Arholzen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Arholzen
Arholzen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Arholzen hervorgehoben
51.8677777777789.5705555555556229
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Holzminden
Samtgemeinde: Eschershausen-Stadtoldendorf
Höhe: 229 m ü. NN
Fläche: 5,33 km²
Einwohner:

408 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37627
Vorwahl: 05532
Kfz-Kennzeichen: HOL
Gemeindeschlüssel: 03 2 55 001
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstraße 4
37627 Stadtoldendorf
Webpräsenz: www.stadtoldendorf.de
Bürgermeister: Karl Dehne (SPD)
Lage der Gemeinde Arholzen im Landkreis Holzminden
Hessen Nordrhein-Westfalen Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Hildesheim Landkreis Northeim Arholzen Bevern (Landkreis Holzminden) Bevern (Landkreis Holzminden) Bodenwerder Boffzen Boffzen Derental Derental Derental Derental Boffzen (gemeindefrei) Brevörde Deensen Deensen Deensen Grünenplan (gemeindefrei) Grünenplan (gemeindefrei) Grünenplan (gemeindefrei) Delligsen Dielmissen Eimen Eimen (gemeindefrei) Eschershausen Eschershausen (gemeindefrei) Eschershausen (gemeindefrei) Fürstenberg (Weser) Golmbach Halle (Weserbergland) Hehlen Hehlen Heinade Heinade Heinade Heinsen Heyen Holenberg Holzen (bei Eschershausen) Holzminden Holzminden Holzminden (gemeindefrei) Kirchbrak Lauenförde Lenne (Niedersachsen) Lüerdissen Merxhausen (gemeindefrei) Negenborn Ottenstein (Niedersachsen) Pegestorf Polle Stadtoldendorf Vahlbruch Wangelnstedt Wenzen (gemeindefrei)Karte
Über dieses Bild

Arholzen ist eine Gemeinde und gehört zur Samtgemeinde Eschershausen-Stadtoldendorf im Landkreis Holzminden in Niedersachsen (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Arholzen liegt am Rande des Naturparks Solling-Vogler und gehört zum Weserbergland im Süden Niedersachsens.

Nachbargemeinden

Die Gemeinde grenzt im Westen an Bevern; im Norden an Negenborn und Stadtoldendorf; im Osten an Deensen und Schorborn, und im Süden an gemeindefreies Gebiet.

Geschichte

Arholzen entstand im sächsischen Engern, dem Siedlungsgebiet der Cherusker. Die Gründung des Dorfes wird vor 800, in der sogenannten zweiten Siedlungsperiode zwischen 500 und 900 vermutet. Damals entstanden Ortschaften, deren Namen z.B. auf –hausen (verkürzt oft zu -sen) enden. Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes finden wir in einer an das Kloster Corvey gerichteten Schenkung (nicht datiert, jedoch zwischen 891 und 1037 entstanden) auf. Hier in Adololdeshusen erhielt das Kloster 30 Morgen und einen Acker. 1150 wird die Gemeinde als Odololdeshem als hildesheimisches Lehen, zur Herrschaft Homburg gehörig, erwähnt. Damals übertrug Graf Hermann II. von Winzenburg († 29. Januar 1152) die Burg Homburg der Kirche zu Hildesheim zu ewigem Eigentum, um es als Lehen zurück zu empfangen. Die hier zugrunde liegende Urkunde vom 8. Mai 1150 ist das erste genau datierte Zeugnis über das Bestehen Arholzens. Die Urkunde aus dem Jahre 1166 besagt, dass der Herzog von Bayern und Sachsen, Heinrich der Löwe (1129–1195), sein Landgut mit Äckern, Wiesen und Waldungen in Adelloldessen dem Kloster Amelungsborn schenkte.

1493 lag Arholzen wüst; d.h. es war von seinen Einwohnern verlassen worden. Sie mögen sich in den umliegenden Dörfern oder dem schutzgebenden Stadtoldendorf neu angesiedelt haben. Doch bereits wenige Jahrzehnte später wurde Arholzen unter Herzog Heinrich II. dem Jüngeren von Braunschweig-Wolfenbüttel (1514–1568) wieder neu besiedelt. 1618 brach der Dreißigjährige Krieg aus. Die ersten Jahre waren für diese Gegend noch friedlich. Im Juli 1623 erschien der kaiserliche Feldherr Tilly bei Höxter an der Weser. Die erste Heimsuchung begann für das Weserbergland: das Kloster Amelungsborn wurde ausgeraubt, Stadtoldendorf belagert und eingenommen und das Land ringsrum verwüstet.[2]

