Argiver
Gemeinde Argos
Δήμος Άργους (Άργος)
Argos (Stadt) (Griechenland)
DEC
Basisdaten
Staat: Griechenland
Verwaltungsregion: Peloponnes
Präfektur: Argolis
Geographische Koordinaten: 37° 38′ N, 22° 44′ O37.63777777777822.7272222222227Koordinaten: 37° 38′ N, 22° 44′ O
Höhe ü. d. M.: 42 m
Stadtzentrum
Fläche: f4138,138 km²
Einwohner: f229.228 (2001[1])
Bevölkerungsdichte: 211,6 Ew./km²
Gemeindesiegel:
Gemeindesiegel von Gemeinde Argos}}}
Sitz: Argos
LAU-1-Code-Nr.: 110200
Gemeindegliederung: 9 Gemeindebezirkef7
Website: www.argos.gr
Lage in der Präfektur Argolis
Bild:Dimos Argous.png

f9

Argos (griechisch Άργος (n. sg.)) ist eine griechische Stadt im Nordosten der Peloponnes, die vor ca. 5000 Jahren gegründet, von Griechen, Römern, Byzantinern, Franken, Venezianern und Türken geprägt wurde und heute 29.200 Einwohner hat. Argos gilt als die älteste kontinuierlich besiedelte Stadt Europas.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Argos, Hauptort der fruchtbaren Landschaft Argolis

Geschichte

Argos, Blick auf die Stadt von den oberen Rängen des antiken Theaters aus

Argos ist eine wichtige Stadt der griechischen Mythologie. Der Sage nach wurde Danaos nach seiner Flucht aus Ägypten zum Herrscher über die Argolis eingesetzt. Sein Sohn Adrastos wurde zum Führer der Sieben gegen Theben. In den Epen Homers wird Diomedes zum König von Argos. Ursprünglich soll Argos Phoroneikon geheißen haben, nach Phoroneus, dem Großvater des Argos (Mythologie) und mythischen Gründer der ersten Handelskolonie auf dem Peloponnes.

Die ältesten Siedlungsspuren reichen bis zum Ende des Neolithikums. Bereits in mykenischer Zeit wurde auf dem Berg eine Burg errichtet. Auch die dorische Wanderung hinterlässt ihre Spuren durch Siedlungen und Apollonheiligtum.

Klassische Antike

Karte der Peloponnes in klassischer Zeit

In archaischer Zeit galt Argos als wirtschaftliche, künstlerische und politische Vormacht der Peloponnes, alle drei Positionen gingen im 6. Jahrhundert verloren. Seit dem 6. Jahrhundert stand es stets im Schatten bzw. in Rivalität zu Sparta. Die Auseinandersetzungen lassen sich bis ins 8. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgen. Die Niederlagen gegen Sparta 546 in der Thyreatis, 494 bei Sepeia und 418 bei Mantineia lassen Argos in stetiger Gegnerschaft immer ein wachsames Auge auf Sparta werfen. In den Perserkriegen war Argos neutral, erhielt um 460 v. Chr. eine demokratische Verfassung und schloss 451 v. Chr. einen 30-jährigen Frieden mit Sparta, um im Peloponnesischen Krieg Partei für Athen zu ergreifen, was Argos jedoch keinen Nutzen brachte. Auch ein Zusammenschluss mit Korinth um 392 führte nicht zum Erfolg: Der Staatsverband wurde bereits 386 im Königsfrieden wieder aufgelöst.

In der Folgezeit Alexander des Großen blieb Argos unter wechselnden Einflüssen, bis es in der Römerzeit (ab 146 v. Chr.) relativ unbedeutend wurde.

Argos hatte um 500 v. Chr. etwa 30.000 Einwohner, die auf eine funktionierende Kanalisation vertrauen konnten. Unweit der Stadt befand sich das Heraion von Argos, eines der wichtigsten panhellenischen Heiligtümer.

