderen Produktionsmittel genauso gemacht werden, es lassen sich beispielsweise auch „Stahlwerte“ berechnen. Von der Sraffaschule wird die AWT nicht einfach für falsch befunden, es gibt nur keinen Grund, die Werte gerade an den Arbeitszeiten fest zu machen statt an irgendeinem anderen Produktionsmittel.

Die Kritik von Neoricardianer läuft zumeist darauf hinaus, dass die AWT überflüssig (redundant[5]) sei. Wenn dieser Einwand stichhaltig sein soll, muss nachgewiesen werden, dass die neoricardische Alternativtheorie mehr erklärt, als was die AWT leistet; also nicht nur bezogen auf die Problemstellung der neoricardianischen Modellkonstruktionen.

Arbeitswerttheorien

John Locke und William Petty

Eine ökonomische Wertlehre fragt danach, wie Werte durch Wirtschaften entstehen. Oder anders formuliert: Was sind die produktiven Kräfte?

Während die Physiokraten die Quelle von Wert im Boden und in dessen Produktivität sahen, obsiegte darauf in der Theoriegeschichte die Auffassung, dass allein die menschliche Arbeit Werte schafft - nicht die Produktivität der natürlichen Ressourcen, und nicht allein nur die Verausgabung von Arbeitskraft in der Landwirtschaft oder bei der Gewinnung von Rohstoffen.

Diese Theorie wurde zur Kampflehre des "Dritten Standes", d.h. des wirtschaftlich aktiven Bürgertums gegenüber den adligen Grundbesitzern. Die Vorreiterrolle spielte hierbei England. Dort sucht John Locke (1632-1704) das Recht auf Eigentum vernunftgemäß zu begründen, indem er es aus der produktiven Arbeit ableitet. Genauer gesagt, hat er das individuelle Sacheigentum aus dem Eigentum jedes Menschen an seiner eigenen Person und an der Betätigung von deren Wirkkräften abgeleitet. Ein jeder habe auf soviel Anrecht, wie er durch eigene Hände erarbeiten kann.

Als eigentlicher Begründer der AWT als wirtschaftswissenschaftliche Theorie muss indes William Petty (1623-1687) gelten.

"Die Arbeit ist der Vater und das aktive Prinzip des Wohlstandes, so wie der Boden seine Mutter ist."[6]

Der Wert einer bestimmten Menge eines Produktes wird für Petty ablesbar an der Größe der zur Produktion eingesetzten Bodenfläche sowie an der Menge an Arbeitszeit, die auf das Produkt verwendet worden ist.

Von daher ergibt sich Pettys Problemstellung: Gesucht ist ein natürlicher Umrechnungsmaßstab, der es erlaubt, die eine Maßgröße in die andere umzurechnen.

Adam Smith

Adam Smith (1723 bis 1790)

Adam Smith geht von der Arbeitsteilung aus, die es erlaubt Güter einfacher herzustellen. Das bedeutet, dass diese Güter zwischen den Produzenten getauscht werden müssen. Geld und Güter: „Beide enthalten den Wert einer bestimmten Menge Arbeit, die wir gegen etwas tauschen, von dem wir annehmen, es enthalte zu dieser Zeit dem Wert nach die gleiche Arbeitsmenge. ... Nicht mit Gold oder Silber sondern mit Arbeit wurde aller Reichtum dieser Welt letztlich erworben. Und sein Wert ist für die Besitzer, die ihn gegen neue Güter austauschen möchten, genau gleich der Arbeitsmenge, die sie damit kaufen oder über die sie mit seiner Hilfe verfügen können.“[7]

Wie Petty unterscheidet Smith zwischen „natürlichem“ und „politischem“ Preis. Der politische oder Marktpreis schwankt auf Grund zufälliger Einflüsse, wie Angebot und Nachfrage, um den „natürlichen Preis“, den theoretisch gemäß der Arbeit zu erwartenden Wert.

In „der untersten Entwicklungsstufe eines Landes“ gehört der gesamte Ertrag der Arbeit dem Arbeiter[8]. In fortgeschritteneren Gesellschaften hat sich Kapital angesammelt. Die Kapitaleigner stellen sinnvollerweise nur dann Rohmaterialien und Unterhalt den Arbeitern zur Verfügung, wenn sie am Ertrag der Produktion beteiligt werden. Sie wollen einen Teil von dem, „was deren Arbeit [der Arbeiter] dem Material an Wert hinzufügt“.[9] Schließlich, sobald in einem Land aller Boden in Privateigentum ist, möchten auch die Grundbesitzer ihren Anteil, die Grundrente.

Der durch die Arbeit bestimmte Wert der Güter teilt sich also von der Einkommensseite her auf in Lohneinkommen, Gewinneinkommen und Grundrente (was die Grundeigentümer bekommen).

Obwohl Adam Smith also den Wert der Erzeugnisse auf die Arbeit zurückführt, sieht er es für notwendig an, dass dieser Wert auf die verschiedenen Gruppen, die zur Produktion beitragen, Arbeiter, Kapitaleigner und Grundbesitzer, sich diesen Ertrag teilen. Andernfalls würden diese ihre Produktionsmittel nicht zur Verfügung stellen.

