Arbogne
Arbogne
Gewässerkennzahl CH: 805
Lage Schweiz
Flusssystem Rhein
Abfluss über Broye → Zihlkanal → Aare → Rhein → Nordsee
Quelle La Lavotaire bei Lussy
46° 43′ 23,5″ N, 6° 56′ 7,1″ O46.72326.9353790
Quellhöhe 790 m ü. M.Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung in die Broye bei Salavaux
46.90787.0215432

46° 54′ 28″ N, 7° 1′ 17″ O46.90787.0215432
Mündungshöhe 432 m ü. M.Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 358 m
Länge 30,9 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlenVorlage:Infobox Fluss/EINZUGSGEBIET_fehlt

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Die Arbogne ist ein rund 31 km langer rechter Nebenfluss der Broye. Sie befindet sich überwiegend im Schweizer Kanton Freiburg, fliesst aber auf kurzen Strecken auch im Kantonsgebiet der Waadt. Erstmals erwähnt wird die Arbogne 1320 unter dem Namen Arbonnia. Danach erschienen die Schreibweisen Arbognez, Arbognyez (1399), und noch von 1906 ist die Bezeichnung Erbogne überliefert.

Das Quellgebiet der Arbogne liegt auf rund 800 m ü. M. nordöstlich von Romont auf einem waldigen Höhenrücken zwischen den Tälern der Broye im Nordwesten und der Glâne im Südosten. Als kleines Rinnsal fliesst die Arbogne nach Nordosten auf einem nur wenig reliefierten Hochplateau, dessen Landschaftsstrukturen durch die Überprägung und die Moränenablagerungen des eiszeitlichen Rhonegletschers vorgegeben sind.

Nach rund 7 km Laufstrecke senkt sich der Bach allmählich mit einem Kerbtal in die Molasseschichten des Freiburger Mittellandes ein. Westlich der Ortschaft Noréaz beschreibt die Arbogne einen scharfen Knick und fliesst nun in einem bewaldeten Tal nach Nordwesten, wobei sie rund 100 m in die umgebenden Molassehügel eingeschnitten ist. Beim Ortsteil Cousset der Gemeinde Montagny (FR) öffnet sich das Arbogne-Tal zu einer breiten, landwirtschaftlich genutzten Talmulde.

Die Arbogne tritt jetzt auf das Waadtländer Kantonsgebiet über und erreicht bei Corcelles-près-Payerne auf einer Höhe von 454 m ü. M. den südlichen Rand der Broyeebene. Hier zeichnet der Bachlauf erneut einen scharfen Bogen, um die restlichen 10 km insgesamt wieder in nordöstliche Richtungen zu fliessen. In ihrem Unterlauf verläuft die Arbogne stets in der Nähe des südlichen Randes der landwirtschaftlich intensiv genutzten Broyeebene, mehr oder weniger parallel zur Broye. Im Bereich von Domdidier übernimmt sie abschnittsweise das Bachbett der ehemaligen Broye. Aufgrund des komplizierten Verlaufs der Kantonsgrenzen im Broyetal wechselt die Arbogne mehrmals die Hoheitsgebiete der Kantone Waadt und Freiburg. Etwa 1.5 km südwestlich des Murtensees mündet die Arbogne auf 432 m ü. M. in die kanalisierte Broye. Sie besitzt nur wenige kurze Seitenbäche (längster Zufluss ist mit 5 km der Ruisseau de Coppet, der nahe bei Avenches mündet).

Seit dem Mittelalter wurden entlang dem Bachlauf verschiedene Mühlen und Sägereien betrieben. Heute wird Wasser aus der Arbogne für die Bewässerung der Kulturen in der Broyeebene verwendet. Oberlauf und Mittellauf der Arbogne befinden sich noch heute in naturnahem, teilweise natürlichem Zustand. Der Abschnitt in der Broyeebene ist jedoch kanalisiert und auf weiten Strecken begradigt.

Die Wasserleitung

Zur Römerzeit, im 1. Jahrhundert n. Chr., wurde ein Teil des Wassers aus dem Arbognetal abgeleitet und durch eine 15 Kilometer lange Wasserleitung mit einem Aquädukt nach Aventicum (Avenches) geführt. In einem Seitental der Arbogne, nahe der Mühle von Prez, entspringen mehrere Quellen. Eine trägt den Namen «Bonnefontaine». Sie hat einen ziemlich regelmässigen Ausstoss von etwa 1000 Liter pro Minute. Die Wasserleitung von Bonnefontaine hat ein durchschnittliches Gefälle von 2,12 %. Das Wasser weist eine konstante Temperatur von ca. 10 Grad Celsius auf hat eine ähnliche gute Beschaffenheit wie jenes der Henniez-Quellen, die in der Nähe von Payerne liegen. Die Wasserleitung folgte zunächst dem Lauf der Arbogne und verlief dann nordwärts in Richtung Avenches. Zwei Kilometer vor Avenches verlieren sich ihre Spuren. Im Jahre 1962 wurde die Leitung bei Erdarbeiten südlich der Mühle von Arbognes durchschnitten. Das in schlammigen Boden eingelassene Kanalrohr (lat. specus) war vollständig erhalten. Die Wände des Innenrohres sind mit sorgfältig geglättetem Ziegelmörtel verputzt. Oben wird der Wasserkanal von einer Tuffsteindecke abgeschlossen. Der heute freigelegte Abschnitt der Leitung befindet sich links des Wegs, der zur Mühle von Prez führt.

Literatur

  • J.-P. Aubert: Les aqueducs d’Aventicum. Bulletin de l’Association pro Aventico 20, 1969 S. 23–36.

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