Dass dabei auch Arholzen und seine Einwohnerschaft nicht verschont blieb, ist gewiss, zumal im Jahr 1626 Arholzen infolge der Durchmärsche und Plünderungen ein Schaden von 905 Talern beklagte. Siebenmal zogen feindliche Kriegsscharen durch diese Gegend. Es waren furchtbare Not- und Elendsjahre. Das Volk verarmte. Während des Krieges hatte die Wolfsplage zugenommen und die Pest herrschte im Lande. Bis zum Dreißigjährigen Krieg und noch darüber hinaus war der Hexenglaube verbreitet. Im Fürstenberger Amtsregister aus dem Jahre 1619/20 findet man folgende Eintragung: „Margarete Schapers von Aroldissen wurde der Zauberei bezichtigt und in Haft genommen. Die Frau saß nicht nur unschuldig in Haft, sondern musste noch 5 Taler Kostgeld zahlen.“ [3]

Von 1807 bis 1813 war das Herzogtum Braunschweig ein Teil des Königreiches Westphalen unter Jérôme Bonaparte (1784–1860). Arholzen gehörte zum Canton Stadtoldendorf im Distrikt Einbeck, im Departement Leine. Die alte Ämteraufteilung hatte damit ihr Ende erreicht. Seit dem Jahre 1832 bestand die Gliederung des Landes Braunschweig in 6 Kreise als Verwaltungsbezirke. Arholzen gehört seitdem zum Kreis Holzminden und seit 1879, nach Einteilung in vier Amtsgerichtsbezirke, zum Amtsgerichtsbezirk Stadtoldendorf.

Während des Zweiten Weltkriegs, am 1. August 1941, gelangte Arholzen mit dem Kreis Holzminden im Austausch gegen den Landkreis Goslar an die Provinz Hannover. Am 8. April 1945 besetzten amerikanische Truppen den Ort. Die Gemeinde trat Anfang der 70er Jahre erfolgreich für ihre Selbständigkeit ein und ist seit dem 1. Januar 1973 Mitglied der Samtgemeinde Stadtoldendorf (Arholzen, Deensen, Heinade, Lenne und Wangelnstedt).

Ortsnamen im Wandel der Zeit

Ortsnamen im Wandel der Zeit
Name Jahreszahl
Adololdeshusen 891/1037
Odololdeshem 1150
Adelloldessen 1186
Adololdesheim 1220
Adeloldessen 1237
Aderoldessen 1302
Aroldissen 1494
Aroldessen 1561
Arholtzen 1694
Arholdsen 1755
Ahrholzen 1810
Arholzen seit 1881

Einwohnerentwicklung

Einwohnerentwicklung [4][5]
Jahreszahl Einwohneranzahl
1663 94 Personen (125) (Kinder unter 14 Jahren nicht mitgezählt)
1793 393 Personen
1847 560 Personen
1875 605 Personen
1885 559 Personen
1895 600 Personen
1905 617 Personen
1925 546 Personen
1933 520 Personen
1939 516 Personen
1950 1017 Personen
2000 484 Personen
2003 431 Personen
2006 423 Personen
2008 416 Personen

Politik

Gemeinderat seit September 2006
Partei Sitze
SPD 4
UWA 3

Bürgermeister

Amtszeit Bürgermeister von Arholzen
Beginn Ende
1945 1946 Heinrich Rojahn
1946 1948 Ernst Bogenhagen
1948 1956 Wilhelm Grupe
1956 1991 Otto Heckemüller (CDU)
1991 2001 Horst Siegmann (CDU)
2001 heute Karl Dehne (SPD)

Patenschaften

Die Gemeinde Arholzen ging am 29. August 1980 eine Patenschaft mit der 3./Panzerartilleriebatillon 15 aus Stadtoldendorf ein, die bis zur Auflösung der Stadtoldendorfer Kaserne im Jahr 2003 bestand.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Der Weserradweg verläuft westlich des Naturparks Solling-Vogler entlang der Weser, wie die Touristenwege Deutsche Märchenstraße, Deutsche Fachwerkstraße und die Straße der Weserrenaissance.

Bauwerke

Den Wesersandstein zu brechen hat eine lange Tradition in Arholzen. Der Steinhandel reichte um 1600 bereits bis über Bremen hinaus. Bekannte Bauten, zu denen Arholzer Steinbruchunternehmer Steine geliefert haben: die Klosterkirche zu Amelungsborn, Schloss Bevern, die Abtei Corvey, die Arensburg und die Werrabrücke (Autobahnbrücke), die Kriegsgräberstätte Langenmarck (Belgien), Semendria und Monastir (Jugoslawien), Nazaret (Palästina) sowie die Marine-Ehrenmal Laboe und U-Boot-Ehrenmal Möltenort. Auch zum Bau der Burg Everstein war der Wesersandstein verwandt worden.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Arholzen liegt an der Landstraße zwischen Stadtoldendorf und der Bundesstraße 64. Arholzen wird mit Bussen der Regionalbus Braunschweig (RBB) angefahren.

Arholzen liegt an der Bahnstrecke Altenbeken–Kreiensen, die Personenzughaltestelle wurde 1987 aber aufgegeben.