Adam Smith behauptet, dass der Wert der Waren insgesamt auf die drei Einkommensarten „Grundrente, Arbeitslohn und Kapitalgewinn“ aufteilt. Einzelwirtschaftlich enthält der Wert zwar noch den Wert der Vorprodukte und den Verschleiß der eingesetzten Arbeitsmittel, da sich deren Wert aber genau so aufteilen lässt, löst sich gesamtwirtschaftlich der „Gesamtpreis“ schließlich „unmittelbar oder mittelbar“ in die drei Einkommensarten auf.[10] Diese Behauptung wurde von Karl Marx zurückgewiesen. In der heutigen Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung unterscheidet man auch gesamtwirtschaftlich zwischen dem Produktionswert und, nach Abzug der Vorleistungen und Abschreibungen, das Nettonationaleinkommen oder Volkseinkommen.

Während zu Beginn des Sechsten Kapitels Adam Smith noch davon spricht, dass die Arbeit den Wert hinzufügt, von dem dann ein Teil Lohn, ein anderer Gewinn wird, und alle Bestandteile des Preises „mit Hilfe der Arbeitsmenge gemessen [werden], welche man mit jedem einzelnen Teil kaufen oder beanspruchen und einsetzen kann“, stellt er gegen Ende dieses Kapitels fest, dass es in einem entwickelten Land nur wenige Waren gäbe, deren Tauschwert ausschließlich durch Arbeit entsteht. „Rente und Gewinn sind durchweg stärker daran beteiligt.“

David Ricardo

David Ricardo

David Ricardo stellt gleich zu Beginn seiner „Prinzipien“ fest, dass die Arbeitswertlehre nur für Waren gilt, die durch menschliche „Industrie“ und unter Konkurrenz hergestellt werden. Diese Waren machen aber einen immer größeren Teil der Wirtschaft aus. Der Wert von seltenen Büchern, Statuen, Bildern, von besonderen Weinen und ähnlichem lässt sich nicht durch die Arbeitswertlehre erklären. Außerdem ist Voraussetzung, dass eine Ware überhaupt einen Wert hat, dass sich einen Gebrauchswert hat. Waren ohne Nutzen haben keinen (Arbeits-)Wert, gleichgültig wieviel Arbeit zu ihrer Herstellung notwendig war.

Ricardo glaubt gegenüber Adam Smith nicht, dass es einen „Urzustand“ gab, wo Waren nur durch Arbeit hergestellt wurden. Vielmehr haben auch die Jäger Pfeil und Bogen, also Produktionsmittel verwendet. In die den Arbeitswert bestimmende Arbeitszeit muss eben auch anteilsmäßig die Arbeitszeit mit eingehen, die in den Produktionsmitteln steckt.[11] Eine Veränderung der Arbeitswerttheorie, wie von Smith angedeutet, ist dazu nicht erforderlich.

Ferner drücke sich Adam Smith ungenau aus, wenn er sagt, dass der Wert einer Ware der Arbeit entspräche, die damit gekauft werden kann.[12] Zunächst kann tatsächlich eine Ware, in der drei Stunden Arbeit stecken, gegen eine andere Ware mit ebenfalls drei Stunden Arbeitszeit, getauscht werden. Es ergibt sich aber ein Problem, wenn Waren gegen „Arbeit“ eingetauscht werden, und diese Arbeit dann Waren mit höherem Wert herstellt. Ricardo arbeitet heraus, dass der Wert der Arbeit gleich dem Wert derjenigen Waren ist, welche die Arbeiter zu ihrem Leben einschließlich Nachkommen brauchen. Ricardo stellt sich vor, dass sich dieser „natürliche Preis der Arbeit“, von welchem der Marktpreis der Arbeit vorübergehend abweichen kann, in einem malthusianischen Prozess, durch Angebot und Nachfrage, von selbst einstellt.[13]

Ricardo zieht daraus den Schluss, dass höhere Löhne zu Lasten der Profite gehen, weil der Wert der Waren insgesamt durch die Arbeitszeit bestimmt ist, also nicht steigt, wenn die Löhne steigen. Bei Smith und Malthus fand Ricardo noch anders lautende Äußerungen.[14]

Allerdings erkennt Ricardo, dass wenn die Arbeitswertlehre unmittelbar gelten würde, in kapitalintensiven Branchen mit wenig Arbeitseinsatz, Ricardo nennt als Beispiel Brauereien, sich eine niedrige Profitrate ergäbe, während in arbeitsintensiven Branchen, Ricardo nennt das Schuhhandwerk, sich eine höhere Profitrate ergäbe. Warum sollte dann aber ein Kapitalist in Brauereien investieren? Es muss zu einem Ausgleich der Profitraten zwischen den Branchen kommen. Diese Preise, von Marx später Produktionspreise genannt, unterscheiden sich in bestimmter systematischer Weise von den Arbeitswerten. Außerdem zieht Ricardo aus diesen Überlegungen den Schluss, dass Lohnerhöhungen in kapitalintensiven Branchen die Preise senken, in arbeitsintensiven Branchen aber zu Preiserhöhungen führen.[15] Die Vorstellung, dass Lohnänderungen die Werte der Waren unverändert lassen, gilt also nur noch im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt.

