Argul

Die Karluken waren ein zentralasiatischer türkischer Stammesverband. Nach Uighurischen Quellen bestand bestand der Verband im Jahre 760 ursprünglich aus drei Stämmen. Das Werk Hudūd al-ʿĀlam erwähnt allerdings sieben Stämme der Karluken. Möglicherweise gingen die Karachaniden aus den Karluken hervor.

Geschichte

Die Karluken waren von relativ untergeordneter Bedeutung. Ihre Führer trugen nie den Titel Khagan oder Khan. Mahmud al-Kaschghari erwähnt die Karluken nicht in der Aufzählung der 20 türkischen Stämme in der Einleitung seines diwān lughāt at-turk.

Nach dem Verfall des Göktürkenreichs und seiner Ablösung durch das Uiguren-Reich verlagerten die Karluken ihre Wohnsitze sukzessive aus dem Changai-Gebirge und Altai an das Ostende des Balchaschsees und weiter in das Siebenstromland (im 7./8. Jh.).

Etwa 766 lösten die Karluken die Türgesch als Oberschicht der Nomaden in Turkestan ab, besetzten die Städte Suyāb (die ehemalige Hauptstadt der Türgesch) und Tarāz.[1] Damit beherrschten sie die Gebiete zwischen Altai und Syr-Darja, verdrängten auch die Oghusen weiter westwärts an den Aralsee, standen aber weiterhin unter dem Druck und der Oberherrschaft der Uiguren.

791/92 galten die Karluken als Verbündete der Tibeter und versuchten mit ihnen gemeinsam die Herrschaft über Ost-Turkestan zu erlangen, wurden jedoch von den Uiguren besiegt. Aber auch gegen die Araber in Mittelasien gab es z.Zt. des Kalifen al-Ma'mun verschiedene Bündnisse und Kämpfe. Schließlich wurden die Gebiete der Karluken nach einer massiven Kampagne des Uiguren-Khaqans Qut Bulmish (reg. 808-21, er kam bis an den Syrdarja und kämpfte dort gegen die Araber) 820/1 dem Uiguren-Reich eingegliedert. Doch bereits 840 wurden sie wieder selbständig und konnten sich einige Gebiete Ost-Turkestans aneignen.

Nach späteren Quellen (Al-Marwazi) vereinigten sich unter ihrer Führung neun Stammesgruppen: drei Gruppen der Chigil, drei Gruppen der B.gh.sk.l, dazu die Bulaq, Kökerkin und Tukhsi. Diese Zusammensetzung war aber nicht stabil und unterlag im Laufe der Zeit wahrscheinlich einer Anzahl von Veränderungen, wofür auch das Vorhandensein einiger weiterer Stammesnamen spricht. Vielleicht zählten auch die Yaghma dazu, die im 10. Jh. analog zu den Karluken über verschiedene Gebiete Turkestans verstreut waren.[2]

Die Karluken hatten, wie bei Nomaden damals nicht unüblich, zwei gemeinsam regierende Fürsten über sich: den "Arslan Qara Khaqan" im Osten und den "Bugra Qara Qagan" im Westen. Der westliche Teilherrscher Oghulchak Kadir Khan führte beispielsweise Krieg gegen die Samaniden (893, 903-04). 893 wurde er von Ismail I. (reg. 892–907) geschlagen, der bis an den Talas vordrang und viele Gefangene machte.

Einzelnachweise

  1. Vgl. M. Weiers, Qarluq in: Abrisse zur Geschichte innerasiatischer Völker, http://www.zentralasienforschung.de
  2. Vgl. Sinor: The Cambridge History of Early Inner Asia, S. 354-7.

Literatur

  • Marion Linska/ Andrea Handl/ Gabriele Rasuly-Paleczek: Einführung in die Ethnologie Zentralasiens, Wien 2003. (= Skriptum der Universität Wien) (Online Version; Stand: 2. Mai 2008)
  • The Cambridge History of Early Inner Asia. Edited by Denis Sinor, Cambridge (u. a.) 1990.

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