Miltenberg am Main
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Miltenberg
Miltenberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Miltenberg hervorgehoben
49.7038888888899.2644444444445129Koordinaten: 49° 42′ N, 9° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Miltenberg
Höhe: 129 m ü. NN
Fläche: 60,18 km²
Einwohner: 9501 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 158 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63897
Vorwahl: 09371
Kfz-Kennzeichen: MIL
Gemeindeschlüssel: 09 6 76 139
Stadtgliederung: 7 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Engelplatz 69
63897 Miltenberg
Webpräsenz:
Bürgermeister: Joachim Bieber (CSU)

Miltenberg ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Regierungsbezirk Unterfranken und gehört seit 1816 zu Bayern.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Blick vom Main auf Miltenberg

Geografische Lage

Das historische Miltenberg liegt linksmainisch am linken Knie des Mainvierecks zwischen Spessart und Odenwald. Da sich im Gebiet Miltenbergs das Bett des Mains relativ nahe dem Fuß des Odenwaldes befindet, verbleibt auf der linken Mainseite nur ein schmaler Streifen nutzbarer Fläche, die in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder vom Mainhochwasser unter Wasser gesetzt wurde. Die Altstadt, die sich dort befindet, nahm teilweise beträchtlichen Schaden an diesen Hochwassern. Etwa seit Beginn des 20. Jahrhunderts breitete sich Miltenberg, nach Landkäufen von der Nachbargemeinde Großheubach auch auf der rechten Mainseite aus.

Geschichte

Historische Altstadt und Mildenburg

Schon die Menschen der Vor- und Frühgeschichte wussten um die strategische Bedeutung des Engpasses am Mainknie zwischen Odenwald und Spessart und errichteten mächtige Ringwälle auf dem Greinberg oberhalb Miltenbergs und auf dem Bürgstadter Berg. Um 155 n. Chr. schlossen die Römer hier den fast schnurgerade nach Süden verlaufenden "vorderen Limes" an den Main an. In der Nähe des heutigen Miltenberg stieß der Limes auf den Main, der ab hier weiter nordwärts die natürliche Grenze des Römischen Reiches nach Germanien hin darstellte. Es befinden sich die Überreste zweier römischer Kastelle zwischen Miltenberg und Bürgstadt (Kastell Miltenberg-Ost) sowie zwischen Miltenberg und Kleinheubach (Altstadtkastell).

Im Schutz der Mildenburg (erbaut um 1200) entwickelte sich die Stadt Miltenberg. Sie wurde 1237 erstmals schriftlich erwähnt. Etwa ab 1379 begrenzten die beiden Stadttürme, das Mainzer und das Würzburger Tor, den zwischen Fluss und Berghang eng und lang gestreckt gewachsenen heutigen Altstadtbereich nach Westen und Osten. Bereits im Mittelalter war der Miltenberger Buntsandstein sehr begehrt. Daher wurden in den umliegenden Wäldern Objekte wie Mahlsteine oder Säulen gehauen. Bereits vor dem Jahr 1319 wurde das Spital St. Peter durch Erzbischof Peter von Aspelt gegründet.

Miltenberg - Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian dem Jüngeren 1655
Hinweisplatte an der Heunen-Säule

Bis 1803 gehörte Miltenberg zu Kurmainz. Dies manifestiert sich bis heute im Mainzer Rad im Stadtwappen. Nach dem Reichsdeputationshauptschluss kam Miltenberg zum Fürstentum Leiningen, mit dem es 1806 dem Großherzogtum Baden einverleibt wurde. Nachdem die Stadt ab 1810 zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt gehörte, wurde sie schließlich 1816 Teil Bayerns.

Aus Miltenberg stammen auch die sog. Heunensäulen, die für den Bau des Mainzer Domes bestimmt waren. Mitten auf dem Mainzer Domplatz steht heute eine dieser Heunesäulen mit einer entsprechenden Hinweistafel.

Miltenberg verfügt über eine historische Altstadt, die zahlreiche Fachwerkhäuser aufweist. In den Jahren 1912 und 1955 erwarb Miltenberg Gelände auf der rechten Mainseite zur Erweiterung der Stadt. Die Miltenburg ist seit 1979 Eigentum der Stadt Miltenberg, 1971 wurden die Außenteile renoviert, eine mehrjährig angelegte Sanierung und Restaurierung wurde nun begonnen. Im Burghof steht der Teutonenstein, eine 5 m hohe Sandsteinsäule, deren Inschrift bis heute bezüglich ihrer Bedeutung ein Rätsel darstellt.