In Das Elend der Philosophie, einer Streitschrift gegen Pierre-Joseph Proudhon, macht Marx die Aufstellungen Ricardos als grundsätzlich empirisch adäquate Erklärungsweise geltend.[16] Erst in den Theorien über den Mehrwert setzt sich Marx mit Ricardo eingehender auseinander. Schumpeter sah in Marx einen Schüler Ricardos.[17] In neuerer Zeit gelten Piero Sraffa und die neoricardianische Schule als eine Fortsetzung der Ricardoschen Theorie, ohne dass dabei aber noch an der Arbeitswertlehre so festgehalten wird.

Karl Marx

Warentausch

Wird ein Paar Schuhe gegen zwanzig Brote getauscht, entsteht die Gleichung 1 Paar Schuhe = 20 Brote. Dass Brote und Schuhe aber keineswegs gleiche Dinge sind, liegt auf der Hand. Wie Marx im Band 1 von Das Kapital, MEW 23, S. 73f. feststellt, zerbrach sich schon Aristoteles, allerdings vergeblich, den Kopf darüber, wie zwei so unterschiedliche Dinge wie Polster und Häuser gleich sein können, was sie offensichtlich sind, wenn im Tausch fünf Polster einem Haus gleich gesetzt werden:

5 Polster = 1 Haus.

Was nach Marx diese Waren vergleichbar macht, ist die in ihnen enthaltene Arbeit. Im ersten Beispiel hat ein Paar Schuhe den Wert von 20 Broten, d.h. zur Produktion von einem Paar Schuhe ist genau soviel Arbeit nötig, wie zur Produktion von 20 Broten. (Marx meint, dass zu Aristoteles' Zeiten diese Lösung noch nicht denkbar war, weil es noch nicht "die" menschliche Arbeit gab, sondern Sklavenarbeit stand neben verschiedenen Formen von mehr oder weniger freier Arbeit, Band 1, S. 74.)

In Gegensatz zu Adam Smith und Ricardo sieht Marx das Wertgesetz nicht als ein überhistorisch geltendes Naturgesetz an. Es ist keine Natureigenschaft der Arbeit, Wert zu schaffen. Die AWT ist nur auf bestimmte Bedingungen anwendbar, nämlich auf die kapitalistische Gesellschaftsformation. Diese ist nach Marx dadurch gekennzeichnet, dass eine Klasse, die Bourgeoisie, im Besitz der Produktionsmittel (Fabriken, Grundstücke, Materialien, Geld) ist, während die andere Klasse, die freien Lohnarbeiter, nur ihre Arbeitskraft verkaufen kann, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Die Arbeiter tauschen also ihre Arbeitskraft wie eine Ware W gegen Geld G, das sie dann wiederum in Waren W tauschen, die sie zum Leben brauchen: W-G-W

Umgekehrt bei den Kapitalisten: Sie kaufen mit Geld G Waren W (Produktionsmittel und Arbeitskraft), um damit einen Produktionsprozess in Gang zu setzen, der zur Erstellung neuer Güter führt, die dann wiederum gegen Geld G als Waren verkauft werden: G-W-G oder G-W-P (Produktionsprozess) –W-G.

Für die Kapitalisten ist dies aber nur dann sinnvoll, wenn sie am Schluss mehr Geld einnehmen, als sie anfangs investiert haben. Da trifft es sich gut, dass die Arbeiter von etwas leben müssen. Sie sind als „freie“ Arbeiter gezwungen, beim Verkauf ihrer Arbeitskraft sich „freiwillig“ mit einem Lohn zu begnügen, der ausreicht, um die zum Leben notwendigen Waren zu kaufen. Tatsächlich werden insgesamt mehr Güter erstellt, das Mehrprodukt verbleibt bei den Kapitalisten. Nur unter dieser Bedingung rentiert sich für die Kapitalisten die Einstellung von Arbeitern.

Insgesamt wird also im Produktionsprozess eine bestimmte Menge an Gütern erstellt. Einen Teil davon können sich die Arbeiter mit ihrem Lohn von den Kapitalisten kaufen. Der andere Teil verbleibt als Mehrprodukt bei den Kapitalisten, die diese Güter als Waren untereinander kaufen und verkaufen.

In welchem Verhältnis tauschen sich nun die Waren (Tauschwert der Ware)? Übernimmt eine Ware, etwa Gold, die Aufgabe der Geldware, stellt sich die Frage, in welchem Verhältnis sich die Waren zum Geld tauschen (Preis als besonderer Tauschwert). Da die Kapitalisten die Ausbeutung der Arbeiter maximieren wollen und dabei miteinander konkurrieren, ergibt sich (als erste Lösung), dass die Waren sich im Verhältnis zur Arbeitszeit tauschen, die normalerweise im Durchschnitt notwendig ist, um diese Waren herzustellen. Auch der Wert der Ware Arbeitskraft wird wie der Wert jeder anderen Ware durch die Arbeitszeit bestimmt, die zu ihrer Herstellung notwendig ist, also durch die Arbeitszeit, die notwendig ist, um die Waren herzustellen, welche die Arbeiter benötigen, um ihre Arbeitskraft zu reproduzieren. Tatsächlich wird nie genau gemäß den Arbeitswerten getauscht, da sie sich laufend ändern und nicht bekannt sind. Die Arbeitswerte sind vielmehr Gravitationszentren, um welche die tatsächlichen Preise (die Werte als Tauschwert der Waren in Geld ausgedrückt) schwanken.

