Architektin
Architekt, 1893

Architekten (griech. aus den Wörtern αρχη [arché] "Anfang, Ursprung, Grundlage, das Erste" und τεχνη [techné] "Kunst, Handwerk"; zu altgriechisch architéktos "Oberster Handwerker (Zimmermann), Baukünstler, Baumeister") befassen sich mit der technischen, wirtschaftlichen, funktionalen und gestalterischen Planung und Errichtung von Gebäuden und Bauwerken vorwiegend des Hochbaues. Ihre Kernkompetenz ist das über das Bauen hinausgehende Schaffen von Architektur.

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Das Berufsbild der Architekten ist nicht klar beschrieben, länderweise verschieden und ständig in Bewegung. Es reicht von den Baukünstlern, die sich mit Architekturtheorien zur Bildenden Kunst beschäftigen und reine Entwurfsarchitekten sind, über Ingenieure und technisches Entwerfen von Gebäuden bis hin zu den Bauleitern, welche die Bauplanung und -ausführung koordinieren und deren Augenmerk vor allem auf Terminen, Qualität und Baukosten liegt.

Dem Berufsfeld zwischen angewandter Technik auf der einen und reiner Baukunst aktuellen oder historischen Zuschnitts auf der anderen Seite entsprechen auch die möglichen Ausbildungswege: Universitäten (vor allem Technische Universitäten), Fachhochschulen und Kunstakademien in Ländern mit stärkerem Reglement, aber auch Colleges, technische Mittelschulen und völlig freie Bildungswege. Die Schwerpunkte der Ausbildung sind dabei jeweils anders gesetzt: wird auf Kunstakademien mehr Wert auf den künstlerischen Entwurf gelegt, so ist die Ausbildung an Fachhochschulen mehr am Beruf orientiert.

Geschichte

Darstellung eines Architekten im Mittelalter

Der Beruf des Architekten ist traditionell generalistisch angelegt: die Baumeister vergangener Zeiten erstellten in Personalunion den Entwurf und die Statik und beaufsichtigen den Bauablauf. Je nach Epoche kamen sie aus ganz verschiedenen Klassen und Berufszweigen, zum Beispiel waren sie im Römischen Reich meistens Militäringenieure (vgl. Vitruv), im Frühmittelalter oft Kleriker, im Spätmittelalter aus dem Handwerk, in der Renaissance Künstler, Bildhauer oder Wissenschaftler.

Die aus dem Steinmetzhandwerk und der Bauhüttentradition hervorgegangenen mittelalterlichen Baumeister werden in zeitgenössischen Quellen als Werkmeister oder magister operis bezeichnet. Nach der Gesellenprüfung als Steinmetz absolvierten sie eine zusätzliche Ausbildung und waren nach der Meisterprüfung befähigt als Architekt zu arbeiten (siehe Werkmeisterbücher),

Erst im 19. Jahrhundert, im Zuge des ökonomischen und technischen Fortschritts durch die Industrialisierung, bildete sich der Beruf des Architekten als eigene akademische Disziplin heraus. Es gab enorme Fortschritte in der Bautechnologie, neue Bauaufgaben (Geschosswohnungen, Feuerwehrwachen, Schulen), die nicht mehr von handwerklich geprägten Baumeistern zu bewältigen waren. Es entstanden Architekturschulen und -akademien.

Zunehmend bildeten sich die Fachdisziplinen Architektur und Bauingenieurwesen heraus. Die Architekten beschäftigten sich schwerpunktmäßig mit der Gestaltung der Bauwerke des Hochbaues, die Bauingenieure erbringen sämtliche Leistungen für die Bauwerke des Tief- und Ingenieurbaues und planen das Tragwerk für Hochbauten, ebenso sind sie oft in der Bauleitung für Hochbauten tätig. Die Komplexität der Aufgaben nahm seitdem kontinuierlich weiter zu, so dass sich im 20. Jahrhundert weitere Fachdisziplinen etablierten: Städtebau, Landschaftsarchitektur, Innenarchitektur, Bauphysik etc.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts kommen Berufe hinzu, die viele Aufgaben des klassischen Architekten übernehmen. Baumanagement und Facility-Management übernehmen die Koordination der Bauausführung, große Firmen bieten komplette Planungs- und Ausführungspakete an, so dass sich traditionelle Aufgabenfelder der Architekten verlagern. In manchen Bereichen ist auch in Deutschland ein Rückzug der Architekten auf den Aspekt des Entwerfens zu beobachten, wie dies in den USA zum Beispiel schon weit verbreitet ist.