Im Jahr 2006 erreichte die Stadt nationale Bekanntheit durch das Glockengeläut des katholischen Pfarrers Ulrich Boom während einer Kundgebung der NPD.[1]

Eingemeindungen

In die Stadt Miltenberg wurden eingemeindet:

  • 1. Januar 1971: Breitendiel
  • 1. Januar 1976: Mainbullau
  • 1. Januar 1976: Schippach (mit Berndiel)
  • 1. Januar 1976: Wenschdorf (mit Monbrunn)

Politik

Bürgermeister der Stadt

  • 1870-1905: Jakob Josef Schirmer
  • 1906-1924: Franz Breitenbach
  • 1925-1930: Dr. Roland Schmid
  • 1930-1933: Wilhelm Schwesinger
  • 1933-1935: Josef Funk
  • 1935-1945: Anton Burkart
  • 1945-1951: Oskar Sermersheim
  • 1952-1966: Anton Blatz
  • 1966-1978: Ludwig Büttner
  • 1978-1990: Anton Vogel
  • seit 1990: Joachim Bieber

Stadtrat

Der Stadtrat besteht aus 20 Mitgliedern, die sich wie folgt aufteilen (Stand 6. März 2008):

  • CSU 8 Sitze
  • SPD 5 Sitze
  • B.90/Die Grünen/Ökologisch-Demokratische Partei (Grüne/ödp) 2 Sitze
  • Liberale Miltenberger 3 Sitze
  • Miltenberger Wahlgemeinschaft e.V. MWG 2 Sitze

Städtepartnerschaft

Es besteht seit Juni 1982 eine Städtepartnerschaft mit Arnouville-lès-Gonesse in Frankreich.

Patenschaft

1960 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus der Stadt Dux übernommen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Hotel Riesen
  • Sehenswert sind die Mildenburg, das Museum, die historische Altstadt, das „Schnatterloch“ (historischer Marktplatz), das Hotel Zum Riesen (eines der ältesten oder eventuell das älteste Gasthaus Deutschlands), das alte Rathaus, das Würzburger sowie das Mainzer Tor und die historischen Stätten in den umliegenden Wäldern. In unmittelbarer Nähe zum Mainzer Tor befindet sich die Laurentiuskapelle mit dem angrenzenden Laurentiusfriedhof (ca. 14. Jahrhundert).
  • Miltenberg liegt am Fränkischen Rotwein Wanderweg, der 1990 angelegt wurde und von Großwallstadt am Main entlang über Miltenberg nach Bürgstadt führt.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • am ersten Wochenende im Juli findet das Altstadtfest statt.
  • Ende Juli finden die Mildenburger Theatertage statt.
  • ab dem letzten Wochenende im August findet 10 Tage lang die Michaelismesse, das größte Volksfest am Bayerischen Untermain, statt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wichtig ist vor allem der Tourismus, der insbesondere am Wochenende zahlreiche Besucher aus den hessischen Ballungszentren (Hanau, Offenbach am Main, Darmstadt, Frankfurt am Main) nach Miltenberg bringt, ferner der Buntsandstein und der Handel.

Verkehr

Miltenberg liegt an der Bahnstrecke von Aschaffenburg nach Wertheim (Maintalbahn). Außerdem zweigt hier die Madonnenlandbahn in Richtung Seckach ab. Nach Aschaffenburg gibt es tagsüber stündliche Verbindungen. 1977 löste die Deutsche Bundesbahn den stadtnahen Kopfbahnhof (Miltenberg Hauptbahnhof) durch einen nördlich des Mains gelegene Durchgangsbahnhof ab.

Miltenberg ist an die hessischen Ballungsgebiete angebunden, in denen viele Einwohner Arbeit finden. Bis 2008 wird die seit über 25 Jahren diskutierte und geplante Ortsumgehung von Miltenberg fertig gestellt. Die Finanzierung der Baukosten in Höhe von 55 Millionen Euro erfolgt erstmals in Bayern über das sogenannte Public Private Partnership-Modell.

Schulen

In Miltenberg sind verschiedene Schularten vertreten:

Brauereien

Heute existieren auf dem Stadtgebiet zwei Brauereien. Diese sind die Kalt-Loch-Bräu und das Brauhaus Faust.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Miltenberg

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

Literatur

  • Bernhard Oswald (Hg.): Lebenswege. Miltenberger Abiturienten 1950, Miltenberg 2007, ISBN 978-3-00-020445-6
  • Werner Reuling: Miltenberg Anno dazumal. Die Stadt und ihre Geschichte. Miltenberg 2001. ISBN 3-00-008208-5.
  • Jakob Josef Schirmer: Chronik der Stadt Miltenberg, Miltenberg 2004, ISBN 3-00-013149-3
  • 750 Jahre Stadt Miltenberg 1237 - 1987. Beiträge zur Geschichte, Wirtschaft und Kultur einer fränkischen Stadt, Miltenberg 1987
  • Rudolf Vierengel: Miltenberg am Main. Ein kultur- und kunstgeschichtlicher Wegweiser durch die alte Stadt am Main mit Betrachtungen über Großheubach, Kloster Engelberg, Kleinheubach und Bürgstadt. 4., erweiterte und ergänzte Auflage, Amorbach 1985
  • Michael Josef Wirth: Chronik der Stadt Miltenberg, Miltenberg 1890; Reprint: Neustadt/ Aisch 1987, ISBN 3-923006-58-6

Quellen

  1. Der Glöckner vom Untermain. Tagesspiegel, 27. November 2006
  2. Neue Wege zur alten Industriekultur. FR vom 27. Nov. 2006

Weblinks


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