Damit kommt dem Geld eine besondere Bedeutung zu, weil nur nach Bezahlung in Geld die Tauschpartner wissen, welchen Wert praktisch die Ware nun hatte, gleichgültig ob dieser Wert seinem unbekannten theoretischen Arbeitswert nun genau entspricht oder nicht.

Der Wert des Mehrprodukts ist der Mehrwert. Der Lohn ist das variable Kapital v. Zusammen mit dem Mehrwert m bildet es den Neuwert m+v (Wertschöpfung). Der Wert der Waren, welche die Kapitalisten voneinander als Produktionsmittel kaufen (Maschinen, Gebäude, Materialien usw.) ist das konstante Kapital c.

Marx definiert die Mehrwertrate als m / v (Mehrwert im Verhältnis zum variablen Kapital), die Profitrate als m / (c+v) = (m/v) / (c/v + 1) (realisierter Mehrwert im Verhältnis zum gesamten investierten Kapital).

Das Verhältnis des konstanten Kapitals c zum variablen Kapital v bezeichnet Marx in Band I von Das Kapital (MEW 23, S. 640) als Wertzusammensetzung des Kapitals.

Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit

Die Bestimmung der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit ist eines der Hauptprobleme der marxistischen Werttheorie. Die orthodox marxistische AWT bezieht sich bei der Wert schaffenden Arbeit nicht auf die tatsächliche, im Einzelfall geleistete,[18] sondern auf die Arbeitszeit, die zur Produktion einer Ware in einem bestimmten Wirtschaftssystem durchschnittlich notwendig ist.

Der Wert von 1 Paar Schuhen wird also nicht dadurch bestimmt, wie viel Arbeit ein konkreter Schuhmacher benötigt, sie herzustellen, sondern dadurch, wie viel Arbeit ein durchschnittlicher Schuhmacher der Gesellschaft benötigt, um ein vergleichbares Paar Schuhe herzustellen.

Deswegen haben die identischen Waren, gleich viel ob vom faulen und ungeschickten langsam oder vom engagiert und rationell arbeitenden Arbeiter schnell produziert, ob mit einer veralteten Technik langsam oder mit einer supermodernen Technik schnell produziert, den gleichen Wert, denn dieser bestimmt sich nach dem industriellen Durchschnitt.

Abstrakte und konkrete Arbeit

Analog dem Doppelcharakter der Ware als Gebrauchswert und Tauschwert ist die Arbeit in "konkrete Arbeit = Gebrauchswert herstellend" und in "abstrakte Arbeit = Tauschwert herstellend" zu zerlegen.

"Während sich die Tauschwert setzende Arbeit in der Gleichheit der Waren als allgemeiner Äquivalente verwirklicht, verwirklicht sich die Arbeit als zweckmäßige produktive Tätigkeit in der unendlichen Mannigfaltigkeit ihrer Gebrauchswerte."

Kritiker der Arbeitswerttheorie (z.B. Joan Robinson und Jürgen Habermas) sehen Wissenschaft und Technik ebenfalls als Quelle von Wert. Marx weist dies als Theoriefehler zurück: "Es handelt es sich in all diesen Anschauungen nicht von der abstrakten Arbeit, wie sie Quelle des Tauschwerts ist, sondern von der konkreten Arbeit als einer Quelle stofflichen Reichtums, kurz von der Arbeit, sofern sie Gebrauchswerte hervorbringt..."

Einfache und komplizierte Arbeit

Der Arbeitswert einer Ware lässt sich in Arbeitszeit ausdrücken. Ein Problem dabei ist allerdings, dass Arbeit verschiedene Qualitäten haben kann. Die Arbeit eines Facharbeiters leistet mehr als die Arbeit eines einfachen Arbeiters. Wenn zum Beispiel ein Mikroskop denselben Wert hat wie hundert Brote, kann dies daran liegen, dass für ein Mikroskop 100 Stunden gearbeitet werden muss, für ein Brot aber nur eine Stunde. Es kann aber auch daran liegen, dass sowohl für ein Brot als auch für ein Mikroskop eine Stunde gearbeitet werden muss, dass aber, um ein Mikroskop herzustellen, eine hundertmal kompliziertere Arbeit notwendig ist als die einfache Arbeit, um ein Brot herzustellen. Marx sagt, daß die Reduktion von komplizierter Arbeit auf einfache Arbeit (wertbildende abstrakte gesellschaftliche Arbeit) ganz praktisch (und hinter dem Rücken der Beteiligten) erfolgt, indem die Zeitdauern durch einen entsprechenden Faktor, der den Grad der Kompliziertheit wiedergibt multipliziert werden. In unserem Beispiel also der Faktor 100.

