Arcanum divinae sapientiae

Am 10. Februar 1880 veröffentlichte Papst Leo XIII. die Enzyklika Arcanum divinae sapientiae mit dem Untertitel „Über die christliche Ehe“ infolge des Kulturkampfes. Der Titel bezieht sich auf die ersten Worte der Enzyklika, die mit „Arcanum divinae sapientiae consilium“ („Der geheimnisvolle Ratsschluss der göttlichen Weisheit“) beginnt.

Inhaltsverzeichnis

Die katholische Ehelehre

Den Papst drängte es, die Institution der Ehe, die ein „göttliches Geheimnis“ ist, gegen eine zunehmende Säkularisierung und Omnipotenz des Staates zu verteidigen. Der Staat begann nämlich massiv, gegen die alleinige Zuständigkeit der Kirche in Ehefragen anzukämpfen und wollte die Ziviltrauung als allein wichtig und notwendig herausstellen. Dagegen verwahrte sich der Papst. Die Ehe als Sakrament unterstünde allein kirchlicher Vollmacht, und Ehe als Vertrag ist vom Sakrament nicht zu trennen. Um die Institution der Ehe also ging es und um das zu verteidigende Recht der Kirche, nicht so sehr um Fragen ehelicher Partnerschaft.

Das Sakrament der Ehe

So heißt es dann auch in seiner Enzyklika, dass die Ehe deshalb ein Sakrament sei, weil sie ein heiliges Zeichen sei, welches die Gnade bewirkt und gleichnishaft sei. Dieses Gleichnis und dieser Hinweis aber würde durch jenes Band der innigsten Vereinigung ausgedrückt, das Mann und Frau miteinander verbindet und das nichts anderes als eben die Ehe sei. Daraus ergäbe sich, dass jede rechtmäßige Ehe unter Christen in sich und aus sich ein Sakrament sei.

Weitere Lehraussagen zur Ehe

Das kirchliche Lehramt legt immer Wert darauf, die Kontinuität der Lehraussagen zu Ehe und Gesellschaft nachzuweisen. Bis zum Konzil wurden dafür besonders die Aussagen der Päpste Leo XIII. (wie mit dieser Enzyklika), und seinen Nachfolgern herangezogen. Das Zweite Vatikanische Konzil fasste seine Beratungsergebnisse – auch aufbauend auf dieser Enzyklika - über „Die Familie: Lebenszelle der Gesellschaft“ in Gaudium et Spes zusammen, und zum 50. Jahrestag von „Arcanum divinae sapientiae“ schrieb Pius XI. am 31. Dezember 1930 die Enzyklika „Casti connubii“. Später folgte von Papst Paul VI. die Enzyklika "Humanae Vitae" und von Papst Johannes Paul II. das Apostolische Schreiben "Familiaris consortio".

Literatur

  • Lexikon der Weltreligionen: Christentum – Das Sakrament der Ehe, Verlagsgruppe Weltbild, Augsburg, 2006, ISBN 3-8289-4979-7
  • Rudolf Fischer-Wollpert, Wissen Sie Bescheid?- Lexikon religiöser und Weltanschaulicher Fragen (Themenbereich: Ehe), Verlag Friedrich Pustet, Regensburg, 1982, ISBN 3-7917-0738-8
  • Päpstlicher Rat für Gerechtigkeit und Frieden, Kompendium der Soziallehre der Kirche, Fünftes Kapitel: „Die Familie: Lebenszelle der Gesellschaft“, Verlag Herder, Freiburg im Breisgau, 2006, ISBN 3-451-29078-2

Weblinks


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