Ardaljon Ignatiew

Ardalion Wassiljewitsch Ignatjew (russisch Ардалион Васильевич Игнатьев; * 24. November 1930 in Nowoje Toiderjakowo, Rajon Jaltschiki, Tschuwaschien, Russland; † 24. September 1998) war ein sowjetischer Leichtathlet. Bei einer Körpergröße von 1,73 m betrug sein Wettkampfgewicht 73 kg. Er gilt als der erste Olympische Medaillengewinner aus Tschuwaschien. [1]

Inhaltsverzeichnis

Karriere

Beim ersten Auftritt der sowjetischen Mannschaft bei Olympischen Spielen schied Ardalion Ignatjew 1952 in Helsinki im Halbfinale über 400 Meter aus. Für die sowjetische 4x400-Meter-Staffel war bereits nach dem Vorlauf der Wettbewerb beendet.

Bei der Europameisterschaft 1954 in Bern gewann Ardalion Ignatjew über 400 Meter in 46,6 Sekunden mit neuem sowjetischen Rekord vor Voitto Hellstén aus Finnland. Über 200 Meter gewann er Silber hinter dem Deutschen Heinz Fütterer und lief hier mit 21,1 Sekunden ebenfalls sowjetischen Rekord. Die sowjetische Staffel verfehlte die Finalteilnahme.

Bei den Olympischen Spielen 1956 in Melbourne lagen die vier besten im 400-Meter-Finale dichtauf. Es gewann der US-Amerikaner Charles Jenkins in 46,7 Sekunden vor Karl-Friedrich Haas aus der Bundesrepublik Deutschland in 46,8 Sekunden. Dahinter lagen Ignatjew und Hellstén in 47,0 Sekunden. Nachdem die Zielrichter keinen der beiden vorn sahen, musste das Zielfoto entscheiden. Hiernach lag Haas in 47,12 Sekunden sehr viel knapper vor den beiden anderen, die mit 47,15 Sekunden auch nach elektronischer Messung gleichauf lagen. Beide erhielten nach Jury-Entscheid eine Bronzemedaille. Mit der Staffel scheiterte Ignatiew ein weiteres Mal im Vorlauf.

Ardalion Ignatjew war von 1953 bis 1956 sowjetischer Meister über 200 Meter und von 1952 bis 1956 und noch einmal 1959 sowjetischer Meister über 400 Meter. 1953 und 1955 gewann er sowohl über 400 Meter als auch mit der Staffel bei der Universiade.

Insgesamt gelangen ihm sieben Landesrekorde über 200 Meter und neun Landesrekorde über 400 Meter. Mit 46,0 Sekunden stellte er 1955 den Europarekord von Rudolf Harbig aus dem Jahr 1939 ein.

Bestleistungen

  • 200 Meter: 21,0 Sekunden 1955
  • 400 Meter: 46,0 Sekunden 1955

Literatur

  • Peter Matthews (Ed): Athletics 1999, Surbiton 1999 ISBN 1-899807-047
  • Ekkehard zur Megede: The Modern Olympic Century 1896-1996 Track and Field Athletics, Berlin 1999, publiziert über Deutsche Gesellschaft für Leichtathletik-Dokumentation e.V.

Einzelnachweis

  1. Rede des tschuwaschischen Sportministers von 2003 (russisch)

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