Spätantike und Mittelalter

Argos wurde in der Spätantike wiederholt von Barbaren geplündert und zerstört, so 267 von den Herulern, 395 von den Goten unter Alarich I. und 586 von slawischen Stämmen, es blieb aber stets besiedelt und konnte spätestens im 5. Jahrhundert als Bischofssitz wieder eine gewisse politische Bedeutung erlangen.

Ab dem 12. Jahrhundert wurde die Festung Lárisa auf dem Berg befestigt und zur stärksten Verteidigungsanlage auf dem Peloponnes ausgebaut. Die nachfolgend wechselnden Besitzer, Franken und Venezianer, blieben bis zur Eroberung der Stadt durch die Türken im Jahre 1463. Die zwischenzeitliche Rückeroberung unter dem Venezianer Francesco Morosini 1686 - 1716 konnte an der Herrschaft der Türken bis 1821 nichts verändern.

Neuzeit

Die erste griechische Nationalversammlung wurde nach der griechischen Rückeroberung in Argos abgehalten, bis Nauplia (1829) Regierungssitz wurde.

Söhne und Töchter der Stadt

Sehenswürdigkeiten

Argos, das antike Theater

Imposant ist das in den Felsen gehauene Theater (erbaut etwa 300-275 v. Chr.), das 20.000 Zuschauer fasste und wo heute wieder zahlreiche Vorführungen stattfinden. Unterhalb des Theaters befinden sich die besterhaltenen Reste von Thermen auf griechischem Boden (1. bis 2. Jahrhundert n. Chr.). Auf der bis 1998 überwachsenen Agora befanden sich unter anderem einige Säulenhallen (Stoai) aus dem 5. Jahrhundert v. Chr, eine Rennbahn sowie der gut erhaltene Rundbau eines Nymphaions, das 200 n. Chr. in ein gewöhnliches Brunnenhaus umgewandelt wurde. Im Archäologischen Museum ist vor allem ein Fragment eines Kraters aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. erwähnenswert, das die Blendung des Polyphem durch Odysseus zeigt, sowie die einzige vollständig erhaltene Rüstung aus geometrischer Zeit (8. Jahrhundert v. Chr.). Die Larisa-Burg auf dem weithin sichtbaren Hügel geht auf die mykenische Zeit zurück.

Einwohnerzahlen

Jahr Gemeinde Bezirk
1981 20,955 -
1991 21,901 27,102
2001 - 27,550

Gemeindegliederung

Argos gliedert sich in 6 Gemeindeteile und 18 Siedlungen (Einwohnerzahlen aus der Volkszählung 2001)

  • Argos (24.700)
    • Argos (24.239)
    • Akova (Άκοβα, 199)
    • Kokla (Κόκλα, 199)
    • Timeni (Τημένι, 98)
  • Dalamanara (Δαλαμανάρα, 730)
  • Elliniko (435)
    • Kryoneri (Κρυονέριον , 0)
    • Elliniko (Ελληνικό, 383)
    • Zonga (Ζόγκα, 36)
    • Krya Vrysi (Κρύα Βρύση, 16)
    • Tournikio (Τουρνίκιο, 0)
  • Ira (Ήρα, 390)
  • Inachos (830)
    • Inachos (Ίναχος, 665)
    • Tristrato (Τρίστρατο, 165)
  • Kefalari (773)
    • Kefalari (Κεφαλάρι, 624)
    • Magoula (Μαγούλα, 149)
  • Kourtaki (Κουρτάκι, 266)
  • Laloukas (Λάλουκας, 663)
  • Pyrgella (Πυργέλλα, 441)

Partnerschaft

Weblinks

Literatur

  • Dieter Hennig: Art. „Argos“ In: Siegfried Lauffer (Hrsg.): Griechenland. Lexikon der historischen Stätten. Verlag C.H. Beck, München 1989, S. 128-131.
  • Christopher Mee & Antony Spawforth: Greece. An Oxford Archaeological Guide. Oxford University Press, Oxford 2001, S. 187-194.
Nordwest: Lyrkia Nord: Koutsopodi
West: Mandinia Argos Ost: Mideas
Sus: Lerna und Nea Kios

Einzelnachweise

  1. Angaben des griechischen Innenministeriums ([1])

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