Aremorica
Armorica. Die Flüsse Loire (im Süden) und Seine (im Norden) sind rot markiert.

Aremorica (auch Armorica, von keltisch are-mor, „vor dem Meer“), war in der Antike eine geographische Bezeichnung für die nordwestliche Küste Galliens zwischen Sequana (Seine) und Liger (Loire), also die heutigen Landschaften Normandie und Bretagne.

Erstmals erwähnt Gaius Iulius Caesar im fünften Buch seiner Commentarii de bello Gallico eine Gruppe von Völkerschaften an der gallischen Nordwestküste, die mit einem gemeinsamen Namen „Armoricae“ genannt wurden („quae Armoricae appelabantur“, De bello Gallico, V, 53). Obwohl Caesar schon im Krieg mit den Venetern in den Jahren 57 v. Chr. und 56 v. Chr. zu Wasser und zu Lande mit den Seevölkern dieses Gebietes zusammengestoßen war, erwähnt er erst im fünften Buch, das die Ereignisse des Jahres 54 v. Chr. beschreibt, ihren gemeinsamen Namen.

Im siebenten Buch, das den Krieg gegen Vercingetorix im Jahr 52 v. Chr. beschreibt, geht Caesar näher auf die armorikanischen Bewohner der Küstengebiete ein. Als Völker dieser Gegenden nennt er:

„...universis civitatibus, quae Oceanum attingunt quaeque eorum consuetudine Armoricae appellantur, quo sunt in numero Curiosolites, Redones, Ambibarii, Caletes, Osismi, Veneti, Lemovices, Venelli.“

Gaius Iulius Caesar: Commentarii de bello Gallico, VII, 75

Zu diesen werden von Caesar auch noch die Aulerci und die Lexovii gezählt.

Plinius der Ältere behauptet, Aremorica sei nur ein älterer Name für Aquitanien („Aquitanica, Aremorica antea dicta“, Plinius: Naturalis Historia, IV, 17, 105). Er hält sich damit an die ursprüngliche sprachliche Bedeutung des Wortes Aremorica, das geographisch die Küstengegend Galliens mit den dort angesiedelten Völkern, aber kein bestimmtes, abgegrenztes Land beschreibt. Dennoch wurde von den meisten römischen Geschichtsschreibern nur der Abschnitt nördlich von Aquitanien, zwischen der Loire und der Seine, als Ar(e)morica bezeichnet. Wie weit sich der Landstrich von der Küste ins Landesinnere erstreckt, ist nicht genau festgelegt. So werden verschiedene Völkerschaften, die Plinius als Bewohner der Provinz Gallia Lugdunensis aufzählt, von Historikern fallweise zu den Einwohnern Armoricas gezählt. Die Provinz Gallia Lugdunensis reichte im Norden etwas über die Seine hinaus und umfasste auch Teile südlich der Loire. Neben den von Caesar her bekannten Veneti, Curiosolites, Redones und Osismi, die die Halbinsel der heutigen Bretagne bewohnten, erwähnt Plinius auch die Namnetes aus der Gegend des heutigen Nantes.

In der Notitia dignitatum wird später der Dux tractus Armoricani et Nervicani als militärischer Befehlshaber der Küstenprovinzen in Gallien erwähnt.

Zu Anfang des 5. Jahrhunderts, unter dem weströmischen Kaiser Honorius, schlossen die aremorischen Häuptlinge und Städte einen Bund zum Schutz gegen die Überfälle der Germanen. Dieses Waffenbündnis hielt bis zur Eroberung des Landes durch den merowingischen König Chlodwig I. um 500. Bald darauf wanderten viele von den Angelsachsen verdrängte Briten ein, wovon das Land den Namen Bretagne erhielt.[1]

Trivia

Aremorica und die Gallier sind in der neueren Zeit durch die Asterix-Comics (von Albert Uderzo und René Goscinny) einem breiteren Publikum bekannt geworden. In jedem Band wird zu Beginn eine Karte der Gegend gezeigt, in der das kleine gallische Heimatdorf von Asterix und Obelix liegt. Dieses Küstenland wird Aremorica genannt. Ab dem ersten Band Asterix der Gallier[2] wird Aremorica auch immer wieder im Inhalt der Bände erwähnt.

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Aremorica – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Meyers Konversations-Lexikon, Stichwort: Aremorica. Vierte Auflage, Band 1, S. 1781, Leipzig, Bibliographisches Institut, 1888
  2. Albert Uderzo und René Goscinny: Asterix der Gallier. Ehapa Verlag, Stuttgart 1968, S. 13
48.166666666667-1

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