Ansässige Unternehmen

  • Tischlerei H. Hausmann
  • Gebrüder Oppermann Steinsägewerke - Weserhartsandstein GmbH & Co.
  • Fuhrunternehmen F. Güldner
  • Solling - Naturstein GmbH Sollingsandstein

Vereine

Freiwillige Feuerwehr

Die Freiwillige Feuerwehr in Arholzen besteht seit 1878 auf gesetzlicher Grundlage mit einer Stärke von 47 Mann bei rund 580 Einwohnern, kann die Feuerwehr heute mit 107 Mitgliedern bei rund 460 Einwohnern aufwarten. Seit 1989 versehen auch erstmals in der Arholzener Feuerwehrgeschichte weibliche Einwohner Feuerwehrdienst.

Gesangsverein

Aus Anlass eines Regierungsjubiläums des damaligen Herzog Wilhelm zu Braunschweig und Lüneburg gründeten die Arholzer am 25. April 1881 ein Gesangsverein. Die Bezeichnung des Vereins lautete: „Männer-Gesangsverein“. Am 23. Oktober 1969 fand der erste Übungsabend als Gemischter Chor statt.

Sportverein

  • Turn- und Sportverein Arholzen e.V. von 1946

Deutsches Rotes Kreuz (DRK) / Ortsverein Arholzen

Nach dem 2. Weltkrieg gründeten die Arholzer den «Rote-Kreuz Ortsverein Arholzen», seit 1962 werden in regelmäßigen Abständen „Blutspendetermine“ durchgeführt. Im Laufe der Jahre wurden verschiedene Aktivitäten angeboten: Kurse in Erster Hilfe, Krankenpflege für Mutter und Kind sowie in Häuslicher Krankenpflege. Im Oktober 1965 wurde der «Jugend Rote Kreuz» (JRK) gegründet, aber wegen Nachwuchsmangel 1998 aufgelöst. 1984 wurde eine Seniorengymnastikgruppe einbezogen.

Karnevalsverein Arholzen

Im Jahr 1982 wurde das Kinderturnen ins Leben gerufen, und der daraus entstandene erste Karnevalsumzug fand im Februar 1983 noch auf den Bürgersteigen und Nebenstraßen statt. Von Jahr zu Jahr wuchs der Karneval - Musikkapellen und Motivwagen kamen hinzu und immer mehr Fußgruppen. Der Arholzener Karneval wurde über die Kreisgrenzen hinaus bekannt.

Ehrenbürger

Im Jahr 1991 wurde der ehemalige Bürgermeister Otto Heckemüller zum ersten Ehrenbürger der Gemeinde Arholzen ernannt. 1993 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet.

Literatur

  • E. Eggeling: Chronik von Stadtoldendorf; Stadtoldendorf 1936
  • O. Dieckhoff: Weserbergland; Holzminden 1926
  • A. Keunecke: Zur Geschichte von Arholzen; Täglicher Anzeiger (Zeitung), Heimatbeilage: Sollinger Heimatblätter 1935, Nr. 11 und 12
  • E. Tacke: Die Entwicklung der Landschaft im Solling; Oldenburg 1943
  • H. Teiwes: Beiträge zur Ortsgeschichte von Arholzen; Braunschweig 1937

Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
  2. Akten des Landeshauptarchivs Wolfenbüttel: Akten, den Dreizigjährigen Krieg, insbesondere die kaiserliche Partei betreffend, Nr. 8 und Nr. 12
  3. Erbregister des Amts Fürstenberg von 1584 und 1622
  4. Pfarregistratur zu Stadtoldendorf: Corpus bonorum
  5. Ortschaftsverzeichnisse des Herzogtums Braunschweig auf Grund der Volkszählungen

Weblinks

 Commons: Arholzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Arholzen — Infobox Ort in Deutschland Wappen = Wappen Arholzen.png Wappengröße = 42 lat deg = 51 |lat min = 52 |lat sec = 04 lon deg = 09 |lon min = 34 |lon sec = 14 Lageplan = Bundesland = Niedersachsen Landkreis = Holzminden Samtgemeinde = Stadtoldendorf… …   Wikipedia

  • Arholzen — Original name in latin Arholzen Name in other language State code DE Continent/City Europe/Berlin longitude 51.86667 latitude 9.56667 altitude 215 Population 417 Date 2011 04 25 …   Cities with a population over 1000 database

  • Schorborn — Mühlteich in Schorborn Schorborn ist ein Ortsteil der Gemeinde Deensen in der Samtgemeinde Stadtoldendorf, Landkreis Holzminden in Niedersachsen und hat etwa 340 Einwohner. Inhaltsverzeichnis …   Deutsch Wikipedia

  • Buchhagen — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Burgberg (Höhenzug) — Burgberg, davor Bevern (von Südwesten) Der Burgberg (auch die Burgberge genannt) ist ein bis 355 m ü. NN[1] hoher Höhenzug des …   Deutsch Wikipedia

  • Meinbrexen — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Negenborn — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Samtgemeinde Stadtoldendorf — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Scharfoldendorf — Dieser Artikel ist der Eintrag für die Stadt Eschershausen im Landkreis Holzminden, für den gleichnamigen Ortsteil der Stadt Uslar im Landkreis Northeim siehe Eschershausen (Uslar). Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Stadtoldendorf — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”