Arezzo
Arezzo
Wappen
Arezzo (Italien)
Arezzo
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Arezzo (AR)
Koordinaten: 43° 28′ N, 11° 53′ O43.46666666666711.883333333333296Koordinaten: 43° 28′ 0″ N, 11° 53′ 0″ O
Höhe: 296 m s.l.m.
Fläche: 386 km²
Einwohner: 100.212 (31. Dez. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 260 Einw./km²
Postleitzahl: 52100
Vorwahl: 0575
ISTAT-Nummer: 051002
Demonym: Aretini
Schutzpatron: San Donato
Website: Arezzo

Arezzo (lateinisch Arretium, etruskisch Aritim) ist eine Stadt mit 100.212 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2010) in der mittelitalienischen Region Toskana, nordöstlich von Siena. Sie ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und viertgrößte Stadt der Toskana (nach Florenz, Livorno und Prato).

Mit seinen Kaufherrenpalästen, Patrizierhäusern und Sakralbauten ist Arezzo ein Juwel mittelalterlicher Architektur und Kultur.

Piazza Grande mit der Kirche „Santa Maria della Pieve“

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Stadt ist etruskischen Ursprungs (sie gehörte zu den zwölf mächtigsten etruskischen Städten und zum Zwölfstädtebund) und an der antiken Via Cassia gelegen. In spätaugusteischer Zeit befanden sich hier bedeutende Manufakturen zur Herstellung italischer Terra Sigillata. Seit dem 4. Jahrhundert nach Christi Geburt war Arezzo Bischofssitz, und in langobardischer und karolingischer Zeit Grafensitz; in nachkarolingischer Zeit dem Markgrafen der Toskana unterstellt. Die adlige und bischöfliche Verwaltung wurde im frühen 12. Jahrhundert durch die in Italien üblich werdende Konsularverfassung ersetzt. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts ersetzte die kommunale Bewegung die alte Regierung, die nun ganz vom Konsul gestellt wurde. Die damit verbundenen Kämpfe zwischen dem Volk (popolo) und den Adelsgeschlechtern dauerten jedoch fort, wie es generell zu dieser Zeit zu sozialen Unruhen in den meisten Kommunen Ober- und Mittelitaliens kam. Die Stadt galt als ghibellinisch und somit als kaisertreu. Neben Pisa hielt sie als einzige Kommune der Toskana auch im frühen 14. Jahrhundert daran fest. So weilte Kaiser Heinrich VII. einige Zeit in Arezzo und erließ dort mehrere Gesetze.

Patrizierhäuser am Rande der Piazza Grande
Piazza Grande in Arezzo

Die Kommune fiel bald darauf an Florenz. Es kam zu Aufständen, doch verblieb sie, von einigen Episoden abgesehen, unter florentinischer Herrschaft. Unter den Medici verfiel die Stadt, deren Blütezeit im 13. Jahrhundert schon längst überschritten war.

Wappen

Beschreibung: In Silber ein nach rechts springendes schwarzes Pferd. Über den Schild die fünftürmige goldene Mauerkrone.

Universität

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts kam es zur Gründung einer Universität durch abgewanderte Studenten aus Bologna. Schwerpunkt war in Arezzo ebenfalls die Jurisprudenz, außerdem die Medizin. Im 14. Jahrhundert verfiel die Universität jedoch und ging bald darauf unter. Heute befindet sich in Arezzo die Philosophische Fakultät der Universität Siena.

Wirtschaft

Viadukt der Direttissima Firenze–Roma bei Arrezo

Ihr Kunsthandwerk machte die Stadt reich, vor allem die berühmten „Aretiner Vasen“ und die lebendig gebliebene Tradition der Schmuckherstellung. Weit über die Grenzen der Region hinaus ist Arezzo seither bekannt für seine Schmuckindustrie. Viele Hunderte von Handwerks- und Industriebetrieben tragen dazu bei, dass Arezzo als wohlhabend gilt. Pro Monat werden in der Stadt mehr als zehn Tonnen Gold verarbeitet. Außerdem kommen viele Besucher wegen des Antiquitäten-Markts und vieler Antiquitäten-Geschäfte. In jüngster Zeit ist Arezzo Filmstadt geworden. Auf der Piazza Grande und dem Corso Italia wurden einige Szenen aus Roberto Benignis preisgekröntem Film „Das Leben ist schön“ („La Vita è Bella“) gedreht.

Arezzo liegt an der E 45 – A 1, der nördlich und südlich mit der Direttissima Firenze–Roma verbundenen Bahnstrecke Florenz–Rom und zwei durch die Trasporto Ferroviario Toscano betriebenen Nebenstrecken nach Pratovecchio-Stia bzw. Sinalunga.

Sehenswürdigkeiten

  • Duomo – der 1033 vollendete Dom, dessen großformatige Glasgemälde von Fra Guillaume de Marcillat besonders sehenswert sind
  • Die Kirche „San Francesco“ mit einem Freskenzyklus Piero della Francescas
  • Casa del Petrarca – angeblich das Geburtshaus des Dichters, Humanisten und Gelehrten Francesco Petrarca – mit einer Ausstellung zu seinen Werken
  • Casa di Giorgio Vasari – Der Maler und Baumeister, der unter anderem die Uffizien in Florenz gebaut hat, erwarb 1540 das zweistöckige Haus und malte die Räume mit prächtigen Fresken aus
  • Die schräg abfallende Piazza Grande mit der Kirche Santa Maria della Pieve und dem monumentalen Palazzo delle Logge, der Ende des 16. Jahrhunderts ebenfalls nach Plänen von Vasari errichtet wurde
  • Das Museo Archeologico Mecenate im ehemaligen Kloster San Bernardo mit Fundstücken aus etruskischer und römischer Zeit
  • Der Palazzo Pretorio aus dem 14. Jahrhundert, seit 1404 der Sitz des obersten Richters; im Inneren befindet sich die städtische Bibliothek mit wertvollen Handschriften und Miniaturen.

Berühmte Persönlichkeiten

Sport

Arezzo beheimatet den Fußballklub AC Arezzo der in der Saison 2009/10 in der Prima Divisione der Lega Pro spielt.

Städtepartnerschaften

Arezzo unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften.

Literatur

  • Maurizio Bianconi: Storia di Arezzo. Centro Studi Toscani, Arezzo 1975.
  • Vittorio Franchetti Pardo: Arezzo. Laterza, Roma/Bari 1986.
  • Matteo Martelli, Filippo Nibbi: Arezzo. Guida storica e turistica. Aretia, Arezzo 1982.
  • G. Tabacco, F. Cardini: Arezzo. in: Lexikon des Mittelalters. Bd 1, Spalte 920f. Artemis u. Winkler, München 1980. ISBN 3-7608-8901-8
  • Piero Vannuccini, Luca Della Nesta: Arezzo. Una città, una storia, la Giostra del Saracino. Dimensione Communications, Arezzo 1997.
  • Kappacher, Walter: Selina oder Das andere Leben. Dtv, München 2009. (Arezzo und die Landschaft des nördlich gelegenen Pratomagno-Gebirges um Gello Biscardi, Ortsteil von Castiglion Fibocchi, sind Handlungsorte von Kappachers Toskana-Roman).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica vom 31. Dezember 2010.

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