Ardeybahn
Dortmund–Iserlohn
Strecke der Ardeybahn
Kursbuchstrecke (DB): 433
Streckennummer (DB): 2103 (Dortmund–Soest)
2113 (Dortmund-Hörde–Schwerte)
2841 (Schwerte–Iserlohn)
Streckenlänge: 38 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit: Dortmund Hörde-Schwerte: 80 km/h
Schwerte-Iserlohn: 100 km/h
Zweigleisigkeit: Dortmund Hbf–Schwerte
Legende
Strecke – geradeaus
von Hamm (Westf)
   
164,4 Dortmund Hbf
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Duisburg
Planfreie Kreuzung – unten
Osterath–Dortmund Süd
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
nach DO-Lütgendortmund
Bahnhof, Station
170,1 Dortmund Signal-Iduna-Park
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
zur Rheinischen Strecke
   
Rheinische Strecke
   
Eliasbahn
   
Anschluss Stahlwerk Phoenix-West
Bahnhof, Station
173,0
0,0
Dortmund-Hörde
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Unna
Haltepunkt, Haltestelle
3,8 Dortmund-Aplerbeck Süd
Tunnel
6,0 Schwerter Tunnel (795 m)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Unna
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
7,5 Abzw Heide
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Schwerte Ost
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Arnsberg
Bahnhof, Station
10,3
19,7
Schwerte (Ruhr)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
19,2 nach Hagen
Bahnhof ohne Personenverkehr
18,6 Schwerte (Ruhr) Swf
   
16,9 Wandhofen
Brücke über Wasserlauf (groß)
16,5 Ruhrbrücke (198 m)
Brücke (mittel)
15,9 Hochwasserdurchlass (110 m)
Haltepunkt, Haltestelle
15,2 Ergste (ehem. Bf)
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
10,2 Anst Hennen RWE
Haltepunkt, Haltestelle
10,0 Hennen (ehem. Bf)
Bahnhof, Station
7,7 Kalthof
   
5,4 Sümmern
Haltepunkt, Haltestelle
4,5 Iserlohnerheide
BSicon BS2+rxl.svgBSicon BS2+r.svg
von Letmathe *)
BSicon KHSTxe.svgBSicon KHSTxe.svg
0,0 Iserlohn (Hp an zwei Strecken, ehem. Bf)
BSicon exBS2l.svgBSicon exBS2r.svg
   
ehem. nach Menden

*) Einbau einer Weichenverbindung geplant

Die Ardeybahn ist eine 38 km lange Eisenbahnstrecke von Dortmund(-Hörde) über Schwerte nach Iserlohn (KBS 433).

Inhaltsverzeichnis

Streckenverlauf

Der Abschnitt zwischen Dortmund Hauptbahnhof und Dortmund-Hörde gehört zur Bahnstrecke Dortmund–Soest, ist zweigleisig, elektrifiziert und als Eisenbahnhauptstrecke klassifiziert.

Der nördliche Teil der eigentlichen Ardeybahn zwischen Dortmund-Hörde und Schwerte (Ruhr) ist ebenfalls eine zweigleisige Hauptstrecke, aber nicht elektrifiziert. Der südliche Abschnitt zwischen Schwerte und Iserlohn ist eine nicht elektrifizierte Nebenstrecke, eingleisig mit einer Kreuzungsmöglichkeit in Kalthof.

Eine Besonderheit ist, dass in Iserlohn nach dem Abbau der Strecke zwischen Iserlohn und Menden keine Weichenverbindung mehr zur Bahnstrecke nach Letmathe besteht. Iserlohn ist demnach formal kein Bahnhof mehr, sondern nur noch ein Haltepunkt an zwei Strecken. Es wird jedoch seitens des Zweckverband SPNV Ruhr-Lippe gefordert wieder eine Weichenverbindung zwischen den beiden Strecken einzubauen.

Interessant ist auch, dass die Strecke keinen einzigen ebenerdigen Bahnübergang aufweist, dafür aber sehr viele Über- und Unterführungen, selbst für die kleinsten Feldwege.

Geschichte

Nachdem Iserlohn bereits seit 1864 einen Bahnanschluss von Letmathe her besaß, setzte sich die Industrie- und Handelskammer ab 1882 auch für einen Bahnbau nach Norden in Richtung Schwerte ein. Gegen Widerstand vorwiegend von Wirtschaftsbetrieben aus dem Lennetal, die eine Linienführung von Letmathe nach Schwerte beziehungsweise von Iserlohn nach Altena befürworteten, setzte sich vor allem der damalige Besitzer der Nickelwerke in Iserlohn und Schwerte, Dr. Theodor Fleitmann, ein. Er setzte sich für einen Bahnbau durch das Tal des Elsebachs ein, was auch die Stadt finanziell unterstützte. Der Landkreis entschied jedoch, dass die Bahnstrecke zur Förderung der Betriebe in Sümmern, Kalthof und Hennen entlang des Baarbachs gebaut werden sollte. Nach dem Tod Fleitmanns im Jahr 1904 wurde ein Jahr später der Bau beschlossen und 1907 begonnen. Das von Fleitmann testamentarisch für den Bahnbau bereitgestellte Geld wurde dabei nicht verwendet, da dieser es an die von ihm favorisierte Strecke zweckgebunden hatte.