Der Trend zur Spezialisierung macht heute auch vor dem an sich generalistisch angelegten Architektenberuf nicht halt. Neben dem Architekten, der sich hauptsächlich mit Hochbau beschäftigt, gibt es in Deutschland noch die Berufsgruppen der Landschaftsarchitekten, Innenarchitekten und Städtebauarchitekten. Weiterhin findet in den einzelnen Büros eine zunehmende Spezialisierung auf bestimmte Bauaufgaben (Verwaltungs- und Gewerbebau, Kulturbau, Wohnungsbau etc.) oder auf bestimmte Leistungsphasen der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (z. B. Entwurf, Ausführungsplanung, Ausschreibung oder Bauleitung) statt. Überdies lässt sich eine weitere Spezialisierung auf bestimmte Nischen feststellen, wie z. B. das ökologische Bauen oder die Sanierung von Altbauten beobachten.

Arbeitsfelder

Übliche Arbeitsfelder, die von Architekten (je nach Land, Büro und Qualifikation in unterschiedlichem Maße) abgedeckt werden:

Arbeitsweise

So umfassend die Inhalte der Disziplin Architektur sind, so vielfältig und komplex ist auch die Arbeit des Architekten. Nach wie vor arbeiten die meisten freiberuflichen wie auch angestellten Architekten in kleinen, mittleren bis großen Architekturbüros für Bauentwurf, Bauplanung oder Bauleitung. Je nach Größe und Spezialisierung haben die Büros zum Teil eigene Abteilungen mit weiteren Fachplanern integriert wie etwa Innenarchitekten, Labortechniker, Lichtplaner, Küchenplaner, Bauphysiker, Freiraumplaner oder wie Spezialisten für Modellbau, Rendering/Visualisierung oder Public Relation. Durch den sich seit Jahren verändernden Markt sind jedoch immer mehr Architekten auch gewerblich tätig oder nehmen Funktionen als Gutachter oder Berater ein.

Architekturbüros

Abgesehen von kleineren Bauvorhaben wie Einfamilien- oder Zweifamilienhäusern ist der Planungsprozess meist stark arbeitsteilig organisiert. Dies betrifft nicht nur die Arbeit innerhalb der Architekturbüros, sondern auch die Zusammenarbeit mit den externen Projektbeteiligten.

Nur noch wenige Architekten bearbeiten das komplette Leistungsspektrum der deutschen HOAI mit allen Leistungsphasen. Vielmehr befassen sich die Mitarbeiter mittlerer und größerer Büros i. d. R. schwerpunktmäßig mit Teilbereichen des Planungsprozesses, wie z. B. dem Entwurf, der Ausführungsplanung, der Ausschreibung und Vergabe von Bauaufträgen oder der Bauleitung. Auch eine Spezialisierung von Architekturbüros auf die jeweiligen Leistungsphasen 1 bis 5 (Entwurf, Genehmigung und Planung) oder die Leistungsphasen 6 bis 9 (wirtschaftliche und bauliche Umsetzung) ist inzwischen weit verbreitet.

Da bei jedem Bauvorhaben die Arbeit verschiedener Fachingenieure wie Statiker und Haustechniker, bei größeren Projekten zunehmend auch weiterer Experten wie Verkehrsplaner, Fassaden- und Landschaftsplaner oder Facility Manager, integriert werden muss, ist beim Architekten ein hohes Maß an Kommunikations- und Koordinationsfähigkeit sowie gleichzeitig Einfühlungs- und Durchsetzungsvermögen gefordert. Da Architektur immer auch an den Aspekt der Wirtschaftlichkeit gekoppelt ist, ist auch wirtschaftliches Denken und Handeln vom Architekten gefordert. Auf dem sich verändernden und insgesamt schrumpfenden Markt sind unter hohem Wettbewerbsdruck in zunehmenden Maße Qualitäten in der Projektpräsentation gegenüber privaten und öffentlichen Bauherren erforderlich.

