Arcade-Automat
Verschiedene Automaten, 4. v.l. Mini cabinet
Donkey Kong, Standard Arcade-Gehäuse
Cocktail-Tisch
Sit-In-Gehäuse

Ein Arcade-Automat ist ein Gerät, an dem der Benutzer gegen Geldeinwurf Arcade-Spiele spielen kann.

Der Automat besteht zumeist aus einer Bildschirmeinheit, einem Joystick und einer eingebauten Platine, auf der das Videospiel gespeichert ist. Die Hardware des Gerätes ist zumeist exakt auf das darauf laufende Spiel abgestimmt. Einige Automaten besitzen auch eine eingebaute Lightgun, Lenkräder oder Steuerhebel - beispielsweise bei Flug- oder Auto-Rennsimulationen - oder eine angeschlossene Leinwand variierender Größe.

Inhaltsverzeichnis

Varianten

Die gängigsten drei sind:

  • Standard-Gehäuse („upright cabinet“), ca. 1,80 Meter hoch
  • „Mini cabinets“ bzw. „Cabarets“ (etwas kleinere Versionen)
  • Tische („Cocktail“) für 2 Spieler, die sich gegenüber sitzen; Bild wird je nach Bedarf gedreht

Daneben gibt es:

  • platzsparende Wandgeräte (sogenannte „Wall Mounter“), die in ihren Abmessungen an europäische Geldspielgeräte angelehnt waren
  • „Sit-In“ (zum Hineinsetzen, z. B. Rennsimulationen)
  • „Sit-Down“ (zum Davorsetzen, hauptsächlich von japanischen Unternehmen)
  • „Walk-In“ (zum Hineinsetzen, aber für mehrere Spieler, z. B. Galaxian 3)

Für spezielle Spiele gibt es besondere Gehäuseformen. Z. B. Gauntlet für 4 Spieler oder Sportspiele (z. B. Ski mit Stangen und Fußgehäusen).

Äußere Elemente (Artwork)

Es gibt, speziell für das jeweilige Spiel („dedicated“), meist besondere künstlerische Verzierungen. Dazu gehören insbesondere:

  • Marquee (rechteckiges Schild über dem Monitor, meist hintergrundbeleuchtet)
  • Bezel (Umrandung des Monitors, oft mit Anleitungen)
  • Control panel (Bedienpult, normalerweise mit Joystick und Tasten)
  • Side art (Bemalung an der Gehäuseseite).

Oft wurden, insbesondere bei älteren Spielen, Universal-Gehäuse benutzt.

Technik

PCB

Im Inneren des Automaten befindet sich, neben dem Monitor, das Herzstück: die Platine(n), auch PCB („printed circuit board“). Siehe auch Arcade-System. Auf ihr befinden sich die Prozessoren (CPU) und die Spiele auf ROMs. Meist wurden 2 oder 3 Platinen benutzt, die übereinander liegen. Die untere ist dabei oft die Hauptplatine für den oder die Prozessoren, die anderen sind für den Sound und die Grafik zuständig. In der goldenen Ära der Arcade-Spiele wurden meist ein oder mehrere 8-Bit-Prozessoren wie der Z80 benutzt.

Mittels DIP-Schalter kann der Aufsteller verschiedene Einstellungen, insbesondere den Schwierigkeitsgrad und die Münzanzahl, verändern.

Als Beispiel siehe Irem M-62.

Monitor

In der Regel hat ein Arcade-Automat einen Monitor, meist mit einer Zeilenfrequenz von nur 15,75 kHz. Dieser kann vertikal oder horizontal ausgerichtet sein. Die frühen Spiele hatten noch Vektorgrafik, wenig später wurde auf die mittlerweile übliche Rastergrafik umgestellt. Die Bildschirmauflösung der klassischen Spiele der 1980er-Jahre betrug oft 256 × 256 oder 240 × 256 Pixel.

Insbesondere bei Rennspielen gibt es Geräte mit zwei oder mehr Monitoren.

JAMMA-Standard

In den frühen Jahren verwendeten die Hersteller ihre jeweils eigene Methode, mit denen die Spielplatinen im Automaten angeschlossen wurden. Erst ab 1986 begann man sich auf einen Standard zu einigen, der den Anschluss genau definierte: JAMMA. Der JAMMA-Standard brauchte bis ca. 1988, um sich zu behaupten, und wird noch heute verwendet.

Emulation

Ein ArcadeStick, hier für die Sega Dreamcast

Mit der Software M.A.M.E. kann die Hardware älterer Automaten auf einem PC emuliert werden. Es gibt auch andere Emulatoren für die verschiedensten Betriebssysteme und Plattformen.

Infos

Die meisten Arcade-Automaten sind modular wie Spielekonsolen konzipiert, d.h. die Hardware bleibt gleich und die Spiele können ausgewechselt werden. Zu den bekanntesten Hardwareplattformen gehören Capcom Play System 1 und 2 (CPS1, CPS2), Neo Geo von SNK und Segas SYSTEM 16.

Einige Leute bauen sich Arcade-Automaten um. Das Arcade-ROM, auf dem sich das eigentliche Spiel befindet, wird ausgebaut - stattdessen wird ein PC mit der Software M.A.M.E. eingebaut und über ein Interface an die Automatenhardware angeschlossen. Das hat den Vorteil, dass man auf einem original Arcade-Automaten nicht nur immer ein Spiel spielen kann, sondern alle Spiele, die die aktuelle M.A.M.E.-Version gerade unterstützt.

Da ein solcher Automat dazu bestimmt ist, dem Aufsteller Einnahmen zu sichern - in der Regel von 50 Cent bis zu 1 bis 2 Euro pro Spiel -, muss dieser außerordentliche Qualitäten aufweisen.

In Deutschland befinden sich die meisten Videospielautomaten in Kneipen und Spielhallen. Arcade-Automaten sind keine Geldspielautomaten ("einarmige Banditen"), die zumeist Roulette, Poker oder Las Vegas in ihrem Logo tragen.

Polyplay, einziger Arcade-Automat der DDR

Seit 1985 dürfen in der Bundesrepublik Deutschland an öffentlichen Plätzen keine Videospielautomaten mehr aufgestellt werden. Arcade-Automaten sind seitdem nur noch in Spielhallen anzutreffen. In der damaligen DDR wurde dagegen ca. 1986 der Polyplay-Arcade-Automat veröffentlicht und u.a. in FDGB-Ferienheimen und öffentlichen Einrichtungen aufgestellt.

Weblinks

Siehe auch

  • MAK/Supergun, Multi Arcade Konsole, ermöglicht die Verwendung eines TV-Geräts

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