Der Bau der Bahnlinie war verhältnismäßig aufwändig, allein für einen Einschnitt in Iserlohn mussten 200.000 m3 Kalkstein gesprengt werden, wobei auch zahlreiche Fossilien gefunden wurden. Im weiteren Verlauf mussten mehrere Dämme und Brücken angelegt werden, die frisch fertiggestellten Ruhrbrücken wurden im Februar 1909 von einem Hochwasser schwer beschädigt und mussten ersetzt werden. Insgesamt überwindet die Bahnstrecke zwischen Schwerte und Iserlohn 130 m Höhenunterschied. Der Bau kostete 6 Mio. Mark, wovon 39 Kunstbauwerke errichtet und etwa eine Million Kubikmeter Boden bewegt wurden.[1]

Die feierliche Eröffnung folgte am 30. September 1910, zeitgleich mit der letzten Postkutschenfahrt von Schwerte nach Iserlohn, einen Tag später wurde der planmäßige Verkehr aufgenommen. Die weitere Strecke von Schwerte nach Dortmund-Hörde wurde zwei Jahre später zunächst im Güterverkehr und im Januar 1913 schließlich auch für den Personenverkehr in Betrieb genommen. Im Gegensatz zum erstgebauten Streckenabschnitt wurde dieser auf ganzer Länge zweigleisig ausgebaut.

Neben Kalthof war bis 1981 auch der heutige Haltepunkt in Ergste ein Bahnhof und damit eine weitere Kreuzungsmöglichkeit für die Züge. Dort existierte daher auch ein zweiter Bahnsteig, der auch heute noch zu erkennen ist.

Güterverkehr findet heute auf der Strecke nicht mehr planmäßig statt. Gleisanschlüsse sind noch vorhanden in Kalthof (zum Kettenwerk Thiele) und in Hennen für gelegentliche Trafotransporte der RWE zum Umspannwerk in Sümmern.

In den 1990er und frühen 2000er Jahren wurden planmäßig Triebwagen der DB-Baureihe 624 eingesetzt. Nachdem im Jahr 2002 die DB Regio NRW die Ausschreibung des so genannten „Sauerland-Netzes“ (das neben dieser Linie auch den „Dortmund-Sauerland-Express“, die „Volmetal-Bahn“ und die „Hönnetal-Bahn“ umfasst) gewann und somit die Strecke für weitere 12 Jahre betreibt, kommen seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2004 hier Triebwagen der Baureihe 648.1 zum Einsatz.

Die Fahrgastnachfrage stieg im Abschnitt Dortmund-Hörde - Schwerte zwischen 1997 und 2008 von knapp 3000 auf etwa 4500 Fahrgäste. Auch im Abschnitt Schwerte - Iserlohn gibt es einen Fahrgastzuwachs von ca. 50% auf etwa 1600 Fahrgäste am Tag.[2]

Bedienungsangebot

Die Regionalbahn RB 53 „Ardey-Bahn“ wird im Schienenpersonennahverkehr

  • täglich im Stundentakt zwischen Dortmund und Iserlohn und
  • montags bis freitags alle 30 Minuten zwischen Dortmund und Schwerte mit Durchbindung nach Iserlohn im Berufsverkehr bedient.

Die Durchschnittsgeschwindigkeit ist stark richtungsabhängig. So hat der Zug von Iserlohn nach Dortmund eine Durchschnittsgeschwindigkeit von nur 44 km/h, der Zug von Dortmund nach Iserlohn dagegen 51 km/h. Dies liegt zum einen an der veralteten Signaltechnik in Kalthof, die gleichzeitige Ein- und Ausfahrten der Züge nicht ermöglicht, so dass der Zug nach Dortmund sieben Minuten auf den Gegenverkehr warten muss, und zum anderen an der Verstärkung der Züge in Schwerte (ebenfalls sieben Minuten). In die Gegenrichtung benötigt der Zug in Schwerte nur drei Minuten zur Schwächung und in Kalthof keine besondere Wartezeit. Eine Verkürzung der Reisezeit in Richtung Dortmund ist aber geplant.

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr für die Ardey-Bahn von der DB Regio NRW, die Dieseltriebwagen der DBAG-Baureihe 648.1 in Einfach- oder Doppeltraktion für Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h einsetzt. Die Verstärkung erfolgt in der Regel in Schwerte. Ersatzweise kommen gelegentlich auch Dieseltriebwagen der DBAG-Baureihe 640 und DB-Baureihe 628 zum Einsatz.

Zukunft

  • In Iserlohn soll wieder eine Weichenverbindung zur Bahnstrecke nach Letmathe eingebaut werden.
  • In Kalthof soll die Signaltechnik modernisiert werden werden, damit gleichzeitige Einfahrten in den Bahnhof möglich werden, und so die Fahrzeit um bis zu sieben Minuten reduziert werden kann. (Real. bis vsl. 2015)
  • In Schwerte soll eine Beifahranlage installiert werden, damit die Verstärkung der Züge schneller erfolgen kann.
  • Es wird überlegt, ob einige der Verstärkerzüge in der Hauptverkehrszeit zwischen Dortmund und Iserlohn einige Zwischenhalte auslassen. Dadurch würden diese Züge für die Strecke Dortmund–Iserlohn gerade einmal 35 bis 38 Minuten benötigen.
  • Langfristig ist geplant, den durchgehenden 30-Minuten-Takt des Abschnitts Dortmund–Schwerte auch auf den Abschnitt Schwerte–Iserlohn auszuweiten.

Siehe auch

Weblinks

NRWbahnarchiv von André Joost:

Einzelnachweise

  1. Katja Hofbauer: 160 000 Sprengschüsse machten den Weg frei, In: Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung, 30. September 2010 (Nr. 228), Lokalteil Iserlohn, S. IIS_7
  2. Zweckverband Ruhr Lippe, Verbandsversammlung 65

weitere Belege:


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