Je nach Arbeitsschwerpunkt des einzelnen Architekten sind verschiedene Qualifikationen gefordert. Benötigt der Entwurfsarchitekt vor allem herausragende Fähigkeiten konzeptioneller und darstellerischer Art, sind beim Ausführungsplaner ebenso gestalterische wie auch technisch-konstruktive und rechtliche Kenntnisse (Baurecht, Umweltschutz usw.) gefragt. In der Bauleitung sind vor allem organisatorische Fähigkeiten und detaillierte Kenntnisse des Bauablaufes und der Bauausführung durch Baumeister und Handwerker erforderlich.

Diese Spezialisierung ist jedoch nicht so zu verstehen, dass die an einem Bauvorhaben beteiligten Architekten isoliert voneinander arbeiten. Die verschiedenen Projektphasen sind stark miteinander verzahnt und voneinander abhängig. Ein Grundverständnis für den gesamten Planungsprozess ist daher auch für den Spezialisten unerlässlich, ebenso wie die Kooperation mit dem Bauingenieur und bei größeren Projekten mit dem Geodäten, weiteren Spezialisten und den zuständigen Ämtern.

Die digitale Revolution der letzten Jahrzehnte hat natürlich erst recht nicht vor planenden Berufen wie dem Architekten haltgemacht. Zwar werden im Planungsprozess immer noch traditionelle Mittel wie Skizzen oder Modellbau angewandt. Die endgültige Planung und Darstellung von Projekten wird allerdings inzwischen fast ausschließlich mit Hilfe von CAD-Programmen am Computer erstellt. So ist die Beherrschung von mindestens einem CAD-Programm heute für Architekten unerlässlich. Oft werden aber auch Erfahrungen mit verschiedenen Programmen sowohl in der zwei- als auch dreidimensionalen Darstellung erwartet, die bei Entwicklungs- und Zeitreihen bisweilen sogar in die vierte Dimension geht.

Mehr Informationen zu den verfügbaren CAD-Programmen sowie spezialisierten Programmen für den Architekten findet sich in den Artikeln Computer Aided Design und Liste von CAD-Programmen.

Aufgrund der mittlerweile stark schwankenden Auftragslage und des infolgedessen ungleichmäßigen Arbeitsaufkommens innerhalb der meisten Architekturbüros sind je nach Organisation flexible Arbeitszeiten unverzichtbar. Vor wichtigen Terminen, wie z. B. Abgaben von Wettbewerben, Bauanträgen oder Bauherren-Präsentationen, sind daher oft Überstunden sowie Arbeit am Wochenende unerlässlich. Bei vielen Großprojekten muss darüber hinaus der verantwortliche Architekt oder eine von ihm befugte Person ständig erreichbar sein.

Arbeit in anderen Bereichen

Zunehmend sind Architekten auch außerhalb ihres klassischen Betätigungsfeldes beschäftigt. Dies können die Projektsteuerung auf Seite des Bauherren sein oder eine Tätigkeit in der Bau- und Immobilienwirtschaft. Auch Tätigkeiten als Technische Sachverständige, Gutachter oder Berater sind üblich. Weitere interdisziplinäre Schnittstellen gibt es mit den Bereichen Produktdesign, Industrialdesign, Kunst, Film & Theater, Multimedia, Werbung und Kommunikationsdesign.

Ausbildung

Die Ausbildung zum Architekten erfolgt in Deutschland (und Österreich) an Hochschulen im Rahmen eines Architekturstudiums. Ergänzend ist auch der zweite Bildungsweg über ein oder mehrere Handwerke und Praxis z.B. im Architekturbüro möglich. Die Architektenkammer entscheidet, wer sich Architekt nennen darf, wer vorlagenberechtigt ist und z.B. Bauanträge einreichen darf.

Ein Architekturstudium an Fachhochschulen oder Universität. Beide schließt man mit dem akademischen Titel „Dipl-Ing.“ ab. Praktika bis zu 6 Monaten muss man im Studium nachweisen können. Das Studium an der Fachhochschule dauert mindestens 8 Semester, an der Universität 10. Architekt ist man erst dann, wenn man in der Architektenkammer eingetragen ist. Dazu muss man mindestens zwei Jahre Berufserfahrung vorweisen können.

Berufsbezeichnung

In Deutschland darf sich nur Architekt nennen, wer in die Architektenliste einer Architektenkammer eingetragen ist. Dafür benötigt man neben dem abgeschlossenen Architekturstudium Berufserfahrung von mindestens zwei Jahren (in dieser Zeit wird der Architekt in manchen Bundesländern auch als Architekt im Praktikum (AiP) bezeichnet.); Details regeln die Architektengesetze der jeweiligen Bundesländer.

