Archäologisches Museum Robertinum
Das Archäologische Museum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Das Archäologische Museum beherbergt die archäologischen Sammlungen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Halle (Saale). Der offizielle Name ist Archäologisches Museum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, nach dem Gebäude, in dem seit 1928 auch die altertumswissenschaftlichen Disziplinen der Universität untergebracht sind, wird es auch häufig einfach Robertinum genannt. Das Museumsgebäude am Universitätsplatz wurde 1922 nach Carl Robert benannt.

Das Museum beherbergt die größte Sammlung originaler griechischer, römischer und ägyptischer Altertümer des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Dazu gehören eine Sammlung mit über 800 Gipsabgüssen antiker Plastiken, galvanoplastische Nachbildungen und Aquarelle von pompejanischen Wandgemälden. Die Ursprünge des Museums liegen in der Münzsammlung des Professors Johann Heinrich Schulze, die nach dessen Tod in den Besitz der Universität überging. Mit der Einrichtung des Lehrstuhles für Klassische Archäologie an der Universität im Jahre 1845 begann unter Ludwig Ross auch der kontinuierliche Aufbau einer Antikensammlung. Das Universitätsmuseum diente in erster Linie als Lehrsammlung für die Ausbildung der Studenten und gleichzeitig war es von Anfang an öffentlich. In Carl Robert (in Halle tätig von 1890 bis 1922) fand das Museum einen erfolgreichen Direktor, der mit Hilfe großzügiger Förderer die Sammlung beträchtlich zu mehren vermochte, so dass ein eigenes Museumsgebäudes errichtet und im Jahr 1891 eingeweiht wurde. In wenigen Jahrzehnten gelang es also den Professoren durch Ankäufe und Schenkungen die umfangreiche Sammlung aufzubauen, aus der bis heute allerdings nur weniges wissenschaftlich aufgearbeitet ist. Aus personellen und finanziellen Gründen ist dies aus eigener Kraft derzeit kaum zu ändern. Neben einigen wenigen altorientalischen Schrifttafeln und ägyptischen Papyri, altägyptischen, griechischen und römischen Skulpturen beherbergt die Sammlung vor allem eine große numismatische Sammlung und zahlreiche Vasen, unter anderem Arbeiten des Achilleus-Malers und des Niobiden-Maler. Das bekannteste Exponat der Sammlung ist eine panathenäische Preisamphora aus der Zeit zwischen 562 und 558 v. Chr., das wohl älteste oder zweitälteste bekannte Gefäß dieser Art.

Nach dem Andreas E. Furtwängler 1994 den Lehrstuhl für Klassische Archäologie einnahm, wurde Manfred Oppermann im selben Jahr zum Leiter des Archäologischen Museums ernannt, nach dem er in den Ruhestand ging, folgte ihm auf dieser Position Stefan Lehmann nach.

Literatur

  • Katja Schneider, Stefan Lehmann (Hrsg.): Oskar Kokoschkas Antike. Eine europäische Vision der Moderne. Hirmer Verlag, München 2010, ISBN 978-3-7774-2581-8 (Katalog der gleichnamigen Ausstellung Halle, 29. März bis 10. Juni 2010, Stiftung Moritzburg, Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, in Verbindung mit dem Archäologischen Museum der Martin-Luther-Universität).
  • Stefan Lehmann (Hrsg.): Korrespondenzen. Jacob Zöllner im Archäologischen Museum (Kataloge und Schriften des Archäologischen Museums der Martin-Luther-Universität; 1) Verlag Beier & Beran, Langenweißbach 2008, ISBN 978-3-937517-99-5.
  • Stefan Lehmann (Hrsg.): Alexander der Große – einst in Stendal. Original – Kopie – Fälschung? (Kataloge und Schriften des Archäologischen Museums der Martin-Luther-Universität; 2). Verlag Beier & Beran, Langenweißbach 2009, ISBN 978-3-941171-29-9.
  • Joachim Ebert (Hrsg.): 100 Jahre Archäologisches Museum in Halle 1891–1991. Zur Geschichte des Robertinums, seiner Sammlungen und Wissenschaftsdisziplinen. Martin-Luther-Universität, Halle 1991, ISBN 3-86010-292-3.
  • Manfred Oppermann, A. Vahlen: Archäologisches Museum Robertinum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Martin-Luther-Universität, Halle 1975.
  • Gerhard Stelzer, Ursula Stelzer: Bildhandbuch der Kunstsammlungen der DDR. Verlag Seemann, Leipzig 1990, ISBN 3-363-00346-3.

Weblinks

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