Tauschwert

Der Wert einer Ware tritt als Tauschwert in Erscheinung.

Da zum Tauschen immer mehrere Tauschpartner erforderlich sind, die in einem System produzieren und austauschen, das durch Arbeitsteilung gekennzeichnet ist und nach dem Privateigentum organisiert ist, ist der Tauschwert als Warenform eine gesellschaftlich bestimmte Größe.

Kapital und Arbeitskraft

Genau wie Ware und Geld ist für Marxens AWT die Kategorie "Kapital" nicht einfach ein empirisch vorfindbares Produktionsmittel oder ein "Kapitalgut", sondern ein gesellschaftliches Verhältnis. Die soziale Kategorie Kapital wird abgeleitet aus den ursprünglicheren Kategorien Ware und Geld, wie sie in der einfachen Warenzirkulation W-G-W auftreten. Die Geldform, wie sie sich hier gebildet hat, ist die erste Erscheinungsform von Kapital. Die einfache Zirkulation kann sich nämlich umbilden zu G-W-G' : kaufen, um teurer zu verkaufen. Das hierbei eingesetzte Geld wird zum Kapital; der bewusste Träger dieser Zirkulationsweise zum Kapitalisten. Historisch handelt es sich hierbei zunächst um Handels- oder Wucherkapital.

Dass es bei G-W-G' überhaupt zu einem Mehrwert kommen kann, ist besonders erklärungsbedürftig, da ja unter den Annahme der AWT Äquivalente getauscht werden, d.h. keiner der Tauschenden übervorteilt den anderen.

Mehrwert wird geschaffen, sobald das Kapital eine Ware vorfindet, die den besonderen Gebrauchswert aufweist, selbst Quelle von Neuwert zu sein. Diese besondere Ware ist die Arbeitskraft der Lohnarbeiter.

"Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen."[19]

Arbeit als zentraler Produktionsfaktor

Auch Marx sieht die Arbeit nicht als einzigen Produktionsfaktor.[20] Aber unter den gesellschaftlichen Verhältnissen des Kapitalismus, der auf der Ausbeutung der Lohnarbeiter beruht, die ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten verkaufen müssen, zählt nur die notwendige Arbeitszeit als wertbildend. Der Verbrauch von Natur mag für die Produktion notwendig sein („Produktionsfaktor“), geht aber im Kapitalismus nicht in den Wert der Waren ein oder muss künstlich über Umweltsteuern in den Wert der Waren eingeführt werden.

Es ist auch zunächst nicht einzusehen, weshalb ein Roboter, der Autos herstellt, keinen Wert schafft, ein Lohnarbeiter, der Autos baut, aber schon. Warum schafft ein Apfelbaum, der Äpfel hervorbringt, keinen Wert, der Lohnarbeiter, der die Äpfel pflückt, aber schon? Ein Zugtier schafft keinen Wert, wohl aber die Lohnarbeiter, die einen Karren ziehen. Der Sklave, der Baumwolle pflückt, schafft keinen Wert, der Lohnarbeiter, der dasselbe tut, schafft Wert.

Es geht bei den Arbeitswerten um die gesellschaftlichen Verhältnisse. Dem Roboter, dem Apfelbaum, dem Arbeitstier und dem Sklaven ist gemeinsam, dass sie alle Eigentum eines Kapitalisten sind. Werden sie oder ihre Produkte verkauft, wie kann da Mehrwert entstehen? Der verkaufende Kapitalist hat kein Interesse, den Preis so niedrig zu halten, dass der Käufer mit Gewinn weiter verkaufen kann. Umgekehrt hat der kaufende Kapitalist kein Interesse, einen so hohen Preis zu bezahlen, dass für den Verkäufer ein Gewinn entsteht. Kapitalisten werden untereinander so tauschen (kaufen und verkaufen), dass gleicher Wert gegen gleichen Wert getauscht wird, es kann also kein Mehrwert entstehen. (Auch der Verkauf von Konsumgütern an die Arbeiter über Wert geht nicht, da dies den Lohn erhöhen müsste, und dagegen haben alle Kapitalisten etwas, die Arbeitskraft kaufen wollen.)

Auch die Arbeitskraft wird zu ihrem Wert verkauft, aber eben auch nur zu ihrem Wert. Die Arbeiter erhalten für ihre Arbeitskraft nur den Wert, der zur Herstellung der Arbeitskraft notwendig ist. Die Lohnarbeiter sind aufgrund der Umstände gezwungen, sich auf diesen Handel einzulassen. Tatsächlich wird mit Hilfe der Arbeitskraft aber mehr produziert, als nur die Produkte für die Arbeiter. Dieses den Arbeitern abgepresste Mehrprodukt, bewertet Mehrwert, ist der Grund, weshalb jeder Kapitalist auf die Produktionskosten einen Profitaufschlag machen kann. Er verkauft also teurer, als ihn die Produktion gekostet hat. Das Mehrprodukt eines Sklaven dagegen heimst zwar auch der Sklavenbesitzer ein, er kann es aber nicht mit Gewinn verkaufen, da sich dies der Käufer nicht bieten lassen würde.