Die Berufsbezeichnung Architekt berechtigt zur Einreichung eines Bauantrages und ist somit fast zwangsläufig für die Arbeit als selbstständiger Architekt (Freier Architekt) erforderlich. Die Kammern verstehen sich als Interessenvertretung aller Architekten. Das heißt aber auch umgekehrt, dass die Interessen der großen Zahl der nichtselbstständigen, in Architekturbüros Tätigen, die nicht in die Kammer eingetragenen sind - insbesondere der Absolventen - nur sehr bedingt durch die Kammern vertreten werden.

Arbeitsmarkt und wirtschaftliche Situation

In Deutschland sind Architekten etwa je zu einem Viertel selbstständig, in der freien Wirtschaft angestellt oder in der öffentlichen Verwaltung tätig. Der Berufsstand befindet sich seit Mitte der 1990er Jahre jedoch in einer schweren Krise, in der sich die wirtschaftliche Situation der Architekten in Deutschland zunehmend verschlechtert.

Die Ursachen für diese Situation sind u. a.:

  • Vorhandene hohe Architektendichte
  • Beliebtheit des Studienganges, keine Regulierung der Studenten
  • Wegbrechen von Aufgabenfeldern (s. o.)
  • Mangelnde Nutzung von neuen Geschäftsfeldern
  • Bereits erreichter Standard der Bausubstanz in Deutschland
  • Bevölkerungsrückgang
  • Wirtschaftliche Gesamtsituation

Als sehr kapitalintensive, auf Investitionen der freien Wirtschaft und der öffentlichen Hand angewiesene Branche wurde die Bauwirtschaft in besonders starkem Maße von der Wirtschaftskrise der späten 1990er und frühen 2000er Jahre und der prekären Finanzlage der öffentlichen Kassen in Mitleidenschaft gezogen. Der in Deutschland zu beobachtende Bevölkerungsrückgang führte außerdem zu einer nachlassenden Nachfrage im Wohnungsbau. Infolgedessen hatte die Mehrheit der deutschen Architekturbüros mit erheblichem Auftragsmangel zu kämpfen. Zahlreiche Büros haben diese Krise nicht überstanden.

Das Berufsbild des Architekten ist seit Jahren zunehmend Veränderungen unterworfen. Viele einst klassische Betätigungsfelder - von der konzeptionellen Entwicklung von Großprojekten über die Ausführungsplanung bis zur Bauleitung - werden inzwischen von Projektentwicklern, Baukonzernen oder anderen Konkurrenten angeboten. Infolgedessen hat sich das Betätigungsfeld solcher Architekturbüros, die nicht in der Lage sind, auf diese Entwicklung in angemessener Weise zu reagieren, in den letzten Jahren mehr und mehr eingeengt.

Ähnlich Ärzten und Rechtsanwälten haben selbständige Architekten den Vorteil einer gesetzlich vorgegebenen Honorarordnung HOAI die durch die Kopplung an die Baukosten automatisch inflationsausgleichend wirkt. In Architekturbüros angestellte Architekten, auch und insbesondere zur Erfüllung der Praktikumspflicht, leiden jedoch unter schlechter wirtschaftliche Situation und fehlender gewerkschaftlicher Vertretung und drücken den Einkommensschnitt. Dauerhafte Arbeitsverhältnisse sind nicht die Regel. Viele Büros engagieren je nach Auftragslage Architekten kurzfristig. Viele Architekten sind daher gezwungen, sich in kurzen Abständen immer wieder neue Jobs zu suchen, ebenso wie selbständige Architekten.

Das Statistische Bundesamt nennt 2008 aus Finanzamtsdaten ein durchschnittliches Bruttoeinkommen für Architekten von 54 529 € p.a.

Schweiz

Ausbildung

In der Schweiz wird Architektur an verschiedenen Hochschulen im Rahmen eines Architekturstudiums gelehrt.

Berufsbezeichnung

Die Berufsbezeichnung Architekt ist in der Schweiz keineswegs geschützt, daher gibt es zahlreiche Praktiker, die sich so bezeichnen. So sind auch die Anforderungen an die Berufsausübung nicht einheitlich geregelt. Einzig in Kantonen der französischen Schweiz, im Tessin und in Luzern schreiben die kantonalen Baugesetze die qualitativen Mindestanforderungen an Architekten und Bauingenieure vor. Die akademischen Grade aus dem Erwerb von Hochschuldiplomen sind jedoch gesetzlich geschützt.

