Ardahan

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Ardahan
Wappen fehlt
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Ardahan (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Ardahan
Koordinaten: 41° 7′ N, 42° 42′ O41.11111111111142.7022222222221900Koordinaten: 41° 6′ 40″ N, 42° 42′ 8″ O
Höhe: 1.900 m
Einwohner: 16.251[1] (2010)
Telefonvorwahl: (+90) 478
Postleitzahl: 75 000
Kfz-Kennzeichen: 75
Struktur und Verwaltung (Stand: 2011)
Bürgermeister: Faruk Köksoy (AKP)
Webpräsenz:
Landkreis Ardahan
Einwohner: 39.676[1] (2008)
Fläche: 1.191 km²
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner je km²

Ardahan (kurdisch:Erdexan, armenisch Արդահան/Ardahan, georgisch არტაანი/Artaani, russisch Ардаган/Ardagan) ist eine Stadt im äußersten Nordosten der Türkei mit etwa 16.000 Einwohnern. Sie ist die Provinzhauptstadt der gleichnamigen Provinz Ardahan.

Inhaltsverzeichnis

Geographie und Name

Ardahan liegt zwischen Kaukasus, Schwarzem Meer und Anatolien beidseits des Kura auf 1860 m über dem Meeresspiegel.

Der Name „Ardahan“ lässt sich vermutlich auf die armenische Aussprache des ursprünglich georgischen oder sogar luwischen Namens zurückführen.[2]

Geschichte

Grabungen in der Burg Ardahans haben Zeugnisse verschiedenster Kulturen offenbart und gezeigt, dass Ardahan seit der frühen Bronzezeit besiedelt war.

Laut dem mittelalterlichen Geschichtsschreiber Moses von Choren war Ardahan in der Antike eines der Wirtschaftszentren des westlichen Gugark,[3] wurde aber in vorschriftlicher Zeit an einen georgischen Staat abgegeben.[4] Zu Zeiten von Pharnawaze I. war das damalige Kadjtha-Kalak vermutlich der Ort einer Schlacht zwischen den Truppen des letzteren und Alliiertenverbänden des antiken Griechenlands.[5]

Die ersten Streifzüge islamischer Verbände erfolgten im Jahr 642. Türkische Verbände fielen unter Qutalmisch ab 1053 in die Region ein. Ardahan wurde vermutlich erobert, als die Burg von Kars 1067 in türkische Hände fiel. Anschließend stand Ardahan abwechselnd unter der Herrschaft der Seldschuken, Georgier, Mongolen, Ilchane, Qarakoyunlu und Aqqoyunlu. Nach Evliya Çelebi wurde Ardahan unter Selim I. dem Osmanischen Reich einverleibt. Dort war es im Wechsel Teil der Eyalets Çıldır, Erzurum und Kars.

Die Erstürmung von Ardahan durch die Russen 1877

Die Stadt wurde am 17. Mai 1877 von der russischen Armee besetzt und fiel gemäß dem Frieden von San Stefano und in Verbindung mit dem Berliner Vertrag 1878 an das Russische Reich.[6] Im Frieden von Brest-Litowsk erhielt das Osmanische Reich diesen Sandschak wieder zurück, musste ihn jedoch bereits Anfang 1919 in der Folge des Waffenstillstands von Mudros wieder räumen, Ardahan fiel an Georgien.[7] Im Verlaufe des Einmarsches sowjetischer Truppen in Georgien übergab letzteres Ardahan am 23. Februar 1921 kampflos an die Türken.[8]

Demographie

1835 kamen auf die 300 damals zumeist unterirdisch angelegten Behausungen lediglich etwa 70 Haushalte, die ehemals von Russen bewohnten Häuser waren geplündert und zerstört.[9]

Rezeption

Auf Ardahan wird sowohl in georgischen als auch armenischen Volksliedern Bezug genommen.[10] Georgischen Legenden zufolge hat ein Sohn des Kartlos, des mythischen Vaters der georgischen Nation, die Stadt gegründet.[11]

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

  1. a b Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 9. Juli 2011
  2. Bilge Umar: Türkiye'deki Tarihsel Adlar. Istanbul 1993, S. 96 und Sevan Nişanyan: Adını Unutan Ülke. Türkiye'de Adı Değiştirilen Yerler Sözlüğü. Istanbul 2010, S. 37
  3. Claude Ptolémée, Arsène Soukry: Géographie de Moïse de Corène d'après Ptolémée de Moïse de Khorène, S. 46, Venedig: Imprimerie Arménienne 1881.
  4. Michel Hovhannesian: Hayastani berdere, S. 591, Venedig: S. Lazar 1970.
  5. Wachtang VI.: Histoire de la Géorgie depuis l'antiquité jusqu'au XIXe siècle: Partie I, S. 39, Sankt Petersburg: Académie impériale des sciences 1849.
  6. Gotthard Jaschke: Die elvi̇ye-i̇ selāse: Kars, Ardahan und Batum. In: Die Welt des Islams. 18, Nr. 1/2, 1977, S. 19-40, S. 20.
  7. Gotthard Jaschke: Die elvi̇ye-i̇ selāse: Kars, Ardahan und Batum. In: Die Welt des Islams. 18, Nr. 1/2, 1977, S. 19-40, S. 20f.
  8. Gotthard Jaschke: Die elvi̇ye-i̇ selāse: Kars, Ardahan und Batum. In: Die Welt des Islams. 18, Nr. 1/2, 1977, S. 19-40, S. 27f.
  9. James Brant: Voyage dans une partie de l'Arménie et l'Asie mineure, fait en 1835. In: Nouvelles annales des voyages et des sciences géographiques. 18, Nr. 1, 1838, S. 36-115, S. 62. Abgerufen am 10. Juli 2009.
  10. Robert W. Edwards: The Fortifications of Artvin: A Second Preliminary Report on the Marchlands of Northeast Turkey. In: Dumbarton Oaks Papers. 40, 1986, S. 165-182, S. 176.
  11. M.J. Saint-Marie: Mémoires historiques et géographiques sur l'Arménie (Band 2), S. 187, Paris: Imprimerie roayale 1819

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