Mohammed Ali Rajai

Mohammed Ali Rajai
Radjai am Krankenbett Chameneis

Mohammad Alī Radschāʾī (persischمحمد على رجائى‎‎ [moɦæˈmːæd æˈliː ræʤɔːˈiː] (Weitere Schreibweisen: Radjai, Radschai oder Rajai); * 1933 in Qazvin; † 30. August 1981 in Teheran) war ein iranischer Politiker und Staatspräsident.

Leben

Im Alter von vier Jahren verlor Mohammad-Ali Radjai seinen Vater. Gemeinsam mit seiner Mutter und seinem Bruder wuchs er in Qazvin auf. Mit 13 Jahren verließ er seine Heimatstadt und ging nach Teheran, um für den Unterhalt der Familie aufzukommen. Mit 17 Jahren begann Radschāʾī eine Ausbildung an der Unteroffizierschule der Luftwaffe in Teheran. Dort kam er erstmals mit Gegnern des Schahs Mohammad Reza Pahlavi in Kontakt. In dieser Zeit führte ihn sein Weg zu Ajatollah Mahmoud Taleghani, dessen Reden er genau anhörte. Seine Ausbildung an der militärischen Schule brach er vorzeitig ab. Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, arbeitete Radschāʾī als Lehrer. Danach begann er ein naturwissenschaftliches Studium und setzte seine Lehrertätigkeit fort. Als Gegner des Schah-Regimes kam er später für vier Jahre ins Gefängnis. Im September 1979 wurde er Erziehungsminister. Auf Vorschlag von Abū l-Hasan Banīsadr wurde er am 11. August 1980 vom Parlament zum Ministerpräsidenten gewählt. Nach dem Sturz von Banīsadr wählte ihn das iranische Volk am 24. Juli 1981 mit 88 % der abgegebenen Stimmen zum Staatspräsidenten (siehe: Iranische Präsidentschaftswahlen 1981 (Juli)). Am 3. August 1981 wurde er vereidigt.

Bahman Nirumand bezeichnet ihn als „unscheinbar“,[1] ein „ahnungsloser, naiver, unwissender, einfacher Mensch, ein Untertan Chomeinis. Sowohl geistig als auch materiell anspruchslos.[2]“ In der Bevölkerung, so Nirumand, soll der Witz über Radjai in Umlauf gewesen sein:

„Wenn Radjais Vater gewusst hätte, dass sein Sohn eines Tages Staatspräsident werden würde, dann hätte er ihn wenigstens die Volksschule besuchen lassen.[3]

Am 30. August 1981 fiel Radschāʾī zusammen mit Ministerpräsident Bahonar einem Bombenattentat zum Opfer.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Bahman Nirumand, Keywan Daddjou: Mit Gott für die Macht. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1987, ISBN 3-498-04628-4, S. 329. 
  2. Bahman Nirumand, Keywan Daddjou: Mit Gott für die Macht. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1987, ISBN 3-498-04628-4, S. 308. 
  3. Bahman Nirumand, Keywan Daddjou: Mit Gott für die Macht. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1987, ISBN 3-498-04628-4, S. 331. 

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