Arigi

Julius Arigi (* 3. Oktober 1895 in Tetschen, Österreich-Ungarn; † 1. August 1981 in Attersee, Österreich) war ein hoch-dekorierter Kampfpilot und sogenanntes Fliegerass der k.u.k. Luftfahrtruppen im Ersten Weltkrieg.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Arigi wurde als Sohn einer sudetendeutschen Familie geboren und absolvierte nach der Bürgerschule eine Elektrotechniklehre. Am 5. Oktober 1913 meldete er sich freiwillig für drei Jahre zur k.u.k. Luftschifferabteilung. Die Grundausbildung absolvierte er beim Festungsartillerieregiment Nr.1 in Wien und die Flugausbildung in Fischamend. Er erhielt sein Feldpilotendiplom am 23. November 1914 und wurde der Fliegerkompanie 6 am Balkan zugeteilt, wo er zunächst als Aufklärungs- und Attillerieflieger eingesetzt wurde.

Bei einem Einsatz im Oktober 1915 musste er wegen eines Motorschadens in montenegrinischem Gebiet notlanden und wurde gefangen genommen. Nach fünf erfolglosen Ausbruchsversuchen gelang ihm Mitte Jänner 1916 mit fünf anderen österreichisch-ungarischen Soldaten auf kuriose Weise die Flucht. Arigi war zum Arbeitsdienst in der montenegrinischen Artilleriekaserne in Podgorica, als er in einem unbeobachteten Moment die Fiat-Limousine von König Nikola I. aus einer Garage stahl und aus der Kaserne fuhr. Am 23. Jänner erreichte er schließlich wieder die eigenen Linien und kehrte zur Flik 6 zurück.

Nach dem Fall von Lovcen wurde die Einheit nach Skutari weiter im Süden verlegt. Seinen ersten sowie vier weitere Abschüsse erzielte er am 22. August 1916 alleine gegen eine Staffel von sechs italienischen Flugzeugen, was ihm sogleich den Rang eines sogenannten Flieger-Asses einbrachte. Ende des Jahres wurde er zum Fluggeschwader 1 (der späteren Fliegerkompanie 101G) an die Isonzofront verlegt und flog hauptsächlich die Eskorte bei Bombenmissionen. Im Frühjahr 1917 wurde er der Jagdfliegerkompanie 41J unter dem Kommando von Godwin Brumowski zugewiesen, wechselte wegen persönlichen Differenzen mit diesem aber schon bald zur Jagdfliegerkompanie 55J.

In den rund acht Monaten bei Flik 55J erzielte er die meisten seiner Luftsiege. Zusammen mit dem Kommandaten Josef von Maier und Josef Kiss, beide ebenfalls Fliegerasse, brachte er der Einheit bald den Namen Kaiserstaffel ein. Im April 1916 kehrte er für kurze Zeit als Jagdflieger zur Fliegerkompanie 6 zurück, bevor er der ebenfalls am Balkan stationierten Jagdfliegerkompanie 1J zugewiesen wurde.

Nach dem Ersten Weltkrieg gründete Arigi in Marienbad den Weltbäderflugverkehr, eine regionale Fluglinie auf der Strecke Prag-Karlsbad-Marienbad-Franzensbad. Aufgrund der politischen Verhältnisse in der Tschechoslowakei kehrte er 1934 nach Österreich zurück und nahm 1935 die österreichische Staatsbürgerschaft an. Zusammen mit Benno Fiala von Fernbrugg gründete er die Flugzeugfabrik Wiener Neustädter Flughafenbetriebs GmbH.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde Arigi als Hauptmann in die deutsche Luftwaffe übernommen und wurde Kommandant der Jagdfliegerschule in Wiener Neustadt. Zwei seiner bekanntesten Schüler waren Walter Nowotny und Hans-Joachim Marseille. Im Laufe des zweiten Weltkrieges diente er auch auf verschiedenen Fliegerhorsten in Ungarn, auf dem Balkan und in Nordafrika.

Auszeichnungen [1]

  • vierfache Goldene Tapferkeitsmedaille; davon die erste für die Versenkung eines Transportschiffes und die zweite für seine fünf Luftsiege am 22. August 1916
  • vierfache Verleihung der Silberne Tapferkeitsmedaille, I. Klasse
  • zweifache Verleihung der Silberne Tapferkeitsmedaille, II. Klasse
  • zweifache Verleihung der Bronzene Tapferkeitsmedaille
  • Bulgarisch-königlicher Tapferkeitsorden, I. Klasse
  • Preußische Kriegsverdienstmedaille

Quellen

  • O'Connor, Dr.Martin: Air Aces of the Austro-Hungarian Empire 1914–1918. Flying Machines Press, Mountain View (Californien) 1986, ISBN 1891268066
  • Peter, Ernst: Die k.u.k. Luftschiffer- und Fliegertruppe Österreich-Ungarns - 1794-1919. Motorbuch Verlag Stuttgart, Stuttgart 1981, ISBN 3-87943-743-2
  • Christopher Chant: Aircraft of the Aces - Austro-Hungarian Aces of World War 1. Osprey Publishing, Oxford 2002, ISBN 1-84176-376-4

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Johann Stolzer/Christian Steeb Österreichs Orden vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Akademische Druck- und Verlagsanstalt Graz, ISBN 3-201-01649-7 S. 242

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