Unter der Annahme, dass die Kapitalisten die Ausbeutung der Arbeiter optimieren wollen, dabei auch miteinander konkurrieren, ergibt sich (als erste Lösung), dass die Waren sich im Verhältnis zur Arbeitszeit tauschen, die normalerweise im Durchschnitt notwendig ist, um diese Waren herzustellen. Würde zu einem anderen Verhältnis getauscht, etwa nach dem Gewicht oder der Größe der Waren, würden sich einige Kapitalisten nicht optimal verhalten. Sie werden entweder aus dem Markt gedrängt oder lernen dazu und verändern ihr Verhalten [21]. Die Arbeitswerte stellen sich sozusagen als Ergebnis eines Arbitrage-Prozesses heraus. Kein Kapitalist kann auf die Dauer zu Lasten eines anderen Kapitalisten einen besonderen Vorteil halten.

In den Grundrissen sagt Marx dazu, dass der einzige Gebrauchswert, der einen Gegensatz zum Kapital bilden kann, „die Arbeit (und zwar die wertschaffende, i.e. produktive Arbeit)“ ist. [22]. Das Kapital sei vergegenständlichte Arbeit, dem die nicht vergegenständlichte, die „Arbeit als Subjektivität“ gegenüber stehe. Der Wert der Waren wird dann bestimmt durch das „Quantum vergegenständlicher Arbeit“ [23]. Den Begriff „Arbeit“ unterscheidet Marx vom Begriff der „Arbeitskraft“, das Arbeitsvermögen, das der Lohnarbeiter wie eine Ware an den Kapitalisten verkauft.

Transformation der Werte in Preise

Siehe Artikel Produktionspreis und Transformationsproblem

Kritik

Eine umfassende Kritik an Marx Arbeitswerttheorie wurde von Eugen Böhm von Bawerk geübt. [24] Die Tatsache das sich unter Konkurrenz eine einheitliche allgemeine Profitrate bildet, sei mit dem Marxschen Wertgesetz unvereinbar. Marx würde im Grunde genommen im dritten Band des Kapitals eingestehen, dass Waren nicht nach dem durch die gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit bestimmten Verhältnis getauscht werden. Um das Wertgesetz zu retten behaupte Marx, dass es „in letzter Instanz“, die Herrschaft über die Preise ausübe. Böhm-Bawerk arbeitet vier Argumente heraus, die Marx explizit oder implizit dazu angeführt hätte und gibt Gründe an warum diese zu verwerfen seinen. Er zählt auf[25]:

„1. Argument: wenn auch die einzelnen Waren sich untereinander über oder unter ihren Werten verkaufen, so heben sich diese entgegengesetzten Abweichungen doch gegenseitig auf, und in der Gesellschaft selbst - die Totalität aller Produktionszweige betrachtet - bleibt daher doch die Summe der Produktionspreise der produzierten Waren gleich der Summe ihrer Werte [ MEW 25, S. 169].

2. Argument: das Wertgesetz beherrscht die Bewegung der Preise, indem Verminderung oder Vermehrung der zur Produktion erheischten Arbeitszeit die Produktionspreise steigern oder fallen macht (III. 158, ähnlich III. 156) [MEW 25, S. 189 u. 186].

3. Argument: das Wertgesetz beherrscht, nach der Behauptung von Marx, mit ungeschmälerter Autorität den Warenaustausch in gewissen „ursprünglichen“ Stadien, in welchen sich die Verwandlung der Werte in Produktionspreise noch nicht vollzogen hat.

4. Argument: In der verwickelten Volkswirtschaft „reguliert“ das Wertgesetz wenigstens indirekt und „in letzter Instanz“ die Produktionspreise, indem der nach dem Wertgesetze sich bestimmende Gesamtwert der Waren den Gesamtmehrwert, dieser aber die Höhe des Durchschnittsprofits und daher die allgemeine Profitrate regelt (III. 159) [MEW 25, S. 189].“

Zum Abschluß des Marxschen Systems, 1896, S 66.

Gegen das erste Argument führt er an, dass das Wertgesetz die Aufgabe hat die Austauschverhältnisse zwischen einzelnen Waren zu bestimmen. Bezogen auf die Summe aller Güter ergebe die Frage nach den Austauschverhältnissen jedoch keinen Sinn mehr.

Gegen das zweite Argument führt er an, dass es sich um einen Fehlschluss handle. Das Wertgesetz sage aus, dass die Arbeitszeit der Bestimmungsgrund für den Preis ist. Die allgemein anerkannte Tatsache, dass die Arbeitszeit ein Bestimmungsgrund für den Preis ist, ist jedoch für das Wertgesetz keine hinreichende Bedingung.

Gegen das dritte Argument führt er an, dass die von Böhm-Bawerk bei Marx vermutete Behauptung, das Wertgesetz sei in primitiven Gesellschaftszuständen gültig[26], nicht begründet worden und es daher nur eine Hypothese sei. Diese erscheine jedoch unplausibel, da es voraussetzte, dass sich Arbeiter gegenüber einem Aufschub der Entlohnung gleichgültig verhalten.

