Ari Leschnikoff

Asparuch „Ari“ Leschnikow (* 16. Juni 1897 in Chaskowo; † 31. Juli 1978 in Sofia) war der 1. Tenor des Berliner Ensembles Comedian Harmonists.

Leben und Werk

Er wuchs in Chaskowo auf und besuchte 1916 eine Kadettenanstalt in Sofia. Ende des Ersten Weltkrieges wurde er Leutnant.

1922 wanderte er nach Deutschland aus, um dort Musik zu studieren. Zur Finanzierung seines Lebensunterhaltes arbeitete er nebenbei als Kellner. 1926 bekam Leschnikow einen Vertrag im Großen Schauspielhaus als Chorsänger. Im Chor lernte er Robert Biberti und Roman Cycowski kennen. 1927 gründeten sich auf Initiative von Harry Frommermann die Comedian Harmonists in Berlin, deren Mitglied Leschnikow auf Vermittlung von Robert Biberti wurde. Als sich die Comedian Harmonists 1935 trennten, weil die drei jüdischen Mitglieder durch die Nationalsozialisten zur Emigration gezwungen wurden, beteiligte sich Leschnikow zunächst an der Nachfolgegruppe Meistersextett mit Biberti und Erwin Bootz sowie den neuen Mitgliedern Herbert Imlau, Alfred Grunert und Fred Kassen. Als Bootz 1938 die Gruppe verließ und Leschnikow nach einem Streit Biberti bei der Gestapo wegen regimekritischer Äußerungen denunzierte, fiel auch diese Gruppe auseinander. Da er Schulden bei Biberti hatte, übertrug er ihm seinen Anteil an den Tantiemen der Gruppe.

1939 versuchte er ein letztes Mal sein Glück in Deutschland als Solosänger, kehrte aber 1940 wieder nach Sofia zurück. Dort ließ er bei der Plattenfirma „Mikrophon“ einige Aufnahmen machen. Schließlich wurde er 1941 als Hauptmann eingezogen. Von seinen Ersparnissen kaufte er ein vierstöckiges Wohnhaus in Sofia, das 1944 bei einem Bombenangriff völlig zerstört wurde.

Seine Frau ließ sich 1947 von ihm scheiden und nahm den gemeinsamen Sohn Simon mit. 1952 heiratete Leschnikow ein zweites Mal. Er arbeitete als Gärtner und in einer Fabrik, um die Familie über Wasser zu halten. Im Alter von 81 Jahren starb er 1978 in Sofia völlig verarmt. In seinen letzten Lebensjahren hatte er Biberti in zahlreichen Briefen gebeten, ihn wieder an den Tantiemen der Comedian Harmonists zu beteiligen.

In Joseph Vilsmaiers Film Comedian Harmonists wurde Leschnikow von Max Tidof verkörpert.

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