Mithridatischer Krieg
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Reich des Mithridates VI.

Mithridatische Kriege nennt man die drei Kriege zwischen König Mithridates VI. von Pontos und dem Römischen Reich im 1. Jahrhundert v. Chr. Die Kriege wurden im Osten des Römischen Reiches, in Griechenland und in Kleinasien, ausgetragen.

1. Mithridatischer Krieg (89–84 v. Chr.)

Das Königreich Pontos gilt zu Beginn des 1. Jahrhunderts v. Chr. als hellenisiert. Mithridates VI. unterhält gute Beziehungen zu den Griechen in Kleinasien und stachelt sie auf, sich gegen Rom zu erheben. Er ruft die Bewohner der römischen Provinz Asia (westliches Kleinasien) auf, sich gegen Steuerpächter und Verwaltungsbeamte zu erheben. Alle Italiker werden als vogelfrei erklärt und in der so genannten Vesper von Ephesos werden 80.000 Römer ermordet.

Zur selben Zeit kommt es zum Bürgerkrieg (88–82 v. Chr.) zwischen dem römischen Feldherrn Lucius Cornelius Sulla, einem Anhänger der Partei der Optimaten, und Marius, Anführer der Partei der Popularen. Sulla, der als Konsul den Oberbefehl für den Krieg gegen Mithridates bekommen hat, wird von seinen Gegnern abgesetzt, die das Kommando Marius übertragen. Sulla akzeptiert dies nicht und führt sein Heer von Nola aus nach Rom. Die Stadt wird im Straßenkampf erobert, und Sulla versucht, die Politik nach seinen Vorstellungen zu ordnen. Darauf zieht er wie ursprünglich geplant mit seinen Legionen über Griechenland nach Asia gegen Mithridates VI.

Sofort nach Sullas Abreise wird der in die Provinz Africa entkommene Marius wieder nach Rom zurückgerufen. Marius übernimmt zusammen mit Lucius Cornelius Cinna (87–84 v. Chr.) die Macht in Rom. Sie etablieren ein Schreckensregiment der Popularen, das sich vor allem gegen die Anhänger von Sulla richtet. Kurz nach seiner 7. Wahl zum Konsul stirbt Gaius Marius (86 v. Chr.).

Der Krieg im Osten wird zur letzten Erhebung der Griechen gegen Rom. Sulla nimmt nach längerer Belagerung Athen ein, 86 v. Chr. schlägt er das Heer des Mithridates bei Chaironeia und im nächsten Jahr bei Orchomenos. Sulla setzt nach Asia über.

Lucius Valerius Flaccus (Marius’ Nachfolger im Konsulat) wird vom Senat entsandt, um für die Partei der Popularen in Asia Präsenz zu zeigen und, wenn möglich, den Oberbefehl über die Truppen von Sulla zu übernehmen. Das kann aber nicht die erste Priorität gewesen sein, da Flaccus mit seinen zwei Legionen die fünf kampferprobten Legionen von Sulla nicht ernstlich bedrohen kann. Flaccus wird auf dem Weg in das Winterlager, kurz vor dem Übersetzen am Bosporus nach Byzanz, bei einer offenen Meuterei getötet. Die Meuterei wird durch Gaius Flavius Fimbria, einen seiner Legaten, ausgelöst, der mit der die Zivilbevölkerung schonenden Führung von Flaccus nicht zurechtkam. Die Legionen mussten sich durch Plünderungen ernähren.

Fimbria führt den Krieg unter der Flagge der Popularen weiter und schlägt das Heer des gleichnamigen Sohns von Mithridates VI. Der König wird genötigt, zunächst nach Mytilene zu fliehen, und führt die ersten Friedensverhandlungen mit den Römern. Diese scheitern zunächst an der Weigerung Mithridates’ VI., die Region Paphlagonien den Römern abzutreten. Fimbria zieht mit seinen Legionen plündernd durch die Provinzen.

Währenddessen erlangt Lucius Licinius Lucullus, (ein Quästor Sullas) die Seeherrschaft. 84 v. Chr. kommt es zum Frieden von Dardanus, der wegen der Situation in Rom für Mithridates VI. recht vorteilhaft ausfällt. Sulla zwingt Mithridates VI. zum Frieden unter Abtretung der Eroberungen in Asia, Auslieferung seiner Flotte, die ungefähr aus 80 Kriegsschiffen bestand, und Zahlung von 3.000 Talenten. Mithridates VI. kann jedoch weiterhin König bleiben, seine Herrschaft wird jedoch auf das Reich Pontus beschränkt. Sulla gelingt es, die Legionen des Fimbria auf seine Seite zu bringen. Fimbria begeht daraufhin Selbstmord.

Anschließend eilt Sulla nach Rom zurück und beendet das Regime der Popularen. Er stellt die Herrschaft der Optimaten wieder her und lässt durch eine Proskription (Ächtungsliste) zahlreiche politische Gegner ermorden.

2. Mithridatischer Krieg (83–81 v. Chr.)

Der 2. Mithridatische Krieg begann 83 v. Chr. mit einer römischen Invasion in Pontos. Der Statthalter von Asia, L. Licinius Murena (ein Legat Sullas), führte eigenmächtig Krieg, der jedoch 81 v. Chr. durch Mithridates erfolgreich abgewehrt wurde. In seinem zweijährigen Verlauf kommt es zu keiner Veränderung des Status quo von 85 v. Chr.

3. Mithridatischer Krieg (74–63 v. Chr.)

Der König Nikomedes IV. von Bithynien benötigte mehrmals die Hilfe römischer Truppen, um seine Herrschaft gegen das Reich von Pontos zu sichern. Aufgrund des Testaments des Königs erbte Rom 74 v. Chr. sein Reich.

Als daraufhin Mithridates VI. in Bithynien einfällt, kommt es zum dritten und letzten der Mithridatischen Kriege mit Rom.

Lucius Licinius Lucullus errang von 74 bis 69 v. Chr. bedeutende Erfolge. 71 v. Chr. bringt Lucius Licinius Lucullus Mithridates VI. eine Niederlage bei, so dass dieser zu seinem Schwiegersohn Tigranes von Armenien fliehen musste.

Lucullus brach die Verfolgung Mithridates' ab und eroberte das Königreich Pontus. Anschließend nahm er die Verfolgung von Mithridates VI. wieder auf. Nach weiteren erfolgreichen Gefechten meutern jedoch seine Legionen und verhindern dadurch die weitere Verfolgung Mithridates nach Osten.

Mithridates VI. nutzt die Gelegenheit und erobert, unter starken Verlusten auf römischer Seite, fast ganz Pontus wieder zurück.

Kleinasien - Neue Ordnung durch Pompeius (63 v. Chr.)

Lucius Licinius Lucullus wird daraufhin vom Senat abberufen. Gnaeus Pompeius bekommt den Befehl über die Legionen zugesprochen und besiegt Mithridates. Pompeius (er hat inzwischen den Beinamen „magnus“ = „der Große“ bekommen) ordnet die römische Herrschaft im Osten neu: Pontos, Kilikien und Syrien werden neue römische Provinzen. Armenien, Juda, Colchis, Kappadokien und das Reich der Galater werden von Rom abhängige Klientel-Königreiche.

Die Ausweitung des direkten Herrschaftsgebietes bringt Rom im Osten nun in die direkte Konfrontationsstellung zum Partherreich.


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