Gegen das vierte Argument führt er neben den Erwiderungen gegen das erste Argument an, dass bei jedem der von Marx genannten Schritte Gesamtwert, Gesamtmehrwert, Durchschnittsprofit, allgemeine Profitrate und Produktionspreis dem Wertgesetz fremde Elemente die jeweils nächste Größe mitbestimmen, das sind von Arbeitswert abweichende Preise für Lebensmittel, Gesamtkapital, Höhe der Löhne und Lohnauslage.

Böhm-Bawerk schließt das Kapitel mit den Worten:

„Er peroriert erst mit dem denkbar größten Nachdruck, daß den Austauschverhältnissen der Ware nichts anderes zu Grunde liegen könne, als einzig und allein die Arbeitsmenge; er polemisiert auf das schärfste gegen die Ökonomen, welche außer der Arbeitsmenge - deren Einfluß auf den Tauschwert der beliebig reproduzierbaren Güter ja niemand leugnet - auch noch andere Bestimmgründe des Wertes und Preises anerkennen; er baut auf die ausschließliche Stellung der Arbeitsmenge als einzigen Bestimmgrund der Austauschverhältnisse zwei Bände lang die wichtigsten theoretischen und praktischen Folgerungen, seine Theorie des Mehrwerts und sein Anathem gegen die kapitalistische Gesellschaftsorganisation auf - um im dritten Bande eine Theorie der Produktionspreise zu entwickeln, welche materiell den Einfluß auch noch anderer Bestimmgründe anerkennt.

[…] Aber charakteristischer Weise gleitet Marx an den der Apologie des Wertgesetzes gewidmeten Stellen über diese andersartigen Einflüsse wortlos hinweg, hebt bloß einseitig den Anteil der Arbeitsmenge hervor, um aus der richtigen und von niemandem bestrittenen Prämisse, daß der Faktor Arbeitsmenge an mehreren Punkten in die Gestaltung der Produktionspreise mitbestimmend eingreift, den ganz und gar ungerechtfertigten Schluß zu ziehen, daß denn doch „in letzter Instanz“ das Wertgesetz, welches die Alleinherrschaft der Arbeit ausspricht, die Produktionspreise bestimme! Das heißt sich dem Eingeständnis des Widerspruchs entziehen, gewiß aber nicht den Widerspruch selbst vermeiden!“

Zum Abschluß des Marxschen Systems, 1896, S. 89 f.

Fußnoten

  1. Das Kapital, Band I, 4. Kapitel, 3. Kauf und Verkauf der Arbeitskraft, MEW 23, S. 181 ff.
  2. Das Kapital, Band III, Zweiter Abschnitt, Die Verwandlung des Profits in Durchschnittsprofit, MEW 25, S. 151 ff.
  3. Das Kapital, Band III, MEW 25, S. 208: „Der Produktionspreis schließt den Durchschnittsprofit ein. Wir gaben ihm den Namen Produktionspreis; es ist tatsächlich dasselbe, was A. Smith natural price nennt, Ricardo price of production, cost of production, natural price, die Physiokraten prix nécessaire nennen - wobei keiner von ihnen den Unterschied des Produktionspreises vom Wert entwickelt hat -...“
  4. Sraffa, Piero: Warenproduktion mittels Waren. Nachworte von Bertram Schefold (1976 [Erstveröffentlichung 1960]), Suhrkamp-Verlag Frankfurt/Main
  5. Eberhard Feess-Dörr: Die Redundanz der Mehrwerttheorie. Ein Beitrag zur Kontroverse zwischen Marxisten und Neoricardianern. Marburg 1989
  6. William Petty: A Treatise of Taxes and Contributions. 1662, Economic Writings. 1, Bd. I
  7. Adam Smith (2005), S. 28
  8. Adam Smith (11. Auflage 2005), S. 42
  9. Adam Smith (11. Auflage 2005), S. 43
  10. Adam Smith (11. Auflage 2005), S. 45
  11. Vgl. Chapter I, Section III, Anfang.
  12. Reprint 2006, S. 7.
  13. Principles, chapter V, „On wages“
  14. Reprint 2006, S. 10.
  15. Principles, Chapter I, Section V.
  16. Marx: Das Elend der Philosophie, S. 59. Digitale Bibliothek Band 11: Marx/Engels, S. 2366 (vgl. MEW Bd. 4, S. 81-82)
  17. Marx freilich spottet: „Wir befinden uns jetzt mitten in Deutschland! Wir werden Metaphysik treiben müssen, wo und während wir politische Ökonomie treiben. (...) Wenn der Engländer die Menschen in Hüte verwandelt, so verwandelt der Deutsche die Hüte in Ideen. Der Engländer ist Ricardo, der reiche Bankier und ausgezeichnete Ökonom. Der Deutsche ist Hegel, simpler Professor der Philosophie an der Universität zu Berlin." (MEW 4:125)
  18. zur Messproblematik vgl. Jörg Hinze: Problematik internationaler Arbeitskostenvergleiche. Wirtschaftsdienst. Zeitschrift für Wirtschaftspolitik des HWWA Institut für Wirtschaftsforschung Hamburg, 78, 5, 1998, S. 301ff
  19. Marx: Das Kapital, S. 248. Digitale Bibliothek Band 11: Marx/Engels, S. 3557 (vgl. MEW Bd. 23, S. 183)
  20. Zum Beispiel: „die Springquellen allen Reichtums ...: die Erde und den Arbeiter.“ Das Kapital, MEW23, S.529.
  21. Vgl. Alan Freeman unter Literatur
  22. Karl Marx, Grundrisse [1858], MEW 42, 1983, S. 197f.
  23. a.a.O. S. 208
  24. Eugen von Böhm-Bawerk, Zum Abschluß des Marxschen Systems, 1896.
  25. Die Verweise in eckigen Klammern sind von www.marxists.org
  26. Tatsächlich finden sich ähnliche Aussagen schon bei früheren Arbeitswerttheoretikern. Vgl. Adam Smith: Wohlstand der Nationen: "Auf der untersten Entwicklungsstufe gehört der gesamte Ertrag der Arbeit dem Arbeiter, und die Menge Arbeit, die gemeinhin geleistet wird, um ein Gut zu erwerben oder zu erzeugen, ist das einzige Richtmaß, nach dem man die Menge Arbeit bestimmen kann, gegen die es üblicherweise gekauft, beansprucht oder getauscht werden sollte.", Adam Smith, 11. Auflage 2005, S. 42f. Bei Marx heißt es: "Der Austausch von Waren zu ihren Werten oder annähernd zu ihren Werten erfordert also eine viel niedrigre Stufe als der Austausch zu Produktionspreisen, wozu eine bestimmte Höhe kapitalistischer Entwicklung nötig ist." (Kapital Band III - MEW 25, S.186)

