3-Chlorpropen
Strukturformel
Allgemeines
Name Allylchlorid
Andere Namen
  • 3−Chlorpropen
  • 3-Chlorprop-1-en
Summenformel C3H5Cl
CAS-Nummer 107-05-1
PubChem 7850
Kurzbeschreibung leichtentzündliche, farblose Flüssigkeit mit stechendem Geruch
Eigenschaften
Molare Masse 76,53 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

0,94 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

−136 °C[1]

Siedepunkt

45 °C[1] (polymerisiert leicht beim Erhitzen)[1]

Dampfdruck

398 hPa (20 °C)[1]

Löslichkeit

gering löslich in Wasser (3,6 g·l−1[1])

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung aus RL 67/548/EWG, Anh. I [2]
Leichtentzündlich Gesundheitsschädlich Umweltgefährlich
Leicht-
entzündlich
Gesundheits-
schädlich
Umwelt-
gefährlich
(F) (Xn) (N)
R- und S-Sätze R: 11-20/21/22-36/37/38-40-48/20-68-50
S: (1/2)-16-25-26-36/37-46-61
MAK

aufgehoben, da wahrscheinlich krebserzeugend [1]

WGK 2 (wassergefährdend) [1]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Allylchlorid (3-Chlorpropen) ist eine giftige, umweltschädliche und leicht entzündliche Flüssigkeit, die bereits bei Raumtemperatur verdampft. Die gasförmige Substanz ist schwerer als Luft und besitzt einen stechenden, senfölartigen Geruch. Allylchlorid ist vor allem für Fische gefährlich und hat die Formel CH2=CH–CH2Cl.

Inhaltsverzeichnis

Gewinnung und Darstellung

Allychlorid kann durch Reaktion von Propen mit Chlor bei hohen Temperaturen (~500 °C) hergestellt werden.

Eigenschaften

Allylchlorid schmilzt bei −136 °C und verdampft bei 45 °C. Die Selbstentzündungstemperatur liegt bei 390 °C. Die Dichte ist geringfügig kleiner als die von Wasser und beträgt 0,94 g·cm−3. Mit unedlen Metallen wie Aluminium geht Allylchlorid eine heftige Reaktion ein.

Verwendung

Allylchlorid ist Ausgangsstoff für Lack- und Polymeradditive, Silikone, Wasserbehandlungsprodukte und Arzneistoffe. Mehr als 90 % des weltweit erzeugten Allylchlorids werden zur Herstellung von Epichlorhydrin verwendet.[1]

Sicherheitshinweise

Allylchlorid ist ein Kontaktgift und kann auch über die Haut aufgenommen werden. An den Augen ruft es Schwellungen, Rötungen und einem verschwommenen Blick hervor und kann bis zur völligen Blindheit führen. Außerdem können Hautrötungen, Gliederschmerzen, Erbrechen, Husten, Hals und Kopfschmerzen, Schwindel auftreten. Bei längerem Kontakt kann Allylchlorid zum Tod führen.

Siehe auch

  • 1-Chlorpropen
  • 2-Chlorpropen

Einzelverzeichnis

  1. a b c d e f g h i Eintrag zu Allylchlorid in der GESTIS-Stoffdatenbank des BGIA, abgerufen am 15. März 2009 (JavaScript erforderlich).
  2. Eintrag zu CAS-Nr. 107-05-1 im European chemical Substances Information System ESIS

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • 3-Chlor-1-Propen — Strukturformel Allgemeines Name Allylchlorid Andere Namen 3−Chlorpropen 3 Chlorprop 1 en …   Deutsch Wikipedia

  • Allylchlorid — Strukturformel Allgemeines Name Allylchlorid Andere Namen …   Deutsch Wikipedia

  • Chlororganische Verbindungen — Struktur verschiedener Klassen monochlorierter Kohlenwasserstoffe (Auswahl; von oben nach unten): Chloralkan (1 Chlorpropan), Chloralkene (1 Chlorpropen, 2 Chlorpropen, 3 Chlorpropen), Chloraromat (Chlorbenzol) Chlororganische Verbindungen (auch… …   Deutsch Wikipedia

  • Solvay GmbH — Rechtsform GmbH Gründung 1880 Sitz Hannover, Deutschland Leitung Frank Schneider, Vorsitzender der Geschäftsführung Mitarbeiter …   Deutsch Wikipedia

  • Allylchlorid — Al|lyl|chlo|rid; Syn.: 3 Chlorpropen: H2C=CH CH2Cl; farblose, brennbare, stechend riechende u. giftige Fl., Sdp. 45 °C, die zur Herst. von Glycerin u. a. Produkten dient …   Universal-Lexikon

  • Chlorierte Kohlenwasserstoffe — Struktur der verschiedenen Klassen monochlorierter Kohlenwasserstoffe: I=Chloralkan (Halogenpropan), II=Chloralken (Chlorpropen), III=Chloraromat (Chlorbenzol); X= Chlor Chlororganische Verbindungen (auch Chlorkohlenwasserstoffe oder… …   Deutsch Wikipedia

  • Chlorkohlenwasserstoff — Struktur der verschiedenen Klassen monochlorierter Kohlenwasserstoffe: I=Chloralkan (Halogenpropan), II=Chloralken (Chlorpropen), III=Chloraromat (Chlorbenzol); X= Chlor Chlororganische Verbindungen (auch Chlorkohlenwasserstoffe oder… …   Deutsch Wikipedia

  • Chlorkohlenwasserstoffe — Struktur der verschiedenen Klassen monochlorierter Kohlenwasserstoffe: I=Chloralkan (Halogenpropan), II=Chloralken (Chlorpropen), III=Chloraromat (Chlorbenzol); X= Chlor Chlororganische Verbindungen (auch Chlorkohlenwasserstoffe oder… …   Deutsch Wikipedia

  • Ckw — Struktur der verschiedenen Klassen monochlorierter Kohlenwasserstoffe: I=Chloralkan (Halogenpropan), II=Chloralken (Chlorpropen), III=Chloraromat (Chlorbenzol); X= Chlor Chlororganische Verbindungen (auch Chlorkohlenwasserstoffe oder… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der UN-Nummern — UN Nummern, auch Stoffnummern genannt, sind von einem Expertenkomitee der Vereinten Nationen (UN) festgelegte, vierstellige Nummern, die für alle gefährlichen Stoffe und Güter (Gefahrgut) festgelegt wurden. Inhaltsverzeichnis 1 0000–0099 2… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”