Verbände

In der Schweiz ist die Architekturszene in drei Verbände gefasst. Der Bund Schweizer Architekten (BSA), der Schweizerische Ingenieur und Architekten Verein (SIA) und Swiss Engineering STV (ehemals Schweizerischer Technischer Verband) als größter Berufsverband aller Ingenieure und Architekten. Speziell in der Schweiz gibt es auch den Beruf des Hochbauzeichners, welcher eine unterstützende Funktion in einem Architekturbüro übernimmt.

Österreich

In Österreich gehören die Architekten gemeinsam mit den Ingenieurkonsulenten zur Gruppe der Ziviltechniker.

Spanien / Südamerika

In Spanien ist die Berufsbezeichnung Architekt (arquitecto) wie in Deutschland geschützt und setzt die Zugehörigkeit zu einer spanischen Architektenkammer voraus. In Spanien und dem überwiegend spanischsprachigen Südamerika existiert seit dem Mittelalter der Beruf des Ingeniero de Caminos, Canales y Puertos (Ingenieur für Verkehrswege, Kanäle und Häfen). Dieser ist mit dem deutschen Tiefbauingenieur vergleichbar. Das Wort Caminos (Wege und Straßen) beinhaltet alles vom unbefestigten Fußweg bis zur Autobahn. Das Ingenieursstudium dauert sieben Jahre. In einigen Ländern darf sich Architekt nennen, wer drei der sieben Jahre des Studiums absolviert hat.

Stararchitekten

In der Presse ist oft von Stararchitekten die Rede. Damit werden prominente, avantgardistische Architekten bezeichnet, die durch spektakuläre Entwürfe und Bauaufgaben zu "Idolen" in der Architekturszene geworden sind und die Aufmerksamkeit der medialen Öffentlichkeit genießen. Dieser Starkult ist ein Phänomen, das zuerst in der Popkultur zu beobachten war, inzwischen aber auch in der Architektur üblich geworden ist. Für Bauherren ist das Engagement eines Stararchitekten reizvoll, da es ein gewisses Prestige mit sich bringt. Dies kann unter Umständen Genehmigungsprozesse und die Finanzierung eines Projektes erleichtern sowie den Wert eines Gebäudes steigern. Unter Umständen kann das Gebäude eines Stararchitekten zum Aushängeschild einer Stadt und Motor einer Entwicklung werden (Bilbao-Effekt).

Stararchitekten haben in der Regel eine eigene "Handschrift" (zum Beispiel Frank Gehry oder Zaha Hadid), an der man ihre Gebäude wiedererkennt. Zum Starkult, den die Architekten zum Teil bewusst fördern, gehören Publikationen, Kinofilme und Vorträge, die inzwischen tausende Besucher anziehen können (zum Beispiel Tadao Ando).

Siehe auch

  • Portal
     Portal: Architektur und Bauwesen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Architektur und Bauwesen

Literatur

  • Dörhöfer, Kerstin: Pionierinnen in der Architektur: Eine Baugeschichte der Moderne. Tübingen, Wasmuth 2004, ISBN 3803006392
  • Durth, Werner: Deutsche Architekten. München, dtv 1992, ISBN 3-7828-1141-0
  • Pfammatter, Ulrich: Die Erfindung des modernen Architekten: Ursprung und Entwicklung seiner wissenschaftlich-industriellen Ausbildung. Basel [u. a.], Birkhäuser 1997, ISBN 3-7643-5473-9
  • Wolfensberger, Hanno: Architektendämmerung : 10 Abgesänge auf einen Berufsstand. Frankfurt am Main / New York, Campus 1993, ISBN 3-593-34922-1
  • Dr. Eisenmenger, Mathias: Der Architekt: Das zukünftige Berufsbild unter Berücksichtigung seiner Verantwortung als Baumeister. Kassel, kassel university press 2007, ISBN 978-3-89958-252-9, (PDF-Version)
  • Hodonyi, Robert: Von Baustelle zu Baustelle. Ein Streifzug durch die Geschichte des Architektenmotivs in der Literatur. In: Weimarer Beiträge. Zeitschrift für Literaturwissenschaft, Ästhetik und Kulturwissenschaften 54 (2008), H. 4, S. 589-608.

Weblinks


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