Primärliteratur

Sekundärliteratur

  • Werner Becker: Kritik der Marxschen Wertlehre – Die methodische Irrationalität der ökonomischen Basistheorien des 'Kapitals. Hoffmann und Campe, Hamburg 1972 .
  • Gunnar Myrdal: Das politische Element in der nationalökonomischen Doktrinbildung. Berlin 1932.
  • Joan Robinson: An Essay on Marxian Economics. (1942) 2. Aufl. London 1962.
  • Joseph Schumpeter: Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie. Tübingen 6. Aufl. 1987 (zuerst: 1942).
  • Joseph Schumpeter: Geschichte der ökonomischen Analyse. Bd. 1, Göttingen 1965 (zuerst: 1952).
  • Krishna Bharadwaj: Themes in Value and Distribution. Classical Theory Reappraised. London 1989.
  • Friedrich Eberle (Hrg.): Aspekte der Marxschen Theorie 1. Zur methodologischen Bedeutung des 3. Bandes des ‘Kapital’. Frankfurt 1973.
  • Eberhard Feess-Dörr: Die Redundanz der Mehrwerttheorie. Ein Beitrag zur Kontroverse zwischen Marxisten und Neoricardianern. Marburg 1989.
  • Pierangelo Garegnani: Kapital, Einkommensverteilung und effektive Nachfrage. Beiträge zur Renaissance des klassischen Ansatzes in der Politischen Ökonomie. Marburg 1989.
  • Klaus Hagendorf: Die Arbeitswertlehre. Eine historisch-logische Analyse (pdf-Datei) Paris: EURODOS Publication; 2008.
  • Luigi L. Pasinetti: Vorlesungen zur Theorie der Produktion. Metropolis: Marburg 1988, (zuerst 1975, ital.). ISBN 3-926570-05-9.
  • Fritz Helmedag: Warenproduktion mittels Arbeit - Zur Rehabilitation des Wertgesetzes, Metropol Verlag, Marburg 1992.
  • Michalis Skourtos: Der ‘Neoricardianismus’. V. K. Dmitriev und die Kontinuität in der klassischen Tradition. Pfaffenweiler 1985.
  • Hans-Georg Backhaus: Dialektik der Wertform. Untersuchungen zur Marxschen Ökonomiekritik. Freiburg i. Br. 1997.
  • Martha Campbell: Marx's Concept of Economic Relations and the Method of Capital in: Moseley, Fred (Hrsg.): Marx's Method in Capital. Humanities Press, New Jersey 1993.
  • Alan Freeman: Price, value and profit - a continuous, general, treatment in: Freeman, Alan und Carchedi, Guglielmo (Hrsg.): Marx and non-equilibrium economics. Edward Elgar, Cheltenham, UK, Brookfield, US 1996.
  • Moishe Postone: Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft - eine neue Interpretation der kritischen Theorie von Marx. Ça ira-Verlag, Freiburg 2003.
  • Dieter Wolf, Auswahl aus: Der dialektische Widerspruch im Kapital Der dialektische Widerspruch im Kapital. Ein Beitrag zur Marxschen Werttheorie. Hamburg, 2002. ISBN 3-87975-889-1

Weblinks


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